Verwässern von Futtermaterial...

    Z.Zt füttere ich meine Raupen eigentlich mit "frischen" Pflanzen in Vasen. Ich habe gehört, dass ein "verwässern" der Pflanzen bei manchen Arten zu Zuchtausfällen führen kann. Wieso?,Weshalb?,warum?

    Ich versuche aus Zeitgründen die Pflegezeiten zu verkürzen, da meine Frau sonst im Dreieck springt! [Blockierte Grafik: http://www.actias.org/wcf/images/smilies/streit.gif]

    Im meinem Falle wäre es von Vorteil größere Futtermengen über länge Zeit zur Verfügung zu stellen. Nun hab ich mal wieder eine "absurde" Idee. Es gibt doch im Blumenhandel dieses Mittel, dass die Schnittblumen länger haltbar macht...Ob das wohl schädlich für die Raupen ist???

    Fabio

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    Um die Pflanzen frisch zu halten, kann man in den
    meisten Fällen das Futter wässern. Daran scheiden sich die Geister,
    aber ich habe bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht, solange man
    die Zucht einigermassen luftig gestaltet. Ich könnte mir vorstellen, dass auch die regionale Qualität und Zusammensetzung des Leitungswassers eine Rolle spielt. Chlorwasser (wie in USA) dürfte nicht so gut kommen. Auf keinen Fall würde ich mit irgendwelchen Zusätzen experimentieren. Die Theorie, dass das Wässern an sich die Pflanzensubstanz in der Weise verändert, dass die Raupen Durchfall bekommen und daran sterben, halte ich für blödsinnig. Aber: lieber etwas weniger Wasservorkommen insgesamt in der Zucht ist besser als zu viel (betrifft auch die Luftfeuchtigkeit bei heimischen Arten) und manchmal wird das Futter ja auch so schnell aufgefressen, dass ein Wässern
    noch nicht mal lohnt, insbesondere bei vielen Raupen im letzten Stadium.
    Ein Tipp dazu: Beim Blumenladen mal anfragen: es gibt Plastikröhrchen mit gelochtem Gummiverschluss, mit denen die Schnittblumen auf dem Transport frisch gehalten werden. Die kann man evtl. abstauben und für seine Zwecke mißbrauchen.

    Hallo ihr beiden Nachtschwärmer.


    Zitat

    Die Theorie, dass das Wässern an sich die Pflanzensubstanz in der Weise verändert, dass die Raupen Durchfall bekommen und daran sterben, halte ich für blödsinnig.


    Und wie erklärst du dir dann, dass es für manche Arten bei Zucht auf gewässertem Futter viel öfter zu Durchfall kommt, als auf ungewässertem Futter? Auch wenn das Futter spätestens am zweiten Tag gewechselt wird. Auf nicht eingefrischtem Schnittfutter entwickeln sich die Raupen dagegen ganz normal.

    Servus.

    Rudi

    Hallo ihr beiden Nachtschwärmer.



    Und wie erklärst du dir dann, dass es für manche Arten bei Zucht auf gewässertem Futter viel öfter zu Durchfall kommt, als auf ungewässertem Futter? Auch wenn das Futter spätestens am zweiten Tag gewechselt wird. Auf nicht eingefrischtem Schnittfutter entwickeln sich die Raupen dagegen ganz normal.

    Servus.

    Rudi

    Ich bestreite nicht, dass es dieses Problem gibt, aber bezweifle, dass die Herleitung richtig ist. Ich hatte so ein Problem noch nie. In Nordhessen, Ostthüringen und Südniedersachsen soll das Trinkwasser besonders gute Qualität haben. Vielleicht ist es das. Es kann viele Erklärungen geben, und solange wir weder statistische Daten noch biochemische Untersuchungen vorliegen haben (und die Mühe wird sich keiner machen), tappen eigentlich alle im Dunkeln und können nur vermuten. Die persönliche Erfahrung rechtfertigt jedoch hier jedes Vorgehen. Bei mir leben ca. 150 pavonia Raupen an seit ca. 1 Woche in einer Vase stehenden Schlehenästen. Vorher hatte ich sie jedoch im Ausbindesack.
    Aber jetzt muß ich nochmal eine Begrifflichkeit klären: Was heißt bei Dir eingefrischt und was gewässert?

    Hallo Sven

    Zitat

    … und solange wir weder statistische Daten noch biochemische Untersuchungen vorliegen haben (und die Mühe wird sich keiner machen ) tappen wir eigentlich alle im Dunkeln und können nur vermuten.


    Die Mühe hat sich Prof. Dr. B. Surholt (Biochemiker der Uni Münster) schon Mitte der 70er-Jahre gemacht.
    Des weiteren verweise ich auf meinen Bericht zu diesem Thema.

    Bezüglich deiner 150 pavonia Raupen an seit ca. 1 Woche in einer Vase stehendem Schlehenästen kann sich da noch ganz schnell was ändern. Wenn die ersten Raupen in den Zweigen hängen (und das kommt von Heute auf Morgen), hast du auf gut deutsch gesagt die K… am Dampfen.


    viele Grüße
    Heiner B.
    Sphingidae :falter:

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

    Hallo Heiner,
    mich interessiert, was Herr Surholt herausgefunden hat!
    Ich bin ja auch vorsichtig, gestern habe ich z.B. ungewässerte Brombeerblätter reingeworfen, an denen die Raupen fressen, und heute werde ich das Futter wechseln, es sind fast alle Blätter ab, und die Mehrzahl der Raupen ist L5 oder in Häutung begriffen. Ich könnte mir denken, dass auch die Größe des gereichten Futters eine Rolle spielt. (große Äste vs. kleine Zweige), da evtl. aufgrund des größeren Verteilungsvolumens etwaige schädliche Einflüsse weniger stark ausfallen, aber wie gesagt, alles bloß Vermutung (umso gespannter bin ich auf Herrn Surholts Erkenntnisse).
    In Deinem Bericht (der prinzipiell sehr informativ ist) steht eigentlich nicht viel mir Neues (mir als Sohn einer Floristin :grinning_squinting_face: ). Es wundert mich aber, dass Du schreibst, dass Futter 3-5 Tage frischgehalten werden kann. Machst Du das denn trotzdem?
    Wie gesagt, bei mir ist sowas noch nicht vorgekommen, jedenfalls nicht bewußt. Ich hoffe, das bleibt so. Durchfallerkrankungen würde ich persönlich immer erstmal auf Infektion zurückführen, und die ist umso wahrscheinlicher, je höher der Raupenbesatz ist. Eine ganz einfache Gleichung. Alle Welt wundert sich über Vogel- und Schweinegrippe, aber die wahre Ursache der Verbreitung und Gefährlichkeit dieser schon "immer" existenten Infektionskrankheiten (=Grippe) wird irgendwie nie angesprochen: die Massentierhaltung! Viele Tiere auf engem Raum vergrößern die Ansteckungsrate und je mehr angesteckt sind, desto größer wird die genetische Varianz der Erreger und damit deren Virulenz als genetische Eigenschaft. Zusätzliche Feuchtigkeit (jetzt wieder in Bezug auf Raupen) begünstigt zudem das Überleben von Erregern und deren Verbreitung über Schmierinfektion im Vergleich zu Trockenheit. So sehe ich das. Vielleicht weiß ich es morgen besser, ich hoffe nicht! Werde an geeigneter Stelle nochmal berichten.
    Allerdings weiß ich immer noch nicht, was "eingefrischt" und "gewässert" heißt. Hilft mir jemand auf die Sprünge?
    Grüße. Achso: bei dem Wetter bitte am Sonntag RAUSGEHEN und genießen! :thumbs_up:

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