Effekt von Formaldehyd?

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    Formaldehyd vernetzt Eiweiße über NH-Gruppen und führt damit zur Verfestigung von Eiweißhaltigen Strukturen. Früher war das Zeug in manchen Shampoos drin, die "Volumen" erzeugen sollten. Das dürfte Grund für die rigiden Viecher sein.
    Die chemische Reaktion soll reversibel sein, aber ich weiß nicht, wie. Evtl. mit Säure?

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    Hallo Claude,

    hatte einmal ähnliche Probleme mit Tütenfaltern, welche mit Formalin gespritzt waren.
    Das Hydrogranulat aus einer Babywindel gemischt mit Kampfer und Thymol habe ich mit pisswarmem Wasser aufquellen lassen . In einer Schale alles gleichmäßig verteilt, die Falter mit Salmiakgeist gespritzt und mit dem Leib ( Flügel nach oben ) in das Granulat gedrückt.Eine Käseglocke aus Glas darüber gestülpt , dass Kondenswasser ablaufen kann und vom Granulat wieder aufgenommen wird ohne den Falter zu treffen. Die ersten Falter waren nach 3 Tagen spannweich, allerdings hatte ich nach einigen Wochen so weiche Falter, dass diese mir fast zerfallen wären. Beim präparieren sind ab und zu Flügel einfach abgefallen. Nach dem trocknen hab ich sie mit Fingernagelklarlack angeklebt. Ist nichts mehr zu sehen.

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    Hallo allerseits!

    Zitat

    Vielleicht schaltet sich ja noch Joe ein, und wird wohl leider gottes auch sagen das die Tiere hinüber sind...

    Was ich hiermit tun will ... und - naja, hinüber vielleicht nicht, aber allzu viel Freude wirst Du nicht damit haben. :loudly_crying_face:
    Um korrekt zu bleiben, muss erwähnt werden, dass die Exemplare sicherlich nicht mit Formaldehyd (dem gasförmigen Methanal), sondern mit der wässrigen Lösung, dem sog. Formol oder Formalin behandelt wurden.
    Formol ist ein ausgezeichnetes Fixierungsmittel, das (wie soil74 oben schon schrieb) die Proteine vernetzt und denaturiert. Dadurch erhält die Muskulatur eine ausgesprochen stabile, hartgummiartige Konsistenz - eine Eigenschaft, die man sich bei verschiedenen Mumifizierungsverfahren zunutze macht.
    Insekten, die mit Formol fixiert oder konserviert wurden, lassen sich nur noch sehr schlecht weiterpräparieren.
    Objekte, die keinen Schaden nehmen, wenn sie nass werden (Käfer...), können relativ erfolgreich aufgeweicht werden, wenn man sie in Pepsinlösung legt. Bei Schmetterlingen dagegen, die bei ein solches Bad nicht unbeschadet überstehen dürften, hilft die etwas brachiale Methode, die ich in diesem Thread (klick) beschrieben habe. Allerdings ist das sehr aufwendig und zeitraubend.

    Am Rande sei erwähnt, dass bei einigen sehr dickleibigen Arten, bei denen das Ausnehmen des Abdomens empfohlen wird um Fäulnis zu vermeiden, eine Formalin-Injektion nach der Präparation auf dem Spannbrett in das Abdomen das aufwändige Ausnehmen unnötig macht.


    Viel Glück
    Achim

    Ich bin ja kein Sammelfreund, aber ich sag mal trotzdem, woran ich denke: Im Prinzip geht es ja darum, die Flugmuskulatur wieder geschmeidig zu bekommen. Man sollte also das Agens (ob Pepsin oder Säure) in den Bereich der Flügelansätze bringen. Und zwar mithilfe einer Spritze. Vielleicht mal an etwas "weniger wertvollem" ausprobieren.

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