Tötungsmethode // Elfen des Amazonas

    Meine Frage richtet sich speziell an diejenigen, die den ARTE Beitrag "Elfen des Amazonas" gesehen haben.

    Mich würde interessieren, wie der vorgestellte Schmetterlingshändler die Falter genau tötet? Unter "Rückgrat brechen" kann ich mir bei Insekten mit Exoskelett jetzt nicht direkt etwas vorstellen...

    Vor allem sieht es etwas rabiat aus und mindert er nicht gerade dadurch auch die Qualität seiner "Ware"?

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    Ich habe den Beitrag gesehen. Offensichtlich quetscht der Händler den Thorax. Eine barbarische Methode, die nicht zu empfehlen ist und zur Beschädigung der Falter führen kann.

    Eberhard

    Die Methode des Quetschens des Thorax diente vormals(siehe das Druckdatum der entsprechenden Literatur) zum Ruhigstellen der Falter, die dann in einer Papiertüte verpackt und in der Botanisiertrommel untergebracht, neben gesammelten Pflanzen und anderen "Beutestücken" sicher nach Hause transportiert werden konnten. Die Tiere konnten durch den zerquetschten Thorax ihre Flügel nicht mehr gebrauchen, die komplizierte Mechanik der Thorakalsegmente war zerstört und die Flugmuskeln zerquetscht. Erst zu Hause wurden die Tiere dann getötet und genadelt. Das wurde praktiziert, da dadurch Zeit und Platz für die Utensilien zum Töten der Schmetterlinge( und anderer Insekten) eingespart wurde. Damals war es eben noch sehr umständlich, auf Insektenpirsch zu gehen.
    Heute ist eine solche Praxis aus ethischen Gründen völlig abzulehnen!
    Dass sie gezeigt wird, liegt sicher auch daran, das Schmetterlingssammler immer noch als gefühllose Schmetterlingsnadler angesehen werden. Immer wieder höre ich auch heute noch, dass wir ja die Falter bei lebendigem Leib aufspießen und diese zarten Geschöpfe dann lange leiden müssen. Die "Tierschutzlobby" läßt nichts unversucht, unser Engagement zu diskreditieren. Das passt in den modernen Tierschutz. der am liebsten jede Beschäftigung mit wildlebenden Tieren verbieten möchten. Da passt es, uns pauschal als gefühllose Tierquäler hinzustellen.
    Wir sind Tierquäler und wir rotten hilflose Insekten aus, wo wir sie kriegen können. Das ist das uns zugedachte Image. Das Ziel: Die Beschäftigung mit Schmetterlingen allgemein zu verbieten!
    Mit der Folge, dass sich dannirgendwann niemand mehr mit Schmetterlingen beschäftigt, keiner mehr Bescheid weiss und die Tiere damit vergessen werden. Denn: Nur was man kennt, kann man auch schützen. Und die Verantwortlichen für voranschreitende Biotopzerstörung können sagen:"Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß." Biotopzerstörung? Kein Thema mehr!
    Ich jedenfalls lehne solches Quetschen entschieden ab, es verbietet sich schon aus Respekt vor den Tieren.
    Gruß
    Arnd

    Danke Euch beiden, vor allem den kleinen "historischen Ausflug" fand ich interessant! Das war mir so jetzt neu.

    Nicht zur eigentlichen Frage, aber ich fand den Beitrag, nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, mehr als fragwürdig.

    Grundsätzlich bewerte ich die Arbeit der Österreicherin und ihres Mannes als positiv. Im Kern der Sache bringen sie schließlich Schmetterlinge als schützenswerte Tiere an die Öffentlichkeit. Wobei ich mich schon frage, inwieweit finanzielle Motive nicht auch für das Ehepaar eine Rolle spielen, wenn jeden Tage Touristen gegen Bezahlung durch die Voliere geführt werden.

    Ich bin nun kein Biologe oder ähnliches, aber mit welchem Vokabular Frau Sperrer um sich wirft, da bekomm ich eine Gänsehaut. Meine "Lieblingsstelle" ist allerdings die, an der sie anfängt, die Raupen zu streicheln.

    Ich hatte noch einen interessanten PN-Wechsel, aus dem ich gern zur Vervollständigung zwei Zitate posten möchte, um das "Quetschen" noch etwas differenzierter zu beleuchten, danke an jabdoulaye!

    Zitat


    Diese Methode ist beileibe kein Relikt aus der Antike.Wenn man nämlich sammelt,sei es auch nur,um etwas zu verkaufen,braucht man einwandfreies Material(nach Möglichkeit). Einige Falter,gerade in den Tropen,fliegen derart schnell und kraftvoll im Netz oder der Falle,daß ein sofortiges Ruhigstellen erforderlich ist.Dies geht eigenlich nur so,stark gequetscht werden sie dabei nicht,da dann auch Beschädigung möglich.

    Auch hier hat sich die Methode nach wie vor bewährt. [...] Allerdings wird nur am Thorax,nicht gezielt an den Flügelwurzeln,etwas gedrückt.Nach Begutachtung werden die Falter dann mit Spritze getötet oder freigelassen,95 % erholen sich schnell wieder,die anderen werden dann Opfer von Ameisen o.ä.

    Anwendbar etwa ab Größe Scheckenfalter bis etwas größer als z.B.Schwalbenschwanz.Bei Schwärmern etc. nicht so sinnvoll.

    Zitat

    [...], im Vordergrund steht aber doch,daß man das Material nicht beschädigt bzw. nicht nutzlos tötet.

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