Krankheit bei A. atropos

    Als ich heute von der Arbeit nachhause kamb bin ich gleich mal zu meinen Zuchten gegangen,
    um zu schauen ob die neues Futter brauchen.
    Ich habe im Moment mehrere atropos Raupen zum ziehen in zwei verschiedenen Zuchtkäfigen
    und als ich da in einen reinschaute, sah ich eine atropos Raupen auf dem Boden liegen,
    die sich hin und her drehte und dabei ganz viel grüne Flüssigkeit verlor.

    Im ersten Moment dachte ich, dass sie verletzt sei, aber dann ging es wie im Fluge,
    nach ungefähr 10 Minuten lagen alle 28 Atropos Raupen auf dem Boden und begannen
    mit dem selben Anzeichen.
    Es scheint als würden sie einfach all ihre Körperflüssigkeit verlieren bis nichts mehr da ist.
    Ich tippe mal auf einen schlimmen Bakteriellen befall!
    Ich habe dann sofort meine anderen Zuchten in Sicherheit gebracht.

    :frowning_face:

    Nun weiß ich nicht, was ich machen soll.
    Ich habe nun in meiner ganzen Wohnung überall Zuchtkäfige verstreut, da ich mich nicht mehr traue,
    die zurück in den Raum zu bringen, wo ich eigentlich züchte.
    Ich hatte noch nie so einen schlimmen Befall, und ich weiss auch nicht wie die Krankheit übertragen wird.

    Also bitte um Hilfe: Wie soll ich vorgehen?


    Florian :hilfe:

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    Hallo Flo. Also bakterielle Infektionen in Form von Darmerkrankungen können bei A.atropos schon vorkommen. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass die noch nicht betroffenen Raupen auf keinen Fall mit dem Kot und den schleimigen Auswürfen der sterbenden Raupen in Kontakt kommen.
    Man sollte den Zuchtbehälter gründlich mit heißem Wasser reinigen und in Zukunft auf größte Sauberkeit achten.
    Bei A.atropos ist es unumgänglich jeden Tag den Behäter von Kot und altem Futter zu befreien.
    Übrigens, auch die Kotballen, welche ansonsten gesunde Raupen kurz vor der Verpuppung abgeben sind hochinfektiös , also direkt beseitigen!

    Deine Schilderung, dass die Raupen alle zeitgleich gestorben sind, passt allerdings nicht so ganz. Bei einer bakteriellen Infektion sterben die Raupen über einen längeren Zeitraum hinweg.

    Hier kommt meiner Meinung nach eher eine Vergiftung mit Pestiziden in Frage. Was hast du denn gefüttert? Könnte das Futter gespritzt worden sein? Oder könnte vielleicht von einem benachbarten Acker oder Gartengrundstück Gift auf die Futterpflanzen gekommen sein?

    Ich hoffe jedenfalls ,dass dir so ein Horror-Erlebnis bei deiner Zucht nicht nocheinmal vorkommt.

    Lieber Gruß,

    Flo W. :falter:

    Hallo Flo,

    danke, dass du mir so schnell geantwortet hast, bin immer noch sehr traurig über dieses geschehen heute. Zum ziehen der Raupen habe ich Liguster benutzt das gleiche fressen die atropos Raupen im Zuchtgehege nebenan die haben nichts zum Glück! Es ist mit Sicherheit ein Bakterikum wie du schon geschrieben hast da nicht alle sofort sterben. Auf die Sauberkeit habe ich sehr geachtet jeden Tag 1 - 2 mal geputzt, hmmm.... ich hatte halt einfach nur pech :(((

    Ich habe nun extreme Angst wenn ich meine anderen Zuchten wieder ins Zimmer zurückbringe dass das ganze von vorne beginnt. Was mir auf alle Fälle schon viel weitergeholfen hat ist dass die Krankheit nur von dem Ausgeschiedenen Sekret und den Kotballen übertragen wird und nicht wie ich zuerst befürchtet habe über die Luft.

    Danke Flo für die rasche info!!!

    Florian

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Florian,

    Krankheiten verlaufen nach meinen Erfahrungen jedoch nicht so schnell und gründlich, wie von Dir beschrieben. Krankheiten führen in der Regel über mehere Stunden zum Tod, wobei zunächst das Fressen eingestellt wird, die Raupen dann tatenlos rumsitzen, schlapp werden und dann tot runterfallen. Dass bei Dir alles so schnell verlief deutet doch mehr auf Vergiftung hin. Hast Du den Liguster aus dem eigenen Garten? Sprüht vielleicht Dein Nachbar Gift oder vertstreut er es in Grenznähe und trifft dabei versehentlich Deinen Liguster?

    Ich habe solche dramatischen Ausfälle, wie von Dir beschrieben, gehabt, wenn ich dringend auf ausgefallenes Futter angewiesen war und es mir dann aus einer Gärtnerei besorgt habe, wo wohl alle Pflanzen grundsätzlich behandelt werden, damit sie schön und gesund aussehen (ist mir z.B. mal mit Asclepias passiert, mit der ich die aus dem Urlaub mitgebrachten Monarch-Raupen zu Ende füttern wollte. Die fielen dann alle binnen kurzer Zeit tot auf den Boden, nachdem das Gift gewirkt hatte).

    Den Liguster habe ich von einem kleinen Waldstück in meiner nähe ich gehe immer zum selben Platz für den Liguster da er dort in großer Anzahl wächst. Es kann durchaus sein das mir jemand boswillig die Pflanze vergiftet hat da mich mal jemand sehr ausführlich gefragt hat was ich mit dem Liguster vorhab. Das ist einmal einen Züchter passiert der in meiner Umgebung wohnt. Ich schicke dir ein Bild mit Mail wo man sieht wie der Käfig nur von einer Raupe aussieht. Der Boden ist über und über mit dem grünlichen Sekret der Raupe überzogen. Ich war bis jetzt bei meinen anderen Zuchten aber die fressen ganz normal, zum Glück, ich habe heute schon alles den Bach runter gehen sehen!

    Dann bin ich wohl nicht der einzige den so was schlimmes wiederfahren ist.

    Lg und schönen Abend Florian

    Servus Florian.

    Du schreibst von 28 Tieren in einem Käfig; und da das einzige Angebot auf der Actias, das von Doug rel. lange her ist, nehme ich an, deine Raupen waren in L4 und L5. Das wiederum bedeutet, du musstest recht viel Futter in den Käfig stopfen.
    Könnte es sein, dass du bei der Menge an Futter, etwaige "Gegenspieler" der atropos-Raupen mit eingeschleppt hast, ohne es zu bemerken?
    Ich hatte mal den gleichen Fall, wie du ihn beschreibst, durch eingeschleppte Ameisen. Es waren gar nicht mal so viele Ameisen. Gut 20 Stück einer aggressiven roten Art.
    Und die machten sich munter ans Werk und dezimierten meine Sph. ligustri in L5. Die Symptome waren so wie von dir beschrieben.
    Die Ameisensäure, die die Ameisen verspritzen, lässt die Raupen in wilde Zuckungen und Drehungen verfallen. Es sieht dann so aus, als wollten die Raupen sich selbst beissen und kratzen. Dabei verspucken sie grünen Futterbrei. Solange, bis sie entkräftig und überreizt liegenbleiben und verenden.

    Schau mal das Futter genau an, ob da was derartiges daran gewesen sein könnte.

    Ich hatte es auch schon mal mit ein paar Raubwanzen zu tun bekommen. Da ging es ähnlich zu.

    Für eine Bakterien-, Pilz- oder Virusinfektion ging mir das zu schnell.
    Dann eher noch die Pestizidtheorie, wogegen spricht, dass nur der eine Zuchtkasten befallen ist.

    Gruss,
    Rudi

    Hallo Florian, hast du den Zuchtbehälter auf Insekten oder Spinnen untersucht?
    Schlupfwespen und Raupenfliegen sind oft sehr klein, wären dir aber bestimmt aufgefallen, oder?
    Auch räuberische Wanzen kommen in Frage, wie Rudi schon sagte.

    Ich hatte schonmal einen ähnlichen Fall bei meinen Stabheuschrecken (Carausius morosus) , als über mehrere Tage hinweg fast alle Jungtiere starben fand ich die Erklärung dafür: Eine einzige kleine Spinne gelangte mit dem Futter in den Zuchtbehälter und tötete eine Larve nach der anderen.
    Auch für Raupen ist das Gift fast aller heimischer Spinnen sehr gefährlich.
    Auch räuberische Wanzen hatte ich schon im Zuchtbehäter, bemerkte dies aber Gott sei Dank noch früh genug.

    Wie schon gesagt,ichTippe aber am ehesten auf eine Vergiftung mit Petiziden, weil die Raupen alle in einem so kurzen Zeitraum (10 minuten) starben.
    Petizide wirken nicht immer sofort, aber ein zeitgleiches sterben ist ein deutliches Idiz dafür, dass deine Raupen mit Chemikalien in kontakt gekommen sind.

    Auch eine bakterielle Infektion ist nicht ganz auszuschließen.

    Gruß , und (trotz allem) ein schönes Wochenende !!!

    Flo W. :falter:

    Hier ist ein Foto von der bei uns häufigsten räuberischen Wanze. Sie kann in kürzester Zeit viele Raupen töten.
    Eine "angestochene" Raupe hat keine Überlebenschance, selbst wenn die Wanze nicht viel saugt.
    Ich finde diee Art oft an Waldrändern und Sträuchern. Man sollte sehr gut aufpassem, dass sie nicht mit in den Zuchtbehälter gelangt.

    Waldwächter (Arma custos), 10-12 mm groß, allerdings gut getarnt

    Hallo kollegen,

    ich habe nun die Lösung meines Problems, die Raupen haben eine bakterielle Krankheit und noch dazu kam, dass ich eine ganz kleine Spinne gefunden habe so wie mir das Flo erklärt hat, ich habe keine Ahnung wie die das waschen der Futterpflanzen überstanden hat.

    Die Krankheit wurde mir erklärt, es ist ein Bakterium das leicht entstehen kann aber sehr rasch sich ausbreitet.
    Die Krankheit bewirkt, dass die Raupen so lange flüssigkeit verlieren bis nur mehr Sprichwörtlich die Haut übrig bleibt. Die Tiere die sofort starben waren Opfer der Spinne.


    Spinne + Bakterium ergaben bei mir den Supergau!

    Nun gehts ran an die desinfizierung könnt ihr mir da ein gutes Mittel sagen mit dem ich die Krankheit aus meinen Zuchtkäfigen wegbekomm und wie lange muss ich warten um wieder Raupen in den Käfigen zu ziehen???

    Vielen Dank an alle für die Hilfe,

    Florian

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