mal wieder Einsteigerfragen

    Hallo zusammen!

    Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich im Netz Fotos von wunderschönen Faltern sehe.
    Darum wollt ich mich jetzt auch mal etwas damit beschäftigen. "Etwas" weil ich mein Hauptaugenmerk auf die Zucht diverser Mantiden gerichtet habe aber auch verschiedene Phasmiden und Käfer halte und nachzüchte.

    Besonders angetan haben es mir an den Faltern hauptsächlich Arten wie Actias selene oder auch Attacus atlas.
    Aber auch die Aufzucht und Beobachtung der Entwicklung der Raupen stelle ich mir sehr interessant vor - ist bei Käfern ja in etwa ähnlich, nur das man da nicht so viel von der Entwicklung sieht, da die Larven unterirdisch leben.

    Wichtig für mich wäre, dass ich auch gut Futterpflanzen für die Raupen finde.
    Mit Liguster schauts im Moment noch eher mies aus hier, Flieder und Rhododendron sollte aber auch bald kein Problem mehr darstellen (evtl. auch Hibiskus).
    Jedoch mache ich mir etwas Bange ob ich dem Platzbedarf der Raupen und auch der Falter gerecht werden kann.
    Was sollte ich an Platz für die oben genannten Arten einplanen?

    Ich weiß noch nicht ob ich wenn generaionenübergreifend nachzüchten oder mich erstmal nur einmalig damit beschäftigen möchte.

    Doch so große Falter würden sich nach dem Ableben auch gut als Präparate in einem meiner Insektenkästen machen. :winking_face:
    Jedoch hab ich desöfteren schon gelesen, das Tiere für die Präparation recht schnell getötet werden, damit sie sich bei ihren Flugversuchen nicht verletzen.
    Ist dies zwangsläufig so? Es wäre mir zu schade so tolle Tiere zu töten nur um sie dann pinnen zu können.
    Und mit was für einer Lebenserwartung kann man bei den Arten so als fertiger Falter rechnen?

    Würde mich sehr über Antworten freuen!

    Gruß,
    Olli

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    Hi,

    Nur mal zum letzten Absatz:

    Es ist natürlich nicht zwingend nötig, die Falter selbst zu töten, aber klar von Vorteil (sofern du einwandfreie Präperate haben willst). Denn an der Sache mit dem Flügel verletzten ist schon was dran, A. altlas ist zwar ein eher träger und plumper Falter, aber wenn er mal ins Flattern kommt, und wo anstößt, passiert es relativ leicht dass die Enden der Flügel ausfransen oder gar die Hauptadern brechen. Dann sind die Falter eigentlich nur noch zu Übungszwecken zu gebrauchen.

    Zur Lebenserwartung: (bei Attacus atlas) von 1Woche - 1Monat (absolute Ausnahme, da die Tiere ja nicht fressen und die als Raupe angelegten Fettreserven reichen ja auch nicht ewig :winking_face: )

    mfg, mondvogel99

    Actias selene ist eigentlich nicht gerade schwierig zu züchten.. Ich hatte meine damals bis L3 in Plastikgefässen mit Luftlöchern an Rhododendron. Danach kamen sie in einen Luftigen Gazekasten und ich hielt sie in meinem Zimmer. Rhododendron eignet sich ausgezeichnet als Futter für diese Art und ist ja auch Winterhart. Das grössere Problem waren dann eher die Falter, sie flogen in der Nacht sehr oft und beschädigten ihre Flügel... Aber den Tag durch waren sie ruhig.

    Huhu Olli,

    das von Moe verlinkte Foto, habe ich geschossen. Das Männchen ist Abends schon extrem herumgeflattert.. ggf. lag es aber auch daran, dass das Weibchen ihre Flügel nicht richtig aus der Puppe bekam und nicht aufpumpen konnte, dadurch meist auf dem Boden hockte und er sie nicht finden konnte.. *vermut*
    Vorgestern ist ein Männchen geschlüpft, welcher nun allein im Flugkäfig untergebracht ist und dieser bewegt sich kaum von der Stelle. Hatte an sich auch nicht vor, die Falter selbst zu töten, aber wenn die sich beim Fliegen so schlimm zurichten, geht es nicht anders -sofern man sie präparieren möchte :thinking_face:


    Ich hab' jetzt zum ersten mal Actias Selene aufgezogen.. sobald die Räupchen geschlüpft waren (und ich das richtige Futter angeboten hatte) hatte ich so gut wie keine Ausfälle :smiling_face:

    Hatte sie in L1 noch alle zusammen in einem Behälter, wo sie nicht weit krabbeln konnten und auch überall an Futter kamen (irgendwie waren sie im größeren Behälter nur am Wandern und haben dann den Weg zum Futter nicht gefunden).
    Als sie größer wurden habe ich sie dann in kleinen Gruppen und später einzeln in Brotaufstrich/Fleischsalat oder etwas größeren Behältern gehalten in welchen sie sich auch verpuppt haben.
    Weil es allerdings kleinere Behälter waren, habe ich sie 2x täglich vom Kot befreit und frisches Futter nachgelegt und nach Bedarf ausgewaschen und ihnen fein Wasser zum trinken reingesprüht (kein stehendes Wasser... nur so, dass an den Behälterwänden oder auf den Blättern ein paar feine Tröpfchen waren, die die Räupchen gern abgeleckt haben).

    Für mich hatten die mehreren Behälter den Vorteil, dass ich sie gut um meine Wärmequelle (WLan Router *lol*) positionieren konnte (bei uns isses im Winter recht kühl) und so hatten sie alle zwischen 20-24Grad und Abends 18-22Grad :winking_face:

    Inklusive Wärmequelle hat das eine Fläche von 30cm x 30cm x 10cm eingenommen.

    Die Puppen habe ich dann in einer Aufschnittdose aufbewahrt:

    [Blockierte Grafik: http://a3.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc7/418344_10150872785418378_693883377_12777381_53551996_n.jpg]
    und mittlerweile in einen selbstgebastelten Flugkäfig 80x80x60cm verfrachtet, welchen ich gut vor einem Heizkörper deponieren konnte, ansonsten wäre es bei uns im Haus wieder zu kalt - so haben sie nun auch noch immer zwischen 20-25Grad.

    Allzuviel Platz nimmt das,meiner Meinung nach, nich ein :winking_face:

    gruß

    Vanessa

    Okay, das hört sich ja schonmal alles nicht ganz so schwierig an, was ich hier und im Forum so lese.

    Faunaboxen aber auch kleinere Dosen für Raupen wären also kein Problem, da hab ich genügend vorrätig in allen erdenklichen Größen. :winking_face:
    Für die fertigen Falter hätte ich jetzt noch ein Flexarium, also so ein Steck-GazeTerrarium mit ca. 50x50x80cm - wäre das ausreichend?

    Wie tötet man die Falter denn am schonensten?

    Hi,

    In einem Tötungsglas mit Essigäther. Bei größeren Faltern reicht das (bei kurzer Zeit im Glas) oft nicht aus. Hierbei hilft eine Spritze mit Salmiakgeist, diese sprüren die Falter wegen der Betäubung gottseidank nicht (sonst wärs ja grausam :bibber: ). Danach sind sie spannweich und meist (natürlich mit Ausnahmen!) leicht zu präparieren :smiling_face:

    mfg, mondvogel99

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    Hi,

    Das hängt ganz davon ab, welche Arten du möchtest. Von den o.g. wärmeliebenden Arten werden im Winter fast gar keine Angebote zu sehen sein, da sie sonst unter Umständen erfrieren könnten. Ganz im Gegensatz zu den Überwinterungsstadien einheimischer Falter (oder welche, die unsere Bedingungen dulden).

    Naja, in diesem Fall kommt es auf die Größe der Falter an. Warscheinlich würde es auch für Riesen wie A. atlas reichen, sich zu Paaren, Eier zu legen und abzuleben. Aber ich bin mir nicht sicher ob dies Artgerecht ist...


    m, mondvogel99

    Hallo, ich nochmal.
    Mein Wunsch rückt, nach einigen privaten Rückschlägen, nun entlich wieder näher.
    Und auch meine Frau hat nun nichts mehr dagegen. :winking_face:

    Ich habe nun jedoch auch was von Winterpausen bei den Puppen gelesen - sind diese zwingend?
    Und ist die Entwicklungszeit von Männchen und Weibchen wirklich so unterschiedlich, das es Probleme geben könnte gleichzeitig beide Geschlechter bereit zu haben?

    Wie gesagt, ich bin immer noch am schwanken zwischen Actias selene, Attacus atlas und nun auch evtl. Acherontia atropos.

    Wie lange sollte man in etwa für einen Generationszyklus rechnen? Also vom Ei bis zu fertigen Falter?

    Komme hier jetzt auch sehr gut an Massen von Flieder - wäre dieser vielleicht auch für einer der oben genannten Arten eine Option oder evtl. für "ähnliche" Arten?


    Nochmal danke für die bisherigen Antworten und Tipps.

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