Hilfe, Raupennest gefunden, was nun?

    Hallo Bernd
    Jetzt wenn du es sagst könnte es sich gut um fuliginosa handeln, denn meine Raupen die ich drausen überwinterte begannen schon mitte März mit dem Kokonbau. Anfangs April schlüpften dann schon die Falter und ein Weibchen lockte schon ein Männchen an. Jetzt habe ich ein Eispiegel welcher bald zu schlüpfen beginnt.

    Ist also möglich :smiling_face:

    lg Fabrice

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    Hallo,

    oh lala, die Bestimmung der Raupen wirft ja viele Facetten auf. Solange die Burschen noch so winzig sind, ist wohl keine genauere Bestimmung drin. Insgesamt scheint die Schlehe als Futterpflanze doch aber bei allen mutgemaßten Arten funktionieren, oder?

    Obwohl ich mich auch frage, wie es das Schlehenspinnerweibchen ohne Flügel in diese Gegend geschafft hat....na ja....vom Eispiegel war jedenfalls nix mehr zu sehen, ich konnte auch keine Wolle oder ähnliches sehen. Das Nest befand sich auf ca. 30 cm Bodenhöhe an einer Hauswand in der Stadt, die Himmelsrichtung weiß ich nicht. Die Raupen (1-2 mm groß) waren zusammengeklüngelt auf einem Fleck so groß wie ein 20 ct Stück und ich habs nur durch Zufall entdeckt weil wenige cm drüber einige der etwas größeren Raupen (ca. 3-4 mm) rumkrochen.

    Nachdem ich das Gelege vorsichtig abgesammelt habe, bot ich diverse Laubbäume an: (Linde, Pappel, Haselnuss (?), Kirsche (?), Birke und allerlei andere Blätter. Von gestern bis heute haben sie nichts davon angerührt :confused: ) Nach dem Tipp mit den Schlehen habe ich heute nun noch diese angeboten und die Raupen fein säuberlich per Pinsel auf junge Schlehenzweige verfrachtet. Seit gut 3 Stunden kriechen sie da nun mehr oder weniger aktiv rum, einzelne sind leider bereits verendet. Zu Fressen scheinen sie nicht. Ein Teil der Raupen (die ganz kleinen von ca. 1-2 mm) hat sich prozessionsartig von einem Blatt aufs andere begeben, dort lungern sie nun dicht an dicht zusammengerottet und sind inaktiv. Könnte dies schon die Ruhe vor der Häutung sein?

    Ich werde nun mal den Tipp mit Ruhe und Dunkelheit befolgen und hoffe, dass das appetitfördernd wirkt und morgen nicht alle platt sind....

    An dieser Stelle vielen Dank für euren Rat, ich hoffe morgen kann ich von Fressgelagen berichten...

    Schön Abend noch, Janyn

    Hallo Janyn,

    das ist jetzt eine detaillierte Aussage. Aufgrund des Verhaltens der Räupchen (Kuscheln) schließe ich die Arctiiden nahezu aus. Die Räupchen hätten auch längst zu knappern begonnen. Selbst der Webebär Hyphantria cunea (ob es den in Berlin überhaupt gibt?) hätte die Schlehe längst gefressen. Aufgrund des Verhaltens Deiner Räupchen könnte eine Prozessionsspinnerart in Betracht kommen - eventuell der Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea. Probiers mit Eiche, dann ist das Rätsel vielleicht gelöst. Vielleicht gibt es jemand im Forum, der sich mit diesen Viechern besser auskennt als ich.

    Und auch wenn die vorherigen Beiträge bezüglich des Goldafters nicht so ganz von der Schmetterlingsart her passten, die Aussagen würden bei den Prozessionsspinnerraupen verstärkt zutreffen.

    Und auch die Lynmantridenfreunde würden dann näher als ich mit meinen Bären liegen. :smiling_face:

    Ich hab mir gerade nochmal die Bilder genau angesehen. Die "Kuschelräupchen" haben eine ganz schwarze Kopfkapsel und einen orangefarbenen Körper, würde zur Jungraupe des Prozessionsspinners passen. Probier es mit Eiche.

    Das einzeln abgebildete Räupchen ist mehrfarbig und hat auch einen mehrfarbigen Kopf (soweit erkennbar). Das könnte tatsächlich eine Arctiide sein. Bei einzelnen so kleinen Räupchen wird es wirklich schwierig. Es kommen z. B. auch Flechtenbären in Betracht Ich denke, dass Du zwei verschiedene Arten fotografiert hast. Du sprichst ja auch von zwei verschiedenen Größen. Bei dieser Raupe könnte Löwenzahn (fressen fasst alle Bären) zusammen mit Flechten weiterhelfen.

    "Rätsel über Rätsel" trifft den Nagel auf den Kopf!

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Janyn,

    mit den letzten beiden Beiträgen habe ich auch nochmal nachgeforscht und habe auch eine Vermutung bekommen. Sieht wirklich ganz so aus was Bernd meint, daß es sich bei deinen Raupen um zwei verschiedene Arten handelt. Das Verhalten der kleineren paßt finde ich auch total zu einem Prozessionsspinner (wahrscheinlich Eichen-Prozessionsspinner Thaumetopoea processionea - ich weiß nicht ob auch der Kiefern-Prozessionsspinner Thaumetopoea pinivora in Frage kommen könnte (er soll in Brandenburg vorkommen >brandenburg-abc.de - Der Kiefernprozessionsspinner Thaumetopoea pinivora- wird in unseren Wäldern aktiv- Kontakt mit den Gifthaaren der Raupe vermeiden); die größeren Raupen sehen für mich auch aus wie Schwammspinnereiraupen (Lymantria dispar) wie Lucas und Lepi meinen.

    Eiche müßten dann beide Arten fressen - bzw. wenn es tatsächlich auch der Kiefern-Prozessionsspinner sein könnte der dann Kiefer.

    Liebe Grüße, Sascha

    Hallo Forum,

    tatsächlich bestätigt sich mehr und mehr der Verdacht, das es sich um zwei verschiedene Spezies handelt. Mittlerweile haben die Winzlinge sich an der Schlehe gütlich getan und raspeln munter vor sich hin. Ich hoffe doch sehr, dass es sich nicht um irgendwelche Prozessionsspinnerarten handelt. Die will man in wenigen Wochen nicht wirklich in der Wohnung haben.

    Die größeren Raupen kriechen noch immer planlos rum. Schlehe finden sie scheinbar nicht so schmackhaft. Da sie alle anderen angebotenen Pflanzen auch verschmähten, werde ich sie heute nachmittag freilassen. Den langsamen Hungertod bei reichem Pflanzenangebot will ich mir nicht geben.

    Werde ein Bild reinstellen, wenn die Raupen größer geworden sind. Macht die Bestimmung sicher auch leichter.

    Beste Grüße, Janyn

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