31. Januar 2008 um 14:39 - Beitrag: Raupe, willst du ewig fressen?, Thema: Schmetterlinge (Lepidoptera)
:freude:Es war Mitte Oktober im vergangenen Jahr, da übergab mir Marus Bürki
vom Botanischen Garten Bern eine Kiste voller Ligusterzweige mit den typischen
weissen Raupen vom Atlasspinner.
Die meisten davon gingen an der Insektenbörse vom 20. Oktober in Kloten an andere
Schweizer Züchter, wo sie üppig ernährt und gepflegt wurden, bis sie sich in ihr Kokon
einspannen und ein paar Wochen später als Falter in Tischtuchgrösse* die Umwelt erfreuten.
Ein paar Raupen brachte ich damals von der Börse wieder nach Hause und fütterte sie
mit Lorbeerkirscheblättern. Nach etwa drei bis vier Wochen verschwanden alle
in ihren kunstvollen Kokon.
Alle? Nein. Elvira (sie reagiert auf diesen Namen) frass gemächlich weiter,
las sich sorgfältig ein neues Blatt aus und blieb dann fast eine Woche lang daran hängen.
Anfangs Dezember war sie immer noch am Fressen. Sie feierte Weihnachten mit uns,
und tat auch zum Jahreswechsel keine Anstalten, eine neue Behausung zu spinnen.
Jetzt ist Ende Januar, und Elvira frisst sich immer noch gemächlich durch ihr Blatt
und freut sich, wenn ich mit dem Luftbefeuchter komme.
Nein, tot ist sie nicht, höchstens lethargisch.
Ich denke, dass die Temperatur (20 bis 24 Grad) einen Einfluss auf ihr Verhalten hat,
aber so lange habe ich noch nie eine Raupe fressen sehen.
Wer hat schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wird die Raupe demnächst eigehen?
Kann sie jetzt überhaupt noch eine Metamorphose vollbringen?
[Blockierte Grafik: http://kunde7.juli.bimetal.de/bilder/atlas005.jpg]
Da ist sie, die Nimmersatte.
* Es gibt ja auch sehr kleine Tische.