Paarung von "Geschwistern".

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    Moin ihr beiden.

    Ist problemlos möglich.
    Bei uns in der Börse wird fast täglich Zuchtmaterial abgegeben, das von einem Weibchen stammt.
    Jeder der damit weiter züchtet hat genau diese Situation: gleiche "Mutter" und gleicher "Vater".

    Die Meinungen darüber, wie nachhaltig solche Zuchten zu betreiben sind, gehen weit auseinander.
    Jede Insektenfamilie, bzw. dann -art, reagiert anscheinend unterschiedlich auf solche Inzuchtsituationen.

    Viele missglückte Zuchten, egal in welcher systematischen Ordnung das jeweilige Tier zu führen ist, werden dem Inzuchtproblem zu geschrieben.
    Ob dies wirklich so ist, darf in vielen Fällen angezweifelt werden.
    Das Absterben solcher Zuchtstämme dürfte mehr am unzureichenden Zuchtaufbau scheitern, als denn am Inzuchtproblem. Ist aber nur reine Vermutung von mir.
    Schaut euch nur mal die stetigen Angebote von Acitas dubernardii hier bei uns an.
    Die ersten und ziemlich einzigen Eilieferungen kamen so ungefähr 2009, soweit ich mich erinnere, bei uns in Europa an. Und seitdem nichts mehr.
    Die dubernardii machen jährlich 2-3 Generationen und nun macht euch mal Gedanken darüber, welche Inzuchtgeneration dieser Stamm wohl hat.

    Aber es gibt dazu nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, so zB. bei Fruchtfliegen.
    Aber um von Erfahrungen mit Fruchtfliegen dann auf Coleopteren oder Lepidopteren zu schließen ist, gelinde gesagt, mutig. :winking_face:

    Tschau
    Rudi

    Furchtfliegen (Drosophila melanogaster) sind da nicht mit Schmetterlingen zu vergleichen. Bei Drosophila kann man tatsächlich Dutzende von Inzuchtstämmen produzieren, ohne dass es auf die Qualität Auswirkungen hat.
    Bei Schmetterlingen ist es artabhängig. Arctia caja (Brauner Bär) z.B. variiert schon nach ein paar generationen, andere sind sehr stabil.

    Gruß Martin

    Arctia caja (Brauner Bär) z.B. variiert schon nach ein paar generationen, andere sind sehr stabil.


    Moin Martin.

    Ich würde mal sagen, caja variiert in jeder Generation, oder hast du schon mal zwei Tiere mit identischer Zeichnung gehabt? :winking_face::grinning_squinting_face:
    Die sind ja wirklich so was von variabel.

    Servus
    Rudi

    Oft wird es aber, indem Männchen früher schlüpfen als Weibchen, schon mal größtenteils verhindert.

    Hallo Fabian
    das ist von der Natur klug eingerichtet. Da ein Männchen einige Tage alt sein muss, bevor
    es paarungsfähig ist, ein Weibchen aber meist dann schon anfängt, unbefruchtete Eier zu
    legen, fördert dies die Arterhaltung.
    zicade

    Inzucht ist grundsätzlich nur ein Problem, wenn rezessive, nachteilige Erbeigenschaften vorhanden sind. Genetisch gesunde Eltern schaffen genetisch gesunde Reproduktion, sonst wäre vieles schon ausgestorben - vielleicht inklusive der Menschheit oder zumindest bestimmter Völker. Man denke nur an die Eiszeiten und deren wenige Überlebende oder an die indigenen Kleinvölker in den Urwäldern.

    Bei der hohen Reproduktionsrate von Insekten werden gemäß Mendel immer einige erbgesunde Individuen dabei sein, die die i.d.R. rezessiven Krankheitsgene nicht besitzen, und aus deren Nachfahren erholt sich eine Art. Die anderen, mit Gendefekten, "mendeln sich aus". So wird auch in der Tierzucht vorgegangen. Das Erbkranke oder erblich Unerwünschte wird in Kauf genommen, ausgesondert, bis nur noch gesunde Elterntiere vorhanden sind.

    Als Jugendlicher habe ich caja mal "wild drauflos" gezüchtet. Nach Riesenverlusten, Abweichungen und verkleinerten Tieren kamen auf einmal "ganz normale" Tiere heraus, die dem Ursprungspaar glichen, gerade, als ich dachte, die Zucht bräche nun endgültig zusammen. Leider habe ich´s damals nicht ausreichend dokumentiert.

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