Goldafter auf der Baar

    Hallo allerseits,

    Hier auf der Baar ( das gebiet zwischen Schwarzwald und schwäb. Alb) ist dieses Jahr ein starkes Auftreten von Goldafter Euproctis chrysorrhoea, sofern ich die Art richtig bestimme, zu beobachten. Kein Kahlfraß, aber es hängen viele Beutel rum. Ich denke bis jetzt konnte ich jeden der danach fragte davon überzeugen daß es sich nicht um einen gefährlichen Schädling sondern eher um eine meist rare Besonderheit handelt die nächstes Jahr schon wieder selten sein kann.

    Gruß Elmar

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    Hallo!

    die Goldafter kommen entlang einiger Autobahnstrecken, z.B. A 9, jährlich trotz Bekämpfungsmaßnahmen in wechselnder Anzahl vor.
    Die "Beutel" aber, zusammengesponnene, bis faustgroße Blätterballen, in denen die L überwintern, sollten jetzt (Anfg. Juli) leer und die Raupen auch schon verpuppt sein.
    Goldafterraupen sind leicht anhand von Bildern zu bestimmen. Verwechselungsgefahr besteht höchstens mit dem (ebenfalls weißflügeligen) Schwan. Dessen Raupe wirkte auf mich immer wie ein farbverschobenes Abbild der Goldafterraupe. Diese Raupen leben aber weniger kollektiv. Ich fand sie an Linden, Goldafter jedoch u.a. an Eichen, Weißdorn und Schlehen, nicht an Linden.

    Leider wird der Goldafter fast so panikartig behandelt wie die Prozessionsspinner.

    Werden die Bekämpfungsmaßnahmen zu heftig, könnte man im Herbst nach dem Laubfall einige Nester retten und nach der Pflege wieder anbringen.

    In der Nähe von Goldaftervorkommen stößt man mit einigem Glück auch mal auf Baumweißlinge, Aporia crataegi.

    Tipp bei Massenvermehrung: Schneiden Sie doch Nester heraus und verkaufen Sie sie. Mir hat sogar mal das Berliner Aquarium ein paar Nester abgekauft.

    Es sind schlimme Zeiten für die Natur, wenn man sich über den ehemaligen Schädling Goldafter schon freut und ihn schützt. Viele Menschen haben seit Jahren keine behaarte Raupe mehr gesehen, manche ihr Leben lang noch nicht. Gleiches gilt mittlerweile für Maikäfer.
    Die meisten Menschen sind zum Glück entzückt, wenn man ihnen eine bunt behaarte, erwachsene Goldafterraupe zeigt. Empfindliche sollten vorsichtig mit dem Anfassen sein.

    Hallo Nachtflocke, Hallo allerseits,

    das mit Zitate auswählen verstehe ich nicht. Dennoch, Zitat :"Goldafter nicht an Linde."

    Die besagten Gespinstsäcke hängen nur an Linde, und sind mächtig groß, 25-30cm lang. Was macht sonst noch solche Bauwerke?


    Gruß Elmar

    Hallo Elmar,

    hier in Straubing wird Linde von Eriogaster lanestris (Wollafter) abgefressen. In regelmäßigen Abständen von 4-5 Jahren, bis kein Blatt mehr am Baum hängt. Die Nester werden groß wie Kinderköpfe.
    Warum es in dieser periodischen Regelmäßigkeit zu Kahlschlägen kommt, weiß ich nicht. Zwischen diesen Jahren sind nur wenige Nester in den Bäumen. Es sind 6 oder 7 Bäume, die entlang der Straße stehen.
    Die Nestern werden nicht gespritzt und manchmal sehen die Stämme aus wie Perserteppiche, wenn die Raupen herunter kriechen.
    Bei Massenvorkommen sind ca. 3/4 der Raupen parasitiert.

    NG Heiko

    Hallo Nachtflocke, Hallo allerseits,

    das mit Zitate auswählen verstehe ich nicht. Dennoch, Zitat :"Goldafter nicht an Linde."

    Die besagten Gespinstsäcke hängen nur an Linde, und sind mächtig groß, 25-30cm lang. Was macht sonst noch solche Bauwerke?


    Gruß Elmar

    Hallo Elmar, hallo Mitlesende,

    Mir kam das mit den Säcken gleich komisch vor. Der Goldafter nämlich fertigt nach meiner Beobachtung außer den Blattnestern zur Überwinterung nur kleine Gespinste (Schutzgespinste möglicherweise) als kleine Raupe nach der Überwinterung. Später lebt er in "Spiegeln", also zusammengedrängt, am Stamm und beim Fressen zerstreut, auch zu mehreren an einem Zweig, je nach Besatz.
    Ähnlich verhält sich Malacosoma neustria. Beide Arten kommen nach meiner Beobachtung oft zusammen vor. Manchmal kommen noch Schwammspinner hinzu, das ist dann eine Raupenbörse an einem Baum.

    Zum "Beuteln" neigen die Eriogaster lanestris - ob auch andere Eriogaster-Arten, weiß ich nicht. Mir haben sie mal den Zuchtkasten in ein einziges Riesengespinst verwandelt.
    Beutel fertigen auch die Pinienprozessionsspinner. Bei den Eichenprozessionern habe ich keine gesehen, nur Spiegel, und Kiefernprozessionsspinner habe ich noch nie gesehen.

    Lanestris fand ich in Brandenburg namensgerecht an Birken und in Franken an Schlehen. Der Bericht über die Linden ist interessant, danke dafür an Selene. Ich freute mich zu lesen, dass man dagegen nicht einschreitet. Die Raupen sind sehenswert hübsch, finde ich.

    Öfter schon hatte ich den Eindruck, dass Arten regional unterschiedliche Futterpflanzen bevorzugen. Auch scheinen sie zu experimentieren. So fand ich einmal eine fast erwachsene C-Falter-Raupe am "Ranunkelstrauch", Kerria japonica, na ja, immerhin eine Rosaceae.

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