Bekämpfung von Schädlingen an Futterpflanzen

    Hallo Actias-Team,
    meine Frage richtet sich an die entomologischen Gärtnermeister.

    Ich
    habe eine Citrusfrucht (Orange) vor 2 Jahren aus dem Baumarkt gekauft.
    Sie sollte als Futterpflanze dienen. Bisher war alles in Ordnung, sie
    ist auch zu einem kleinen Strauch ( ca. 50-60 cm) herangewachsen.
    Nun habe ich festgestellt, daß sie erheblich von Schildläusen und "Weißen Fliegen" an den Blättern befallen wurde. Auch meine "Schmetterlingshortensie, die ich, erst seit kurzem auf dem Markt als Neuzüchtung angeboten, gekauft habe, sind von Spinnmilben befallen.
    Ich habe wegen des doch erheblichen Befalls ein Spray aus dem Baumakt benutzt, namens "Promanal Neu Austriebsspritzmittel" Neudorf, woraufhin zwar alle Schädlinge untergingen , aber auch meine
    Blätter der Schmetterlingshortensie, die als Nektarpflanzen für meinen Wintergarten, genutzt als Schmetterlingshaus (ca. 45 m²), dienen sollten. Da dieses ausschließlich weißes Weißöl (Paraffinöl) enthält, sind auch alle meine Blätter der Schmetterlingshortensie zu Grunde gegangen auf Grund der verstopften Poren der Blätter. Nun habe ich erneut "Spruzit AF Schädlingsfrei" Neudorf gekauft, auch hier ist Rapsöl und Pyrethrine (letzteres auch ein Naturstoff Chrysanthemumsäure aus den Blüten der Chrysanthemen) enthalten.
    Meine Citruspflanzen glänzt nun zwar schön und ist (hoffentlich) von den Schädlingen weitgehends befreist, aber ist sie nun auch nach ca. 3 Monaten als Futterpflanze gebrauchbar.

    Meine Fragen : 1.) Was kann ich mit dieser Pfanze nun ab Beginn den neuern Jahres 2016 noch anstellen, damit sie als gebrauchbare Futterpflanze im kommenden Frühjahr 2016 (etwa ab März) zu gebrauchen ist.
    2. ) Wielange wirkt das Insektizid auf den Blättern ( einerseits Paraffinöl "Promanal Neu Austriebsspitzelmittel"
    Neudorf, andererseits Rapsöl und Pyrethine " Spruzit AF Schädlingsfrei" Neudorf, wenn die Pfalnze weiterhin draußen (ohne Frost) im Freien steht. Oder wäre es besser sie im Haus mit wärmeren Temperaturen zu halten?
    3.) Wie kann ich verhindern, daß die Blätter nach Spritzen des Insektizids ebenfalls absterben durch evtl.Verstopfungg der Blattporen durch das Rapsöl (oder wie zuvor durch Paraffinöl). Könnte abduschen mit schmierseifenlauge nach 1-2 oder 3 Wochen etwas ausrichten oder nicht?
    4.) Ist das Rapsöl als Trägersubstanz für die Pyrethine weniger porenverstopfend der Blätter als das schneller verhärtende Paraffinöl?
    4.) Wielange sollte man warten, bis das Insektizid abgebaut wurde und als Futterpflanze wieder angeboten werden könnte?
    5.) Welche Alternativen gibt es noch außer Seifenlauge u. Abkratzen (nicht ausreichend erfolgreich) , Abreiben mit Alkohol betränte Lappen ( auch nicht genug erfolgreich), letzter Ausweg Vernichten der kostbaren ganzen Pflanze.
    6.) Gibt es noch eine andere chemische Waffe außer der nicht mehr im Vertrieb zulässigen giftigen Insektizide Metasystox und Rogor.
    Für Eure Stellungnahme allerbesten Dank.
    Nachträglich noch alles Gute und viel Zuchterfolg für das neue Jahr 2016
    Dieter ("Heune")

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    Zum Thema Spinnmilben

    Es könnte helfen die Hortensie nächstes mal gründlich abzubrausen ,in z.B. einen "Gelben Sack" einzutüten und am Besten bei Temperature unter 15°C zu stellen.

    Kontaktmittel müssen auch nicht zwangsweise verwendet werden (bei systemischen Mitteln sollten die Blätter überleben) ,bezüglich der Verweildauer des Mittels in der Pflanze oder Blüten möglichst Informationen vom Hersteller einholen.
    Es können auch Nützlinge (Raubmilben) eingesetzt werden, dafür Temperatur allerdings möglichst hoch halten.

    Hallo Dieter,
    ich bin zwar kein "Gärtnermeister", jedoch habe ich ein klein wenig Ahnung von Chemie und mir stellt sich dieses Problem ebenfalls seit vielen Jahren.
    Das Problem bei den Schädlingen ist die warme und oft viel zu trockene Aufstellung der Pflanzen. Das kommt den Pflanzensaugern entgegen; und wenn man sie erst einmal hat, sind sie sehr schwer wieder los zu bekommen.
    Ich habe selber eine stattliche Zitruspflanze. Diese wird in einer kühlen Garage bei Licht überwintert und steht im Sommer draußen im Garten. Dort besorgen Ameisen die komplette "Reinigung" der Pflanze über den Sommer. Wichtig ist der direkte Bodenkontakt, eine Steinterrasse hilft hier nicht. Im Herbst ist die Pflanze nahezu schädlingsfrei, sogar die Schildläuse werden komplett "abgeerntet". Die Kälte im Winter verhindert zudem eine schnelle Entwicklung der Schädlinge.
    Falls Platz und Mittel vorhanden ist, empfehle ich, zukünftig mehrere Pflanzen kühl zu halten (nicht kalt, sonst werfen sie die Blätter ab!) und dann bei Bedarf für relativ kurze Zeit in die Anlage zu stellen. Und die Pflanzen so lange als möglich im Freien zu belassen. Also auch wie jetzt im milden Winter einfach vor die Tüt zu setzen, solange kein Frost droht.
    Bei systemischen Giften wäre ich bezüglich Raupen sehr vorsichtig. Die sind auf die jeweiligen Schädlinge getrimmt, ich glaube kaum, dass man da Aussagen für andere Gattungen oder Familien machen kann, da nach den gesetzlichen Vorschriften auf Bienen und Fische, aber wahrscheinlich nicht aufverschiedene Schmetterlinge getestet wird. Und die Frage ist dann, ob sich die Mittel nicht in den Raupen anreichern und dann eben später eventuell zu Häutungsproblemen, Deformierungen oder Unfruchtbarkeit der Falter, oder zum Absterben der Puppen, oder, oder,... führen. Und ob es bei unterschiedlichen Falterarten nicht auch unterschiedliche Empfindlicheiten gibt.
    (Zizat: Neudorff® Spruzit AF Schädlingsfrei bekämpft
    Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege, Thripse, Schild-, Woll- und
    Schmierläuse, Zikaden, Raupen, Buchsbaumzünsler, Käfer- und
    Blattwespenlarven.)
    Aussagen der Hersteller zum Verfall bzw. Abbau der Insektizide beziehen sich immer auf den Idealfall und auf die Vernichtung der Schädlinge, wie dies jedoch wirklich bei den unterschiedlichen Bedingungen (Pflanzengröße, Temperatur, Feuchtigkeit, usw.) abläuft, kann sehr unterschiedlich sein. Wie lange sie nachweisbar sind und wie lange sie "Schaden" hervorrufen kann man sicher nicht auf Tage beziffern.Man spricht hier von Halbwertszeiten. Ob die Gifte auch im Nektar zu finden sind, weiß ich nicht, ist aber zu vermuten.
    Eine Übersicht über die verwendeten hoch wirksamen Nervengifte in den genannten Insektiziden findet sich hier:
    Pyrethroide, bzw Pyrethrine.
    Am sichersten ist es wohl, völlig auf diese Mittel zu verzichten. Der Hinweis mit der erhöhten Luftfeuchtigkeit ist der richtige Weg. Gerade bei Futterpflanzen helfen wohl nur die "Hausmittelchen", wenn man auf Nummer Sicher gehen will.
    Eventuell hilft es auch schon, durch intensive Pflege der Pflanzen wie wöchentliches Abduschen, Absprühen mit Hausmittelchen (wie verdünnte Seifen- oder Essiglauge) mit nachfolgendem Abduschen oder Abreiben der Blätter mit feuchten Tüchern den Schädlingsbefall zu vermindern. Gegen die weiße Fliege und andere Fluginsekten helfen bedingt Gelbtafeln, doch auch diese reduzieren nur den Befall. Trotzdem ist die manuelle Entfernung der Plagegeister schon eine Entlastung für die Pflanzen.
    Eine Verwendung von systemischen Insektiziden und die nachfolgende Verwendung der Pflanze als Futtermittel schließen sich nach meinen Erfahrungen aus, zumal beim Abbau der Pyrethroide von "Halbwertszeiten" ausgegangen wird. Das bedeutet, dass die Planzenschutzmittel sehr lange nachweisbar sind.
    Leider bedeutet der Verzicht auf die systemischen Nervengifte einen hohen Pflegeaufwand schon für die Pflanzen, von den Falterzuchten dann ganz zu schweigen.
    Ich hoffe, Du bekommst die Schädlinge in den Griff, ohne dass Deine Zuchten beeinträchtigt werden.
    Gruß
    Arnd

    Hallo Arnd,

    recht herzlichen Dank für Deine Stellungnahme zu den Plagegeistern an den Futterpflanzen. Da mein unbeheizter Wintergarten auch im Winter dennoch relativ warm ist ( derzeit ca. 15 - 16 °C und durch die Pflanzen ca. 70% rel. Luftfeuchtigkeit) will ich es einmal mit kühl halten außerhalb des Hauses, mit den "Hausmittelchen" und mit dem Auspflanzen im Sommer in den Garten versuchen. So gut es geht will ich auch die manuelle Entfernung dieser Schädlinge vornehmen. Leider habe ich bereits die chemischen Keulen angewandt, womit diese Pflanzen vorerst nicht als Futterpflanze zu benutzen wären, habe aber noch einige unbehandelte als Ersatz. Ich hoffe, daß ich so den Schädlingsbefall einigermaßen reduzieren kann. Es sind schon zeitintensive Maßnahmen, aber der Erfolg entschädigt für diesen Pflegeaufwand. Nochmals vielen Dank und ein erfolgreiches Zuchtjahr auch für Dich. Gruß Dieter

    Hallo Gabriel,
    auch Dir sei gedankt für Deinen Hinweis mit dem Abbrausen und dem kühler halten, wie Arnd es auch vorschlägt. Erhöhte Luftfeuchtigkeit wäre schon im Wintergarten gegeben, aber die Temperatur ist doch zu hoch. Gruß Dieter

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