Windenschwärmer

    Hallo,

    Bald kommt der zweite Schub, der Windenschwärmer zu uns, und vermischt sich mit den hier geschlüpften Tieren.
    Nun aber habe ich gehört, das sie unfruchtbar sind, also kann man sie nicht für eine Weiterzucht verwenden, stimmt das wirklich?

    Mit freundlichen Grüssen:
    Dominik :falter:

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    Hallo Dominik,

    so etwas ähnliches habe ich auch schon gehört, aber ich denke das die Fertilität der hier bei uns geschlüpften Tiere nur etwas auf sich warten lässt. Ich denke man muss sie nur ausreichend füttern, damit sie auch Nachkommen hervorbringen können. Von denen im Herbst eingewanderten Herse convolvuli habe ich von einem Weibchen mal über dreissig Eier bekommen können, aus denen auch alle Räupchen geschlüpft sind.

    Viele Grüße
    Franz

    Hey Dominik,

    Ich kann jetzt gar nicht aus eigener Erfahrung sprechen, schließe mich da aber an. Ich zitier einfach mal bzw. fass zusammen:

    Zitat

    Die bei uns geschlüpften männlichen Falter besitzen voll ausgebildete Hoden mit reifen Spermien, während die Weibchen normalerweise nicht zur Kopulation bereit sind, ihre Eier noch unentwickelt und mikroskopisch klein sind.


    (aus: Reinhardt, R. und Harz, K.; Wandernde Schwärmerarten; Spektrum Akademischer Verlag; 2. Auflage; 1996; S. 71; ISBN 3 89432 859 2)

    D.h. die Männchen sind geschlechtsreif, aber die Weibchen nicht. Weiter heißt es, dass die Eireifung verzögert ist und das auf eine Rückwanderung der Falter in den Süden schließen läßt. Das bedeutet, dass die Windenschwärmer sehr wohl fruchtbar sind, die Weibchen allerdings erst nachdem sie bereits über die Alpen nach Süden geflogen sind, weil ihre Eier erst heranreifen. Dort können sie diese dann ablegen unter klimatischen Bedingungen die das Überleben der Raupen bzw. Puppen ermöglichen. Wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse gibt es laut Text allerdings nicht (könnte mittlerweile anders sein).

    Dazu gibt's noch zu ergänzen, dass beim Totenkopf (der ja auch einwandert) nachgewiesen wurde, dass genau das der Fall ist. Da die beiden Arten in ihrem Wanderverhalten und Verbreitungsgebiet recht ähnlich sind, ist davon auszugehen, dass beim Windenschwärmer ein ähnlicher Entwicklungsverlauf gegeben ist.

    Verursacht wird die Verzögerung in der Eireifung durch die Tageslänge während der Raupenentwicklung. Haben die Raupen viel Licht (wie bei uns im Sommer) so ist die Entwicklung der Eier verzögert und die Falter wandern. Die Temperatur spielt dann auch noch eine Rolle, aber wichtiger ist die Tagesdauer.

    So, genug geschwafelt :grinsen:
    Hoffentlich hab ich Dich jetzt nicht erschlagen, aber ich finde das Thema selbst unglaublich interessant, seit ich davon weiß. Wie gesagt, alles nur Bücherwissen und ich hoffe es einigermaßen korrekt wiedergegeben zu haben, aber sobald ich mal die Gelegenheit habe, werde ich das ganze selbst ausprobieren. Zumindest Franz kann die Ergebnisse ja bestätigen.

    PS. Das Buch kann ich jedem Schwärmerliebhaber empfehlen. Es behandelt die 4 Arten Totenkopf-, Winden-, Oleander- und Linienschwärmer. V.a. ersteren sehr ausführlich, aber auch die anderen sehr gut. Leider ist es schon vergriffen, aber mit ein bisschen Glück findet man in einem (Internet-)Buchantiquariat ein Exemplar.

    Servus,
    moe

    Hallo Franz,

    Ist es möglich noch im Herbst die kleinen Räupchen von Herse Convolvuli aufzuziehen? Wie hast du das Problem mit dem Futter gelöst? Habe auch ein Männchen und ein Weibchen, dass ich diesen Oktober verpaaren will! :smiling_face: Gruss und danke für die Antwort!

    Thomas

    Hallo Dominik,

    so etwas ähnliches habe ich auch schon gehört, aber ich denke das die Fertilität der hier bei uns geschlüpften Tiere nur etwas auf sich warten lässt. Ich denke man muss sie nur ausreichend füttern, damit sie auch Nachkommen hervorbringen können. Von denen im Herbst eingewanderten Herse convolvuli habe ich von einem Weibchen mal über dreissig Eier bekommen können, aus denen auch alle Räupchen geschlüpft sind.

    Viele Grüße
    Franz

    Ich befürchte, ich bin zu spät dran, aber vielleicht hilft es Dir später einmal. Oder vielleicht bist Du Folgendes schon selbst gefunden?

    Es gibt ein Rezept für Kunstfutter unter

    Rezept für Kunstfutter zur Sphingidenzucht

    Das Problem ist natürlich, dass man rechtzeitig die entsprechende Futterpflanze besorgen muss.

    Hatte Deine Paarung Erfolg?

    Servus,
    moe

    Hallo Rob,

    ich kann Dir leider nicht aus eigener Erfahrung berichten, ob es gut funktioniert. Ich hatte bisher noch keine Zucht, mit der ich es ausprobieren konnte. Was ich unten geschrieben habe, war eine Zusammefassung verschiedener Texte.

    Verursacht wird die Verzögerung in der Eireifung durch die Tageslänge während der Raupenentwicklung. Haben die Raupen viel Licht (wie bei uns im Sommer) so ist die Entwicklung der Eier verzögert und die Falter wandern.

    Das habe ich weiter unten geschrieben. Wenn man also sofort fruchtbare Weibchen erhalten will, müssen die Raupen unter Kurztagbedingungen aufwachsen (12 oder mehr Stunden Dunkelheit).

    Wenn man Geduld hat, kann man auch bei Langtag (mehr als 12 Stunden Licht) die Falter füttern und warten, bis sie fruchtbar sind. Dabei kann man allerdings auch manchmal Pech haben, und sie nehmen kein Futter an.

    Ich hoffe, die Antwort hilft wenigstens etwas!

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