Zuchtbericht Rothschildia lebeau

  • Hallo,


    Nachdem das Projekt erfolgreich war gibts jetzt mal einen Zuchtbericht zu Rothschildia lebeau :)


    Am 4.10. sind die ersten Falter (Puppen waren hier aus dem Forum) geschlüpft und haben sich direkt gepaart. Paarung war in einem 1,20x 60x60 Netzkäfig sehr schnell zu erreichen und dauerte 16-18 Stunden.




    Nach der Paarung wurden am nächsten Tag dann schon die ersten Eier gelegt - sowohl an den Netzkäfig als auch an eine drin stehende Pflanze.


    Perfekt entfaltete Falter hatte ich leider keine - obs an damals mangelnder Luftfeuchte oder am Transport dee Puppen ohne Kokon lag kann ich nicht sagen.


    Die Eier habe ich abgesammelt und in kleine Döschen gegeben, die wiederum offen in einem Tupperware mit nasser Küchenrolle gelagert wurden.



    Die Schlupfrate (Schlupf nach 12-14 Tagen bei 22 Grad) betrug etwa 65-75 Prozent.


    Die L1 waren in einer kleinen Faunabox mit Kirschlorbeer-Blättern und täglichem Sprühen:



    Die weitere Entwicklung ab Ende L1 erfolgte dann in gut belüfteten Boxen mit eingewasserten Kirschlorbeerzweigen. Gesprüht wurde morgens und abends mit einem feinen Vernebler.


    Die restliche Entwicklung ging dann recht zügig, nach den ersten L1 am 20.10. hatte ich am 17.12. den ersten Kokon - hier eine L4&L5 und der Kokon:




    Auffällig ist bei den L5 der lange, vorstreckbare „Hals“:



    Wie zu sehen habe ich testweise eine Gruppe auch an Liguster aufgezogen.


    Die Kirschlorbeergruppe wuchs langsamer, dafür stetiger und fast alle Raupen erreichten die Puppe. Bei der Ligustergruppe schossen einige Raupen in schnellem Tempo in die Länge, ich hatte allerdings mehr Ausfälle und einige Raupen, die in L2 hängen blieben und irgendwann verendeten.


    Während L2 und L3 trat in einem zu eng besetzten Behältnis Kannibalismus auf, insbesondere große L2 zeigten sich sehr aggressiv gegenüber kleineren Raupen.


    Die Puppenruhe betrug ziemlich genau 6 Wochen. Lagerung im Netzkäfig mit täglich leichtem Sprühen. Der Schlupf erfolgt gut snychronisiert innerhalb weniger Tage.


    Die ersten 2 Falter kamen nicht perfekt aus der Kokonreuse und waren verkrüppelt, danach hab ich die anderen Kokons geöffnet und die (schon sehr weit entwickelten) Puppen auf Zewa gelegt, dazu dann ein feuchtes Handtuch über den Netzkäfig gehängt (statt sprühen) - bei den dann enststehenden 80% Luftfeuchte schlüpften alle Falter aus den nackten Puppen perfekt:




    Ich kann die Art wirklich weiterempfehlen, wenn man auf folgende Punkte achtet:


    1. ausreichend Luftfeuchte während der Raupenzeit und während des Schlupfes.


    2. geringe Besatzdichte und Sauberkeit.


    3. sehr oft frisches Futter - sie fressen nur wirklich frische Blätter!


    4. beim Schlupf ein Auge drauf haben ob alles passt, ansonsten: Puppen raus!


    Bei Fragen jederzeit gerne, bin auch für Input von anderen Züchtern offen :)


    LG

  • https://insektenlifestyle.com
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  • Schöner Zuchtbericht!

    Eine Frage hätte ich dazu. Hatten die Tiere bei dir definitiv 5 Larvenstadien? Vor 5 Jahren hatte ich die Art auch gezüchtet und mit relativ großer Sicherheit 6 Larvenstadien beobachtet.

    Beste Grüße, David

    Ja, auf jeden Fall 5 Stadien. Die L3 können allerdings recht verschieden Aussehen, vielleicht daher dein Eindruck von 6 Stadien?


    Wo hast du denn das zusätzliche Stadium beobachtet? Also zB zwischen 4 und 5 oder nach 5?

  • Ich habe meine Bilder von früher durchgeguckt. Wenn die Beobachtung falsch ist, ist schwer zu sagen wo genau der Fehler liegt. L1 und L2 waren laut den Bildern schwarz und orange gestreift. L3 war türkisblau. L4, L5 und L6 hatten das das Aussehen der erwachsenen Raupen, aber halt jeweils größer. Ich kann morgen die Bilder vllt noch hochladen.

    Beste Grüße, David

  • Ich habe meine Bilder von früher durchgeguckt. Wenn die Beobachtung falsch ist, ist schwer zu sagen wo genau der Fehler liegt. L1 und L2 waren laut den Bildern schwarz und orange gestreift. L3 war türkisblau. L4, L5 und L6 hatten das das Aussehen der erwachsenen Raupen, aber halt jeweils größer. Ich kann morgen die Bilder vllt noch hochladen.

    Beste Grüße, David

    Kein Angriff (nur Meinung), aber ich glaub du liegst tatsächlich falsch:


    Ich hab meinen Verlauf genau dokumentiert, sieht so aus:


    L1 3 Tage nach dem Schlupf:



    Jetzt eine L2:



    Nun eine L3:



    Jetzt L4, Musterung schon ähnlich wie ausgewachsen aber noch mit gelben Warzen:



    Und jetzt 2x eine L5, mit den Haaren im Nacken und ohne Warzen:




    Darüber hinausgehend gabs nichts, es waren bei mir definitiv nur 5 Häutungen :) wobei jedes Stadium anders aussieht :)


    Könnte mir vorstellen, dass du dich dank dem enormen Größenwachstum vertan hast - es ist wirklich beachtlich, wie die L5 noch wachsen können (allerdings eindeutig ohne weitere Häutung).


    LG

  • Moin David,

    Rothschildia hat in der Regel 5 Raupenstadien, aber es gibt auch Ausnahmen von dieser "Regel". Lampe (2010) bildet auf den Seiten 239, 240 und 241 drei Rothschildia sp. ab, die bei ihm 6 Raupenstadien unter Zuchtverhältnissen machten, sich bei uns aber teilweise nach "nur" 5 Raupenstadien verpuppten. Das kommt gelegentlich vor wenn die Zuchtverhältnisse (Temperatur, Feuchtigkeit und/oder Futter) nicht gut passen. Ein "supernumeral instar", also eine (zusätzliche) Kleid-Verdoppelung entsteht in der Regel im vorletzten Kleid (eigene Beobachtungen) und ist wegen dann identischer Raupenmorphologien nur schlecht festzustellen. Eindeutig wäre es, wenn Häutungsdatum und Zeiten im jeweiligen Kleid und die Kopfschalen gesammelt werden. Allerdings kann man dann bei den Kopfschalen auch Zwischengrössen festellen, aber die höhere Anzahl Kopfschalen ergibt immer eindeutige Ergebnisse.

    Deine Beobachtung dürfte dann richtig gewesen sein. Georg hatte dann die "normalen" 5 Raupenstadien dokumentiert.

    Ulrich

  • Danke für die Erklärung Ulrich. Dann können es wohl tatsächlich 6 Larvenstadien gewesen sein. Häutungen datiere ich allerdings nicht, da es für mich sehr schwer festzustellen ist wann genau sich welches Tier gehäutet hat. Gerade wenn die klein sind kann man das leicht übersehen und die Störungen will ich natürlich gering halten. Ich datiere aber die übrigen Sache wie Verpuppung, Schlupf etc....

    Beste Grüße, David

  • Moin David,

    Häutungsdatum ist bei uns immer die 1.Raupe. Also wenn bei der täglichen Reinigung die Raupenexuvie oder die Kopfschale gefunden wird, kann man bei intensiver Suche auch die frisch gehäutete Raupe finden. Ist natürlich ein Problem bei L3 bis L4 wenn sich die Zucht hinzieht und die Stadien überschneiden. Deshalb auch ein zusätzlicher Abgleich mit den Kopfschalen (Grösse und Anzahl).

    Grüsse von der Nordseeküste

    Ulrich

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