Anfängerfragen zur Hausmutter

    Hallo liebe Actias Gemeinde,

    wie sich herausgestellt hat, habe ich wohl 2 Raupen der Hausmutter nun in meiner Pflege. Nach einiger Recherche kommen mir jetzt aber doch einige Fragen auf, die ich nicht beantworten konnte. Manche davon sind vielleicht etwas albern, aber das hier sind meine ersten Erfahrungen mit Schmetterlingszucht, also bitte habt Verständnis (Nicht Insektenzucht, da habe ich schon einige Arten gehalten). Eine der beiden Raupen hat sich bei mir ohne etwas zu fressen eingesponnen und verpuppt. Jetzt im Nachhinein habe ich jedoch gelesen, dass sich diese Art zum Verpuppen eingräbt, ist das schlimm wenn meine Raupe das nicht getan hat? Außerdem habe ich nicht ganz verstanden was ich weiter mit der Puppe machen soll, welche Bedingungen sie zum Schlüpfen braucht und wie viel Platz benötigt sie dafür? Und zu der anderen Raupe, der habe ich jetzt Löwenzahn als Futter angeboten, was sie auch annimmt, jedoch glaube ich das auch dieser nicht viel Zeit zur Verpuppung bleibt, deshalb frage ich mich wie ich den Behälter vorbereiten sollte? Sich darauf verlassen, dass sie keinen Bodengrund braucht wie die erste Raupe scheint mir nicht die beste Idee. Außerdem habe ich nirgendwo finden können wie viel Platz die adulten Tiere zum fliegen brauchen, wie groß sollte ein Behälter zur Haltung der adulten Tiere sein?

    Es würde mich sehr freuen wenn mir einer der erfahreneren Leute hier mir etwas mit meinen Anfängerfragen helfen könnte, ich will ja nur das es den Tieren gut geht.

    Gruß

    Petr

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    1. Nein, es ist nicht schlimm wenn sich die Raupe nicht in der Erde verpuppt hat. Die Raupen verpuppen sich sowohl in der Erde (aber relativ flach, nicht so tief wie Schwärmer), als auch in der Streuschicht zwischen zusammengesponnenem Pflanzenmaterial.

    2. Die Puppe sollte im Idealfall draußen bei Umgebungstemperatur gelagert werden. Im Zimmerklima können Puppen schneller austrocknen. Bei vielen Arten ist das im Sommer aber auch kein Problem, nur bei heimischen Arten niemals Puppen über den Winter im Zimmer lagern. Sonst schlüpfen die mitten im Winter. Ich würde die Puppe jetzt draußen lagern, um den Schlupf noch etwas hinauszuzögern, bis es draußen richtig warm wird und der Falter auch fliegen und sich reproduzieren kann. Ideal um Puppen zu lagern sind Gefäße die mit Gazefenstern versehen sind, sodass Regenwasser und Luftfeuchtigkeit eindringen, aber auch wieder abfließen und abtrocknen können. Da die meisten Anfänger soetwas nicht zur Verfügung haben oder bauen wollen, würde ich einfach eine größere Pappschachtel empfehlen. Diese sollte einigermaßen dicht schließen und dann natürlich nicht in den Regen geraten. Ein Schuhkarton mit etwas Küchenpapier funktioniert. Plastikdosen oder so kleine Plastikterrarien wie man sie in vielen Zoogeschäften findet sind auch möglich, allerdings sollte man hier unbedingt darauf achten die Wände mit irgendwas zu versehen an dem der Falter sich festhalten kann. Etwa ein dicker Ast der quergelegt ist. Der Falter muss sich nach dem Schlupf irgendwo erhöht aufhängen können um die Flügel zu entfalten. Plastik ist für die Falter keine gute Oberfläche um sich festzuhalten. Auch beschichtetes Papier ist nicht gut. Platz braucht der Falter nicht extrem viel. Die sind jetzt nicht riesig. Prinzipiell würde eine Teeschachtel schon reichen, aber etwas größer als das darf es schon sein.

    3. Damit die Raupe sich verpuppen kann, kannst du die Dose mit einigen Lagen Küchenpapier auslegen. Das wird von fast allen Arten als Material für die Verpuppung gut angenommen. Die restlichen Blätter der Futterpflanze verspinnen die Raupen meistens auch mit. Man kann auch noch ein paar trockene Blätter reinlegen. Da aber aufpassen, dass die nicht anfangen zu schimmeln. Eichen- und Buchenlaub ist relativ schlecht zersetzbar und schimmelt kaum. Erde würde ich nicht empfehlen. Das macht die Feuchtigkeit unkontrollierbar, ist voll mit allen möglichen Organismen wie Pilzen und schlecht zu reinigen.

    4. Die adulten Tiere brauchen einigen Platz zum fliegen. Ich würde mindestens irgendwas mit 1 m Seitenlänge vorschlagen. Wenn es nicht dem Zweck der Weiterzucht dient ist es aber nicht schön Schmetterlinge als Adulte zu halten. Die Falter fliegen sich die Flügel in Käfigen relativ schnell kaputt, beschädigen sich die Beine und sind dann nicht mehr in der Lage gut zu fliegen und sich festzuhalten. Die Weiterzucht und das Füttern von Noctuiden ist auch nicht unbedingt etwas was für Anfänger zu empfehlen ist. Ich würde daher vorschlagen die Falter freizulassen.

    Grüße Dennis

    Grundsätzlich sind Nachzuchten von Eulen eher unkompliziert. Ausnahmen bilden die Arten die als Falter überwintern und diejenigen die zuerst eine längere Sommerruhe absolvieren. Wozu allerdings auch die Bandeulen einschließlich der Hausmutter gehören...

    Hallo Petr,

    der ganz Weg. Raupe - Puppe - Schlüpfen - Futter - Eier - Raupen - Futter - bald verpuppen in 60*60*80 Terrarium.

    Wachsmotte
    1. November 2022 um 21:52

    Grüße von Johanna und Thomas

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