Posts by bellargus

    Ich verstehe deinen Punkt nicht. Deine Hypothese war doch das eine Arealerweiterung mit einem zu Weibchen verschobenen Geschlechterverhältnis einhergeht oder nicht? Wenn du jetzt Agrotis puta als Beispiel anführst warum das auch bei nicht einwandernden Arten auftritt, dann hast du deine Hypothese damit selbst widerlegt. Wenn du Agrotis puta als einwandernde Art anführen willst (was weit hergeholt wäre, auch wenn sie bei dir offenbar erst seit einiger Zeit vorkommt), dann widerlegt dich spätestens dein Beispiel mit E. virgo. Außerdem redest du von Geschlechterverhältnis über das du ja gar keine Daten hast. Du hast nur was ans Licht kommt und das muss ja nicht dem tatsächlichen Geschlechterverhältnis entsprechen. Vielleicht kommen die Weibchen nur verstärkt ans Licht oder es gibt andere Gründe warum keine Männchen auftauchen, jedenfalls lässt das keine Rückschlüsse auf die Geschlechterverteilung der Population zu. Ein relativ ausgeglichenes Geschlechterverhältnis ist evolutionär ziemlich stabil und es gibt nicht so viele Fälle wo davon abgewichen wird. Ein stark verschobenes Geschlechterverhältnis zu postulieren ist schon eher gewagt, weil man dafür erstmal Gründe finden müsste. Einfacher Selektionsdruck bei einer Insektenpopulation mit freier Partnerwahl wird da nicht reichen.

    Und wie hat das irgendwas mit dem zu tun was du vorher gesagt hast? Ist das jetzt eine Aussage oder eine Antwort auf das was ich gesagt habe? Wenn es ersteres ist, dann will ich nichts gesagt haben.

    Ob es bei Arealerweiterung von Vorteil ist mit Weibchenüberschuß zu arbeiten?

    Ich bezweifle, dass sich das Geschlechterverhältnis mal eben so ändert weil es für die Arealerweiterung von Vorteil ist. Vor allem wenn es für die Fortpflanzung generell von Nachteil wäre. Was gut sein kann ist dass einfach nur die Weibchen die sind die wandern. Das kommt zum Beispiel bei Lycaena dispar vor.


    Grüße Dennis

    Wisia ist sehr verlässlich und wird vom Bundesamt für Naturschutz selbst bereitgestellt, die ja für den Artenschutz zuständig sind. Einziger Kritikpunkt bzw. etwas wo man sehr aufpassen muss ist, dass die Suchfunktion keine Ähnlichkeiten einer Suchanfrage mit einem Eintrag erkennt. Man muss also den Namen exakt eingeben und darf sich nicht vertippen, sonst wird einfach nur "nicht gefunden" ausgegeben. Es wird auch nicht angezeigt dass eine Art nicht geschützt ist, sondern auch solche Arten einfach als nicht gefunden ausgegeben. Deswegen muss man sich da leider immer rückversichern, dass man auch alles richtig eingegeben hat. Ansonsten ist das am schnellsten und zuverlässigsten. Wir benutzen das selbst als Moderatoren oft.

    Wenn man noch sicherer gehen will, kann man sich natürlich die Artenlisten der Gesetzestexte anschauen, die den Schutzstatus festlegen. Für Deutschland wäre das in der BArtSchV zu finden und für Europa in der FFH-Verordnung. Zu anderen Ländern kann ich leider nichts sagen. Für die Schweiz gibt es ähnlich wie in Deutschland ein Naturschutzgesetz, wenn ich das richtig in Erinnerung habe ist es die schweizerische Verordnung über den Natur- u. Heimatschutz. In Italien gibt es glaube ich gar keine national geschützten Arten. Wenn ich jetzt Mist erzähle, dann rügt mich. Das wissen die jeweiligen Landsleute sicher besser. Wenn da jemand zufällig aus anderen europäischen Ländern weiß wo man Schutzverordnungen/geschützte Arten der Länder nachvollziehen kann gerne hier schreiben oder uns zukommen lassen. Dann kann man da vielleicht eine Liste zusammentragen.


    Grüße Dennis

    Meine botanischen Kenntnisse sind sicher auch bei weitem nicht gut, aber das ist auch mehr eine Sache der Ökologie. Es gibt da ein bisschen Forschung zu wie die komplementären aber auch redundanten Ökosystemfunktionen, die verschiedene Arten ausüben, dazu beitragen Ökosysteme stabil zu halten. Das ist unter anderem das was man sich durch den Biodiversitätsverlust kaputt macht und damit natürlich im Endefffekt besagte Ökosystemfunktionen oder "-dienstleistungen" ausfallen. Wen es interessiert der kann z.B. das hier dazu lesen: Blüthgen & Klein, 2011: Functional complementarity and specialisation: The role of biodiversity in plant–pollinator interactions


    Man unterschätzt auch wie gut die Besiedelungsfähigkeit vieler Arten ist. Ich hab zum Beispiel gerade ein paar Raupen von Pieris manii an einer winzigen Iberis Pflanze auf dem Balkon. Ich hatte auch schon Mythimna l-album Raupen in einem Topf mit Brachypodium. Also solche "Mikrohabitate" werden durchaus dankbar angenommen. Wenn man weiß was bei einem so vorkommt kann man das auch mit wenigen Pflanzen gezielt fördern. Wenn du vielleicht eine geeignete nicht zu sonnige Ecke hast kannst du den Zitronenfaltern zum Beispiel einen Faulbaum pflanzen. Besagte Iberis dürfte in Süd- und Mitteldeutschland von P. manii eigentlich auch überall angenommen werden. Wie du sagst ist es durchaus erfreulich und manchmal erstaunlich was sich an den paar Pflanzen plötzlich so entwickelt. Je mehr man hat, desto eher wird man überrascht. Ich bin überzeugt, dass Gärten als Trittsteinhabitate mittlerweile eine wichtige Rolle im Erhalt der Biodiversität spielen.


    Grüße Dennis

    folgende Frage, was haltet ihr von dem Satz: Lieber viele Pflanzen einer Art als von vielen verschiedenen Arten einzelne Pflanzen.

    Gar nichts. Das ist bisschen vom Kontext abhängig, aber so allgemeingültig eindeutig falsch. Ich glaube ich brauch das nichtmal lange zu argumentieren. Angenfangen davon, dass es unzählige Arten von Wildbienen gäbe die nicht alle gleiche Ansprüche haben, eventuell bestimmte Blüten lieber besuchen als andere. Kleine Arten gehen z.B. eher an kleinere Blüten, manche Arten sogar nur an bestimmte Pflanzen. Lamiaceae sind oft sehr an bestimmte Bestäubergruppen angepasst. Da gibt es viele die Bestäubungsmechanismen haben die nur von relativ kräftigen Hummeln aufgedrückt werden können. Man könnte das jetzt beliebig erweitern. Gleiches gilt natürlich für Schmetterlinge und Nahrungspflanzen-Beziehungen und eigentlich alle Insekten. Dazu kommt, dass eine Pflanzen-Art ja in der Regel in einem kleinen jahreszeitlichen Fenster blüht. Dann hast du für 2-3 Wochen Insekten im Garten, dann ist alles verblüht und die müssen sich woanders umsehen. Mit vielen Arten blüht immer irgendwas. Es gibt Arten die schon vor dem Laubaustrieb blühen und welche die noch bis in den Herbst hinein blühen. So ist Nahrungsangebot das ganze Jahr über vorhanden. Bienen sind sehr anpassungsfähig und abgesehen von den Arten die auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind, lernen die schnell unterschiedliche Futterquellen zu nutzen. Monokultur ist wie wir aus der Landwirtschaft lernen fast nie für irgendwas gut.


    Grüße Dennis

    Matronula ist im Vergleich zu populifolia noch etliche Stufen höher auf der Anschißleiter...

    Warum? Sind beide streng geschützt. Ich schlage vor ihr lest mal das was Rudi in Absprache mit dem BfN zusammengetragen hat: ACTIAS-Börsenvorgaben in Anlehnung an WA, FFH, BNatSchG und BArtSchV // Regulations for trading on the actias-marketplace according to German law. Das ist der Stand den wir haben und der geht mit dem was hier an Sachen durch die Gegend geworfen wurde nicht so ganz konform.


    Grüße Dennis

    Erstens will ich sehen wie du bei einer lebendigen Eule die Hinterflügel fotografierst. Muss ein Trick für Vollprofis sein. Zweitens bezweifle ich sehr, dass es "alles was am Licht saß" war. Wäre merkwürdig, wenn das nur Arten waren die zufällig nicht die einfachsten zu bestimmen sind. Dein Kommentar war zwar nett formuliert, kommt aber ohne dazu trotzdem Hilfe anzubieten rüber als ob die Anfrage unangebracht wäre. Wenn man jemanden an die Hand nehmen will muss man das auch tun und nicht von vorneherein sagen "lauf selber". Ich sehe kein Problem darin jemandem vorzuschlagen sich selbst daran zu versuchen wenn man auch Tipps gibt wie. Zum Beispiel könnte man mal das Lepiforum erwähnen oder du hättest ein Buch nennen können. Noch besser wäre zu erläutern woran ihr erkennt dass es sich um Noctua comes und keine andere Noctua Art handelt. Dann kann der Fragende das beim nächsten mal umsetzen und stellt vermutlich nicht nochmal ein Bild von Noctua comes ein (vorrausgesetzt das ist immer einfach genug zu erkennen). Kritik ohne Verbesserungsvorschläge oder Hilfestellung ist meistens recht nutzlos. Davon abgesehen weiß ich nicht seit wann es ein Problem ist die Foren für das zu nutzen wofür sie gut sind. Keiner zwingt irgendwen alles zu lesen. Wenn es überhand nehmen würde (sprich jemand flutet das Forum mit 20+ Beiträgen pro Tag) wird sich die Moderation dessen annehmen, auch ohne dass irgendwer hier ständig Moralapostel spielt. Also an alle die jetzt verunsichert sein sollten: Die Foren sind dafür da was drauf steht. Mit der Menge pro Zeit wird man gesunden Menschenverstand walten lassen können. Damit ist das Thema hoffentlich beendet. Ich will hier nicht wieder eine ellenlange Diskussion sehen.


    Grüße Dennis

    Die Raupe ist noch recht klein und auf dem Foto sieht man keine kleinen Details, aber ich würde auf Phlogophora meticulosa tippen. Wenn sie größer wird sollte sie die typische Pfeilspitzen-Schenkelzeichung auf dem Rücken bekommen, wenn nicht lag ich wohl falsch.


    Grüße Dennis

    Sollte Agrotis segetum sein, auch wenn das "Fühlermerkmal" zur Unterscheidung von clavis und segetum wieder in Zweifel gezogen wurde. Sicherer sind wohl die Hinterflügel, aber auch der Flügelschnitt ist relativ eindeutig.


    Grüße Dennis

    Optimal ist, dass sich der geschlüpfte (Tag-) Falter an der leeren Puppe hängend seine Flügel entfalten kann.

    Das ist meines Erachtens keine Vorraussetzung. Ich sehe nicht warum die Puppenhülle einen besseren Platz darstellt als jeder x-beliebige Zweig. Für Arten mit Stürzpuppen ist es richtig, dass diese oft an ihrer Puppe hängen bleiben, um ihre Flügel zu entfalten. Das impliziert jedoch nicht, dass dies notwendig ist. Bei Arten mit Gürtelpuppen ist es sogar eher die Ausnahme, würde ich behaupten, dass die Falter überhaupt an ihrer Puppenhülle bleiben. Bei Arten die ihre Puppe gar nicht fixieren erübrigt sich das sowieso. Solange der Falter erhöht hängen kann ist alles gut.


    Grüße auch Dennis

    Ich würde Thomas recht geben, allerdings ist nur ein Foto von der Oberseite nicht wirklich geeignet für eine sichere Aussage. Es gibt auch lurideola Weibchen mit ziemlich gelbem Thorax.


    Grüße Dennis

    Ist in der Tat ein Kleiner Kohlweißling. Wie der an den Apfel gekommen ist, ist fraglich. Offenbar fand er das einen guten Verpuppungsplatz.

    Du kannst die Puppe vorsichtig lösen. Am besten du lokalisierst den Faden des Gürtels auf jeder Seite wo diese am Untergrund festgesponnen sind und schneidest die durch. Das Spinnpolster in dem die Puppe hinten fest ist lässt sich dann mit sanftem ziehen relativ leicht vom Untergrund abziehen. Prinzipiell kann man auch die ganze Puppe einfach vorsichtig abziehen, aber der Gürtelfaden kann, wenn die Puppe noch frisch ist, dabei in die Puppe einschneiden. Du kannst sie dann auf den Boden mit Küchenpapier legen, aber nicht in ein Glas. Am besten in eine Pappschachtel. Das Gefäß sollte einigermaßen belüftet sein und dem Falter ermöglichen an dessen Wänden hochzuklettern, falls er unerwartet schlüpft. Man kann nicht erkennen ob die Puppe in Winterruhe geht, nur ob sie schlüpft sobald eine Entwicklung erkennbar ist. Da Pieris rapae 3 bis 4, manchmal sogar 5 Generationen macht, schlüpft diese Puppe aber garantiert noch dieses Jahr. Wahrscheinlich in den nächsten 2 Wochen.


    Grüße Dennis


    EDIT: Peter war schneller, aber ich glaub wir überschneiden uns nicht zu sehr ;)

    Ich hab eigentlich keine Lust jetzt auch noch was dazu zu schreiben. Die letzten beiden haben es auf den Punkt gebracht. Ich finde es auch ehrlich ätzend, dass man nichtmal ohne schlechtes Gewissen nicht jeden Thread lesen kann, weil man nie weiß wann wo sowas wie hier ausbricht und das passiert mittlerweile bei praktisch jeder Kleinigkeit. Diejenigen die dieses Schmuckstück mal wieder angefacht haben können sich gerne mal mit der Diskrepanz auseinandersetzen, dass sich auf der einen Seite über "unnötige" Fragen aufgeregt und auf der anderen Seite zwei Seiten lang unnötige Diskussion darüber geführt wird, wer mehr Ahnung hat und wer sich nichts von wem sagen lässt. Um's kurz zu machen. Das ist ein Diskussionsforum für Themen rund um Schmetterlinge. Wenn das genutzt wird um Streitereien unter den Mitgliedern auszuführen, dann werden solche Themen geschlossen und gut ist. Kindergeburtstag-Diskussionen können woanders geführt werden. Das gilt für alle Foren, die nicht "Streitecke" oder "Chat-Room" betitelt sind.