Posts by bellargus

    Das ist Hoplodrina blanda, dafür braucht man auch keine GU sondern wenn überhaupt nur die Hinterflügel... (und damit meine ich nicht um interjecta auszuschließen, die sieht sowieso völlig anders aus)


    Grüße Dennis

    hast du mir einen Link für Französische?

    Ich weiß nicht ob ihr's wusstet, aber man kann im Lepiforum nach Regionen filtern. Zum Beispiel Mitteleuropa, Europa (mit verschiedenen Definitionen der Ausdehnung) und alle Länder, sowie einige Inseln und Territorien. Dafür muss man natürlich der zugrundeliegenden Datenlage vertrauen, aber für Einsteiger und um das schonmal nicht beachten zu müssen was eh unwahrscheinlich ist, ist das sehr hilfreich. Das Lepiforum hat mittlerweile generell sehr viele sehr mächtige Filterfunktionen mit denen man ein wenig rumspielen sollte. Ich würde außerdem empfehlen oben "nur direkte Subtaxa anzeigen" auszuschalten. So kann man sehr schnell durch die Übersicht aller Arten einer ganzen Familie scrollen und diese nach etwas ähnlich aussehendem durchkämmen. Es gibt sicher auch französische Seiten wie lepinet.fr aber die sind für die Bestimmung nicht zu gebrauchen, eher für die Verbreitung.


    Ansonsten hilft es Gemeinsamkeiten im Körperbau und Zeichnungselementen bestimmter Gruppen zu erkennen und sich zu merken. So kann man relativ schnell das Suchgebiet eingrenzen. Noctuidae haben z.B. fast immer den typischen gedrungenen Körperbau mit länglichen, stromlinienförmigen Flügeln und fast nie stark gekämmte Fühler. Geometridae haben einen mehr dreieckigen Flügelschnitt, meist schlanke Körper und oft stark gefiederte Fühler etc. Bei der magnolii ist z.B. allein durch die Art und Weise der Zeichnung mit etwas Übung sofort offensichtlich dass es sich um eine Hadena-Art handelt. Wenn man so ein paar Kandidaten identifiziert hat hilft es auch in einem Buch wenn es sein muss auch Wikipedia (vorsicht da steht oft Müll!) die Flugzeiten und die Lebensweise nachzuschlagen. Wenn zwei von den drei Arten, von denen ich denke dass sie es sein könnten, im Juli fliegen und ich bin im Mai dann kann ich schonmal relativ sicher sein dass es diese zwei nicht sind. Bupalus piniaria frisst an Kiefer. In einem Wald mit viel Kiefer würde ich den erwarten, in einem reinen Laubwald eher nicht. Dann kann man zurück gehen und schauen ob die Merkmale passen.


    Bestimmen ist kein Hexenwerk und wir sind alle nicht damit vom Himmel gefallen. Das entwickelt sich mit der Zeit. Auch die Nutzung der einschlägigen Bestimmungsapps kann helfen (obs, inat), dann würde ich aber empfehlen die Bestimmung immer nochmal nachzuvollziehen. Ansonsten entwickelt man den Blick dafür nicht.


    Grüße Dennis

    1. Dürfte Orthocia cruda sein, am Hinterende müsste ein heller Querstreif t-förmig Dorsale mit den Subdorsalen verbinden.

    2. Irgendeine Conistra. Schwierig bis gar nicht anhand der Raupe zu bestimmen. Wenn dann müsstes du mal ein Foto vom Hinterende machen.

    3. Sieht wie Orthosia cerasi aus. Eine Ansicht im Ganzen wär aber hilfreich.


    Grüße Dennis

    Also einmal ist das definitiv eine Raupe von c-album. Zweitens habe ich die ebenfalls schon sehr oft auf Brennnessel gefunden. Dass die Laubbäume bevorzugen kann man meines Erachtens überhaupt nicht sagen. Zumindest hier in der Region ist Urtica mindestens genauso wichtig wie z.B. Ulmus und Corylus. Aber auch Ribes in Gärten ist eine wichtige Nahrungspflanze. Für Baden-Württemberg wird ähnliches angegeben.


    Grüße Dennis

    Es gibt jetzt nicht so viele Eulen mit weißen Hinterflügeln und schwarzer Binde. Bin ich Irre dafür zu sagen das sieht wie Catephia alchymista aus? Die Zeichnung ist nahezu identisch, aber wenn dann ist das eine super schräge helle Form die ich noch nie gesehen habe. Also wenn ich nichts völlig offensichtliches übersehe...


    Grüße Dennis

    Verwandschaftsmäßig ist A. litura sehr nah dran, ist schließlich dieselbe Gattung. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass die Raupe von A. litura kein bisschen wie die von A. lunosa aussieht. Agrochola lunosa ist schon ein ziemlicher Ausreißer der Gattung, da wäre etwas völlig unverwandtes wie Tholera oder Agrotis vom Aussehen her näher dran.


    Grüße Dennis

    Und wenn du in Deutschland legal Tiere entnehmen willst, benötigst du in jedem Fall eine Sammelerlaubnis, auch für die nur "allgemein" geschützten Arten.

    Da wiederum wäre ich mir nicht so sicher. Das würde ich eigentlich nicht so sehen. Zumindest mein Stand ist der, dass "vernünftiger Grund" in diesem Fall sehr weit auszulegen ist. Ein vernünftiger Grund könnte sein: Ich möchte die Pflanze essen (ja das Gesetz gilt auch für Pflanzen), ich möchte mir das Tier zu Bildungszwecken anschauen oder auch einfach das Tier stört mich in meinem Garten. Ansonsten darf ich ja nichtmal eine Mücke plattklopfen. Was halt kein vernünftiger Grund wäre, wäre z.B. ich hab Spaß daran Tiere zu töten. So hat es uns zumindest der Leiter der hiesigen UNB erklärt, aber laut Manfred hat der ja auch keine Ahnung vom Gesetz. Ich denke auch die Diskussion führt langsam zu nichts weiter. Eigentlich bräuchte man dafür jetzt einen Juristen mit Schwerpunkt Naturschutzrecht. Klar sollte man falsche Aussagen weiterhin korrigieren, aber ich muss zumindest für mich auch relativieren, dass das nur mein Verständnis des Gesetzes ist und ich kein Jurist bin. Die Formulierungen von Gesetzen sind ja oft fein differenziert und die Auslegung muss man kennen (z.B. Anhand von Präzedenzfällen). Insofern ist bloß lesen da auch nur bedingt hilfreich.


    Grüße Dennis

    Nichtsdestotrotz würde mich eine Quelle zu seinen Erläuterungen interessieren um sich in dem Themenbereich etwas schlauer zu machen. Hat vielleicht jemand von euch was dazu?

    Es gibt hier ein paper mit open access, da wird in der Diskussion das Thema der genetischen Entstehung kurz gestreift. Leider sind aber sehr viele Paper die ich zu dem Thema gefunden habe hinter einer paywall und die kann ich aus Urheberrechtsgründen hier nicht reinstellen. Darunter ist leider auch das dort zitierte Paper von Narita et al. (2010) was eine ganz gutes Review des Themas ist.


    Wenn es noch andere Entstehungswege für Gynander gibt dann kenn ich sie zumindest nicht.

    Die gibt es und deswegen ist die Sache auch nicht ganz so einfach zu sagen dass Gynander nur Männchen mit Chromosomendefekt sind. Gerade bei Halbseitengynandern ist wohl sehr häufig die Doppelbefruchtung von einer Eizelle mit doppeltem Kern (double fertilization of a binucleate egg) der Ausgangspunkt. Es kann wohl passieren, dass bei der Meiose ein Polkörper nicht richtig abgetrennt wird und mit in der Eizelle landet, sodass sowohl ein haploider Kern mit Z-Chromosom als auch einer mit W-Chromosom vorhanden sein kann, welche beide von Spermien mit Z-Chromosom befruchtet werden können und so zur Entstehung von weiblichen und männlichen Zellen im selben Individuum führen. Hier ist es dann nicht mehr so leicht zu kategorisieren zu welchem Geschlecht die Zygote gehörte. Daher finde ich das auch nicht so hilfreich das genetische Geschlecht der Zygote zu betrachten, anstatt das resultierende Individuum. Kann man aber natürlich machen. Dann gibt es da noch die Wolbachia-Sache, aber das verstehe ich muss ich sagen auch gerade nur so randlich. Ich bin in dem Thema jetzt auch nicht genug drin um da wirklich Ahnung zu haben. Könnte sein, dass es auch noch mehr obskure Möglichkeiten gibt, aber das sind so die Hauptwege soweit ich das sehe.


    Bis jetzt habe ich auch nicht ganz sicher gesehen, dass es den Fall 0W nicht gibt. Das im Lepiforum schließt das auch nicht aus, Wolfang Nässig schreibt da ja nur dass das was er dort schreibt einer der häufigsten Enstehungswege ist. Ich würde wie gesagt nur vermuten, dass dieser Genotyp letal ist, weil auf dem W-Chromosom offenbar nicht viel drauf ist.

    Ein genetischen Weibchen hat ZW? Ein Männchen ZZ? Dann ist Z0 genetisch weder Männchen noch Weibchen.

    Na ja, wenn man die menschliche Geschlechtsdetermination zugrunde legt ja (wobei X0 auch beim Menschen als weiblich kategorisiert wird). Bei Insekten ist es wie gesagt aber wohl so, dass das W-Chromosom eigentlich nicht wirklich viel macht und die Anzahl der Z-Chromosomen entscheident ist. Insofern ist Z0 genetisch schon als Männchen zu betrachten und Narita et al. (2010) schreibt dazu "In each cell of a gynandromorph, the genetic sex (e.g., sex chromosome constitution) is consistent with the sexual phenotype. In other words, the sex-specific expression or alternative splicing of sex-determining genes should be consistent with the genetic sex."


    Grüße Dennis

    Das ist wirklich reine Semantik. Also genetisch auf das Individuum betrachtet kann man finde ich nicht sagen dass es ein Weibchen oder Männchen ist weil es nunmal Anteile von beidem hat. Wenn es in der Lage ist Keimzellen zu produzieren, könnte man durchaus dafür argumentieren. Das Ganze hat halt auch unterschiedliche Ebenen und man kann ja Unterschiede machen zwischen genetischem Geschlecht, morphologischem Geschlecht etc. Aber daran sieht man halt dass auch so scheinbar einfache Konzepte wie Geschlecht nicht so schwarz-weiß sind und es da viel Zwischenfälle gibt, die sich nicht so einfach zuordnen lassen. Es treten auch noch andere Fälle wie Doppelbefruchtung und so auf wo das dann noch schwieriger ist. Ob ich das jetzt als Männchen mit Gendefekt, Männchen, Weibchen mit männlichen Anteilen oder als Zwischending auffasse ist eine Frage der Perspektive.


    Grüße Dennis

    Alles klar Manfred du weißt das besser als jede Behörde in Deutschland. Ist ok. Ich denke jeder der das liest kann hoffentlich sinnvolle Informationen von bloßem dahergerede trennen. Und der Angelvergleich hinkt auch gewaltig, da man schonmal mindestens einen Angelschein braucht um überhaupt Angeln zu dürfen. Ich bin kein Angler, aber ich glaube auch nicht dass man damit dann in jedem Gewässer und mit jeder Methode fischen darf. Fangen bedeutet im Gesetzeskontext gezielt nachstellen und das ist mit Methoden die spezifisch darauf ausgelegt sind wie eine Angel, eine Reuse, eine Lichtfalle, etc. gemeint. Ob ich die Intention hatte eine geschützte Art zu fangen ist dabei völlig irrelevant. Es reicht wenn ich die Intention hatte irgendwas zu fangen und nicht ausreichend sicherstellen kann dass ich eine geschützte Art nicht mit fange.


    Grüße Dennis

    Ich hab langsam wirklich keine Lust mehr... jeden Thread muss man hier 24/7 überwachen damit sich nicht wieder alle die Köpfe einschlagen. In diesem Fall geht die Warnung rein an dich Manfred, weil alle anderen zumindest initial relativ sachlich geblieben sind: Wenn die Anfeindungen an andere Mitglieder nicht unterbleiben werden die Beiträge gelöscht und ich mache mir auch nicht die Mühe die paar sachlichen Bruchstücke zu behalten. Das gilt allerdings auch für alle anderen.


    Zum Thema gibt es nicht weiter hinzuzufügen. Wie Jonas und Rudi richtig ausgeführt haben ist Lichtfang in Deutschland erstmal pauschal verboten. Vielleicht sollte man anstatt seiner eigenen Interpretation des Gesetzes den höchsten Stellenwert einzuräumen auch mal schauen wie die zuständigen Behörden das auslegen. Und siehe da, sie legen es genau so aus: Lichtfang ist genehmigungspflichtig. Sonst hätte ich und viele andere hier wohl keine Genehmigung dafür. Ich glaube die Behörden haben bessere Sachen zu tun als Genehmigungen auszustellen von denen sie der Meinung sind, dass die keiner braucht. Wer noch nie ein Wort mit der UNB oder ONB gewechselt hat sollte sich da vielleicht nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Was Lichtfang auf Privatgrundstücken angeht würde ich das etwas als Grauzone ansehen. Könnte man in einem Gerichtsverfahren argumentieren dass jemand nur mit der Absicht Tiere zu fangen gehandelt hat und das daher verboten ist? Ja. Würde irgendwer das zur Anzeige bringen oder ein Gerichtsverfahren deswegen auf den Weg bringen? Nein. Also Schwarzlichtlampen oder überhaupt blaue Lampen im Garten aufzuhängen ist per se nicht verboten, solange sie keinen automatisierten Tötungsmechanismus haben. Von daher ist die Gefahr dafür belangt zu werden sehr gering. Es ist wie gesagt aber eine Grauzone und Actias keine Rechtsberatung.


    Grüße Dennis

    Ich weiß echt nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Die Ansage alle themenfernen Diskussionsanteile zu unterlassen bezog sich auf alles was nicht mit der Urpsrungsfrage zu tun hat, insbesondere auf solche Dinge die keine sachliche Diskussion sondern ein rein auf persönlichen Befindlichkeiten und aus persönlichen Angriffen bestehendes Gehacke erkennen lassen. Ich denke jeder sollte es hinbekommen über seine Beiträge nachzudenken und herrauszufinden wer und was damit gemeint sein könnte. Echt reife Leistung dass ich jetzt gleich 4 Beiträge löschen musste die wirklich null Inhalt hatten. Warum muss man auf die Provokation einzelner Leute hier dann mit genau derselben emotionalen Art einsteigen und dazu beitragen diese Ebene weiter am Leben zu halten? Wie wäre es darauf einfach mit Argumenten und belegbaren Tatsachen zu antworten und den Rest zu ignorieren, anstatt sich auf das selbe niedrige Niveau zu begeben? Ich hoffe die Botschaft ist jetzt angekommen, sonst wird der Thread geschlossen.


    So, zurück zum Thema.

    Lexikon Definitionen und was sich im Hobby so etabliert "umgangssprachlich" sind zwei Paar Schuhe, denke darauf können wir uns einigen?

    Ich denke wir können uns darauf einigen dass falscher Gebrauch von Wörtern mit wissenschaftlich eng umrissenen Definitionen in der Umgangssprache üblich ist. In dem Fall schadet es nicht zu erwähnen welcher Definition man folgt, weil sonst Verwirrung oder Korrekturversuche vorprogrammiert sind.

    Noch ein Beispiel für Hobby vs Lexikon Definition ist meiner Meinung nach zb dass die Präpuppe nicht dann ist, wenn sich das Tier auf Wanderschaft begiebt, sondern wenn sie immobil sind. Ersteres hat sich aber gängigerweise etabliert im Hobby. Kann dir gern Beispiele raussuchen.

    Das ist mir auch neu. Soweit ich weiß gibt es dafür zwar keine scharfe Definition - Die Präpuppe ist einfach ein Zwischenstadium in dem Charakteristiken von Larve und Puppe auftreten und bestimmte Entwicklungsschritte ablaufen - Ich finde es aber merkwürdig die Raupe schon als Präpuppe zu bezeichnen wenn sie sich auf Wanderschaft begibt, weil zu diesem Zeitpunkt noch keine weiteren Entwicklungsprozesse eingesetzt haben welche eine Abgrenzung zur Raupe rechtfertigen würden. Eine Quelle dafür habe ich nicht, aber ich finde alles andere bedürfte eher einer guten Begründung.


    Der Aussage Gynander sind keine Weibchen würde ich tatsächlich zustimmen, weil sie eben beides sind: Weibchen und Männchen. Das ist ja gerade die Definition.


    Grüße Dennis

    Nein, das ist eine Hoplodrina. Mit den ausgeprägten schwarzen "V"s in der Dorsalzone und den orangenen Flecken oberhalb der Stigmen dürfte es Hoplodrina ambigua sein.


    Grüße Dennis