Posts by bellargus

    sphingidae : Na klar weiß ich das und du kennst dich mit Sicherheit besser aus als ich, von daher gut dass du dich einklinkst. Also ihr habt's gehört, jeder der seine Pflanze nicht bestimmt bekommt kann zu Heiner gehen :grinning_face_with_smiling_eyes:


    Natalia : Hm, das ist eine gute Frage. Mir wäre da jetzt auch kein Fachbegriff für geläufig. Ich würde das einfach als durch die Lebensweise bedingte Verschiebung in Richtung Monophagie ansehen. Quasi eine aufgeprägte Monophagie. Die Einteilung in Kategorien ist ja in der Biologie fast immer eine Vereinfachung für die es keine real existierenden scharfen Grenzen in der Natur gibt. Es gibt nichtmal eine wirklich einheitliche Definition dafür was Monophagie, Oligophagie und Polyphagie eigentlich abgrenzt. Manche bezeichnen Arten die nur an einer Pflanzenart fressen als Monophag, manche (mich eingeschlossen) alles was an einer Pflanzengattung frisst. Manche machen da noch die Unterscheidung monophag 1. Grades, 2. Grades, usw. Im Prinzip ist das aber ein Gradient und es gibt auch mehr oder weniger polyphage Arten. Manche Arten fressen z.B. alle möglichen Laubhölzer, aber eben nur Laubhölzer und manche fressen wirklich alles was grün ist oder sogar abgestorbene Pflanzenteile. Es gibt auch Arten die innerhalb ihres Lebenszyklus ihr Nahrungsspektrum ändern und z.B. vor der Überwinterung monophag sind und nach der Überwinterung polyphag. Von daher sollte man diese Kategorien auch nicht zu eng sehen.


    Also da das Thema wie es aussieht gut aufgenommen wird und ein Interesse an mehr Information zu bestehen scheint, werde ich mir was überlegen wie ich da was bereitstellen könnte. Vielleicht mache ich wieder eine kleine Beitragsserie daraus oder so. Man könnte zumindest mal die Bäume und vielleicht ein paar häufige und oft auftretende krautige Pflanzen besprechen. Ich kann natürlich hier kein ganzes Botanikbuch verarbeiten. Für die die sich da mehr einarbeiten wollen denen sei der Rothmaler ans Herz gelegt. Aber solche Bestimmungsschlüssel sind oft nicht so einfach wenn man mit den botanischen Begrifflichkeiten noch nicht so vertraut ist und die Merkmale noch nie live oder in Bildern gesehen hat. Außerdem wird da die Verbreitung meist nicht so mit betrachtet und dementsprechend verirrt man sich in viel mehr Arten als für die meisten Regionen deutschlands wirklich relevant sind. Auch sind die Erklärungen platzbedingt sehr kurz gehalten. Von daher finde ich so eine etwas ausführlichereTextzusammenfassung manchmal ganz hilfreich. Ich gebe allerdings keine Garantie wann ich dazu kommen werde :kissing_face:


    Grüße Dennis

    Auch wenn ich oben schon wieder viel zu viel geschrieben habe, möchte ich in dem Zusammenhang nochmal kurz die Eichen ansprechen. Die machen allem Anschein nach oft große Schwierigkeiten, was sich in ungenauen Angaben wie „an Eichen“ oder Quercus spp. ausdrückt. Das ist ungünstig, weil diese Gattung in Mitteleuropa mit die meisten (Schmetterlings-) Arten beherbergt. Es gibt in Deutschland bloß zwei Arten die man berücksichtigen muss: Die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea). Technisch gesehen gibt es drei heimische und noch ein paar angepflanzte Eichenarten aus Amerika, aber die dritte ist nur am Kaiserstuhl ein Problem und die angepflanzten sind sehr auffällig anders (spitze Blattlappen).


    Die beiden Arten sehen zwar auf den ersten Blick extrem ähnlich aus, aber wenn man die Merkmale kennt, sind sie relativ einfach zu unterscheiden und das eigentlich ganzjährig. Die Früchte sind sehr eindeutig und daher haben die Arten auch ihren deutschen Namen. Die Stieleiche hat eben einzeln gestielte Früchte, während die Traubeneiche traubig angeordnete, ungestielte Früchte hat. Die Früchte findet man aber relativ selten, von daher sind die nicht so geeignet. Blätter findet man dagegen eigentlich immer. Quercus robur hat ein kurz gestieltes Blatt (manchmal so kurz, dass es fast keinen Blattstiel gibt), während Quercus petraea ein lang (mehrere cm) gestieltes Blatt hat. Die Blätter sind außerdem bei Q. robur oft tiefer gelappt, an der Basis verjüngt und die Blattlappen sind sehr asymmetrisch. Oft steht dem Blattlappen der einen Seite kein anderer gegenüber oder das ganze Blatt ist auf einer Seite der Spreite größer. Die größten Blattlappen befinden sich kurz unterhalb der Spitze. Die Blätter von Q. petraea wirken dagegen symmetrisch und feiner gelappt. Die größten Blattlappen befinden sich in der Mitte des Blatts. Die Blätter sind, wenn nicht am Baum, im Winter immer auch unter dem Baum zu finden, da sie sich schlecht zersetzen. Eichen haben aber meistens auch im Winter noch ein paar trockene Blätter am Zweig. Sollte das nicht der Fall sein, sind die Knospen von Q. robur meistens abgerundeter und ziegelrot bis rötlich-braun. Die von Q. petraea sind spitzer, manchmal flaumig behaart und oft fahl gelblich-braun. Es kommen bei Q. petraea aber auch rötliche, kahle Knospen vor. Diese sind aber meist trotzdem deutlich länglicher und spitz. Leider neigen die Arten zur Hybridisierung und sind außerdem generell extrem variabel. Ein fließender Übergang findet sich also zwischen manchen Merkmalen. Trotzdem lassen sich die Merkmale (vor allem der Blätter) in 99 % der Fälle gut zuordnen.



    Quercus petraea

    Quercus robur


    Was die Verbreitung angeht, ist Q. robur etwas feuchteliebender, staunässeertragend und kälteresistenter. Quercus petraea ist etwas wärmeliebender und trockenheitsresistenter. Daher ist Q. petraea im norddeutschen Tiefland deutlich seltener und kommt im Alpenvorland und in den Hochlagen der Mittelgebirge fast gar nicht vor. An (häufig) staunassen Standorten z.B. in Auen ist fast immer Q. robur dominant während Q. petraea an felsigen Trockenhängen dominieren kann.


    Wie gesagt wenn mehr Interesse an dem Thema besteht kann ich vielleicht auch noch ein paar andere schwierige Artenpaare besprechen. Die Salix-Arten sind auch immer ein Problem. In dem Fall gerne bescheid geben oder einen Daumen hinterlassen.


    Grüße Dennis

    Hallo zusammen,

    mir ist wieder mal bei der Arbeit und beim alltäglichen Literaturwälzen was aufgefallen und möchte darauf etwas Aufmerksamkeit lenken. Ich beschäftige mich ja generell viel mit der Ökologie von (Schmetterlings-) Arten aber dabei immer gern auch vorrangig mit der Nahrungsbiologie. Leider fällt mir dabei immer wieder auf wie schlecht die Freilandnahrungspflanzen der europäischen und auch der in Deutschland heimischen Schmetterlingsarten dokumentiert und bekannt sind. Das ist denke ich auch nicht mir als erstes aufgefallen.


    Die Literatur ist voll mit uralten Angaben, die zu großen Teilen auf Zuchtbeobachtungen beruhen und damit keine ökologische Aussagekraft besitzen. In der Zucht können Arten andere Pflanzenarten annehmen, als für sie im Freiland Bedeutung haben, entweder weil nichts anderes angeboten wurde oder weil andere Pflanzenarten durchaus befressen werden könnten, diese aber nicht im Habitat der Art vorkommen oder sie durch deren Einnischung nie damit in Kontakt kommt (es dürfte z.B. bekannt sein, dass Charaxes jasius im Freiland streng monophag an Arbutus lebt, in der Zucht aber verschiedenste Pflanzen aus unterschiedlichen Familien annimmt). Erschwerend hinzu kommt, dass Literaturangaben die teilweise schlicht falsch sind, lange und teils immer noch unkritisch abgeschrieben und somit weiter in Umlauf gehalten werden. Zuchtbeobachtungen sind wichtig, können aber nicht mit Freilandbeobachtungen gleichgesetzt werden. Daher ist es auch hilfreich dies immer anzugeben. Wenn denn tatsächlich mal Freilandbeobachtungen vorliegen, aber auch bei Zuchtbeobachtungen, werden oftmals nur sehr ungenaue Angaben der Gattung oder mit unscharfen Begriffen (z.B. niedere Pflanzen, Kräuter, Gräser) gemacht. Das ist insbesondere bei polyphagen Arten der Fall, die auch gerne relativ faul einfach nur als polyphag bezeichnet werden.


    Umso mehr ist es schade, dass viele Funde von Raupen (oder seltener auch Eiern, Eiablagen) in jüngster Zeit ohne Angaben der Nahrungspflanze dokumentiert werden. Bei manchen Arten ist es schwierig und daher selten genug die Präimaginalstadien im Freiland zu finden. Wenn da dann eine so wichtige Information fehlt, ist das bedauerlich.


    Man kann natürlich jetzt fragen warum sollte man sich die Mühe machen, denn zusätzliche Arbeit ist es ja schon. Nun abgesehen von evolutionsbiologischen Fragestellungen und ökologischer Grundlagenforschung hat die Kenntnis der Nahrungspflanzen eine sehr praktische Relevanz im Naturschutz. Da phytophage (heißt pflanzenfressende) Arten natürlich von Pflanzen abhängen und gerade weil viele Schmetterlinge auch auf einzelne Pflanzen spezialisiert sind (Mono- und Oligophagie), ist es notwendig diese zu kennen um sinnvolle Schutzkonzepte zu entwickeln. Nur so kann man die Pflege der Habitate richtig auf die Bedürfnisse der Pflanzen ausrichten oder in einigen Fällen braucht eventuell auch die Pflanze selbst Schutz oder Wiederansiedelung. Ohne die Kenntnis der Nahrungspflanzen kann man praktisch keinen Artenschutz durchführen. Da das auch regional unterschiedlich sein kann, ist eine gut aufgelöste Datenlage somit nicht nur schön zu wissen, sondern sehr wichtig.


    Ich möchte daher alle aufrufen die Beobachtungen beitragen (vielleicht auch oft zufällige), insbesondere diejenigen die gezielt nach Eiern und Raupen suchen die Nahrungspflanzen möglichst immer mit zu dokumentieren. In observation.org und den assoziierten Apps gibt es dafür z.B. auch ein eigenes Feld „Auf/In“. Dabei sollte man allerdings noch darauf achten, dass die betreffende Pflanze auch tatsächlich eine Nahrungspflanze ist, sprich die Raupe daran gefressen hat. Im Idealfall beobachtet man die Raupe direkt beim Fressen oder sieht im Umfeld deutliche Fraßspuren. Wenn es sich um allgemein bekannte Nahrungspflanzen handelt, ist es auch in Ordnung diese ohne Fraßspuren zu dokumentieren, aber wenn die Pflanze noch nicht bekannt ist und es sich nur um einen Ruheplatz handeln könnte (Raupen fallen gern mal von Bäumen oder sitzen auf dem Weg zur Verpuppung irgendwo herum) dann im Zweifel lieber nicht aufschreiben oder nur als Notiz vermerken. Bei Eiablagen und Eiern kann es schwierig werden. Manche Arten sind dafür bekannt ihre Eier ausschließlich an die Nahrungspflanze zu legen und manche dafür sie an alles Mögliche zu legen. Auch hier möglichst nur Pflanzen dokumentieren die sehr wahrscheinlich auch als Nahrungspflanzen dienen können.


    Nun weiß ich natürlich, dass Entomologen keine Botaniker sind und eventuell nicht in der Bestimmung von Pflanzen versiert sind. Zumindest bei den Bäumen ist es in Mitteleuropa aber relativ einfach sich diese anzueignen. Heute ist das ja durch die Bestimmungsapps auch wesentlich leichter geworden. Einige Arten bereiten allerdings auch den Apps Probleme, in dem Fall sollte man die Pflanze möglichst komplett mitnehmen oder aus allen Winkeln fotografieren. Es gibt gute Bestimmungsschlüssel zum durchklicken im Internet (z.B. blumeninschwaben.de). Falls man gar nicht weiterkommt kann einem bestimmt jemand im Forum oder ein Botaniker weiterhelfen. Ich bin zwar auch kein Botaniker, aber botanisch (zumindest was Schmetterlings-Nahrungspflanzen angeht) ganz gut bewandert. Wenn Interesse besteht, kann ich daher auch gerne ein wenig Hilfestellung geben.


    Grüße Dennis

    besser nicht markieren sonst kann man meine illegale Handlung nachverfolgen

    Das wollte ich damit nicht gesagt haben. Rein gesetzlich ist es illegal ja, aber dass jemand einen markierten Falter zu irgendwem zurückverfolgt und Strafen fällig werden ist praktisch ausgeschlossen. Das Naturschutzgesetz wird so schon zur Hälfte kaum angewendet und mir wäre kein Fall bekannt wo im speziellen Fall das Aussetzen von Tieren oder Pflanzen geahndet wurde. Ich wollte damit nur ausdrücken dass das möglicherweise eine (meines Erachtens unberechtigte) Sorge der Leute ist welche Falter aussetzen. Man sollte es deswegen trotzdem nicht tun, aber wenn man es schon tut wäre es insbesondere bei Wanderfaltern bzw. wandernden Sphingiden besser die Falter wenigstens zu markieren. Ich bezweifle das irgendwer außerhalb der Entomologencommunity davon Notiz nehmen würde. Aber ich gehe eher davon aus dass viele das eher ohne großes Nachdenken tun.


    Ich kann aber immer noch nicht verstehen, warum man die Tiere überhaupt frei lässt?

    Das müsste am ehesten jemand der es tut selbst beantworten. Ich würde mal stark vermuten, dass es eher um Mitleid mit den Tieren geht und die Leute den Tieren etwas gutes tun möchten indem sie sie in die Freiheit entlassen anstatt sie zu töten oder zu behalten bis sie sterben. Kann ich auch durchaus verstehen. Man sollte nur bedenken dass man nicht nur für die einzelnen Tiere sondern für das Ökosystem hier verantwortungsvoll handeln sollte. Beziehungsweise was Wanderfalter angeht verfälscht es einfach die Forschungsdaten oder lässt vermutlich unberechtigte Zweifel an realen Vorgängen aufkommen. Sieht man ja hier. Kaum wird ein Falter mal so weit nördlich gefunden wird diskutiert ob der ausgesetzt wurde (ich persönlich glaube dass das unwahrscheinlich ist). Manche wollen vielleicht auch den Schmetterlingspopulationen "helfen" indem sie Tiere dazuzüchten. Es hält sich leider hartnäckig der Glaube dass das was bringt. Ich meine es wäre nicht so, dass mir nicht auch schon was aus versehen abgehauen ist. Per se ist der ein oder andere Falter jetzt nicht so dramatisch, aber man sollte das jedenfalls nicht in größerem Stil machen.


    Grüße Dennis

    Eine zuverlässige Methode die Tiere zu markieren haben die meisten Züchter wohl nicht verfügbar. Ich denke Farbe würde auch nur sehr kurz halten, da diese bei Feuchtigkeit abgewaschen oder spätestens mit dem zunehmenden Verlust der Körperbehaarung der Tiere mit abgehen würde.

    Markierungs und Wiederfang Experimente (mark and recapture method) werden schon seit Jahrzehnten durchgeführt. Die Markierungen kann man mit handelsüblichen Permanentmarkern anbringen. Das ist also absolut für jeden verfügbar und nicht kompliziert. Solange man genügend Farbe aufträgt und diese auch die Flügelmembran erreicht sollte das nicht abgewaschen werden. Eventuell sollte man die Schuppen ein wenig abkratzen. Ich habe damit auch keine große Erfahrung, vielleicht kann Toni dazu was sagen, wenn ich recht erinnere hat er damit Erfahrung. Jedenfalls bin ich trotzdem ziemlich sicher dass das so lange hält wie der Falter. Hängt sicher ein bisschen von der verwendeten Farbe ab, aber da gibt es ja einiges an Auswahl. Hier ein schönes Foto dazu. Das größere Problem ist wohl, dass man sich auf eine Markierung einigen müsste die jeder versteht. Außerdem besteht die Tatsache dass das Aussetzen so oder so nicht legal ist, ich weiß also nicht ob die Leute die das machen das dadurch indirekt zugeben wollen. Mir wäre es zwar persönlich lieber wenn man die Falter wenigstens markieren würde und die Markierung muss ja nicht auf den Besitzer zurückverfolgbar sein. Trotzdem bezweifle ich irgendwie dass jemand das macht.


    Ansonsten gibt es Hinweise darauf, dass Acherontia atropos Falter hier mittlerweile auch versuchen zu überwintern. In einigen Fällen eventuell auch erfolgreich (?). Man hätte den Falter also durchaus in einen kühlen Keller setzen können und sehen ob er's schafft. Wahrscheinlich hätte er das aber auch nicht, von daher war die Entscheidung in einzufrieren nicht verkehrt.


    Grüße Dennis

    Ich würde deine Vermutung bestätigen, das sieht für mich auch nach P. argyrognomon aus. Es ist jedenfalls sicher kein P. argus, dafür ist der Flügelschnitt nicht rundlich genug und die schwarzen Flügelränder sind recht schmal. Ich kenne die Verbreitung und Flugzeit von P. idas in Kroatien nicht und die können manchmal nicht so einfach auseinanderzuhalten sein, wenn sie syntop vorkommen. Das ist aber eher selten. Das ist für mich ein typischer argyrognomon, also ich denke die Chance dass das idas ist ist gering.


    Grüße Dennis


    P.S.: Ja das sieht nach Aster linosyris aus

    Vor allem der späte Fundtermin und so weit im Norden, wenn der Fundort auch Eckernförde ist, ist interessant.

    Absolut. In dem Zusammenhang ist auch ein Fund auf Helgoland am 08.10. sehr interessant. Ich spare mir jetzt einen Kommentar zur Südwanderung :winking_face:


    Vielleicht ist ja eines der Tiere bis nach Eckernförde geflogen.

    Ausgeschlossen ist das sicher nicht. Das ist einer der Gründe warum es nicht hilfreich ist Zuchttiere freizulassen. Bei häufiger einwandernden Arten fällt's nicht so ins Gewicht. Ich denke eine so kleine Anzahl von Faltern wiederzufinden ist recht unwahrscheinlich und der Umstand dass offensichtlich im selben Zeitraum Tiere noch so weit nördlich unterwegs sind macht es durchaus plausibel dass das ein Freilandtier ist.


    Grüße Dennis

    Nur falls das nicht rüberkam: Du hast nichts falsch gemacht. Der Falter hätte durchaus überfahren oder gefressen werden können wenn er auf dem Boden lag. Es war daher nicht schlecht ihn mitzunehmen und etwas aufzupäppeln. Du kannst deinen Fund übrigens wenn du magst mit Foto bei observation.org melden. So viele Falterfunde haben wir aus Deutschland noch nicht.


    Grüße Dennis

    1. Ich habe gelesen, dass Totenkopfschwärmer nur bis Juli hier her fliegen und bis zu 5 Wochen lang leben können, warum habe ich ihn Mitte Oktober gefunden?

    2. Hält jemand von euch Totenkopfschwärmer? Wie sieht ein gutes "zu Hause" aus?

    3. Er ist ja ein Wanderfalter. Würde er noch weiter wandern, wenn es nicht so stürmisch und kalt wäre und ich ihn nicht aufgesammelt hätte?

    1. Das ist einfach nicht richtig. Totenkopfschwärmer können sich im Mittelmeerraum mehr oder weniger das ganze Jahr über reproduzieren und gehen nicht in Diapause. Solange es die Witterung zulässt fliegen die von Süden bei uns ein. Viele Wanderfalter haben ihre stärkste Einflugwelle im Spätsommer bis Frühherbst, weil die Populationen im Mittelmeergebiet über den Sommer angewachsen sind und dann abwandern. Über die angenommene (oder besser spekulierte) Rückwanderung nach Süden kann man jetzt wieder streiten. Fakt ist dass mindestens ein Teil der Individuen hier bleibt und versucht zu überwintern was sie in der Regel nicht schaffen. Puppen von Individuen die sich hier im Spätsommer noch reproduzieren konnten schaffen aber im Boden geschützt durchaus ab und an die Überwinterung. Manche der so spät noch auftretenden Individuen können auch noch vor dem Winter aus diesen Puppen geschlüpft sein.


    2. Falter zu "halten" wie man es von anderen Insekten wie z.B. Stabschrecken etc. kennt ist nicht wirklich möglich. Falter, insbesondere starke Flieger wie wandernde Schwärmerarten brauchen viel Platz zum Fliegen und Zwangsfütterung (oder zumindest etwas Überzeugung) ist meistens notwendig. Man kann die Falter eine begrenzte Zeit zur Reproduktion halten ja, aber als Haustier sind sie nicht zu gebrauchen. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft ist relativ kurz, weil die Falter sich die Flügel schnell abfliegen und oft auch die Krallen beschädigen. So oder so ist die Lebenserwartung nicht die längste. Es hat daher wie Luis sagt keinen Sinn den Falter weiter in der Wohnung zu halten. Setze ihn einfach an einenn geschützen Ort nach draußen. Der kommt klar.


    3. Ja, er würde weiter umherfliegen bis er entweder an Nahrungsmangel stirbt oder die Witterung ihn daran hindert und er gezwungen ist sich irgendwo zu verkriechen und zu versuchen den Winter zu überstehen.


    Grüße Dennis

    Das Foto ist nicht sehr gut. Sieht stark nach einer Noctuinae aus, aber die sind selbst mit guten Fotos anhand von noch nicht ausgewachsenen Raupen schwer bis unmöglich zu bestimmen. Ich würde mal aufgrund der Häufigkeit auf Xestia c-nigrum oder Noctua comes tippen. Zumindest falls der Grund der Bestimmungsanfrage Sorge über den Inhalt des Kleiderschrankes war kann ich beruhigen: Die frisst nur Pflanzen und keine Klamotten.


    Grüße Dennis

    Meine Topfeiche ist ca. 70 cam hoch und hat noch keine Blütenknospen. Also ungeeignet.

    Also ich habe aprilina schon als L1 mit Blättern und Blattknospen gefüttert. Das ging problemlos. Selbiges mit Favonius quercus dem ja auch nachgesagt wird zuerst die Blüten zu fressen.


    Grüße Dennis

    Die schienen ein gutes Jahr zu haben. Ich hatte auch mehrfach welche am Licht, teilweise auch an Stellen wo man sie nicht vermuten würde. Bei Catocala fulminea habe ich selbst noch nicht die Präimaginalstadien gesucht. Im Lepiforum gibt es aber ein paar gut bebilderte Beiträge vom Catocala-Guru Michael Levin dazu https://forum.lepiforum.org/post/566761. Vielleicht hilft das etwas weiter falls nicht schon bekannt.


    Grüße Dennis

    Ohne Foto kann keiner diese Bestimmung bestätigen oder korrigieren. Um die Jahreszeit ist Polyommatus icarus sehr wahrscheinlich. Viele andere Bläulinge fliegen jetzt nicht mehr.

    Na ja, in Deutschland stehen praktisch alle, aber nicht ganz alle Lycaenidae unter Schutz. Nur die Vertreter der Gattungen Lycaena, Polyommatus, Plebejus, Pseudophilotes und Phengaris (genau genommen steht im Gesetz Maculinea) und noch ein paar einzelne Arten. Wie man das im Bezug auf die taxonomisch wandelbare Geschichte dieser Gattungen zu verstehen hat sei mal dahingestellt (Lysandra->Polyommatus ->Lysandra). Schön ist auch, dass Arten geschützt sind die hier gar nicht vorkommen (z.B. Polyommatus humedasae und P. galloi), aber ich schweife ab.


    P. icarus ist einfach zu züchten, am besten in kleinen Plastikdosen. Eier sind am einfachsten zu bekommen wenn man Weibchen bei der Eiablage beobachtet, man kann sie aber prinzipiell auch suchen oder ein Weibchen zur Eiablage einfangen. Die Zucht geht gut mit Hornklee (Lotus), der auch relativ häufig zu finden ist. Ich denke andere Klee-Arten (Trifolium, Melilotus, Medicago, etc.) gehen aber genauso gut. Futter mit etwas Küchenpapier als Unterlage in die Dose, Raupen rein und eben die übliche Hygiene und Futterwechsel. Nicht zu viele Raupen in eine Dose, am besten nur 2-3. Die Raupen verpuppen sich in der Regel gut an dem Küchenpapier oder restlichen Pflanzenteilen in den Dosen und brauchen keine gesondere Behandlung zur Verpuppung. Das ganze lässt sich im Wesentlichen eigentlich für fast alle Lycaenidae anwenden. Ich würde allerdings empfehlen nicht die überwinternde Generation zu züchten. Überwinterungen von Raupen sind immer schwieriger, oft verlustreich und wenn man sich den Aufwand sparen kann sollte man das tun.


    Grüße Dennis

    Cucullia umbratica ist korrekt. Obwohl das eine ausgesprochen zeichnungslose, dunkle Variante ist, verrät sie der orangene Streif auf dem Analschild.


    Grüße Dennis

    Es gibt hier schon eine ausführliche Diskussion zu dem Thema wo eigentlich alle relevanten Punkte angesprochen wurden. Ich wiederhole das daher nicht nochmal, für die Argumentation siehe dort. Für die Datensammlung in Deutschland und die persönliche Aufbewahrung seiner Beobachtungen ist observation.org denke ich außer Konkurrenz. Meiner Meinung nach gibt es keine Gründe irgendetwas anderes zu verwenden, da ich es kontraproduktiv finde Daten auf zig Portale aufzusplittern.


    Grüße Dennis

    zum Flechtenbärchen: Es könnte sich um palliatella aber auch pygmaeola handeln. lutarella fällt soweit ich das auf dem Foto sehen kann weg, da die Stirn nicht dunkel ist.

    [...] da müsste eine Genitalbestimmung her, sonst kann man das nicht sicher sagen.

    palliatella und pygmaeola sollte man eigentlich an den Hinterflügeln unterscheiden können. pallliatella hat dort am Costalrand hell gräuliche Beschuppung in einem recht schmalen Streifen, pygmaeola einen breiten Streifen dunkelgrauer Beschuppung. Außerdem hat palliatella deutlich verschmälterte Vorderflügel im Vergleich zu pygmaeola. Beides sieht man aber auf dem Foto nicht oder nicht gut. Wie du wiederum lutarella hier ausschließen willst weiß ich nicht, weil die Stirn sieht man auf dem Foto gar nicht. Kurzum: Anhand des Fotos würde ich diese drei Arten nicht trennen wollen, dazu müsste man sich genannte Merkmale anschauen. Die Genitaluntersuchung wäre aber wahrscheinlich sicherer, vor allem weil das Exemplar auch schon recht abgeflogen ist.


    Ich denke Athetis gluteosa passt. Auch wenn sie mir dafür ein bisschen breitflügelig vorkommt. Was anderes kommt aber wohl nicht in Frage.


    Bei den Pyrgus kenne ich mich in Österreich nicht aus, aber da wäre die Frage ob da noch andere Vetreter der alveus-Gruppe in Frage kommen. Speziell Pyrgus alveus selbst wäre denke ich im August noch nicht völlig auszuschließen?


    Grüße Dennis