Posts by altmeyer

    ... bei uns steht überall Pastinak, die es über den Winter geschafft hat. Die Pflanzen sind zum Teil schon recht kräftig und legen jetzt auch flott zu. Als Futter habe ich damit stets sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich weiß allerdings nicht, wieviel davon bei Euch in Österreich um diese Jahreszeit so rumsteht....


    Liebe Grüße, Stefan

    Hallo Janyn,


    ich habe zwar keine Erfahrung mit der Verpaarung von V. Atalanta (oder I. io, wie Du), habe aber des Öfteren V. Atalanta vom Sommerflieder "heruntergefangen" und für ein paar Tage zur Eiablage gehältert, bevor ich sie habe wieder fliegen lassen. Die Eiablage hat an eingetopfter Brennnessel immer wunderbar funktioniert. Beim Eintopfen von Brennnessel sollte man sich aber wirklich kleine Exemplare aussuchen und versuchen, mit einem Spaten einen großen Erdbereich auszuheben und einen entsprechend großen Topf zu nehmen. Die Pflanzen lassen sonst sehr schnell die Köpfe hängen und sind für die Eiablage uninteressant.


    Mich würden sehr Deine Erfahrungen zur Verpaarung interessieren. Schreib doch bitte, wenn es was zu berichten gibt.


    Grüße, Stefan

    ... habe Esche (Fraxinus excelsior) und frühe Traubenkrische (Prunus padus) gleichzeitig angeboten und alle 24 Raupen sind ausnahmslos auf die Esche gegangen. Die Zucht ist aber noch nicht abgeschlossen...


    Welche Traubenkirsche hast Du denn verfüttert (padus, serotina oder sogar virginiana)?


    LG Stefan

    Hallo Steffen, hallo Christian,


    danke für den Input. Ich will noch ein bisschen erläutern: UV-C Strahlung wird extrem gut absorbiert und das geschieht in wenigen Mikrometern Tiefe bereits. (Von daher schädigt man am Auge nicht die Netzhaut, sondern die Hornhaut.) Zunächst habe ich Eier von Schwalbenschwanz mit UV-C desinfiziert. Die Eihülle ist zwischen 8 und 12 Mikrometern dick, das habe ich mit dem Elektronenmikroskop selber ausgemessen. Bei solchen desinfizierten Eiern gab es keinerlei Auswirkungen auf die Tiere, weder bei den Raupen noch bei den Imagos noch bei deren Fertilität. Die Dosis bei der Ei-Desinfektion war mindestens 10 mal so hoch wie das, was ich dieses mal den Raupen zugemutet habe. Meine Überlegung war die, dass die Strahlung nicht tiefer als in die Haut der Raupe eindringt (ich habe aber die Dicke einer Raupenhaut noch nicht gemessen und es kann sein, dass ich mich da gewaltig verschätze) und die Haut wird ja zudem "regelmäßig gewechselt". Sonst hätte ich mich mit dem Experiment auch nicht getraut. Vielleicht hast Du, Christian aber mit Deiner Vermutung recht. Ich kann allerdings sicherstellen, dass die Raupen keine hohe Wärmebelastung hatten. Weder bei der Bestrahlung noch sonst.


    Grüße, Stefan

    Liebe Kollegen,


    ich beobachte im Augenblick in mehreren(!) Zuchtstämmen von P. machaon Imagines, die ocker-orange gefärbt sind, anstatt gelb. Die Variation ist sehr stark ausgeprägt und ich habe das noch nie vorher gesehen, obwohl ich seit einigen Jahren in großen Stückzahlen züchte. Im Gegensatz zu den Vorjahren habe ich die Raupen in den Käfigen mehrfach kurzen UV-C Bestrahlungen zur Desinfektion ausgesetzt. Ich mag aber nicht glauben, dass dies die Ursache für die Farbvariation ist. Hat jemand Erfahrungen mit solchen Farbvariationen oder kennt Literaturstellen dazu? Bitte jetzt nicht schimpfen: Ich habe bislang kein Foto davon gemacht und die Tiere fliegen lassen. Sollte noch so ein Tier schlüpfen, werde ich Fotos nachliefern.


    Grüße, Stefan

    @ Ute:


    Da scheint es wirklich ein Problem mit der Seite zu geben. Der
    Provider ist benachrichtigt. Die inhaltsgleiche Seite


    www.schwalbenschwanz.eu



    scheint aber zu funktionieren. Zu den Kosten musst Du mit dem Schreiner
    (Peter Schmid, Xanten) selber sprechen. Ganz billig ist es sicherlich nicht.
    Dabei schlägt nicht das Material (welches ausgesucht gut ist) ins Gewicht
    sondern die viele Arbeit für ein gutes Handwerk. So wie ich das bei den
    Prototypen mitbekommen habe wird das Holz ausgesucht, passend aufgeschnitten,
    gehobelt, Leisten daraus gemacht, noch einmal kalibriert und dann
    weiterverarbeitet. Das kostet halt viiiel Zeit....




    @ Rudi




    Auf dem Bild kannst Du sehen, wie zwei Alustifte durch entsprechende Löcher greifen und eine Seitenwand im Bodenelement verankern. Dieses Prinzip ist für die drei Seitenteile (nicht die Tür) in Boden und Decke durchgehalten. Außerdem sind auf dem Bild definierte Belüftungsschlitze links von der Halteleite und auch darunter zu sehen, die dafür Sorgen, dass die Wände nie im Wasser stehen :-)


    Grüße, Stefan

    Liebe Züchterkollegen,


    ich habe zusammen mit einem Schreiner versucht, einen für meine Zwecke optimalen Raupenzuchtkasten zu entwickeln. Er sollte folgende Eigenschaften haben:


    - so groß, dass eingetopftes Futter darin Platz findet
    - einfachzu reinigen
    - wetterfest, so dass er ohne Überdachung draußen stehen kann
    - stapelbar
    - platzsparend verstaubar
    - ohne Werkzeug zerlegbar
    - aus ökologisch unbedenklichem Holz gefertigt


    Nach einigen Prototypen und dem Durchlaufen einer gewissen Lernkurve ist uns das Unterfangen auch gelungen.



    Blaue Variante (noch ein Prototyp) zusammengebaut und zerlegt



    Ich bin für meine eigenen Zwecke jedenfalls mit den Kästen sehr zufrieden. Zudem hat eine
    10er-Serie auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn mittlerweile ein ganzes
    Jahr lang einschließlich offener Winterbewitterung gezeigt, dass das tatsächlich geht.




    Ich selber bevorzuge die Kästen in Holzoptik, die sich bei mir im Gebrauch als genauso standfest herausgestellt haben.




    Wer sich von Euch für solche Kästen interessiert, kann sich über die Webseite


    www.schwalbenschwanz.de


    weitere Informationen besorgen und mit dem Schreiner in Kontakt treten, der die Kästen vertreibt.


    Ich selber bin an Kommentaren und Verbesserungsvorschlägen interessiert.


    Grüße, Stefan

    Hallo Silvan,


    auch die Handpaarung kann schiefgehen und es kommt zu keiner Befruchtung. In diesen Fällen legt das Weibchen auch keine Eier. Meiner Erfahrung nach hilft dann nur eine erneute Verpaarung. Bei mir haben die Handverpaarungen immer dann zu einer Eiablage geführt, wenn das Weibchen kurze Zeit nach dem Ansetzen des Männchens den Hinterleib "ausstülpt" und diese "Ausstülpung" auch während der Kopulation bestehen bleibt. Man kann dann ein Stück fleischig glänzendes, grün-gelbes, glattes Gewebe beim Weibchen sehen. Ich habe Dir ein Foto beigefügt, bei dem Du das einigermaßen sehen kann. Zur besseren Orientierung zeigt der Mauszeiger auf die relevante Bildstelle.



    Ich finde gut, dass Du das Tier hast fliegen lassen. Das Wohl der Tiere sollte immer an erster Stelle stehen.


    Liebe Grüße, Stefan

    Hallo Silvan,


    ein Weibchen kann über viele Tage hinweg die Eier einbehalten, wenn die Bedingungen nicht stimmen. Also erst einmal wie oben beschrieben, geeignete Raupenfutterpflanzen anbieten. Altes, großes Kraut funktioniert nicht, oder nur ganz selten. Dann muss das Weibchen gut gefüttert sein. Am besten mit Frischlumen. Buddleja, Skabiose, Flockenblume sind besonders geeignet. Wenn Du nichts frisches hast, musst Du Zuckerwasser füttern. Ist aber zweitklassig. Dann braucht das Tier Sonne. Wärme reicht nicht. Sonne kann man mit einer starken Lampe simulieren. Aber Obacht. Das Tier muss eine Rückzugmöglichkeit in den Schatten haben, sonst vertrocknet es schnell, insbesondere wenn die Fütterung nicht optimal ist und der Wasserhaushalt nicht stimmt.


    Viel Erfolg, Stefan

    Hallo Silvan,



    der Schwalbenschwanz legt gerne auf frische, junge, kleine Pflanzen ab. Gewässertes Laub wird schwerlich den richtigen Frischegrad haben. Speisemöhren sind schon recht groß und das alte Laub, auch wenn die Möhre gut ausgegraben ist, ist unattraktiv. Ich sehe zwei Möglichkeiten. Grabe winzig(!!!!) kleine wilde Möhren aus und setze sie in Töpfen in den Käfig oder finde einen Bauern, der Winterfenchel gesetzt hat. Bei uns haben die Bauern vor ein bis zwei Wochen mit der Auspflanzung der Jungpflanzen begonnen. Wenn Du Dir da Pflanzen ausgraben kannst, bist Du am besten versorgt.


    Viel Erfolg, Stefan

    Hallo Uwe,


    Parasiten kenne ich wohl auch. Bei uns sehen sie so aus:






    Kann einer von Euch eine sichere Bestimmung geben? Sind das Erzwespen? Bislang hatte ich eine Parasitierung nur mit dieser Art und nur bei Freilandeinträgen (Ich habe eine Erlaubnis). Die Quote liegt bei uns aber bei vielleicht 5 % und nicht 50%, wie bei Euch. Dieses Jahr hatte ich das erste mal Ausfälle bei einer Zucht, weil wohl die Maschenweite der Außenkäfige zu groß gewählt war. Der Schaden hält sich aber auch hier glücklicherweise in Grenzen.


    Liebe Grüße, Stefan

    Lieber Günther,
    könntest Du vielleicht in Erfahrung bringen, ob die Eier, mit denen Du so viel Pech hattest, von Zuchttieren stammen und ggf. fragen, in welcher Generation von Zucht? Die Frage richtet sich dabei nicht auf mögliche Inzucht, sondern auf Akkumulation von Krankheitserregern. Ich fände die Information sehr hilfreich im Rahmen der Diskussion in diesem Thema.


    Mit bestem Gruß, Stefan

    Dear Federico,


    your fluorescent black light won't fit for this purpose. It emits
    soft UV near the visible spectrum, called UV-A. UV-C radiation has
    much shorter wavelength, i.e. the photons have much more energy and
    can disrupt even strong chemical bonds. I use 9W puritec HNS lamps
    from Osram. Similar products from Philips would work all the same.
    The puritec HNS has some good features: it emits radiation at 254
    nm, which ist very very near the point of optimum virus and
    bacteria destruction but does not produce ozone (significantly).
    Additionally the lamp has a G23 socket, which is compatible to many
    low cost fluorescence desk lamps. So you can use it in a cheap lamp
    and don't have to care about setting up a suitable electronics with
    ballast. I bought the puritec for less than 10 € each and got
    discounter-lamps for about 5 €. If you are interested in details, I
    can send them to you via personal mail.


    Your description about the illness impact on different Papilio
    species is very interesting! Literatur says, that the viruses are
    quite specific, often effective to one species only. For me, your
    observation is a further hint into the virus direction.


    Best wishes, Stefan

    Dear Federico,


    it is not that I have the solution approved yet, but my understanding up to now is the following: The butterfly viruses have two ways to spread: horizontally, i.e. between individuals in a livestock or vertically, i.e. from generation to generation. P. machaon caterpillars do not live in groups and therefore P. machaon specific viruses will have to spread vertically in nature to be successfully. On the other hand, if vertical transport has to be achieved, the individuals should not die, because the transportation from generation to generation would be stopped otherwise. So vertically spreading viruses have to be present at low levels in many individuals to survive. If now we enthusiastic butterfly breeders rear hundreds of caterpillars close to each other, horizontal transport happens additionally, which is not present in nature. Additionally, if raised in house, natural disinfection due to UV does not occur. Most of the UV does not pass glass, and if, it is the soft UV with little disinfection potential only. So we, or rather the butterflies, suffer from the disastrous illnesses.


    From my experience with P. machaon spreading between cages does not occur heavily, but does, even if sanitation is followed. The problem is much worse if raised in house than outdoors. Additionally I noticed, especially the indoor/outdoor phase of the eggs is important, which leads again to the UV disinfection thesis.


    In my opinion - no guarantee - discarding of the containers is not necessary. In my case disinfection was definitely successful. If you are not into the UV thing as I am, you can easily use conventional disinfection liquids. Good, but probably expensive are hand disinfection liquids, as used in hospitals. Eau de Javel (sodium hypochlorite) works very well, too. You can buy it as “bleach”. Some professional butterfly breeders use this for disinfection of monarch eggs….


    I am not familiar with tropical Papilios. So I don’t know, if their caterpillars live alone or in groups and if all the above applies to them. Nevertheless I would be happy if my considerations are of any help.


    Kind regards, Stefan

    Liebe Kollegen, ich bin in der Sache mit der UV-Desinfektion einen Schritt weiter gekommen und möchte Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Ich habe eine weitere Veröffentlichung gefunden, die die Virenthese stützt. In der Veröffentlichung geht es um Spritzmittel, die genau solche Viren enthalten – in dem konkreten Beispiel für bzw. gegen den Apfelwickler. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2205.pdf Dort finden sich etliche Hinweise, die mit unseren Beobachtungen übereinstimmen und es wird explizit auf die UV-Inaktivierung der Viren eingegangen. Ich habe jetzt eine mit Eiern (beide Eltern aus belasteten Zuchten mit signifikanten Ausfällen) belegte Pflanze mit UV-C Strahlung (254 Nanometer Wellenläge) desinfiziert. Strahlung dieser Wellenlänge wird zwar von der Sonne abgegeben, aber in der Erdatmosphäre absorbiert. UV-C ist jedoch um Größenordnung effektiver bei der Inaktivierung von Viren, Bakterien, Pilzen und Algen als die UV-A und UV-B Strahlung, die von der Sonne hier auf der Erde ankommt. Außerdem dringt UV-C deutlich weniger(!) tief in Gewebe ein. Ich habe mehrere UV-C Lampen, und diese dann in verschiedenen Brennstellungen, auf die mit Eiern belegt Pflanze gerichtet, um in jedem Fall alle Stellen zu belichten. Die an jeder Stelle deponierte UV-C Dosis betrug dabei mindestens 3000 Joule pro Quadratmeter. Typische Viren haben eine 90 % Inaktivierung bei 50 bis 150 Joule pro Quadratmeter. Es ist also eine völlig „überdimensionierte“ Dosis gewesen, die rein rechnerisch zu rechnerisch zu einer 99,9999… (neunzehn Neunen hinter dem Komma) Inaktivierung typischer Viren führt. Selbst die hartnäckigsten Pilze und deren Sporen sind bei einer solchen Dosis inaktiviert. Auf der Oberfläche der Eier war somit definitiv alles tot. Gestern und heute sind aus allen bestrahlten Eiern Raupen geschlüpft, die sich völlig normal zu verhalten scheinen und fleißig fressen. Ich bin somit guter Dinge, dass die UV-C Strahlung nicht durch die Eischale hindurch die Raupen geschädigt hat und letztere sich jetzt normal weiterentwickeln. Ich bin sehr gespannt, ob diese Zucht weitgehend ausfallfrei verläuft, oder ob wie bei der Zucht der beiden Elternteile, signifikante Ausfälle entstehen. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Liebe Grüße, Stefan

    Liebe Leidensgenossen, ich glaube, bei den Problemen mit den Papilio-Zuchten ein gutes Stück weiter gekommen zu sein. Einige Erkenntnisse halte ich jetzt für abgesichert, andere haben sich als Hypothese zum mindesten verfestigt. 1) Versuche mit Freiland-Imagos (F) und Zuchtimagos (Z) haben bei Kreuzungen FF, FZ, ZF, ZZ wiederholt und eindeutig gezeigt, dass die Krankheit genau dann ausbricht, wenn ein Z-Weibchen verwendet wurde. Z-Männchen spielen bei dem Krankheitsgeschehen scheinbar keine Rolle. Damit glaube ich an die Übertragung durch die legenden Weibchen auf die Eier.2) Versuche mit Eiern in der Sonne und Eiern im Schatten (alle außen, keine im Haus) haben gezeigt, dass die Krankheit bei den besonnten Eiern einen viel kleineren Prozentsatz der Raupen befällt. Damit verfestigt sich meine Arbeitshypothese, dass die Krankheit über die Eischale weitergegeben wird, in der Natur aber nicht dominant wird, da dort die Eier durch UV aus der Sonne (zum mindesten teilweise) desinfiziert werden. Entfällt diese Desinfektion bei der Zucht, kommt es zu einer Akkumulation der Erreger und schließlich einer Seuche. Die Beobachtung, dass der heimische Schwabenschwanz seine Eier mit Vorliebe vollbesonnt ablegt, würde in diese Argumentationskette mit hineinpassen. Zur weiteren Erhärtung werde ich in der nächsten Zucht gezielt Z-Weibchen verwenden und versuchen, die Eier mit künstlicher UV-C Strahlung zu desinfizieren (ich möchte nicht an die chemische Bleiche heran). Da UV-C nicht tief ins Gewebe eindringt, bin ich guten Mutes, nicht die Eier als Ganzes zu sterilisieren. Ich werde berichten… Herzliche Grüße, Stefan