Problem mit Papilio Raupen

  • Hallo zusammen,


    ich möchte noch eine kurze Info geben, wie es bei mir aussieht. Meine P.m.cyprinae X P. machaon Hybriden haben sich zum Teil verpuppt. Der Rest frißt noch. Die cyprinae Raupen fressen alle noch in L5. Also kann der Erreger nicht, wie von mir vermutet, über die Luft übertragen werden. Das Interessante ist jetzt, das alle Zuchten mit einem Zuchtweibchen tatsächlich eingegangen sind. Die Hybriden stammen von einem cyprinae Zuchtmännchen und machaon Freilandweibchen. Das Weibchen fand ich als Raupe in L5. Bin gespannt, wie das bei den cyprinae ausgeht, da stammen beide Eltern aus einer Zucht.


    Stefan: Da hast Du was sehr Interessantes angesprochen, an sowas dachte ich noch gar nicht. Nach dieser Theorie sollte ich bei den cyprinae die gleichen Probleme bekommen, wie bei den anderen Zuchten. Mal sehen, ich werde es sicher hier schreiben.


    Grüße, Heiko

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  • Liebe Kollegen, ich bin in der Sache mit der UV-Desinfektion einen Schritt weiter gekommen und möchte Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Ich habe eine weitere Veröffentlichung gefunden, die die Virenthese stützt. In der Veröffentlichung geht es um Spritzmittel, die genau solche Viren enthalten – in dem konkreten Beispiel für bzw. gegen den Apfelwickler. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2205.pdf Dort finden sich etliche Hinweise, die mit unseren Beobachtungen übereinstimmen und es wird explizit auf die UV-Inaktivierung der Viren eingegangen. Ich habe jetzt eine mit Eiern (beide Eltern aus belasteten Zuchten mit signifikanten Ausfällen) belegte Pflanze mit UV-C Strahlung (254 Nanometer Wellenläge) desinfiziert. Strahlung dieser Wellenlänge wird zwar von der Sonne abgegeben, aber in der Erdatmosphäre absorbiert. UV-C ist jedoch um Größenordnung effektiver bei der Inaktivierung von Viren, Bakterien, Pilzen und Algen als die UV-A und UV-B Strahlung, die von der Sonne hier auf der Erde ankommt. Außerdem dringt UV-C deutlich weniger(!) tief in Gewebe ein. Ich habe mehrere UV-C Lampen, und diese dann in verschiedenen Brennstellungen, auf die mit Eiern belegt Pflanze gerichtet, um in jedem Fall alle Stellen zu belichten. Die an jeder Stelle deponierte UV-C Dosis betrug dabei mindestens 3000 Joule pro Quadratmeter. Typische Viren haben eine 90 % Inaktivierung bei 50 bis 150 Joule pro Quadratmeter. Es ist also eine völlig „überdimensionierte“ Dosis gewesen, die rein rechnerisch zu rechnerisch zu einer 99,9999… (neunzehn Neunen hinter dem Komma) Inaktivierung typischer Viren führt. Selbst die hartnäckigsten Pilze und deren Sporen sind bei einer solchen Dosis inaktiviert. Auf der Oberfläche der Eier war somit definitiv alles tot. Gestern und heute sind aus allen bestrahlten Eiern Raupen geschlüpft, die sich völlig normal zu verhalten scheinen und fleißig fressen. Ich bin somit guter Dinge, dass die UV-C Strahlung nicht durch die Eischale hindurch die Raupen geschädigt hat und letztere sich jetzt normal weiterentwickeln. Ich bin sehr gespannt, ob diese Zucht weitgehend ausfallfrei verläuft, oder ob wie bei der Zucht der beiden Elternteile, signifikante Ausfälle entstehen. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Liebe Grüße, Stefan

  • Dear Colleagues


    (Sorry non German speaker, I have to use the translator but I get the posts)


    It is very interesting for me because my stock have been also infected with that what I also think it is a virus. I tell my experience to give more data to clarify situation.


    I was breeding about 100 cats of P.machaon from wild females and everything was Ok, caterpillars were in L3/L4. By that tim I received some exotic Papilio caterpillars and many caterpillars of the stock were dead, only 3/4 alive and after some days everyone die. Symthoms, as you describe. Caterpillars stop eating, "shits" seems to to be as cylindrical and dry as usually and after 2 days caterpillar are in the sole of the container sorrounded by a liquid simmilar to the deyection before pupating. Even I was carefull with cleaning and so, the disease passed from this stock to my willd healthy stock. After I realize that firsts caterpillars were infected I made some groups trying to isolate illness. No success, the diseasy is VERY contagious. Even some caterpillars I was breeding alone in potted hostplants inside my home and with full sun get ill in some days. A complete disaster.


    My reaction now to control situation is to discard all containers that have been in contact with contaminated caterpillars, and wait some weeks to breed again (I expect the virus concentration will be diluited if no body to host is available), I'm afraid that is the only solution.

  • Dear Federico,


    it is not that I have the solution approved yet, but my understanding up to now is the following: The butterfly viruses have two ways to spread: horizontally, i.e. between individuals in a livestock or vertically, i.e. from generation to generation. P. machaon caterpillars do not live in groups and therefore P. machaon specific viruses will have to spread vertically in nature to be successfully. On the other hand, if vertical transport has to be achieved, the individuals should not die, because the transportation from generation to generation would be stopped otherwise. So vertically spreading viruses have to be present at low levels in many individuals to survive. If now we enthusiastic butterfly breeders rear hundreds of caterpillars close to each other, horizontal transport happens additionally, which is not present in nature. Additionally, if raised in house, natural disinfection due to UV does not occur. Most of the UV does not pass glass, and if, it is the soft UV with little disinfection potential only. So we, or rather the butterflies, suffer from the disastrous illnesses.


    From my experience with P. machaon spreading between cages does not occur heavily, but does, even if sanitation is followed. The problem is much worse if raised in house than outdoors. Additionally I noticed, especially the indoor/outdoor phase of the eggs is important, which leads again to the UV disinfection thesis.


    In my opinion - no guarantee - discarding of the containers is not necessary. In my case disinfection was definitely successful. If you are not into the UV thing as I am, you can easily use conventional disinfection liquids. Good, but probably expensive are hand disinfection liquids, as used in hospitals. Eau de Javel (sodium hypochlorite) works very well, too. You can buy it as “bleach”. Some professional butterfly breeders use this for disinfection of monarch eggs….


    I am not familiar with tropical Papilios. So I don’t know, if their caterpillars live alone or in groups and if all the above applies to them. Nevertheless I would be happy if my considerations are of any help.


    Kind regards, Stefan

  • Thanks for clarification (and for the deference of using english), feel free to write in German if you feel confortable google translator is magic!


    I think you're absolutely rigth and the horizontally - vertically thesis is very interesting. I have been using bleech, an alcoholic hand desinfection solution, and microwave exposition for 1 min. but finally I was desperated! so I decided to discard containers.


    Regarding desinfection, do you think and UV 8W fluorescent black ligth (as those we use for moth trapping) fits for desinfection?


    Just as a data, the "virus" have spread fast and lethal with P.machaon and P. nireus (probably nireus was the focus). P. demodocus stock seems to have resist @ 50% and P. polytes seems to be doing fine.


    Whith P. machaon if one caterpillar was affected in a container with about 25 cats, even splitting in small groups and isolating some, after 2/3 days the stock was completely lost. I have observed high afection in L5, but also some L3 and L2 were affected.

  • Hallo!


    Kenne das Problem zur Genüge. Grund dafür ist meinen Recherchen nach so ziemlich das, was Apollo 13 beschreibt. Hauptgrund: Zu dichter Besatz. Die Raupen kommen mit dem Kot anderer Raupen im Berührung. Weiterer wichtiger Grund: ungenügende Desinfektion der Zuchtbehälter. Entgegen einer früher von mir geäußerten Meinung reichen rein alkoholische Desinfektionsmittel nicht aus. Todesursache bei den Raupen: bakteriell bedingter Darmkatarrh.
    Seitdem ich sämtliche Zuchtbehälter (und Flugkäfige) mit Chlorbleiche desinfiziere (gibt es am günstigsten bei Roßmann), 1,5 Liter auf 15 Liter Wasser, mindestens 15 Minuten einwirken lassen, und auf Massenzuchten verzichte, habe ich kein einziges Mal mehr eine Infektion in der Zucht gehabt.


    Viele Grüße


    Jürgen

  • Hallöchen miteinander....


    also vorab mal gesagt...


    ich züchte seit knapp 30 Jahren p.machaon... jedes Jahr zwischen 300 bis 500 exemplare... also ich bin kein Anfänger in dem Sektor...


    ich denke, Stefan wird in dem Falle sicher Recht haben, daß es viral bedingt ist... und nun zu meiner simplen Begründung..


    ich sammle immer die Eier, je Generation ca. 50-150 Stk. (natürlich auch nebenbei mal die Raupen... sieht man ja am pic...)
    züchte sie (zum Schrecken von vielen hier) in ganz normalen Plastikkübeln à 20 lt. Inhalt ... mit nem Besatz dann von ca. 30 - 50 Raupen.... also absolute Massentierhaltung
    ich reinige die Kübel nur mit klarem Wasser aus dem Gartenschlauch... und ich habe immer eine Rate von über 95% Faltern am Ende...
    ich hatte auch noch nie ne Ausfalls-Generation...
    ergo müßten sie ja alle schon lange an Darmkatarrh eingegangen sein, denn ich denke nicht, daß speziell in meiner Region eine Ausnahme besteht...
    ich habe noch NIEMALS irgendwelche Reinigungsmittel verwendet.. nur im Winter putze ich die Kübel mit Geschirrspülmittel....


    also ... entweder hab ich seit 30 Jahren ein unverschämtes Glück und gegen alle Krankheiten resistente Raupen.... oder es scheint tatsächlich ne Virenerkrankung zu sein....


    viel glück weiterhin



    gruß vom bodensee

  • Dear Federico,


    your fluorescent black light won't fit for this purpose. It emits
    soft UV near the visible spectrum, called UV-A. UV-C radiation has
    much shorter wavelength, i.e. the photons have much more energy and
    can disrupt even strong chemical bonds. I use 9W puritec HNS lamps
    from Osram. Similar products from Philips would work all the same.
    The puritec HNS has some good features: it emits radiation at 254
    nm, which ist very very near the point of optimum virus and
    bacteria destruction but does not produce ozone (significantly).
    Additionally the lamp has a G23 socket, which is compatible to many
    low cost fluorescence desk lamps. So you can use it in a cheap lamp
    and don't have to care about setting up a suitable electronics with
    ballast. I bought the puritec for less than 10 € each and got
    discounter-lamps for about 5 €. If you are interested in details, I
    can send them to you via personal mail.


    Your description about the illness impact on different Papilio
    species is very interesting! Literatur says, that the viruses are
    quite specific, often effective to one species only. For me, your
    observation is a further hint into the virus direction.


    Best wishes, Stefan

  • Hallo!


    Zunächst Antwort an Proxima: Mußt ein ganz besonderes Händchen für die Schwalbenschwanz-Zucht haben. Was Du da beschreibst widerspricht allem was ich bisher gehört, gelesen oder selbst erfahren habe. Aber Du machst auch nur eine reine Aufzucht vom Ei bis zum Falter. Vermute mal ganz stark, daß das bei einem Zuchtstamm mit Nachzuchten über mehrere Generationen hinweg nicht mehr so glimpflich ausgehen würde.
    Und noch eine kleine Bemerkung am Rande, die mit dem Thema nichts zu tun hat: Was machst Du mit den 300 bis 500 so gezüchteten Faltern jedes Jahr? Vermutlich in die freie Natur entlassen. Genau das sollten wir als verantwortungsvolle Züchter jedoch nicht machen. Das ist absolut kontraproduktiv, denn es schadet dem Wildbestand. Außerdem wird so eine Populationsdichte vorgetäuscht, die den tatsächlichen Bedingungen absolut nicht entspricht. Aber das ist eine Diskussion, die bei Actias an anderer Stelle schon ausführlich geführt wurde.


    Jetzt Antwort an Felix: Wenn die Raupen an einer Infektion (egal ob durch Bakterien, Viren oder Pilze hervorgerufen) zugrunde gegangen sind, muß an die nächste Zucht gedacht werden. In keinem Fall dürfen diese Keime an Folgezuchten geraten, denn dann geht das gleiche Spiel wieder von vorne los. Meiner Erfahrung nach hilft da nur eines: eine gründliche Desinfektion der Zuchtbehälter, Flugkäfige, Tische, Türklinken etc. etc. Falls Fliesenbelag vorhanden, diesen mit Sagrotan-Reiniger wischen. Auch die Hände hin und wieder desinfizieren. Wie bereits beschrieben haben mir diese Maßnahmen einen durchschlagenden Erfolg beschert.


    Die UV-Bestrahlung von Eiern zwecks Desinfektion habe ich mit Interesse gelesen. War mir vorher nicht bekannt. Nur eine Desinfektion mit einer schwachen Wasserstoffperoxid-Lösung, wie sie zum bleichen der Haare und zur Wundbehandlung verwendet wird bzw. wurde.


    Von bakteriellen Infektionen ist mir bekannt, das diese durch überlebende Tiere an deren Nachkommen weitergegeben werden können. Davon überstehen aber dann praktisch keine das L 2 Stadium (meinem Kenntnisstand zufolge).


    Viele Grüße


    Jürgen

  • http://www.silkmoths.eu
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  • Servus zusammen,


    Ich wollte nun mal meinen letzten Stand für dieses Jahr bekanntgeben.


    Also, bis auf meine Frühjahrszuchten und einer Ausnahme in der Sommerzucht, sind mir dieses Jahr alle Raupen eingegangen. Das Absterben begann ausschließlich in L5 und da kurz vor der Verpuppung. Nun zu dieser einen Ausnahme. Das war eine Hybridzucht von P.m.cyprinae X P. machaon. Wie Stefan oben schon mal erwähnte, hat es scheinbar tatsächlich was mit Zuchtweibchen und Freilandweibchen zu tun. Sämtliche Zuchten, bei denen Zuchtweibchen verwendet wurden, gingen ein. Diese eine Zucht aber war ein Freilandweibchen, gefunden als L5 Raupe.


    Die Behälter waren bei allen Zuchten mit 10 bis max. 20 Raupen besetzt.


    Ich hatte vorher noch nie so derart extreme Ausfälle, ich kann ca. 95% der Sommerzucht als Ausfall verzeichnen und somit einen Komplettausfall.


    Ich werde in den nächsten Zuchten auf keinen Fall auf eine Eidesinfektion verzichten.


    proxima: Es ist wirklich sehr schön, so viele Falter zu ziehen und dann fliegen zu lassen, wenn ich mir aber überlege, bei so vielen Raupen, muß ja Deine Umgebung abgesammelt sein. Bei uns ist der Schwalbenschwanz auch häufig anzutreffen, in manchen Jahren wird er fast "gemein", aber 400 Raupen in einem Jahr, daß kenn ich nur aus Zuchten. Ich konnte noch nichtmal 100 Eier/Raupen in einem Jahr sichten, obwohl es viele Falter hier gibt.


    Viele Grüße, Heiko

  • Hallo,
    ich hatte mich als Anfänger nicht getraut darüber zu schreiben. Da es zu dem Thema nun ja eine Diskussion gibt, hier meine Erfahrung.
    Ich habe hier über das Forum (Gruß und Dank) von zwei verschiedenen Orten im Juni Eier gekauft.
    Ich habe vorab eine komplett neue Umgebung für die erworbenen P.M. Eier aufgebaut.
    Die Raupen haben sich alle wunderbar entwickelt. Aber nur zwei davon haben sich verpuppt und sind Falter geworden.
    Die restlichen ca.15 Raupen sind ab L3 in jedem erdenklichem Stadium "vertrocknet". Eine bei der ich noch auf Verpuppung hoffe, hat sich endlos rumgetrieben und ist dann auch gestorben.


    Ich hatte auf Stiche oder Ameisen oder sonstiges getippt. Hier lies sich das nun aber anders.
    Das heißt, entweder habe ich mir die Krankheit mit der zweiten Lieferung (die kam als Lieferung 1 schon mind. in L3 war) eingeschleppt. Oder die bereits die Eier einer der beiden Lieferungen hatten die Keime in sich.


    Gruß Günter :crying:

  • Hallo!


    Zunächst Antwort an Proxima: Mußt ein ganz besonderes Händchen für die Schwalbenschwanz-Zucht haben. Was Du da beschreibst widerspricht allem was ich bisher gehört, gelesen oder selbst erfahren habe. Aber Du machst auch nur eine reine Aufzucht vom Ei bis zum Falter. Vermute mal ganz stark, daß das bei einem Zuchtstamm mit Nachzuchten über mehrere Generationen hinweg nicht mehr so glimpflich ausgehen würde.
    Und noch eine kleine Bemerkung am Rande, die mit dem Thema nichts zu tun hat: Was machst Du mit den 300 bis 500 so gezüchteten Faltern jedes Jahr? Vermutlich in die freie Natur entlassen. Genau das sollten wir als verantwortungsvolle Züchter jedoch nicht machen. Das ist absolut kontraproduktiv, denn es schadet dem Wildbestand. Außerdem wird so eine Populationsdichte vorgetäuscht, die den tatsächlichen Bedingungen absolut nicht entspricht. Aber das ist eine Diskussion, die bei Actias an anderer Stelle schon ausführlich geführt wurde.


    Jetzt Antwort an Felix: Wenn die Raupen an einer Infektion (egal ob durch Bakterien, Viren oder Pilze hervorgerufen) zugrunde gegangen sind, muß an die nächste Zucht gedacht werden. In keinem Fall dürfen diese Keime an Folgezuchten geraten, denn dann geht das gleiche Spiel wieder von vorne los. Meiner Erfahrung nach hilft da nur eines: eine gründliche Desinfektion der Zuchtbehälter, Flugkäfige, Tische, Türklinken etc. etc. Falls Fliesenbelag vorhanden, diesen mit Sagrotan-Reiniger wischen. Auch die Hände hin und wieder desinfizieren. Wie bereits beschrieben haben mir diese Maßnahmen einen durchschlagenden Erfolg beschert.


    Die UV-Bestrahlung von Eiern zwecks Desinfektion habe ich mit Interesse gelesen. War mir vorher nicht bekannt. Nur eine Desinfektion mit einer schwachen Wasserstoffperoxid-Lösung, wie sie zum bleichen der Haare und zur Wundbehandlung verwendet wird bzw. wurde.


    Von bakteriellen Infektionen ist mir bekannt, das diese durch überlebende Tiere an deren Nachkommen weitergegeben werden können. Davon überstehen aber dann praktisch keine das L 2 Stadium (meinem Kenntnisstand zufolge).


    Viele Grüße

    Zunächst Antwort an Proxima: Mußt ein ganz besonderes Händchen für die
    Schwalbenschwanz-Zucht haben.

    Ixh denke mal nicht, das ist vielleicht nur 30 Jahre Erfahrung, mit etwas, was man gerne tut..
    .




    Was Du da beschreibst widerspricht allem
    was ich bisher gehört, gelesen oder selbst erfahren habe.


    Sorry, das ist aber leider eine Tatsache... und wenn du mal in die Natur suchen gehst, wirst du feststellen, daß dort auch nicht alles steril ist...



    Aber Du machst
    auch nur eine reine Aufzucht vom Ei bis zum Falter. Vermute mal ganz
    stark, daß das bei einem Zuchtstamm mit Nachzuchten über mehrere
    Generationen hinweg nicht mehr so glimpflich ausgehen würde.


    Korrekt, da das aber nicht erforderlich ist, da sich die Population schon größtenteils erholt hat (annähernd wie vor 30 jahren), und darüber bin ich absolut froh und glücklich..




    Und noch eine kleine Bemerkung am Rande, die mit dem Thema nichts zu tun
    hat: Was machst Du mit den 300 bis 500 so gezüchteten Faltern jedes
    Jahr? Vermutlich in die freie Natur entlassen.

    Genau das mache ich..



    Genau das sollten wir als
    verantwortungsvolle Züchter jedoch nicht machen. Das ist absolut
    kontraproduktiv, denn es schadet dem Wildbestand. Außerdem wird so eine
    Populationsdichte vorgetäuscht, die den tatsächlichen Bedingungen
    absolut nicht entspricht. Aber das ist eine Diskussion, die bei Actias
    an anderer Stelle schon ausführlich geführt wurde.


    das wiederum ist ein kompletter Nonsens... wenn du mal ein wenig überlegen würdest, kämst du auch von selber drauf... die Menge ist ja vorhanden (daher die Eier und der Raupenfund)... allerdings wird durch die komplett idiotische Mahd das ganze reduziert bzw. dezimiert... und was hat bitte ne kommerzielle Mahd (EU-bedingt) mit Natürlichkeit zu tun ???
    das solltest du dir zuerst mal durch den Kopf gehen lassen, bevor du sowas schreibst... es handelt sich hiebei nicht um "Handelsware" wie bei den meisten, sondern natürlicher Bestand... Futterpflanzen sind im Übermaß´vorhanden (wilde Möhre), da der kommerzielle Anbau von Karotten ja nicht mehr rentabel ist (in meiner Region)


    Also bitte zuerst die Abfolge betrachten und durchdenken, bevor du irgendwelche "unnatürlichen" Bestände als kontraproduktiv und dem Wildbestand schadende und eine falsche Populationsdichte vortäuschende kritisierst..



    danke für dein vielleicht vorhandenes Verständnis für meine doch aggressivere Antwort, aber die undurchdachten und theoretischen Beiträge von größtenteils "Käufern" nerven mich einfach, (auch wenn du vielleicht nicht dazu zählst).. sorry



    gruß vom Bodensee

  • Lieber Günther,
    könntest Du vielleicht in Erfahrung bringen, ob die Eier, mit denen Du so viel Pech hattest, von Zuchttieren stammen und ggf. fragen, in welcher Generation von Zucht? Die Frage richtet sich dabei nicht auf mögliche Inzucht, sondern auf Akkumulation von Krankheitserregern. Ich fände die Information sehr hilfreich im Rahmen der Diskussion in diesem Thema.


    Mit bestem Gruß, Stefan

  • Hallo Uwe,


    Parasiten kenne ich wohl auch. Bei uns sehen sie so aus:






    Kann einer von Euch eine sichere Bestimmung geben? Sind das Erzwespen? Bislang hatte ich eine Parasitierung nur mit dieser Art und nur bei Freilandeinträgen (Ich habe eine Erlaubnis). Die Quote liegt bei uns aber bei vielleicht 5 % und nicht 50%, wie bei Euch. Dieses Jahr hatte ich das erste mal Ausfälle bei einer Zucht, weil wohl die Maschenweite der Außenkäfige zu groß gewählt war. Der Schaden hält sich aber auch hier glücklicherweise in Grenzen.


    Liebe Grüße, Stefan

  • Nachricht an Proxima:




    Hallo „Proxima“.


    Ich kann Deine heftige Reaktion durchaus verstehen. Da gibt
    sich jemand 30 Jahre lang!!! große Mühe und züchtet eine Menge Falter, um sie
    freizulassen. Die durchaus lobenswerte Absicht erkenne ich natürlich an. Und
    jetzt postet einer wie ich offenbar gedankenlos, dass dies nicht nur sinnlos
    war, sondern sogar schädlich für die „wilden“ Falter. Alles „für die Katz“ und
    dann auch noch möglicherweise Schaden angerichtet? Das ist in der Tat „starker
    Tobak“.


    Tatsächlich war ich einmal derselben Meinung wie Du und sehr
    viele Züchter haben mit derselben Absicht überhaupt erst damit angefangen,
    Schmetterlinge zu züchten.


    Dann habe ich aber aufgrund von Gesprächen mit erfahrenen
    Züchterkollegen, der Verfolgung von diesbezüglichen Diskussionen im Internet
    und der Lektüre von diversen Artikeln in einschlägigen Publikationen meine
    Meinung geändert.


    Deine harsche Kritik betrifft mich somit gar nicht
    persönlich. Du kritisierst hier ernstzunehmende Fachleute, bedeutend
    kompetenter als ich es bin, die ihre Erkenntnisse aufgrund von einschlägigen
    Versuchen und wissenschaftlicher Vorgehensweise gewonnen haben. Dies alles ohne
    sich jemals die geringste Mühe gemacht zu haben, deren Texte zu lesen.


    Und diesen einen Vorwurf muß ich Dir wirklich machen. Bevor
    ich jemanden so handfest kritisiere, wie Du es in meinem Fall getan hast,
    informiere ich mich doch vorher aus allen zugänglichen Quellen, ob ich auch
    wirklich im Recht bin.


    Ich betrachte unsere Diskussion somit als abgeschlossen, auf
    weitere Einwände Deinerseits werde ich nicht mehr reagieren. Wäre sinnlos.


    Noch ein letzter Hinweis: Gerade der Schwalbenschwanz (als
    Kulturfolger) ist in seinem Bestand nicht gefährdet. Seit Jahren wird er wieder
    viel häufiger als früher gesichtet.
    Die Einstufung „V“ (Art der Vorwarnliste) ist daher
    ungerechtfertigt und sollte aufgehoben werden.


    Noch ein allerletzter Hinweis: Wer lediglich eine Handvoll
    Raupen aufzieht, die er im Garten findet und die Falter dann freiläßt, der tut
    zwar etwas in Deutschland Verbotenes, aber eine so kleine Menge schadet den
    Populationen natürlich nicht. Das ist aber meine persönliche Meinung und ich
    möchte selbstverständlich niemanden dazu verführen.


    Viele Grüße


    Jürgen

  • Hallöle Jürgen...


    ich verstehe absolut deine Intention und die Argumentation, die deine Ansichten dokuentieren...


    aber... sorry.... wenn mir ein Entomologe mit Fachrichtung Lepidopterologie von der Uni Innsbruck etwas erklärt (während einem Lichtfangs zur Artenzählung im Lande) falle ich nicht in Ohnmacht und adaptiere blind das absolute, über alles erhabene "Fachwissen"...


    Der Mensch sollte immer noch ein denkendes und beobachtendes Individuum bleiben und nicht alles von den Fachleuten blind adaptieren (sonst gäbs doch nicht sooo viele von absoluten Fachleuten verursachte Krisen... sei es bei den Banken, Euro usw usw.....)


    also.... selbst denken, beobachten und die empirischen Werte nützen... nicht das, was ein Fachmann aus 65 km Entfernung über dein Gebiet erklärt...


    Das heißt wiederum nicht, daß alles falsch ist, was publiziert wird oder Fachleute aus der Region behaupten... aber ein wenig selber denken und beobachten schadet nicht... sonst würden ja nicht so viele hier das ganze "Zeugs" kaufen....


    und noch kurz zur Überpopulation... ich weiß zwar nicht, ob du es das 2. Mal dann gelesen hast... aber ich denke nein... Eier vom Freiland, zum Falter züchten, da zwar genügend Nahrung im Freiland vorhanden, jedoch der "unnatürliche Mähvorgang" (ist genetisch sicher nicht bei den Faltern hinterlegt... daß sie mehr produzieren, weil sie weg- und umgemäht werden) reduziert ne ganze Generation auf max. 5%.


    also wird nix manipuliert.... an der Natur, nur der Risikofaktor Mensch wird diminuiert gegen 0...


    und ob Sichtungen vorhanden sind oder nicht, was gibt dir das Recht, diese Vorwarnstufe aufheben zu wollen... weil du genügend siehst und ein paar der Fachleute ??? Wieviele sehen keine ??? Ist deren Meinung nichts wert (da es keine Fachleute sind ??)


    Warum züchten in D soviele Leute die Schwalbenschwänze ??? weil sooo viel umher sind ??? ich hab da schon viel anderes gehört, allerdings nicht von promovierten Entomologen mit Lepidopterologie als Fachrichtung....


    warum gibt es in D soviele Probleme mit der Zucht ??? Da muß ja schwer eine Inzuchtordnung herrschen, die das alle weitergeben ... also... doch nicht soo viele von der wirklichen Natur produzierten ???


    Also bitte alles überdenken... nicht in kleinen Ausschnitten, sondern die Gesamtheit... hier gibt es keinerlei diesartiger Probleme...


    aber ich denke, wir kommen da nicht klar... ich nehme leider (für mich zum Glück) nichts als gegeben hin und prüfe (sofern es meine Möglichkeiten erlauben ) alles mit keinem unterdurchschnittlichen Intellekt und vor allem genügend Skepsis nach... und für mich sind Leute, die wenigstens in der Lage sind, einen Rapsweißling und nen Senfweißling vom Flug her zu unterscheiden, fachlich schon als Ansprechpartner akzeptabel , ich stelle da nicht so hohe Ansprüche... sondern präferiere eher das Wissen OHNE Bücher und Internet, direkt im Gespräch und in der Natur...


    und um dem ganzen noch einen draufzusetzen und dich noch weiter zu schocken... ich züchte jedes Jahr sogar noch (natürlich im Herbst zum Überwintern) Brombeerspinner, nicht, weil sie so selten sind, da es ja Raupen genügend gibt, sondern damit sie nicht (dort wo ich sie finde) von den Fahrradlern überfahren werden (jedes Jahr pflastern mindestens 100 Tote Raupen den Fahrweg...)


    Grüße vom See des Bodens

  • Hallo zusammen, habe mit großem Interesse eure Berichte gelesen. Ich züchte also auch ein paar Schwalbenschänze jedes Jahr, die Raupen finden sich auf den Gartenmöhren oder auf Wilder Möhre in den Weinbergen. In diesem jahr habe ich nur einen oder 2 "wilde Falter" gesehen, und auch die ca. 30, die ich fliegen ließ, waren und blieben sofort verschwunden. Erstaunlicherweise habe ich aber gelernt, L1/L2 Raupen zu finden, und zwar häufiger, als ich gedacht hatte. Ich habe mir notiert, wie viele ich gefunden habe. Die Anzucht erfolgte in relativ großen Behältern in kleinen Gruppen (4-8). Erstaunlicherweise wurden nur ca. 50% groß (L3/L4), die anderen sind "verschwunden". Ich habe mir echt überlegt, ob die kleinen von größeren gefressen werden, allerdings keinen Beweis dafür festgestellt. Am Ende hatte ich ähnliche Probleme wie von euch beschrieben: Trotz neuem Futter alle 2-3 Tage und wechseln von Papiereinlagen, so dass keine kotreste verbleiben, gab es am Ende hier und da eine Raupe, die als L5 "gestockt" hat, und irgendwann träge in ähnlicher Haltung wie zum Verpuppen aufgehängt am Boden lag. Die habe ich entsorgt. Ein regelrechtes Anstecken von vielen anderen habe ich allerdings nicht erlebt, ich schätze dass von 30 ca. 3-4 betroffen waren. Ich habe 2 so liegende separiert und die haben sich in der tat verpuppt. Allerdings sind mir dann nach ein paar Tagen 2 Puppen aufgefallen, die extrem groß waren und wie aufgerissen, blutend aussahen. in beiden fand sich eine braun-gelbe cremige Flüssigkeit, das war's. Ich habe dann vermutet, dass es sich um Bakterien handelte, und habe die beiden herausgenommen, alle anderen sehen äußerlich ok aus. Mit einer 3. generationr echne ich gefühlsmäßig nicht mehr in diesem Jahr, so dass ich wohl ein paar Monate warten und hoffen muss... Ansonsten hatte ich die Befürchtung, dass in meinen Kunststoffbehältern mit Luftlöchern die Luftfeuchtigkeit zu hoch geworden sein könnte (obwohl ich täglich gründlich gelüftet und ggf. Niederschlag an dern Wänden beseitigt habe), oder dass der Bestand noch immer zu dicht war. Im letzten jahr waren von ca. 30 Puppen ca. 6-8 mit Wespenlarven parasitiert, allerdings hatte ich damals eher Ältere raupen durchgezüchtet. Also, ich kann auch nicht weiterhelfen, nur beschreiben, dass ich ähnliche Symptome hatte, die allerdings nicht zu Totalausfällen führten. Auch in nicht desinfizierten (mit Wasser gut ausgespritzten Behältern) Behältern entwickelten sich danach augenscheinlich "normale gesunde" Puppen. Viele Grüße, Wolfgang

  • https://www.exotic-insects.com
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