Kennt jemand diese Larve?

    Hallo,

    an einem schönen sonnigen Karfreitag lief uns diese Larve über den Weg, wir konnten sie retten. Fundort: Südniedersachsen nahe dem Harz.
    Habe schnell ein Foto mit dem Handy gemacht. Hat jemand eine Idee? Ich denke, die wird überwintert haben, oder? Länge ca. 5 cm


    Danke und Gruß

    Tobias und Joachim

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    Hallo zusammen,

    ja es ist wie Armin schon erkannt hat die Larve des Weidenbohrers Cossus cossus :daumenja: Die Larve riecht leicht nach Essig. Es ist nicht ungewöhnlich, das man die Larve außerhalb des Holzes einer Weide findet. Manchmal ist die Fällung des Baumes daran schuld, aber auch das Absterben des Baumes kann dazu führen, das die Raupe den Stamm verläßt.
    Normalerweise verpuppt sich die Raupe noch im Stamm. Die Puppe schiebt sich kurz vor dem Schlupf des Falters nach draussen und dann schlüpft der Falter. Die Puppe und der Falter sind in dieser Zeit extrem durch Räuber gefährdet.
    Bei meinem letzen Urlaub habe ich auch mehrere Cossus cossus Raupen außerhalb des Stammes gefunden, es waren aber keine gerade abgestorbenen oder gefällten Weiden in der Nähe, deshalb die Frage ins Forum: Kann es sein das die Raupe sich auch außerhalb des Fraßbaumes einen Verpuppungsplatz suchen könnte?

    Viele liebe Grüße
    Franz

    Hi fladda,

    ich halte es für normal, dass die Raupen den Baum verlassen, um einen
    Verpuppungsplatz im Boden aufzusuchen. Auch ein Wechsel der
    Wirtspflanze ist, glaube ich, nicht ungewöhnlich. Habe schon mehrfach
    erwachsene Raupen auf Wegen gefunden, ohne dass Baumfällungen im Gange waren.

    Man kann die Anwesenheit der Art übrigens wirklich ofaktorisch
    feststellen. Kein unangenehmer Geruch, übrigens. Wenn dann Salweiden
    (bevorzugte F-Pflanze) in der Nähe sind, ist der Fall klar.
    -an Joachim:
    Der Falter ist beeindruckend. Die Raupe beißt! Man kann sie mit Apfelstücken füttern.

    Hallo,

    die abgebildete Raupe ist ausgewachsen und auf den Weg zur Verpuppung (braucht also nicht mehr gefüttert werden. Erst in diesem Stadium verfärbt sich die Raupe so dunkel. Dies ist auch nur sinnvoll wen die Raupe den Brutbaum verläßt und auf "Wanderschaft" geht (Tarnung!?). Das Cossus cossus zu Verpuppung im Brutbaum bleibt dürfte daher eher die Ausnahme sein.

    Gruß

    Walter

    @ Soli

    Ich würde behaupten wollen, dass Cossus cossus nicht grundsätzlich den von Dir genannten Geruch erzeugt. Cossus cossus ist meines Wissens eine allgegenwärtige Art, also nicht selten. Entsprechend müßte man in Auen sehr regelmäßig den Essiggeruch wahr nehmen, was ich aber überhaupt nicht bestätigen kann. Ich habe in meinem Leben ein einziges mal eine Weide mit Cossus-Befall gesehen, die ich gefunden habe, weil ich zuvor den Befall gerochen habe. Und schon im folgenden Jahr war nichts mehr davon zu riechen. Ich gehe also davon aus, dass die Brutbäume vergleichsweise selten den typischen Geruch zeigen. Oder?

    Viele Grüße
    Klaas

    Hallo zusammen,

    einen befallenen Baum mit Essiggeruch, habe ich noch nie gerochen :winking_face: . Aber wenn man die Larve unter die Nase hält, konnte ich zumindest immer diesen Essiggeruch wahrnehmen (trotz Heuschnupfen) :daumenja: Bei einer befallenen Weide in Österreich (Neusiedler See Umgebung) in der die Reste von Puppenhüllen von Cossus cossus steckten, habe ich trotz intensiven Nachschnüffens keinerlei Essiggeruch feststellen können.

    Viele liebe Grüße
    Franz

    Hallo,

    kurz zur Info: Eben ist mir ebenalls eine Raupe vom Weidenbohrer beim Radfahren über den Weggelaufen. Sie hatte erst die hälfte des Weges geschafft und ich war so freundlich ihr rüber zu helfen, damit kein Auto sie erwischt :thumbs_up:

    Schönen Gruß

    David :winking_face:

    @ alle, die den Cossus Cossus-Geruch nicht wahrnehmen: Ich rieche die Raupen wirklich. Und ich hatte vor ein paar Jahren diese Raupe, die sich bei mir bis zum Falter entwickelt hat. Der Verpuppungskasten, in dem das Gespinst drin war, riecht noch immer danach. Es ist nicht wirklich Essig, aber wenn man es einmal gerochen hat, dann erkennt man es.
    Es gibt allerdings auch selektive Anosmien und Hyposmien, d.h. es gibt Menschen, die bestimmte Gerüche nicht oder nicht so gut wahrnehmen können. Z.B. sollen 20 %. der Bevölkerung Sperma nicht riechen können (mein Lieblingsbeispiel). Ich selber kann den Duft von mediterranem Stechginster nicht so gut riechen, für mich hat er einen ganz feinen Kokosgeruch, den meine Freunde (dort in Südspanien) ganz deutlich wahrgenommen haben.
    Wenn jemand Cossus Cossus sucht, dann kann ich den Spürhund machen! :grinning_squinting_face:

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    Hallo Sven,

    leider ist Hamburg, ja etwas weit von Dir aus gesehen, aber am 10.5. findet unsere 1. biologische Exkursion in die Hamburger Umgebung statt. Vielleicht hast Du ja trotzdem Lust HH zu besuchen und uns zu begleiten?

    Viele liebe Grüße
    Franz

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