3. Mai 2009 um 21:55 - Beitrag: Zucht Aglia tau, Thema: Entomologischer Bedarf
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Hallo nomihoudai,
vielen Dank für Deine Mitteilung, dann bin ich ja beruhigt. Das mit dem Küchenpapier habe ich nur gemacht um ein gewisses feuchtes Kleinklima zu erzeugen, da die Raupen das ja lieben sollen. Bis jetzt schimmelt noch nichts, werde es morgen aber durch trockenes ersetzen-wer L2 hat, hat Recht
.
Feuchtest Du bei Dir garnichts an? Wenn Du Deine Buchenblätter nicht anfeuchtest und auch sonst nichts muß ja alles absolut trocken in Deinen Zuchtbehältern sein. Ich dachte eigentlich, genügend Feuchtigkeitszufuhr ist sehr wichtig, viele raten ja sogar von luftigen Käfigen ab und empfehlen die Haltung in Aquarien/Terrarien zwecks hoher Luftfeuchtigkeit.
Was sagen denn die anderen erfahrenen Züchter dazu???
Viele Grüsse
Monty
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Hallo Monty und Claude.
Auf keinen Fall zusätzlich Feuchtigkeit mit in den Zuchtbehälter bringen, sonst endet es so, wie Claude schrieb: im Schimmel ![]()
Die frisch geschlüpften Jungraupen wandern die ersten zwei-drei Tage immer wieder an den Deckel der Plastikbox und müssen dann wieder ans Futter zurück gesetzt werden. Es werden allerdings von Tag zu Tag weniger wandernde Tiere. Es ist von Vorteil, einen kleinen Ast so einzulegen, dass dessen Blätter den Behälterdeckel berühren, oder man klemmt ein Blatt zwischen Deckel und "Boden" der Plastikbox ein.
Klopapier am Behälterboden ist sehr gut, aber nicht feucht machen! Die Feuchtigkeit, die von den eingelegten Blättern her rührt, reich völlig aus.
Auch ein Schlupf über mehrere Tage ist völlig normal. Bei mir schlüpfte die erste Raupe vor gut 10 Tagen und eine der letzten heute. Die Eiablage dagegen war innerhalb von 5 Tagen vorbei. Futterwechsel alle drei Tage ist mehr als ausreichend. Verfütterst du Buchenblätter lose oder welche, die noch an Ästen hängen?
So wie man Zuchten durch zu wenig Pflege verlieren kann, muss man den Tieren auch manchmal ihre Ruhe gönnen und sie nicht zu Tode pflegen. Bei tau sollte man auch die Raupen nicht mit einem Pinsel aufs neue Futter übertragen, sondern eher das zurechtgeschnittene Blattstück mit der Raupe aufs neue Futter legen.
Grundsätzlich gilt wie bei vielen anderen Zuchten: Kondenswasser ist schädlich, Schimmel ist auf Dauer tödlich, Kot ist spätestens am zweiten Tag zu entsorgen, Futter ist spätestens nach vier Tagen zu wechseln. Einfache Regeln, die eine tau-Zucht zum Kinderspiel werden lassen.
Und nervt mir die Raupen nicht zu viel. 
Viel Erfolg noch.
Rudi
Hallo Rudi,
auch Dir vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich füttere die Buchenblätter an kleinen Ästchen und versuche diese so zu biegen, daß die Blätter nicht auf den Behälterboden aufliegen.
Ich glaube, ich habe mit meiner Fürsorge mal wieder übertrieben. Ich schalt jetzt mal einen Gang zurück, bevor ich die Räupchen wirklich noch zu Tode pflege.
Viele Grüsse
Monty
Von 16 Raupen in L1 bleiben mir aktuell 3, die aber einen recht guten Eindruck machen. Alle anderen sind verendet oder tun es gerade. Sie weisen keinerlei Spinnknäuel auf, aber ich fand vereinzelt jeweils nasse Kotreste in der Nähe. Ich habe 13 Stk. in einer 4x15x10cm großen, dichten Plastikdose auf reichlich Lindenblättern gehalten, zunächast dunkel gestellt und 2x täglich gelüftet. Kein Schimmel, Futter, da noch frisch, ohne Wässerung in etwa 3 Tagen noch nicht gewechselt. Raupen, die noch leben, fressen weiter an den Blättern, an denen sie saßen, nachdem ich gestern neues Futter geholt habe. Ein exzessives Umherwandern konnte ich nicht feststellen. Das ist jetzt das 3. Mal, dass ich bei tau praktisch Totalausfall habe. Das nächste Mal werde ich ausbinden mit maximal 5 Räupchen auf unterarmlangen Ästen. Meine Theorie: (Luft-)Feuchtigkeit wird doch nicht gut vertragen, genau wie zu dichter Besatz. Oder ich bin einfach ungeschickt und habe mit dieser Art kein Glück.
Eine weitrere idee wäre, dass sie es nicht vertragen, wenn man sie bei ihren Stacheln faßt...
Weitere Ideen?
Hallo Sven.
ZitatEine weitrere idee wäre, dass sie es nicht vertragen, wenn man sie bei ihren Stacheln faßt...
ist das ernst gemeint? Du fässt die Raupen in L1 und L2 an den Dornenauswüchsen an? Warum das?
Ich habe einige Raupen aus dem kleinen Behälter, in dem sie geschlüpft sind, vorsichtig an den Dornen gefasst, um sie ans Futter zu setzen. Danach ließ ich sie in Ruhe. Die Dornen waren ausgehärtet, die Raupen boten durch die glatte Plastikoberfläche, an der sie saßen, keinerlei Widerstand, und die Dornen blieben intakt, daher erschien mir das die schonendste Möglichkeit. Darin sah ich erstmal kein Problem, aber da ich sonst keine wirklich schlüssige Erklärung parat habe, bin ich auf der Suche.
@alle,
wie versprochen ein erster Zwischenbericht. Nachdem ich die Raupen trockengelegt habe, d.h. Behälter ausgewischt und das angefeuchtete Küchenpapier raus und dafür trockenes rein, sieht es nicht so schlecht aus. Es schlüpfen immer noch Raupen, bisher nur 1 Raupe verloren(im Kondenswassertropfen ersoffen). Absolute Dunkelheit ist wirklich wichtig, die Räupchen wandern zwar umher und sitzen häufig am Rand oder am Deckel des Behälters, sammeln sich aber nicht alle in einer Ecke und verknäueln sich dadurch auch nicht. 1x täglich schaue ich nach dem Rechten und setze die Räupchen wieder aufs Futter. Da die Raupen nicht sofort auf die neu gereichten Buchenblätter mit kleinen Ästchen dran überwechseln, sondern lieber an dem älteren Futter nagen, füttere ich jetzt nur noch alle 3 Tage um so wenig wie möglich Unruhe in die Behälter zu bringen.
Äuffällig ist die Verkümmerung der Fortsätze bei manchen Raupen. Die sind dann entweder abgeknickt oder nur noch als kleine Knubbel zu sehen. Bei manchen Raupen sind die Fortsätze aber völlig intakt.
Wodurch könnte das kommen??? Ich berühre die Räupchen nie, sondern lege sie immer auf einem Stück ihres alten Futterblattes in das neue Futter.
Vielleicht weiß ja jemand eine Antwort.
Viele Grüsse
Monty
@ Sven
keine Ahnung, warum bei dir die Zucht scheitert. Am Anfassen der Raupen wohl kaum. Da stimmt irgend etwas anderes nicht. Aber trotzdem ist es nicht unbedingt ratsam, Jungraupen mit der blossen Hand anzufassen. Wenn man Ausfälle nicht scheut, dann kein Problem, aber wenn es auf jedes Tier ankommt bzw. einem wichtig ist, dann ist dieses Vorgehen nicht vertretbar.
Die Dornenfortsätze werden manchmal bei zu trockener Haltung, oder auch bei zu dichtem Besatz gegenseitig abgefressen. Dies beeiträchtigt vorerst die Gesundheit der Tiere nicht, ist aber ein Signal, etwas an den Zuchtbedingungen zu ändern, sollten sich diese Vorkommnisse häufen. Zu trocken kanns ja laut deinen Hinweisen nicht gewesen sein, aber wieviele Raupen hast du im Augenblick in welchem Zuchtbehälter?
Hallo Rudi,
es sind ca. 5 Räupchen in einer Ferrero Schachtel. Allerdings habe ich jetzt für absolute Trockenheit gesorgt, da ich Angst hatte, daß sich bei Feuchtigkeit irgendwelche Keime entwickeln oder Krankheiten ausbreiten.
Ich werde heute das Küchenpapier am Boden ein ganz klein wenig anfeuchten, daß schadet bestimmt nicht.
Viele Grüsse
Monty
Leicht befeuchten ist auf jeden fall nicht schlimm, man kann dem Schimmel zemlich gut vorbeugen wenn man jeden Tag den Deckel fuer 10 Minuten aufmacht und luft rein laesst. Auch wenn man das Glas einige Male am tag dreht verhindert das ganz gut Kondenswasser, dieses bildet sich eigentlich nur an der kalten schattigeren Seite. Durch das drehen bleibt die Feuchtigkeit immer in der Luft, setzt sich nirgend ab und toetet auch die raupen nicht.
Ich befeuchte die Papierlage am Boden uebrigens noch aus einem anderen Grund, wenn es leicht feucht ist klebt es praktisch am Glasboden - man kann es viel besser in jede Ecke druecken. Dadurch entstehen keine falten oder Hohlraeume, in die die jungen Raupen reinkriechen koennen und vieleicht nicht mehr rausfinden.
Lucas
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Hallo Claude.
Nur ganz kurz, da ich zu meinen Tieren muss: die Raupe wird sich eingraben, ev. auch nicht ganz, was aber keine negativen Auswirkungen haben wird und in ca. 2 Wochen kannst du die fertige Puppe entnehmen und im Puppenkasten lagern.
Gruss.
Rudi
So, jetzt häuten sich endlich die ersten Raupen. Leider sind noch eine ganze Anzahl gestorben. Ich schätze, ich hatte irgend eine Krankheit in der Zucht. Aus heiterem Himmel wurden die Raupen gelblich, hörten auf zu fressen und fielen einfach verendet auf die Seite. Zuletzt wurde noch einmal flüssiger Kot abgegeben.
Bis jetzt haben sich für mich folgende Erfahrungswerte herauskristalisiert:
Das sind allein meine Erfahrungswerte und ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Ich habe mich einfach Euch gegenüber in der Pflicht gefühlt(besonders Rudi, der diesen Thread ganz besonders aufgewertet hat). Vielleicht kann ja irgendjemand mit meinen Info's in Zukunft etwas anfangen.
Ich hätte ja gerne noch ein bisschen mit gewässertem Schnittfutter herumexperimentiert. Leider sind von ca. 50 geschlüpften Räupchen noch ganze 15 übrig, weshalb ich kein Risiko mehr eingehen möchte.
Vielleicht hat ja auch noch jemand ein paar tau Raupen für mich übrig-ich würde mich riesig freuen.
...Fortsetzung folgt
Viele Grüsse
Monty
Hey Monty.
Für eine erste tau-Zucht ja schon mal gar nicht so schlecht. ![]()
Nachtrag stop: habe ich richtig gelesen, die Raupen sind erst in L2? Das kann nicht sein! Sie sind viel zu alt für L2! Setz mal ein Foto von deinen L2 hier ein.
Solltest du es nächstes Jahr wieder versuchen, wirst du viele Fehler nicht mehr begehen und auch so manche Unsicherheit locker übergehen. Dies wird sich dann auch auf´s Zuchtergebnis auswirken.
Ich hatte die letzten Wochen so ca. 100 melaina in Zucht, wovon schon gut 40 verpuppt sind und die restlichen kommen bald nach. Allerdings sind auch sicher noch 10 Raupen in L3 und L4 dabei. Bei den L3 habe ich kaum noch Hoffnung, dass sie es schaffen werden. Solche Tiere kommen einfach in der Entwicklung nicht voran. Ich gebe mir dazu immer eigene Erklärung, dass diese Tiere wohl einen "genetischen Defekt" haben. Sie wachsen langsamer, als die anderen und kommen meist nicht bis zur Puppe. Aufmerksam werde ich auf diese Kandidaten erst, wenn sich der erste Schwung schon verpuppt hat.
Ein letzter wichtiger Tip noch zur tau-Zucht, der auch für alle anderen Schmetterlingszuchten gilt:
Kurz vor der Verpuppung entleeren die meisten Raupen ihren Darm vollständig. Es ist strikt zu vermeiden, dass noch fressende Raupen, mit diesem Darminhalt in Kontakt kommen, bzw. kontaminiertes Futter fressen. Komischerweise sind manch andere Raupen ganz verfessen auf solchen Auswurf, was ihrer Gesundheit überhaupt nicht bekommt. Dieser letzte Darminhalt ist besonders umfangreich, je grösser das Tier ist. Anbei mal ein paar Fotos als Anhaltspunkt, wieviel eine einzige tau-Raupe kurz vor der Verpuppung ausscheidet und im Verhältnis ist die tau-Raupe gar nicht mal so gross. Zuerst wird ein extrem weicher Kotballen abgesetzt, der schon eher an Durchfall erinnert und danach eine gallertartige Substanz. Von der Menge her füllt das ganz locker einen Metallkronkorken.
Hallo Rudi,
wie immer bin ich sehr dankbar für Deine Hinweise. Hier nun endlich ein Foto von heute!!!(meine Kamera war in der Werkstatt). Ich habe mal das Nesthäkchen rausgesucht, aber alle anderen sind jetzt wirklich L2.
Lach ruhig, aber weiter sind sie wirklich noch nicht. Ich habe jetzt auf eingetopfte Linde umgestellt und alles läuft bestens. Mir macht die Zucht trotz hoher Verluste noch grossen Spaß und ich glaube wirklich, daß nächstes Mal vieles einfacher wird.
Weiter Berichte folgen...
Bis bald Monty
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Hallo.
Meine Aglia Tau Raupen sind nun auch soweit und verpuppen sich ‚Schlag auf Schlag’.
Ich habe zwar noch nicht alle Raupen durchgezählt, aber kann bereits abschätzen, dass die Männlichen Tiere die Mehrzahl bilden. Ist das eigentlich normal, oder hält sich das Verhältnis in der Natur eher die Waage - 50% männl und 50% weibl. Tiere ?.
Übrigens, die erste Raupe hat sich am Do., den 18.06.09 am Boden eingesponnen. Schlupf ab 03.05.2009.
Gestern hatte ich das Glück und konnte eine Verpuppung filmen, nicht ganz Professionell (Schatten, nicht ganz scharf, etwas ruckelig…), dennoch finde ich es gut. Wer mag, kann sich die ansehen. Ich warne mal vor: Es sind 6:26 Minuten. Wem das zu lange dauert, kann ja mit den Schiebereglern am Youtube-Player vorwärts spulen. (Quasi Zeitraffer
).
Schöne Grüsse
André
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Ja, genau.... warten bis nächstes Jahr ![]()
Hallo Andre,
die weiblichen und männlichen Vorkommen innerhalb der Art sind eher familienspezifisch, können aber auch von äußeren Einflüssen abhängig sein: während bei den Sphingiden zum Beispiel meist ein Ausgleich von 50%-50% zu finden ist, passiert es bei den Saturniden oft, dass die Männchen in der Überzahl sind.
Anders liese sich auch nicht erklären, warum bei Aglia tau und bei Saturnia pavonia um 2 einheimische Beispiele zu nennen - manchmal 10 Männchen oder mehr ein lockendes Weibchen umfliegen. Würde es Ausgleich von 50-50 sein, hätte ja jedes Weibchen genau einen Partner, zumindest theoretisch.
Dieses Phänomen hat meiner meinung nach den Zweck, dass bei den Nichtsaugenden Arten nur das stärkste, also auch aschnellste Männchen seine Gene weitergibt. Bei Schwärmern jedoch gibt es oft sogar einen Weibchenüberschuß, weil die Männchen (außer die Smerinthiden) Nahrung aufnehmen und sich somit mehrmals paaren können. Bei den Spinnern paart sich in der Regel (Zucht ist etwas anderes!) jedes Männchen nur ein mal, danach ist Sense...
MFG,
Lucas
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