Haltung Cossus cossus

    Hallo,

    hat jemand erfahrung bei der Zucht/Haltung von Cossus cossus, habe heute morgen bei Baumfällarbeiten eine Raupe im letzten Larvenstadium von
    Cossus cossus gefunden.
    Ich habe gehört das man sie in getrockneten Brotlaiben weiterzüchten kann.
    Würde mich sehr für einige Tips freuen.

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    Hallo Dami,
    die Zucht von C. cossus ist denkbar einfach:
    Du nimmst ein Glas (unbedingt mit Metallverschluss, am besten mit Bajonettverschluss, einen Platikdeckel durchnagt die Raupe mühelos), den Boden bedeckst du mit etwa 3 cm Sägespäne, darauf eine Lage Zeitungspapier, darauf eine Scheibe Schwarzbrot (noch besser = Vollkornbrot), hart oder fast hart, darauf einen halben Apfel mit der Schnittstelle nach unten. Die Raupe dazu, den Deckel d'rauf, fest verschließen und nach einigen Tagen die ganze Prozedur wiederholen.
    Aufpassen beim Futterwechsel: die Raupen beißen!
    Beste Grüße
    Heinz

    Hallo Damian, wenn die Raupe im letzten Stadium ist, wird sie nicht mehr viel fressen, sondern viel umherlaufen. Das was Heinz schreibt ist vollkommen richtig. Es kommt auch nicht auf die Art der Holzspäne an. Nur ist die Schicht von 3 cm m. E. zu niedrig. Ruhig etwas mehr dazugeben. Gruß: Fritz

    Hallo,
    zur Verpuppung müssen es nicht unbedingt Holzspäne sein.
    Ein Bekannter brachte mir letztes Jahr 2 erwachsene Raupen in einem Einmachglas mit 5 - 6 cm Gartenerde. Beide haben sich darin verpuppt und sind einwandfrei geschlüpft.
    Grüße
    Dietmar

    Hallo Dami,
    nein, es müssen keinesfalls Weidenholzspäne sein. Auch andere erfüllen denselben Zweck, nämlich, dass die Raupe sich ein "Bettchen" machen kann und dass gar zu hohe Feuchtigkeit etwas aufgefangen wird.
    Die Raupen sind grundsätzlich nicht heikel, was meiner Erfahrung ist. Es haben sich bei mir auch schon Raupen gänzlich ohne Sägespäne verpuppt und zwar direkt unter dem Brot, auf dem Papier.
    Allem anderen hier Gesagten kann ich uneingeschränkt zustimmen. Mehr Sägespäne als weniger ist sicher besser aber meiner Meinung nach nicht unbedingt Bedingung. Du wirst sehen, du hast bald eine Puppe.
    Beste Grüße
    Heinz

    Hallo,

    vielen dank nochmal für eure Tips! Die Zuchtmethode funktioniert prefekt, die Raupe hat das Brot sofort akzeptiert. :daumenja:

    Heut habe ich die gefällte Weide noch mal genau untersucht und weitere Cossus cossus Raupen gefunden. Ich hoffe das sie das Futter genau so gut annehmen wie die erste Raupe. Habe mir desweg auch glei ein ganzen Leib Vollkornbrot zum trocknen auf die Heizung gelegt.

    gruß Dami

    Hallo,

    ich werde die kommenden Tage auch eine Anzucht aus Cossus cossus Eiern starten. Meine Fragen zielen auf Erfahrungswerte hinsichtlch Bodensubstrat, Klimabedingungen, Platzbedarf, Nährsubstrat und Biologie der Larven.

    Ich habe jetzt schon viel über Holz- und Sägespäne als passendes Bodensubstrat gelesen. Ist die Späne nicht schlicht und ergreifend zu trocken für die Raupen? Ich würde jetzt gekaufte Blumenerde (ggf. mit Sandbeimischung oder halt Spänebeimischung) bevorzugen, die ich regelmäßig mit Wasser besprühe...

    Ich habe die Möglichkeiten sämtliche Klimabedingungen direkt zu steuern. Welche Werte sind die optimalsten? Ich dachte an Durchschnittswerte im "normalen" Wohnklima: 20*C bei 65% rel. Luftfeuchte. Soll ich außerdem das Licht komplett abstellen, oder ist eine geringe Lichtstärke für einige Stunden besser? (Die Raupen leben ja im Inneren von Holzstämmen, wo es komplett dunkel ist).

    Für ca. 100 Raupen stehen mir 3 Glasterrarien zur Verfügung:
    - 50x30x40 (LxTxH) -->2 Stück
    - 40x25x30 (LxTxH) -->1 Stück
    Aufgeteilt sollte der Platzbedarf für die 100 Larven doch ausreichen, oder muss ich mir um Kannibalismus o.ä. sorgen machen?

    Wieviele Vollkornbrotscheiben sollte ich für gut 30 Larven (pro Terrarium) mit Apfelhälfte auslegen? Muss das Brot komplett durchgetrocknet sein?


    Ich suche ansonsten weiterführende Literatur zu Cossus cossus (inkl. z.B. Körpertempertaur in entsprechenden Stadien, Standortansprüche, Ei- und Flugzeiten, etc. ).

    Ich bin euch für jeden Hinweis dankbar!


    Viele Grüße
    Nils

    Ich habe jetzt 3 Glasaquarien mit 40x25x25 (LxTxH) genommen, weil sie schlicht und ergreifend billiger als Terrarien sind. Wenn die Larven gegen Ende der Woche schlüpfen, werde ich mir passende Plexiglasplatten als Auflage mit Ausschitt für eine Aluminium-Gase in der Mitte basteln. Da sollten die ausgewachsenen Larven nicht durchkommen.
    Das Bodensubstrat besteht jetzt aus 10 : 1 Volumenanteilen Tonsubstrat : Sand, wobei die Schicht ca. 4-5cm dick ist. Das Klima steht derzeit bei 21*C, 67% rel. Luftfeuchte, komplett abgedunkelt.
    Unter den getrockneten Vollkornbrotscheiben befinden sich ca. 30 Eier.

    Irgendwelche Anregungen?

    Hallo rhagium_mordax,

    So anspruchsvoll was Klima und Umgebungsbedingungen angeht ist die Weidenbohrerzucht gar nicht. Und die Körpertemperatur ist auch egal, denn Insekten und deren Larven sind wechselwarme Tiere (nur kochen oder einfrieren solltest Du sie nicht).

    In der Natur legt das Weibchen seine Eier in Rindenritzen. Die jungen Raupen bohren sich in die Rinde und dann ins Holz. Dort leben sie drei Jahre lang bis sie verpuppungsreif sind. Die erwachsenen Raupen verpuppen sich am Ausgang des Baumes oder außerhalb am Boden in einem Kokon aus abgenagten Holzstückchen.

    Die Zucht geschieht bei normaler Zimmertemperatur, ein paar Grad mehr oder weniger ist ist egal. Man nimmt man Vollkornbrotscheiben (diese müssen nicht trocken sein) und legt halbierte Äpfel mit der Schnittfläche nach unten drauf. Als Untergrund braucht man keine spezielle Erde, einfach etwas Sägemehl reicht auch. Ich habe auch mal Weidenbohrerraupen gezüchtet und habe nach einiger Zeit ganz auf den Untergrund verzichtet. Die Raupen bohren sich ins Brot, aber hauptsächlich in die Äpfel von denen sie sich ernähren. Wenn das Brot zu schimmeln anfängt oder die Äpfel anfangen zu faulen oder schimmeln, mußt Du sie auswechseln. Spätestens jetzt wird die Zucht bei so vielen kleinen Raupen richtig arbeitsintensiv, denn die mußt Du beim Erneuern des Futters erst einmal in den alten Äpfeln finden (freiwillig kommen die da nicht heraus). Bei größeren Raupen ist das einfacher, da sieht man die Gänge, die sie gefressen haben und die Raupen natürlich auch viel besser. Bei der Zucht läßt sich die Entwicklungsdauer auf ein Jahr verkürzen. Wenn die Raupen erwachsen sind, sind sie sehr groß und stellen die Nahrungsaufnahme ein (kein Kot mehr). Dann gebe ich den Raupen immer morsches, aber noch nicht weiches Holz in dem sie sich einen Kokon bauen können. Wenn die Raupen sich jetzt noch nicht verpuppen, müssen sie erst überwintert werden. Die Falter schlüpfen drei bis vier Wochen nach der Verpuppung.

    Und nun viel Spaß bei der Zucht!

    Gruß - TOX 2001

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    Hallo Nils,

    ich kann nur zustimmen, C. cossus ist nicht gerade arg anspruchsvoll. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, wenn man sich vorher erst mal Gedanken macht. Du kannst es genauso machen, wie TOX es geschrieben hat, ich habe hier nur noch ein paar kleine Ergänzungen.

    Ebenfalls wie TOX habe ich irgendwann auch auf Untergrund verzichtet, ich hab einfach eine Lage Klopapier eingelegt und darauf das Futter.

    Vollkornbrot hatte auch nicht immer dabei, die Raupen sind wie schon beschrieben meist sowieso im Apfel. Und selbst bei mittelgroßen Raupen kann es übrigens noch mühselig sein alle zu finden. Den Apfel darfst Du jedenfalls nichts schneiden, dabei erwischst Du sonst möglicherweise eine Raupe.

    Der TOX hat ja geschrieben:

    Wenn das Brot zu schimmeln anfängt oder die Äpfel anfangen zu faulen oder schimmeln, mußt Du sie auswechseln.


    Nur um das zu ergänzen, das macht den Raupen nichts aus, wenn es mal bisschen schimmelt oder fault, die sind ziemlich robust, sobald Du es merkst ist's halt langsam mal Zeit für nen Futterwechsel.

    Zum Verpuppen haben sie bei mir sogar zusammengeknülltes Klopapier genommen und sich darin eingesponnen.

    Eine Sache fällt mir noch ein. Ich hatte einmal zwei erwachsene Raupen relativ lang unbeobachtest gelassen, bzw. hatte sich eine verpuppt und der anderen ist das Futter ausgegangen. Das Ende vom Lied war, dass die Raupe die Puppe zur Hälfte verputzt hat. das war zwar eigentlich mein Fehler, aber darauf sollte man vielleicht auch noch achten.

    Guad Nacht,
    der moe

    Hallo zusammen,

    ich hätte ja jetzt nicht gedacht, das die Tiere so anspruchslos sind. Dadurch, dass sich die Larven direkt in das Brot oder die Äpfel bohren, ist das Bodensubstrat gar nicht als Substrat sondern eher als Untergrund anzusehen (wie moe schon beschrieben hat). Ich bin davon ausgegangen, dass die Larven den Boden auch dafür nutzen, um sich ein "Nest" zu bauen o.ä.. In dem Zusammenhang fand ich "richtigen" Boden sinnvoller. Wie dem auch sei....
    Die Tatsache mit dem Schimmel oder Fäulen bringt mich jetzt zum umdenken. U.U. ist mein Bodensandgemisch eher kontrproduktiv und trägt dazu bei, dass die Futterquelle (aufgrund höherer Bodenfeuchtgkeit) schneller anfängt zu schimmeln. Hmpf.. :frowning_face: Nun ja, jetzt kann ich erstmal nicht viel machen und muss warten bis die Larven geschlüpft sind. Die Eier finde ich so schnell nicht wieder im Glaskasten.
    Um zu schnelle Schimmelbildung zu vermeiden, wollte ich die Apfelhälften erst zulegen, wenn die Larven geschlüpft sind. So mein momentaner Plan...
    Ich freu mich schon auf die "Pul-Prozeduren" bei der Larvensuche im Apfel... :winking_face:

    Greetz
    Nils

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