"Kleine" Sensation ?!

    Servus Kollegen,

    neulich entdeckte ich einen kleinen weißen Falter, der auf den ersten Blick an einen Spanner erinnerte.
    Doch beim zweiten hinsehen sah ich dass es gar kein Spanner, sondern ein Weißling war :astonished_face: .

    Bei diesem Tier handelt es sich vermutlich um eine extrem kleine Version von Peris napae, dem Grünader-Weißling.

    Nun, ich bin sehr stolz auf meinen "kleinen" Fund, doch ist eine solche Zwergvariante eine Seltenheit oder tritt dieses Phänomen öffters,
    auch bei anderen Arten, auf ?

    Bin gespannt auf eure Antworten.

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    Hallo Andy,

    wie Werner schon sagt, kommen solche "Hungerformen" in sehr trockenen und damit nahrungsarmen Jahren immer wieder vor (bevorzugt bei Pieriden (Weisslingen) ?). Ich habe ein ähnlich kleines Männchen von A. napi aus dem Altmühltal, gefangen in dem sehr heissen und trockenen Jahr 1976 . Auch habe ich einen "putzig-kleinen" Segelfalter aus Istrien, gerade einmal 5 cm groß.
    Anscheinend haben manche Arten nicht die "Elastizität" ihren Stoffwechsel bei Nahrungsknappheit so weit herunter zu schrauben, dass ganz einfach kleinere (zeugungsfähige ?) Falter entstehen..
    Vom Schwalbenschwanz, Bläulingen, Schwärmern ...sind mir solche "Mikros" nicht bekannt, obwohl es da immer einmal wieder kleinere Individuen gibt. Gibt es da eine Grenze nach unten (so wie es die auch nach oben gibt) ?

    Vielleicht gibt es hier Erfahrungen und konkrete Beispiele von anderen ACTIAS-Mitgliedern ?
    Gruß,
    Michael

    "Andy" repoted about a tiny A. napi imago (see his foto), which might be due to starvation of the larval instars.
    Has somebody else become aware of such dwarf forms of butterflies / moths ?

    Aus meine Jugend ist mit die bewußt gezüchtete "Hungerform" eines Schwalbenschwanzes bekannt. In dem man die Raupen immer nur sehr wenig zu fressen gibt, kann man so eine Bonsai-Form bekommen. Habe ich selber gemacht und das Exemplar ist noch in meiner Sammlung (ca. 6 cm Spannweite, kann es leider nicht nachprüfen, da Sammlung auf Dachboden meiner Mutter).

    Aus meiner jetzigen Perspektive finde ich das eher grausam, geht mir sogar bei Bonsai-Bäumen so. Hatte damals noch mehr Frankenstein-Experimentier-Freude (das 100cm-Spannweiten-Exemplar ist mir leider nicht gelungen :grinning_face_with_smiling_eyes: )

    Viele Grüße
    Michael

    Ich habe einige ziemlich kleine Männchen und Weibchen des Osterluzeifalters Zerynthia louristana aus einer Zucht erhalten.(Siehe beigefügtes Foto)
    Damals hatte ich aus dem Iran Raupen dieser Art mitgebracht und dazu gleich das entsprechende Futter in abgeschnittenem Zustand. An diesem mitgebrachten Futter befanden sich auch noch einige Eier.
    Während die mitgebrachten Raupen am saftigen Futter zur Verpuppung gebracht werden konnten und schöne große Falter ergaben, blieb für die erst später geschlüpften Raupen aus den Eiern nur noch völlig vergilbtes Futter übrig.
    Die Raupen fraßen es zwar widerwillig und verpuppten sich auch, ergaben aber viel kleinere Puppen und entsprechend auch viel kleinere, aber vollständig entwickelte Falter.

    Gruß Jürgen

    Moin moin,

    also das ist ja schon sehr interessant was ihr da alle schreibt. Eigentlich habe ich immer die Befürchtung gehabt, wenn Raupen nicht genug fressen
    sterben sie. Eigentlich ja auch logisch, doch dass sich aus Raupen die nur sehr wenig fressen auch Puppen und Falter werden, ist schon faszinierend !

    Doch ich denke auch, dass dies nur in wenigen Fällen auch wirklich funktioniert und ein solches Phänomen nicht unbedinkt durch eine gewollte Zucht zu erreichen ist.

    Oder ??

    Hallo zusammen.

    Zu diesem Thema habe ich gerade was aktuelles.

    Dieses Laothoe populi Pärchen wurde im Mai am Fuße einer Zitterpappel gefunden. Beides Freilandtiere wohlgemerkt und zumindest das Weibchen dürfte auf ca. 10 Meter hohen, wohlbelaubten Zitterpappeln als Raupe gefressen haben.
    Trotzdem ist es nur gut halb so groß, wie normale Weibchen von populi.

    An Eiern legte sie nach der Kopula ca. 80 Stück in normaler Größe ab. Die Zucht, bis jetzt haben sich immer noch nicht alle Tiere verpuppt, verlief ausgebunden auf einer Zitterpappel und ergab wiederum sehr kleine Raupen. Als die ersten in den Boden gingen, konnte ich es kaum glauben, dass es schon so weit wäre. Leider war die Sterblichkeit der Raupen umgekehrt proportional zur Größe des Weibchens.
    Wenn ich von den 70 Jungraupen 20 Puppen erhalten werde, bin ich froh.

    So erscheint es bei diesem Weibchen nicht um eine echte Hungerform zu handeln, sondern um vererbbare Kleinwüchsigkeit.

    Besten Gruß
    Rudi

    Hi Rudi,

    sehr interessanter (Glücks) Fund und bemerkenswert dass sich die Kleinwüchsigkeit vererben lässt.
    Theoretisch könnte man eine Art dadurch ins minimalistische züchten, oder ?

    Bin auf jedenfall gespannt was aus deinen Puppen schlüpft und noch viel Glück dabei :thumbs_up: .

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