Übersee-Transport von Zuchtmaterial

    Hallo liebe Züchter-Kollegen!

    Hat jemand von Euch Erfahrungen, welche Auswirkungen Röntgenstrahlung wegen der Durchleuchtung von Koffern am Flughafen, bzw. der Durchleuchtung von Versand-Paketen auf das Erbgut und damit die Vitalität von Zuchtmaterial (Eier, Puppen) haben kann. Ich habe gehört, dass aufgrund der ständig wachsenden Terror-Gefahr (siehe aktueller Fall in London!!) in vielen internationalen Flughäfen mittlerweile hochenergetische (kurzwellige) Grammastrahlung in den Durchleuchtungsgeräten zum Einsatz kommen soll.

    Welche Form des Transportweges von Nordamerika (Kanada) nach Deutschland ist zu empfehlen im Hinblick auf eine möglichst geringe Strahlenbelastung ?

    Paketversand oder Koffer?

    Wie deklariert man so ein Versand-Paket am besten, damit es nicht beschlagnahmt wird? Lt. den neuesten kanadischen Versandbestimmung dürfen z.B. keine Silkworms versendet werden. (Die sollten sich lieber darauf konzentrieren, dass keine Waffen oder Sprengstoffe unbemerkt das Land verlassen :angry_face: )

    Für Euere Anregungen und Meinungen währe ich sehr dankbar!


    Hello breeders!

    do somebody have experiences in the consequences of X-Rays to the inheritance and vitality of breeding-material (eggs, pupae/cocoons) because of the scanning of baggage at the airport or the scanning of parcels which go by air-mail. I’ve heared that because of the steady increase of terrorism danger (currently London!!) at many airport they use now the high energetic gamma radiation for scanning the baggage.

    Which way of transport from North America to Germany is recommended to get a most as possible low radiation?

    Parcel (package) or suitcase?

    How should such a parcel be declared not to get confiscated? The latest Canadian shipment regulations say for example it is not allowed to ship silkworms overseas. In my opinion they should better concentrate to prevent the shipping of weapons or explosives! X()

    I would be glad to get some helpful opinions and ideas about this topic from you!

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    Hallo

    Also ich kann mir schlecht vorstellen das die Röntgenstrahlung so stark ist das sie gravierende (spürbare) Erbgutschäden hinterlassen.
    Allerdings ist das eine wirklich Interessante Frage, habe ich selbst noch nie drüber nachgedacht. Da müsste man schon echt einen Mann vom Fach fragen denke ich ! :face_with_rolling_eyes:

    Wenn nun die Röntgenstrahlung Schäden auf das Erbgut hat würde ich den Versand per Post vorziehen, da ich mir nicht vorstellen kann das alle Pakete und Briefe geröntgt werden. Koffer und das Handgepäck hingegen werden normalerweise sehr oft geröntgt.
    Meiner Meinung nach :smiling_face:

    Mfg Mario

    Briefe ohne absender mit fremdartigen inhalt s.b. plastic tubes werden alle geöffnet und Eier oder anderes lebendmaterial (Insekten) werden ohne weiteres vernichtet!!!!

    Hallo,


    also bis jetzt hatte bei Versand von Zuchtmateria nach Übersee keine Probleme, weder als Empfänger noch als Absender. Soweit ich weiß, braucht der Empfänger in den USA eine Erlaubniss, wenn er exotische Insekten züchten möchte. Ob ein Absender in den USA etwas nachweisen muss, weiß ich nicht, kann ich mir aber vorstellen.
    Röntgenstrahlung ist in dieser Dosis für Insekten völlig unproblematisch. Man kann also tadellos mit "durchleuchteten" Tieren züchten. Überlegungen, wie man die Röntgenstrahlung verringern kann sind nicht nötig, zumal auf allen Transportwegen kontrolliert wird.
    (Nur nebenbei: Energiereichere Strahlung bedeutet nicht unbedingt, dass die Strahlendosis, die das Gewebe abbekommt auch höher ist. Es ist sogar so, dass energiereichere Strahlung weniger den Körper schädigt, als weniger energiereiche. Deswegen müssen laut neuester Röntgenverordnung z.B. Kinder möglicht energiereich geröntgt werden.)

    Viele Grüße,

    Florian

    Hallo zusammen,

    sicher eine interessante Frage, die da vom "Cape Bretoner" aufgeworfen wurde.

    Wenn ich (einmal wieder und das zunehmend) nur teilweise schlüpfende Eier (Hyalophora 'kasloensis'), verkrüppelte Falter aus Puppen (A. mittrei) oder "kopulationsfaule" Adulte aus den per Flug versandten Puppen bekomme, denke ich zunächst einmal weniger an Strahlenschäden als Folge der Flugüberwachungspraktiken. Näher stehen mir Gedanken wie "die Eier waren zu lang im heissen Auto" oder "exzessive Massenzucht gefragter Arten kann nicht gut gehen, was die Qualität angeht". Andererseits kann man auch selbst mitunter etwas bei der Haltung ganz schön "verbocken" (wie wir alle wissen).

    Allerdings sind die negativen Einflussnahmen energiereicher Strahlung wie Röntgen- oder Gammastrahlung (Kobalt-Quelle) auf Insekten vielfältig nachgewiesen. Sie waren sogar seit etwa 1950 (und sind) im Rahmen von Bekämpfungsprogrammen gegen Schadinsekten äußerst erwünscht. Diese "Sterile-Insekten-Technik - SIT" beruht darauf, dass Adulte oder Puppen unterschiedlichen Strahlendosen ausgesetzt werden. Die Keimzellen reagieren empfindlicher als das Restgewebe.
    Die Tiere werden je nach Dosis steril oder teilsteril. Sterile, gezüchtete Männchen werden freigelassen, sind im Idealfall mit Freilandmännchen konkurrenzfähig und blockieren die "Kopulationsstellen" bei den Freilandweibchen. Die Population bricht zusammen (theoretisch).
    Männchen, die einer geringen Dosis ausgesetzt werden, transportieren den ausgelösten genetischen Schaden wie eine Erbkrankheit weiter, d.h. noch Folgegenerationen weisen eine Teilsterilität der Gelege auf (z.B. Stechmücken).
    Auch kann das Verhalten der Tiere beeinträchtigt sein: Sie leben kürzer,
    sind nicht so aktiv, "riechen" den Partner nicht und sehen schlecht (z.B. Fruchtfliegen).
    Sicher ist, dass Nachteile bereits bei sehr geringen Strahlendosen auftreten können (!!!).

    Und damit fangen unsere Probleme erst an: Verschiedene Arten und Entwicklungsstadien sind alle unterschiedlich strahlenempfindlich:
    Küchenschaben sind wohl das resistenteste an Insekten, was "irgendwo herumläuft". Schmetterlinge sind da viel empfindlicher.
    All das hat mit Form, Größe und Anzahl der vorhandenen Chromosomen zu tun sowie mit Geschlecht, Alter, Stadium, Strahlenart ....... Schlimm ist auch, dass nur sehr wenige Insekten auf ihre Strahlenempfindlichkeit hin untersucht wurden (und das sind leider nicht die Schönen).

    Nicht so einfach also,wie ihr seht, Ursache und Wirkung in einen nachweislichen Zusammenhang zu bringen. Trotzdem: Sollte man auf den Flughäfen zunehmend länger und energiereicher bestrahlen (warum, denn dann gäbe es u.U. Abschirmungsprobleme für uns ach so strahlenempfindliche Passagiere), müssten wir wissen, was an Dosis am transportierten und verpackten Objekt ankommt. Ziemlich sicher wissen das die Flughäfen oder der TÜV oder das Ordnungsamt, die sicher ihre Dosimetertests gemacht haben .... Aber dann bliebe noch die individuelle Strahlenempfindlichkeit der Viecher ...

    Wie ihr seht - das ist doch alles recht komplex und behindert die von uns allen gewünschte, klare Aussage erheblich.

    Wenn wieder einmal schlechte Schlupfraten zu verzeichnen sind, sollte man am besten "an's heiße Auto" denken (oder bei hinreichender Bereitschaft an eigene Fehler ?).

    Grüsse

    MW

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für Euere Meinungen und Hinweise zu diesem Thema.

    Wie ich aus Eueren Antworten entnehmen kann, ist wahrscheinlich der Versandweg der bessere. Ich werde aber trotzdem einen Teil der Puppen und Kokons im Koffer transportieren, einfach um herauszufinden, ob sich bei einer Nachzucht im nächsten Jahr signifikante Unterschiede in der Vitalität der Tiere, welche per Versand-Paket oder im Koffer transportiert worden sind, feststellen lassen.

    Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag abend!

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