Vorstellung und Fragen zu Futtertiereignung

    Hallo liebe Forengemeinde,
    ich möchte mich hier ersteinmal kurz vorstellen.
    Ich heiße Robin, bin 20 Jahre alt und leidenschaftlicher Terrarianer.
    Ich halte derzeit ein Jungtier der Gattung Calumma Parsonii.
    Jeder der das jetzt gegoogelt hat und bereits böses ahnt, hat vermutlich die richtige Vorstellung :grinning_squinting_face:
    Ich suche hier nach einer als Futtertiergeeigneten Schmetterlingsart mit möglichst großen Raupen, die möglichst unkompliziert nachzuzüchten ist.
    D.h. möglichst geringer Platz- und Zeitaufwand v.A. auch was das Futter angeht und das bei möglichst guter Ausbeute, wober letzteres zweitrangig ist.
    In Amerika ist diesbezüglich Manduca Sexta gut etabliert, in Deutschland konnte ich sie bisher, abgesehen vom Max-Planck-Institut aber nicht finden.
    Kennt sich zufällig jemand mit dieser Art aus?
    Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen.
    Liebe Grüße,
    Robin

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    Hallo Robin!
    Warum willst du eigentlich unbedingt Schmetterlinge/Raupen an deine Chamäleons verfüttern?
    Das ist doch abgesehen von der Schönheit der Schmetterlinge/Raupen eine irrsinnige Anhäufung von Arbeit und Aufwand. Noch dazu sind die Raupen ernährungsmäßig gesehen wahre Kalorienbomben genau wie Zoophobas. Soweit ich weiß, gibt es genug Halter von C. parsonii die nicht mit Raupen füttern sondern abwechslungsreiche Kost aus Heuschrecken, Grillen, Schaben und anderen Insekten bieten. Hab die aber noch nie selber gehalten. Somit kann ich nur auf Erfahrungen anderer zurückgreifen.
    Also wenn du unbedingt selber Futtertiere züchten willst, dann würd ich dir raten leg dir einen Zuchtstock von Shellfordella tartara oder Blaptica dubia zu. Die sind äußerst leicht zu züchten und besser geeignet als Raupen.
    LG,
    Lukas

    Hallo Lukas,
    wie du selbst schreibst, ist die Vielfalt der angebotenen Futtertiere ein wichtiger Faktor in der Chamäleonhaltung.
    Je höher die Anzahl der unterschiedlichen Futtertiere, desto besser.
    Die Tiere sollen ja nicht als Alleinfuttermittel dienen :winking_face:
    Außerdem bieten auch die Falter ein gutes Futtertier, das auch noch durch die Gegend flattert.
    Außerdem haben Raupen, im Gegensatz zu Zophobas, den Vorteil, dass sie kein hartes Exoskelett besitzen.
    Das ist bei C.Parsonii durchaus von Vorteil, da sie einen recht empfindlichen Rachenraum haben.
    Hast du vielleicht einen Tip, welche Art sich da eignen könnte?
    Liebe Grüße
    Robin

    Hallo Robin,

    Die Frage ist was dir das Ganze denn kosten soll? Unsere einheimischen Arten überwintern jetzt da es kalt draussen ist, die Arten die du jetzt ziehen könntest sind zumeist nicht einheimische Arten die besondere Futterpflanzen brauchen und da geht es dann richtig ins Geld.

    Bombyx mori ist sehr leicht zu züchten, die Raupen können verfüttert werden und sind nicht giftig, jedoch essen diese Maulbeerbäume, und das nicht zu knapp...

    Tja, das Problem ist wirklich jenes wie Claude schreibt. Die einheimischen meist nicht giftigen Arten sind am überwintern und die fremdländischen sind wenn sie leicht zu züchten sind entweder wahre Fressmaschinen oder leicht giftig bis giftig.
    Ich habe wenn meine adulten Samia cynthia walkerii oder S.c.ricini fast am sterben waren meinen C. calyptratus gefüttert. Phelsuma madagascariensis grandis nimmt die auch sehr gern an!
    Die Toxizität der Falter ist so gering, dass wenn du sie nur ab und zu fütterst deinen Tieren nichts machen sollte! Ob du das machen willst, liegt in deiner Entscheidung. Erfahrung bei der Verfütterung dieser Falter/Raupen an C. parsonii hab ich nicht.
    Aber wie gesagt, ich denke dass es genug andere Auswahl an Futtertieren gibt, die günstig und leicht zu erwerben sind um deinen Tieren eine abwechslungsreiche kost zu bieten.
    Eines kann ich dir nur raten: lass die Finger von Wiesenplankton. Aufgrund meiner Tätigkeit am Institut für Parasitologie an der Vetmeduni Wien (Tierarzt) kann ich dir nur sagen, dass die meisten Terrarianer die das gerne tun ihre Reptilien mit Protozoen oder sogar Würmer infiziert haben. Also lieber mal die herkömmlichen Futtertiere anbieten.
    Ich hoffe ich konnte dir helfen!
    LG,
    Lukas

    Hallo ihr beiden,
    das hört sich ja nicht gerade vielversprechend an...
    Kennt ihr dann vielleicht andere Insekten, die nicht im Standartsortiment für Futtertiere sind, sich leicht nachzüchten lassen,
    futtertiergeeignet sind, am besten noch schön groß werden und nicht allzusehr ins Geld gehen?
    Da gibts zwar noch Stabschrecken und Gottesanbeterinnen nur leider hasst meine Freundin die regelrecht :frowning_face:
    Zu dem Wiesenplankton: Ich verfüttere im Sommer gerne Heuschrecken und Spinnen von draußen.
    Gibt es bei Parasiten nicht auch eine gewisse Wirtsspezifität? Können dir einem madagassischen Tier
    wirklich gefährlich werden? Also nicht nur infizieren sondern auch wirklich gefährlich werden.
    Parasiten an sich sind ja was ganz natürliches.
    Soweit schonmal vielen Dank für eure Hilfe.
    Liebe Grüße
    Robin

    Da gibts zwar noch Stabschrecken und Gottesanbeterinnen nur leider hasst meine Freundin die regelrecht

    Einige stabschrecken werden sehr "schön" und lassen sich leicht nachzüchten.z.B. Sipyloidea sipylus . Die flattern auch fast wie schmetterlinge.Sie brauchen wenig platz und deine Freundin würde die eigentlich kaum bemerken, da sie gut getarnt sind und in einem kleinem Terra moit viel futter und ästen gar nicht bemerkbar sind.Außerdem vermehren die sich wie Plagen.Ansonsten gibt es da nicht viel...
    Gottesanbeterinnen würde ich nicht nehmen , da sie dein Chamäleon verletzen könnten.

    Zitat

    Gottesanbeterinnen würde ich nicht nehmen , da sie dein Chamäleon verletzen könnten.

    Wunderbares Futter, gehört zudem eh ins natürliche Nahrungsspektrum;)

    LG
    Jenny

    Wie poste ich falsch?
    Nachdem ich Google, das Wiki und die Suche
    erfolgreich ignoriert habe, erstelle ich zwei bis fünf neue Themen,
    in den falschen Unterforen, mit kreativen Titel und undeutlichem Text,
    unter dem sich jeder etwas anderes vorstellen kann.

    Hallo,
    vielen Dank für die Tips :winking_face:
    Kennt jemand ne Gottesanbeterinnenart die leicht nachzuziehen und gut erhältlich ist?
    Vielleicht kann man die ja auch irgendwo verstecken :grinning_squinting_face:
    Liebe Grüße
    Robin

    Also, bezüglich Wirtsspezifität gibt es kontroverse Ansichten: zum einen gibt es sehr wirtsspezifische Parasiten aber mitunter sind auch welche dabei die nicht gerade wählersich sind was den Wirt betrifft. Zum einen sind da Protozoen wie Trichomonaden und Ciliaten und zum anderen gibt es auch Würmer Ascariden und Oxyuren. Diese sind bei einem geringgradigen Befall meist nicht wirklich gefährlich, doch was ich beobachte ist, dass Besitzer befallener Tiere über Zuchtprobleme klagen und vor allem Weibchen weniger Eier legen oder gar keine. Was der Auslöser dafür ist ist noch nicht grundlegend untersucht. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Parasiten "Stress" auslösen und somit die Fortpflanzungstätigkeit behindern könnten.
    Wie gesagt, ich hab es mir abgewöhnt Wiesenplankton zu verfüttern. Was du dann machst, ist deine Entscheidung.
    Zu den Gottesanbeterinnen: Also es stimmt wie Jenny schreibt, dass die zum natürlichen Nahrungsspektrum gehören, doch ist die Zucht von Gottesanbeterinnen nicht gerade schnell und einfach. Du musst bedenken, dass du die kleinen Nymphen nur bis zu einer gewissen Größe in kleinen Gruppen halten kannst. Sprich ab der 2. Häutung sollten die einzeln gehalten werden, sonst fressen die sich gegenseitig. Dann sind Gottesanbeterinnen "Fleischfresser" somit brauchst du Futtertiere für Futtertiere. Das ergibt für mich keinen Sinn!
    Wenn dann züchte Stabheuschrecken (Baculum extradentatum) oder Gespenstschrecken (Extatosoma tiaratum) die sind wirklich leicht zu züchten (Futter: Brombeere, Himbeere, Rose) ungiftig und sicherlich eine abwechslungsreiche Nahrung. Und im Winter hast du genügend Futter für die Schrecken.
    Lg,
    Lukas

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    Hallo Lukas,
    okay, danke für die Tips :winking_face: Hab schon Lieferanten für Stabschrecken gefunden :smiling_face:
    Nach den Gespenstschrecken könnte ich mich aber auch noch umsehen.
    Zusammenhalten geht da vermutlich nicht oder?
    Liebe Grüße
    Robin

    Doch , Stabschrecken und Gespenstschrecken kann man zusammenhalten.Nur keine Wandelnden Blätter , da sie von Stab- und Gespenstschrecken angefressen werden.

    Also wegen diesen Dornen brauchst du dich nicht sorgen. Lies mal ein bisschen wissenschaftliche Literatur über die Ernährungsweise con C. parsonii in freier Natur! Die fressen auch Mantiden, die ja auch nicht gerade "unbewaffnet" sind. Also das heißt bezüglich der Dornen brauchst du dich nicht sorgen. Adulte Gespenstschrecken sind ohnehin zu groß würd ich mal sagen!
    LG,
    Lukas

    Hallo Lukas,
    leider leiden C.Parsonii´ in Gefangenschaft oft an Maulfäule, deshalb ist diesbezüglich Vorsicht geboten.
    Werden die Gespenstschrecken tatsächlich zu groß für ein 70cm Chäleon?
    Liebe Grüße
    Robin

    Kommt auf die Art an...

    Bei den meisten würde es gehen , nur vielleicht keine Eurycantha calcarata oder horrida , Heteropteryx dilatata (zu viele Stacheln, zu groß)oder Phanarcia und Phobaeticus (zu groß)

    Hallo,
    wow nicht schlecht :winking_face:
    Gibts denn auch mittelgroße Gespentschrecken die keine oder so gut wie keine Stacheln haben und sich gut nachzüchten lassen?
    An den Stabschrecken ist so wenig dran.
    Liebe Grüße
    Robin

    Da gibt es noch Peruphasma schultei.Die fressen Liguster.Da weiß ich aber nichts über die Toxizität.Ich hab da mal was von Abwehrsekret gehört...genau weiß ich es aber nicht

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