Schlupfverhalten A. atropos

    Hallo miteinander,

    um den Zeitpunkt des Schlupfes meiner A. Atropos genau bestimmen zu können grub ich die Puppen aus, allerdings ließ ich sie in der Erdhöhle quasi ohne Decke.
    Durch das typische Knacken wurde ich zur Geisterstunde vom Sofa hochgerissen und konnte live den Schlupf verfolgen.
    Sehr interessant: der Falter kroch aus der Puppenhülle, drehte sich auf den Rücken und begann mit dem Hinterleib zu pumpen während der restliche Körper still rücklings verharrte.
    Aus dem Abdomen spritze der Falter eine klare Flüssigkeit nach oben bis sich die Erde immer dunkler färbte, also die Erdhöhle aufweichte. Es handelte sich dabei jedoch nicht um die hellbraune Flüssigkeit welche die Falter nach dem Schlupf bzw. vor dem ersten Abflug von sich geben.
    Dieser Vorgang dauerte etwa 1 Minute bevor der Falter sich wieder regte und daran machte seine Erdhöhle zu verlassen. Nach anfänglichem Drücken mit dem Kopf nutze der Atropos die von mir geschaffene Öffnung.
    Auf dem Foto aus der Vogelperspektive sieht man gut am oberen Rand die feuchte Erde und den Falter in Rückenlage. Links die leere Puppenhülle.

    Ist dieses Verhalten bekannt oder in der Literatur beschrieben? Ich fand es unglaublich faszinierend...

    Grüße Steffen

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    Hi Steffen, ob dieses Verhalten in der Literatur beschrieben ist, weiß ich nicht.
    Aber ich kann mich erinnern, dass wir es in der Fachgruppe Entomologie (Kulturbund der DDR) vor etwa 30 Jahren diskutiert haben. Damals war das Verhalten für viele noch völlig unbekannt.

    Es ist mit Sicherheit auch heute ein wenig bekanntes Verhalten, wahrscheinlich auch unter Experten.

    L.G.
    Mario

    OK, wirklich sehr spannend. Ich bin ja ein Freund von Puppenhüllen, Kokons, Kammern und allem was darin vor sich geht. Die Frage ist, was für einen Sinn es macht, wenn der Falter den Teil der Kammer "ansprüht", der am Hinterende liegt. Oder dreht sich der Falter einmal in diese Richtung? Wenn er am gegenüberliegenden Ende die Kammer verlassen will, frage ich mich, was damit bezweckt werden soll...

    ...das war ja das Faszinierende:
    der Falter schlüpfte aus der Puppenhülle, drehte sich um 180 Grad, sprühte ca. 1 MInute um sich dann erneut um 180 Grad zu drehen. An der feuchten Stelle begann er dann dagegen zu drücken bis er das große Loch bemerkte und herauskroch.

    Hallo Steffen.

    Da man als Züchter in der Regel die Puppen von atropos aus der Erde nimmt, bevor die Imagos schlüpfen, kenne ich dieses Verhalten nicht.
    Daher danke fürs Einstellen hier im Forum!

    Auf alle Fälle eine interessante Beobachtung.
    Hättest du nicht live zugesehen, hättest du wohl auch gedacht, das Tier hätte einfach nur Mekonium abgesondert.
    So weiß man das nun besser. :thumbs_up:

    Danke und Gruß
    Rudi

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