Aufweichzeit von Tütenfalter

    Hallo Zusammen,
    ich habe eine Frage zum Aufweichen von Tütenfaltern, der Körper bzw. die Flügelansätze brauchen bei mir manchmal mehr als eine Woche bis sie "weich" sind zum Spannen. Als Weichmittel nehme ich Wasser und Weichessenz von bioform in einer Plastik-(Eis)Dose.
    Weiß jemand, woran das liegen kann, das der Flügelansatz/Körper so "lange" braucht?
    Die Falter die ich einweiche sind -soweit ich weiß (vom Besteller) manchmal ziemlich "alt" (einer war so stand es auf dem Zettel - von 1990, vielleicht war aber auch der Zettel nicht korrekt), spielt das eine Rolle, wie alt der Tütenfalter ist?
    Könnte man den Falter über heißen Wasserdampf halten?

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    Hallo Inge,

    meine Beobachtungen zeigen auch, dass das Alter der getrockneten Falter eine Rolle spielt und die Aufweichzeit sich verlängert.
    Wichtig bei so langen Weichzeiten ist immer, das sich kein Schimmel bildet, bzw. bilden kann. Ich verwende dazu ein paar Kristalle Thymol, die ich mit in den Weichbehälter gebe. Auch wenn man den Schimmel nicht sieht, kann es sein das der Falter auseinanderfällt.
    Um die Aufweichzeit zu verkürzen, nehme ich die Falter möglichts bald, also wenn die Gefahr des Fühlerbruchs vorbei ist, aus ihrer Verpackung.
    Von einem Aufweichen über heißem Wasserdampf rate ich dringend ab. Die meisten Falter bekommen entweder Flecken oder sie fangen nach kurzer Zeit, meist schon auf dem Spannbrett, an zu verfetten. Während man das Fett noch mühsam wieder weg bekommen kann, sind die Flecken für immer da.
    Ich habe den Weichbehälter immer an einer dunkeln und warmen Stelle leicht schräg untergebarcht, damit entstehendes Kondenzwasser seitlich in den Behälter zurückfliessen kann und nicht auf die Falter tropft.

    Viele Grüße
    Franz

    Hallo Inge!

    Ich weiche seit einigen Jahren mit folgender Methode auf. Als Behälter verwende ich eine Plastikdose, die zu drei Viertel mit Lecaton gefüllt ist.Gegen Schimmelbildung nehme ich Mottenkugeln (Naphtalin-Pissoirkugeln). Die Falter lege ich auf Pet-Flaschenverschlüsse (hat den Vorteil, daß die Flügel nicht mit dem feuchten Lecaton in Berührung kommen). Besser ist es, die Falter nicht zu lange aufzuweichen. Kleine Falter 3 Tage, größere maximal 6 Tage. Dadurch vermeidet man Wasserflecken bei Weisslingen und auch blauen Tieren. Vor dem Präparieren steche ich mit einem spitzen Skalpell in die Flügelmuskulatur, die aber auf keinen Fall durchgeschnitten werden darf.Bei sehr kräftigen Faltern
    spritze ich nach 2 Tagen mit einer feinen Spritze zusätzlich Wasser in die Muskulatur. Mit dieser Methode habe ich ca. 2500 Schmetterlinge problemlos
    (vom kleinsten Bläuling bis zum größten Schwärmer) präpariert.

    Viel Erfolg
    Werner

    Hello Inge,

    The method I use is discribed here.
    http://www.insectcompany.com/howto/butterfly-relaxing.shtml

    It may need some practice tough, with the tweecer and all.
    Some use a ruler (=lineal) to bent the wings down, and to strechten the muscles.

    But first I place the dried speciemens in a plastic container with moist sand ( aqurium).
    Now it is possible to place the abdomen of the specimen IN the sand. So moist is much faster taken. And wings never touch the sand.

    After a night and a day one can relax the specimens further with the Syringa- procedure. This ''general'' relaxing in the basket is very important so the body and antenna are soft and do not brake that easily now.

    There are other methods with boiled/ steaming water.
    See the instruction video off Bill relaxing's methods:
    http://www.insectnet.com/videos/instruct.html

    If some body else has more tips to manipulate the wings without needles, let me know. I use some times a ''feder pincette'' but the wings slip me too easily, with scratches as result. When using this method, I have also trouble with placing the setting-papers right.

    Greetings Fillip

    Hallo allerseits,
    ich habe seit einigen Jahren die besten Erfahrungen mit folgender Aufweichmethode gemacht:
    Als Weichgefäß benutze ich eine Plastikbox wie diese (23x19x12 cm) - bei mehr Material (z.B. bei den Präparationsübungen unserer Studenten) eine entsprechend größere.
    Auf dem Boden habe ich Blumensteckmasse befestigt (handelsübliche Steckschaumziegel auf halber Höhe durchgeschnitten und am Boden der Box festgeklemmt). Diese Steckmasse tränke ich mit Fensterputzmittel, wobei ich die besten Erfahrungen mit Ajax Glas & Flächen gemacht habe. In diese Box werden die Falter gelegt. Je nach Größe sind die Tiere nach 1 bis 5 Tagen spannweich. Eine längere Verweildauer in der Box schadet nicht, weil die Falter nicht schimmeln oder faulen.

    Übrigens - Tiere, die nass werden dürfen (Käfer...) lege ich einfach in den Fensterreiniger hinein. So werden sie in kürzester Zeit (15 min.) weich.

    Cheers
    Joachim

    Hallo Joachim und Ihr anderen Lieben!

    Danke für die vielen Tipps und Tricks, da habe ich einiges zum Ausprobieren. Besonders interessant ist das Spritzen von Wasser in die Muskulatur und das man die Käfer in Ajax legen kann. Im Augenblick habe ich zwei Käfer (Golofa aegon) schon länger im Weichkasten, so richtig passiert nichts, aber sie schimmeln auch nicht. Das liegt vielleicht an der Weichessenz. Auf dem Boden hab ich einen Schwamm, und damit die Falter/Käfer nicht direkt darauf liegen, ein kleines Drahtgeflecht, allerdings geht das Weichen besser, wenn sie direkt auf dem Schwamm liegen, nur sind dann die Flügel ziemlich nass. Flecken hatte ich bisher nicht, aber das mit dem heißen Wasserdampf lasse ich dann doch mal sein.

    Hallo Werner,

    das mit dem Schräg- und Dunkelstellen -finde ich -ist eine gute Idee. Lecaton und Naphtalin-Kugel bekommt man in der Apotheke?
    Das mit dem Skalpell und der Flügelmuskulatur hab ich noch nicht so recht verstanden, da muss ich mich nochmal anatomisch mit den Faltern auseinandersetzen :-).
    Danke nochmal für die Tipps.

    Zitat

    Das mit dem Skalpell und der Flügelmuskulatur hab ich noch nicht so recht verstanden


    Diese Methode geht auf Skell zurück: Skell, F. (1941): Zur einheitlichen Präparation von Schmetterlingen. Ent. Z., 55: 25).
    Ich hänge dazu mal eine Abbildung aus meinem Buch an.
    Bei sehr hartnäckigen Faltern kann man dicht unter den beiden Flügelwurzeln des Vorder- und Hinterflügels mit einem scharfen, feinen Messer je einen Einschnitt führen (s. gestrichelte Linie auf der linken Seite der Abbildung). Diese Einschnitte lösen sofort die panzerartige Verspannung des Thorax und der Flügelmuskulatur, machen die Flügel in ihrer Wurzel wieder frei nach unten und vorn beweglich und ergeben in den meisten Fällen wieder eine normale Rückenbreite. Statt des Messers eignet sich auch eine scharf geschliffene Lanzettnadel oder eine größere Injektionskanüle.
    Wenn man unmittelbar vor dem Spannen mit nicht zu rasch trocknendem Insektenleim die Schnitte füllt, verhindert man ein nachträgliches Senken oder Ansteigen der Flügel nach dem Abnehmen vom Spannbrett und in späterer Zeit in der Sammlung.
    Ich würde dieses Verfahren aber nur empfehlen, wenn normales Aufweichen nicht zum Erfolg führt.

    Viele Grüße
    Joachim
    [Blockierte Grafik: http://www2.biologie.uni-halle.de/zool/coll/entomol/images/lep_prp.jpg]

    Hallo Inge!

    Lecaton bekommt man im Baumarkt in der Gartenabteilung. Naphtalin-Kugeln
    (=Mottenkugeln) gibt es im Drogeriemarkt. Da die meisten Tütenfalter die Flügel nach oben geklappt haben, ist es kein Problem die aufgeweichten Tiere vor dem Präparieren an der Flügelwurzel mit einem spitzen Gegenstand
    (Skalpell oder Präpariernadel) vorsichtig einzustechen.

    Viele Grüße Werner

    Hallo Joachim,

    ja, jetzt verstehe ich es besser. Das ist im Text und mit den Bildern sehr schön erklärt. Von Skell habe ich bisher noch nichts gehört, aber die Methode hat Sinn. Werde mich literarisch mehr mit Hr. Skell beschäftigen. Ein superdickes Danke nochmal und ich bin sicher das interessiert auch Andere.

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