Welche Melitaea-Art

  • ANZEIGE

    Hallo zusammen,
    Melitaea athalia ist es eher nicht. Es kann in der Region M. aurelia oder M. britomartis sein. Die lassen sich leider nur mittels Genitalpräparation sicher auseinanderhalten. Auf denn ersten Blick würde ich auch M. aurelia favorisieren.
    Gruß
    Klaus-Bernhard

    Hallo Ira,
    kannst Du evtl mal im Originalbild (ich denke, hier ist nur eine verkleinerte Version sichtbar) nachsehen, ob die Palpen von oben gesehen dunkel sind? Auf dem Bild scheint dies möglicherweise der Fall zu sein, doch sicher erkennbar ist das für mich leider nicht.
    Für den Fall, dass dieses Weibchen dunkle (dunkelbraune oder schwarze) Palpen hat, kannst Du dem Tier einen Namen geben, denn da Klaus-Bernhard M. athalia ausschließen kann (offenbar weil die dort nicht vorkommen?) und M. aurelia Weibchen in Mitteleuropa wohl fuchsrote (orange/kupferrote) Palpen haben, könnte es dann nur noch M. britomartis sein.
    Recht viele "wenn/vielleicht/ggf." aber mal sehen, vielleicht (wenn/ggf.) lässt sich die Dame doch bestimmen :smiling_face:

    Viele Grüße
    Steffen

    P.S.: Falls nicht schon gesehen: Bestimmungshilfe des Lepiforums: Melitaea Aurelia
    Dort wird in der Diagnose super beschrieben, was sich überhaupt bei diesen 3 Arten unterscheiden könnte, bzw. sollte.

    Hallo Bernhard und Steffen!

    Zuerst @ Bernhard:
    Warum sagst Du Melitaea athalia in der Regionb eher nicht? Im Lepi-Forum wurde mir mindestens einmal ein Falter als (wahrscheinlich) Melitaea athalia bestimmt?


    @ Steffen:
    In den meisten Foren muß man die Bilder verkleinern, damit sie erscheinen können. Ich werde jetzt das Orginalphoto und eine Ausschnittvergrößerung hochladen. Im Vorauis danke für Deine Mühen.


    LG Ira

    Hallo Ira,
    Für mich ist das absolut kein typischer aurelia, für weitere Personen, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, auch nicht.
    Wäre das Bild im Frankenjura entstanden, würde ich sagen 90% athalia, 10% britomartis - und das, obwohl britomartis lokal deutlich häufiger sein kann.
    Das Problem ist aber, dass diese Falter nicht nur innerhalb einer Region variabel sind, sondern die regionsspezifischen typischen Eigenschaften (die aber auch keine Garantie sind) von Ort zu Ort stark variieren können. Ich war mal in Grein im Gasthof zur Donaubrücke.... mehr kenne ich aus dieser Gegend leider nicht :frowning_face:
    M. britomartis fliegt hier nur auf sehr wärmebegünstigten Stellen (heiße Trockenhänge, Steinbrüche, Schlossberg etc.), wohingegen athalia von trocken/heiß bis Feuchtwiese/Waldrand/normale Wiese überall vorkommt. Auch aurelia kann es trocken/heiß mögen, mehr Flugstellen kenne ich auf Feuchtwiesen im Voralpenland. Wie gesagt, dies kann bei Dir völlig anders sein, allerdings wird für britomartis "trockenheiße Standorte" in meiner Literatur durchweg angegeben.
    Wenn athalia ausgeschlossen werden kann (dies kann ich null beurteilen), dann ists britomartis. Anderenfalls würde ich eher auf athalia wetten, wenn ich wetten müsste (was ich in diesem Fall nur unter Zwang machen würde).

    Liebe Leute,
    persönliche Einschätzungen kann ich auch geben: Wenn das Tierchen aus der Eifel wäre, wäre es sicher ein aurelia-Weibchen (,denn britomartis gibt es hier nicht!) und keine athalia. Der Klassiker zum Unterscheiden der beiden meist etwas kleineren Arten ist in der Tat die Frage nach der Farbe der Behaarung auf den Palpen. Da bei geflogenen Tieren die Behaarung spärlich und beim abgebildeten Exemplar die Region unscharf ist, bleibt auch hier die Frage offen. Vor Jahren bat ich einmal ein habituell typisches ' britomartis'-Weibchen aus Franken um Eiablage. Aus diesem Gelege zog ich wunderschöne aurelia! Also, solange man das Tier nicht gentechnisch untersucht, eine Zucht durchführt, oder die Genitalien näher betrachtet, können wir den Fall nicht abschließend aufklären. Eine weitere Diskussion ist natürlich durchaus sinnvoll, weil immer interssant.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,
    @Klaus-Bernhard: Woher beziehst du die Information das M. athalia dort nicht vorkommt ? Meiner Information nach ist M.athalia in ganz Mitteleuropa verbreitet.

    Für mich sind Merkmale wie die mit den Palpen und Submarginalbinden nicht genau. Diese Merkmale variieren und sind mal deutlich mal weniger deutlich. Man kann an sehr deutlichen Exemplaren Vermutungen anstellen, aber keinesfalls sicher bestimmen. Mir ist das etwa von P.thersites bekannt, bei denen etwa 40 % der im Feld als relativ deutliche thersites bestimmten Falter, bei Genitaluntersuchungen dann doch P. icarus sind. Am Fundort kann man sicher vom Ausschlussverfahren her etwas genauer Eingrenzen, aber auch da können Arten parallel vorkommen. Der Fundort der Wegböschung könnte auf M. athalia schließen lassen, da M. aurelia mir eher von Trockengebieten bekannt ist und M. britomartis wie schon gesagt auf wärmebegünstigten (Kalk-) Magerrasen fliegt. M. athalia kenne ich eher von feuchteren Wiesen oder Waldrändern. Ich habe die Böschung allerdings nicht gesehen vielleicht war sie auch trocken.
    Wie Wolfgang sagt wird man eine endgültige Bestimmung mit dem Foto nicht durchführen können.

    Gruß Dennis

    Hallo Allerseits,

    ... und zuallererst mal danke für die rege Diskussion. Es wird wohl bei Melitaea sp.bleiben. Trotzdem von mir noch einige Bemerkung zur Wegböschung: sie ist schon eher trocken und sie ist zum größten Teil (und dort wo ich den Falter fand) nach osten ausgerichtet. Es wachsen dort viele Pflanzen - besonders häufig u.a. Labkraut, Fette Henne, Zypressenwolfsmilch,... ich finde dort auch fast jedes Jahr Gottesanbeterinnen (dort und in der angrenzenden Weide). Meine (bestätigten) Melitaea athalia Funde stammen von anderen Stellen - von eher feuchteren Wiesen, b.z.w. Waldrändern.

    LG Ira

  • ANZEIGE

    Hallo zusammen,
    das war etwas missverständlich ausgedrückt. M. athalia kommt natürlich in der Region häufig vor. Ich fand aufgrund meiner umfangreichen Erfahrungen mit Melitaea-Arten M. athalia aufgrund der Flügelzeichnungund Propotionen eher unwahrscheinlich, ausschließen kann man es aber nicht. In der Region kommen mit entsprechender Zeichnung dann noch die zwei Arten M aurelia und M. britomartis in Frage. Beide kommen in den selben Biotopen (eher Trockenrasen) vor. Die Unterscheidung mit den roten oder schwarzen Palpen bei den Weibchen kann oft helfen, danach wäre es M. britomartis, ist aber nicht hundertprozentig sicher. Eine Trennung nach Fotos bleibt daher unsicher.
    Viele Grüße
    Klaus-Bernhard

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!