Citheronia regalis Schlupfprobleme

    Hallo liebe Leser,

    habe vom letzten Jahr ca. 10 Citheronia r. Puppen. Ein Weibchen ist letzte Woche geschlüpft. am Montag morgen erwartete ich das erste Männchen und hoffte auf Nachzucht. Die Puppe zappelte stark herum und es schien als sei der Falter kurz vor dem Schlupf. Ich mußte dann zur Arbeit und konnte das Schauspiel nicht weiter verfolgen....hab auch nix verpaßt, das Männchen schlüpfte nicht. Ebenso wenig wie an den folgenden Tagen. Heute hab ich die Puppe genauer untersucht und kein Lebenszeichen mehr bekommen. Beim befühlen knackte sie dann jedoch schon auf relativ leichten Druck auf und siehe da, der Falter lebte doch noch....allerdings gab er sehr sehr wenige Lebenszeichen von sich. Ich puhlte dann vorsichtig Stück für Stück die Puppenhülle ab und befreite das Tier. Es war voll entwickelt aber sehr schleimig. Da das Tierchen weiterhin kaum Lebenszeichen von sich gab hab ich es schließlich schweren Herzens an die Vögel verfüttert.

    Nun die Frage: Hätte ich den Falter schon bei den ersten Anzeichen des Schlupfes befreien sollen, oder habe ich gar zu früh die Puppe geöffnet?

    Bei der Kontrolle der anderen Puppen viel mir dann auf, dass auch diese keine Lebenszeichen mehr von sich geben. Dabei waren die letzte Woche noch sehr beweglich, wenn ich sie leicht mit Wasser besprüht habe. Ich habe nun Angst, dass die auch alle absterben. Wie soll ich nun weiter vorgehen?

    Lagere die Puppen in der Wohnung. Sollte ich sie besser nach draußen verbringen (Balkon?)?

    Bin dankbar für Antworten.

    Liebe Grüße, Janyn

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    In den Schlupfvorgang einzugreifen, ist ein hoffnungsloses Unterfangen.
    (Ich rede nicht davon, ein heruntergefallenes frisch geschlüpftes Tier wieder an einen Platz zu setzen, wo es seine Flügel entfalten kann! O.Ä..)
    Wie sehr viele Abläufe, so ist auch der gesamte Schlupfvorgang einem strengen Ablauf, der genetisch genauestens festgelegt ist, unterworfen.
    Greift man nun irgendwie in den Ablauf ein und stört ihn, so kann der Auslöser für Folgeverhalten nicht gegeben werden und der gesamte Ablauf bricht unwiederholbar ab - das bedeutet oft genug den Tod des Insektes!
    Bei Dir hast Du dem Falter den eigentlichen Schlupfvorgang genommen, ohne diesen kann er aber nicht nach einem Platz zum Entfalten der Flügel suchen, dann auch diese nicht entfalten, usw..
    Zum Schlupf gehören auch die Vorbereitung bis zum definitiven Durchbrechen und Verlassen der Puppenhülle!
    M.E. stand der Schlupf unmittelbar bevor oder war vielleicht gar nicht möglich, der Falter schon am Sterben.
    Jedenfalls habe ich bei meinen zahlreichen Zuchten immer festgestellt, dass bis auf ganz wenige einzelne minimalste Eingriffe jegliche Manipulation immer schief geht.
    Also lass einfach die Finger weg von Puppen kurz vor dem Schlupf! Sie sind eh` so zerbrechlich, da die Hülle sehr dünn ist und zuletzt relativ weich wird. Außerdem können die das selbst, oder eben nicht, dann gehen sie ein. Wenn schon manipulieren an Puppen, dann nach einem Zeitraum, wenn der Falter sicher tot ist und nicht mehr geschädigt werden kann.
    "Helfen" kann man da nicht, nur "kaputtmachen"!!!

    Zur Lagerung in der Wohnung kann ich nur sagen, dass die Puppen immer leicht(!) feucht gehalten werden sollten, ansprühen sollte man sie eher nicht, eine erhöhte Luftfeuchtigkeit etwa in einer geeigneten Schlupfbox mit leicht feuchtem Moos oder Erde reicht allemal.

    Gruß
    Arnd

    Ich finde, Arnd hat 100%ig recht.
    Nur zur Ergänzung/Erläuterung:
    Die Wirkung des Einsprühens wird meiner Erfahrung nach vielfach völlig falsch eingeschätzt: Bei ansonsten trockenem Ambiente trocknen die besprühten Sachen (was auch immer - das gilt z.B. auch für Topfpflanzen) innerhalb kürzester Zeit wieder ab, und dann ist es wieder genauso trocken wie vorher. Eine anhaltende und mow gleichmässige Erhöhung der Luftfeuchtigkeit erreicht man so nicht. Dazu ist es besser, feuchte Tücher/Papier/Moos einzulegen, damit hiervon das Wasser kontinuierlich verdunsten kann (dabei muß man freilich die jeweilige Temperatur und Lüftungsverhältnisse beachten).
    Gruß, Markus. :blume:

    Hallo Arndt und Markus,

    Danke für die Antworten. Natürlich ist mir klar, dass man die Puppen nicht berühren, bzw. so wenig wie möglich stören sollte. Allen Anzeichen zufolge stand der Schlupf kurz bevor. Die Puppe war bereits entsprechend aufgedehnt und machte die üblichen zuckenden und nach oben schiebenden Bewegungen. Umso merkwürdiger, dass der Falter nicht rauskam. Das was ich da heute morgen rausgepuhlt habe, sah zwar voll entwickelt aus, hatte aber keine Kraft, sich festzuhalten, geschweige denn sich zu entfalten. Lediglich 2 Beinchen haben gezuckt. Habe ja versucht den Falter irgendwo dran zu hängen. Negativ!!

    Vor diesem Hintergrund hatte ich die Vermutung, dass der einfach stecken geblieben ist....und fragte mich, ob ich den mit einer zeitigeren Intervention hätte retten können.... für den Fall, dass die nächsten Schlüpflinge ähnliche Probleme machen....aber so wie es aussieht ist davon wohl abzuraten.....ich werd es also lassen.

    Übrigens hatte der allererste Falter auch massive Probleme aus der Puppe zu kommen. als ich den fand stecke er noch zur Hälfte in der Puppe und warschon ziemlich trocken. Auch hier habe ich die Puppe vorsichtig entfernt, aber der Hinterleib war dermaßen deformiert, dass ich das Tier töten musste.

    Ich hoffe nun sehr, dass sich die restlichen Puppen normal entwickeln....und zum sprühen: Wenn das bisher nix gebracht hätte, wären die doch sicher schon längst tot, oder? Immerhin lagere ich sie ja schon seit fast einem Jahr....

    VG, Janyn

    Hallo Janyn.

    Solche Probleme beim Schlupf habe ich immer mal wieder, meist unregelmäßig.
    Oft nur bei Einzeltieren, machmal bei einer größeren Zahl.

    An was es liegt, würde ich auch gerne wissen.
    Die Lagerung der Tiere nehme ich nach besten Wissen und Gewissen und Erfahrung vor. Und trotzdem erwischt es mich immer wieder.

    Somit kann ich dir keine Erklärung dazu geben, sondern nur das Wissen darüber, dass das nicht nur dir allein geschieht.

    Ansonsten hat Arnd völlig recht.
    Einzugreifen um ein Tier zu retten, ist fast völlig aussichtslos. Nur gaaaaanz selten klappt es, aber auch dann sind diese Tiere in der Regel für eine Weiterzucht nicht zu gebrauchen.....es hat einen Grund, dass sie nicht selbstständig aus der Puppenhülle schlüpfen können.....

    Somit: Kopf hoch, die nächsten Tiere können ganz normal schlüpfen.

    Rudi


    PS. ich bin auch nicht der Fan vom direkten Einsprühen der Puppen. Tücher über und unter den Puppen, das erscheint mir sinnvoller! Siehe Markus.

    Hi Rudi,

    danke für die tröstenden Worte. Leider ist bisher kein weiterer Falter geschlüpft. Habe die Puppen nun mit Leinentuch bedeckt und lege feuchte Tücher in den Puppenbehälter. Lebenszeichen sind noch erkennbar, nach schlüpfen sieht es aber nicht aus. Blöd, weil ich nächste Woche für 9 Tage unterwegs bin. Ich wette dann kriechen die Biester aus ihren Puppen und ich verpasse das Beste!

    LG, Janyn

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