10. September 2008 um 23:58 - Beitrag: Gefährdung durch Schmetterlinssammlung ?, Thema: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Der Inhalt dieses Beitrages wurde von Claude Sinner gelöscht.
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Hallo Nomihoudai,
Du sprichst da einen Punkt an, der viele beunruhigt. Alle Exoten kommen vornehmlich aus Ländern, die nur sehr oberflächliche oder keine Naturschutzabsichten bezüglich Insekten haben.
Ich finde es sehr gut, dass Du Dir da Gedanken machst!![]()
Mal abgesehen von einigen Arten (Ornitoptera) sind diese Arten nicht unbedingt wirklich durch das WA geschützt.:aufstampfen: Genaueres kann Dir sicherlich Robert (ra_schuetz) sagen / mitteilen.
Ich weiss aber folgendes: Freunde von mir(auch Entomologen), sind seit Jahren in genau diesen Ländern (Asien und Südamerika)unterwegs, um dort Schmetterlingsfarmen aufzubauen, die es der einheimischen Bevölkerung ermöglicht, Geld auch mit lebenden oder toten Tieren zu verdienen. Doch, wenn es so weitergeht, mit dem Import exotischer Tiere, wird auch bald Afrika ein Land sein der dann Berater braucht, um den Raubbau an Cetonidae und den großen Goliathkäfernzu steuern, um die Nachfrage in Europa zu befriedigen. Für meine Kollegen eine Chance, für die Natur eventuell ein Desaster!
Für Taiwan (beinahe China), dass Du ansprichst, kann ich Dir gerne einen Artikel aus dem "Stern" einscannen. Ich denke, der ist zu dem Zeitpunkt auch eine vertrauliche Quelle gewesen.
Der Wildbestand wird sicherlich bei vielen Arten noch arg geschädigt! Doch einige Länder haben inzwischen verstanden, dass man diesen Tieren helfen kann!![]()
Moin,
sagen wir es mal so: es kommt immer auf die Methodik an. Die herkömmlichen Handsammelmethoden führen zu keinerlei Gefährdung der Populationen und Arten. In dem Moment, wo gesammelt wird um Gewinn durch den Verkauf zu machen, fängt es an fragwürdig zu werden. Da Gewinn erzielt werden soll und muss (das ist a dann die Absicht und nicht irgendein wissenschaftliches Interesse oder sonstige Gründe), wird auf Teufel komm raus gefangen, ggfs. mit Pheromonfallen auf alle Fälle werden imer wider undviele Leute in immer die gleichen Biotope geschickt, was auf Dauer zur Reduzierung der Populationen führt.
Anders sieht es aus, wenn es sich um Nachzuchten handelt. Aber wer züchtet schon nach, wenn er sich in der Natur straflos billiger bedienen kann? Es kommt einfach immer drauf an, welche Regelungen die einzelnen Länder haben und ich denke, zumindest in Bezug auf China bedarf es da keinerlei Überpürfung um zu wissen, dass denen in der Beziehung alles sch...egal ist.
Als Mitglied des Entomologischen Verein Krefeld habe ich unterschrieben, dass ich mit dem, was ich fange, keinerlei Handel betreibe.
Der Handel ist dann der Punkt, der den seriösen vom unseriösen Entomologen unterscheidet, weil der Handel immer eine Gewinnmaximierung beinhält. Ausnahme hier sind die Züchter, die praktisch keinerlei Wildentnahmen benötigen, respektive bei denen es meist nicht um Gewinnmaximierung geht, sondern darum die überschüssigen Nachzuchten nicht einfach töten zu müssen, bzw. zum Aufwändigen Zuchtverfahren ein paar Euronen dazu zu verdienen.
Man muss das ganze also sehr differenziert betrachten.
Viele Grüße
Klaas
Hallo
In "Parsons, Butterflies of Papua New Guiena" sind einige Interesante Untersuchungen zu dem Thema.
Gruß Christoph
ZitatKlaas Reißmann schrieb:
Der Handel ist dann der Punkt, der den seriösen vom unseriösen Entomologen unterscheidet, weil der Handel immer eine Gewinnmaximierung beinhält.
Hallo,
das möchte ich so nicht unterstreichen und würde wenigstens noch eine Lanze für die Entomologen brechen, die in ferne Länder fahren und mit ihren Erfahrungen dafür sorgen, das auch vielbeschäftigte, ängstliche, nicht vor Geld strotzende - Entomologen eine Möglichkeit haben ihr Vorschungsgebiet wahrnehmen zu könne.
Diese Entomologen sind für mich nicht die HÄNDLER für die der Gewinn im Vordergrund steht. Oft werden nur die Kosten gedeckt, die durch die Reise und aller sonstigen Kosten entstehen. Ich möchte diese Leute als durchaus seriös bezeichnen!
Zumindest sind die Leute die ich da kenne noch nicht reich!!! :fröhlich: oder doch :böse:
Ebay und co halte ich für eine wissenschaftliche Sammlung eher nicht geeignet - 1. fragwürde Herkunft (Art des Sammelns) und 2. ganz sicher auch immer fragwürdig was die daten zum Tier angeht. Auch hier gibt es sicher Ausnahmen!
Von diesen Einrichtungen, die den Leuten helfen sollen Geld mit der Natur durch Einsammeln zu verdienen halte ich recht wenig, denn was ich bisher (2Stationen) gesehen habe, lief immer in dem Schema - Sammeln = Geld - und nicht mehr. Nach meiner Auffassung sollte da aber noch irgendwo Aufklärung zwischen stehn. Also wie und was muss man tun um die Umwelt zu schützen, das entsprechende Insekt nicht plötzlich weg sind. Denn oft ist es auch so, das die Einheimische Bevölkerung einfach darauf verläßt, das die Natur das selbst hinbekommt, egal wieviel entnommen wird. Naja ein langes Thema.......
Gruß
Rigo
Also bei aller Liebe Herr Reißmann:
"Der Handel ist dann der Punkt, der den seriösen vom unseriösen Entomologen unterscheidet, weil der Handel immer eine Gewinnmaximierung beinhält."
Das ist doch wohl nicht ernstgemeint? Ich möchte mal wissen, woher die meisten Entomologen hier denn Ihr schönes Zuchtmaterial her beziehen wollen? Wer beschafft denn mit sehr hohen Kosten die tollen Eier aus allen Teilen der Welt? Wenn man dann Geld für dieses Material verlangt ist man also unseriös? Ich finde es völlig legitim, dass auch gehandelt wird, die meisten großen Entomologen der Geschichte waren auch Händler. Hätte es diese Leute nicht gegeben, wären die Museen heute nicht so voll, die haben nämlich oftmals die Aufträge erteilt, als sie noch Geld dafür hatten.
Es ist für mich ein Unding, dass in weiten Kreisen der sogenannten Umweltliebhaber, Naturschützer und Ökoterroristen immer wieder behauptet wird, dass das Sammeln von Insekten etwas Anrüchiges hat, das Händler Kriminelle sind, dass die liebe Natur durch Sammler ausgeschlachtet wird, Arten aussterben. Es gibt bis heute nicht ein einziges klar beweisbares Beispiel, dass Insektensammler durch das Sammeln eine Art ausgerottet haben - es waren immer die Umweltbedingungen und die Zerstörung der Lebensräume. Morpho diana ist ein immer wieder ins Feld geführtes Beispiel der Ausrottung einer Art auf einer Gefängnisinsel in French Guyana - ich glaube taxonomisch nicht an diese Inselpopulation - somit dürfte es Morpho diana noch geben. Der Verbot des Handels rottet auch Arten aus - Orinithoptera alexandrae steht kurz davor, das letzte verbliebene Waldstück in Papua ist auch bald weg. Würde man diese Art zum Handel mit Cites freigeben, würden morgen 10.000 Falter dieser Art in Bali und sonstwo gezüchtet wie alle anderen Ornis.
Hallo Frank,
ich stimme der Antwort voll zu.
Selbsternannte Tierschützer verteufeln nicht nur Insektensammler, sondern
den Umgang mit Wildtieren in menschlicher Obhut im Allgemeinen.
Natürlich ist immer eine Gefahr der Bestände, nach denen verstärkt nachgefragt wird, sie zu dezimieren.
Aquarianer, Terrarianer, Vogelliebhaber haben noch keine Arten ausgerottet,
auch Insektensammler und-züchter nicht.
Es soll mal einer nach China fahren,und sich auf den Märkten tummeln.
Da staunt man, was hier alles zum Essen angeboten wird. Dort werden z.B.
die seltensten Schildkröten verspeist.
Die Larven von schönen Großkäfern gibt es geröstet.
Man darf nicht alles zu verbissen sehen.
MfG Hans-Günther
![]()
Mein lieber Herr Franky,
Lieber Herr Klehniner oder Lieber Hans-Günther
hätten man sich die Mühe gemacht meinen Beitrag vernünftig durchzulesen und nicht eben mal zu überfliegen, wäre vieles nicht geschrieben worden, denn man findet dort den hübschen Satz
ZitatAusnahme hier sind die Züchter, die praktisch keinerlei Wildentnahmen benötigen, respektive bei denen es meist nicht um Gewinnmaximierung geht, sondern darum die überschüssigen Nachzuchten nicht einfach töten zu müssen, bzw. zum Aufwändigen Zuchtverfahren ein paar Euronen dazu zu verdienen.
Ach ja, ich möchte nicht mit den von mir so betitelten "Möchtegern-Naturschützern" über einen Kamm geschoren werden. Da möge man sich an anderer Stelle austoben.
Herzallerliebste, nichts desto trotz leicht angepißte Grüße
Klaas Reißmann
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