Futterpflanzen aus den Gartencenter

    Mal aus der Sicht des Gärtners:

    Je besser und optimaler eine Pflanze steht und mit Nährstoffen, Wasser etc. versorgt ist, desto schneller wird sie sich auch meistens gegen Fraßfeinde zur Wehr setzen können. Vorausgesetzt die Pflanze hat eine solche Abwehrstrategie in ihrer Entwicklung vorgesehen.

    Auf der anderen Seite wird es genug Fraßfeinde einer Pflanze geben, die mehr auf möglichst nährstoffreiche und saftige Kost angewiesen sind.

    So lässt sich kaum eine konkrete Aussage treffen, dass möglichst kümmerliche Pflanzen grundsätzlich das bessere Futter für Insekten darstellen. Sondern es ist wie so oft bei der Vielzahl an unterschiedlichen Arten die entsprechende Spezialisierung einer Art zu beachten. Sowohl auf Seite der Planzen, als auch auf Seite der Fraßfeinde.

    Und ob es dann wirklich die Inhaltsstoffe einer Pflanze sind, die ein Weibchen im Freiland zur Eiablage bewegen, oder eher die mikroklimatischen Bedingungen wie zB Äste kleinerer Pflanzen die aufgrund ihrer Bodennähe den Raupen wärmere Lebensbedingungen bieten....sehr schwierig das für die vielen tausend Insektenarten immer konkret zu beantworten. Für einzelne Arten wird es dazu schon Erkenntnisse geben. Diese jedoch auf andere Arten ungeprüft zu übertragen, wäre verwegen.

    Ist es schon unter Freilandbedingungen ein schwieriges Unterfangen heraus zu finden welches Futtermedium in welchem Zustand eine Insektenart zur Entwicklung benötigt, ist dies mit nichtheimischen Arten noch viel schwieriger. Hier müssen diese Arten nun zusätzlich mit völlig "fremden und ungewohntem" Futter zurecht kommen. Mit viel Glück ist das Ersatzfutter noch einigermaßen mit dem Originalfutter verwandt. Oftmals jedoch eben nicht. Inhaltsstoffe, Konsistenz, Wassergehalt, ungewohnte Pilze, Sporen, Bakterien, Viren etc. auf/in der Blattmasse.... Und welche Einflüsse dann die ungewohnte Zusammenstellung an Inhaltsstoffen auf die Gesundheit der Raupen hat, wird sich immer erst über einen längeren Zeitraum zeigen. Auch wenn zu Beginn der Larvenentwicklung ein Futter eventuell sogar gut angenommen wird, muss das noch lange nicht bedeuten, dass eine solche Aufzucht auch zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden kann. Giftstoffe in oder auf der Nahrung können sich im Larvenkörper bis zur letalen Dosis ansammeln und so zum Tod führen oder zumindest beitragen.

    Aber nochmals zurück zu den Pflanzeninhalstoffe. Aktuell im Forum z.B die Gonimbrasia zambesina Raupen in der Gallerie die scheinbar problemlos Prunus laurocerarus fressen und dann die anderen Züchter welche offenbar keine Chancen haben Ihre G.z. Raupen an das selbe Futter zu bekommen?!

    Wer sagt, dass es dasselbe Futter ist? Holt ihr das Futter von derselben Pflanze? Ich denke eher nicht. :winking_face: Selbst wenn es zwei Prunus laurocerasus wären, die nur 10 Meter auseinander stehen würden, wäre es nicht dasselbe Futter!

    Speziell bei Prunus laurocerasus kommt noch das Problem der Vielzahl an unterschiedlichen Sorten hinzu, die es auf dem Pflanzenmarkt zu kaufen gibt. Selbst Profis können hierbei oftmals nicht eindeutig bestimmen um welche Sorte es sich handelt, auch wenn man direkt vor der Pflanze steht und alle ihre morphologischen Merkmale sehen kann. Gerade bei Prunus laurocerasus ging die Pflanzenzüchtung die letzten Jahre in zwei markante Richtungen:

    1) taugliche Heckenware mit aufrechtem, kompakt verzweigtem Wuchs und

    2) bessere Winterhärte

    Und insbesondere Sorten die eine bessere Winterhärte zeigen, lagern hierzu im Herbst entsprechende Inhaltsstoffe in ihre Blätter ein.

    Welche Auswirkungen diese Inhaltstoffe auf die Gesundheit der damit aufgezogenen Raupen hat, sei mal in Frage gestellt.

    Und dann unter solchen Voraussetzungen zu lesen, dass eine Zucht auf Prunus laurocerasus gut geht und fünf andere Zuchtansätze dagegen die L1 das Futter verweigern, lassen mich nicht erstaunen.

    Wie sehen die Pflanzen aus, von denen das Futter geholt wird? Eine alte Hecke, die jährlich zweimal stark beschnitten wird? Ein freiwachsender alter Strauch? Eine frisch gekaufte Pflanze aus dem Gartencenter?

    Wie ist der Standort der Pflanze? Sonnig, feucht, trocken, mooriger Boden, lehmiger Boden......

    All dies fließt in der Regel nicht in die Betrachtungsweise des Entomologen bezüglich seines Problems dass die L1 das Futter verweigern mit ein. Wäre auch ziemlich kompliziert. Aber meiner Meinung nach angebracht.

    Also....nur weil es irgendwo klappt die Art A mit der Pflanze B aufzuziehen, ist das nicht jederzeit an anderen Orten reproduzierbar.

    Weil es eben nicht dieselbe Futterpflanze ist.

    Und nun bin ich noch nicht mal auf die anderen Zuchtbedingungen eingegangen wie Temperatur, Licht, Sauerstoffgehalt, Feuchtigkeit, Krankheitserreger, Besatzdichte........

    In diesem Sinn trotzdem noch viel Glück bei euren Zuchten.

    Rudi

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    Halli Hallöchen !

    Ich wollte nochmal unabhängig von anderen Kommentaren meine Erfahrung teilen.

    Ich gehe mir Futterpflanzen entweder im freien sammeln und behandle sie hier zuhause (Nützlinge gegen Schädlinge oder waschen der Wurzel und Blätter)

    Oder ich nehme direkt die Wurzel und wasche sie. Dann trenne ich das Grün ab und setze sie neu ein. (sofern sie neu ausschlägt und es ein Rhizom- Gewächs ist)

    Als letzte Möglichkeit wähle ich immer Bio Saatgut, setze es in Compo Tomaten und Gemüseerde um (perfekte Bio Erde für alles) und ziehe selbst. (Bitte auf Bio oder gute Qualität der Samen achten, sonst zieht man manchmal Monate lang um sonst)


    Aus dem Gartencenter Pflanzen aufzunehmen finde ich sehr riskant und würde Ich persönlich auch nicht tun. (Ausnahme ist, wenn du über die Punkte hier unten aufgeklärt bist.

    Denn du weißt meist leider nichts über das lebende, essende, atmende, kommunizierende und sehr intelligente (Pflanzen-)Wesen. Doch du solltest die Geschichte und Herkunft verstehen um richtig mit dem Wesen umgehen zu können. Das ist genau so wichtig wie bei einer Katze oder einem Hund den man aufnimmt.

    Ich bin jetzt 25 Jahre alt und Pflanze alles mögliche (von Waldpflanzen über Nahrung bis hin zu Meskalin und Lsa) und mache alles staatl. geprüft Bioverfügbar. Ich habe mit dem 9 Lebensjahr angefangen und über sehr sehr sehr viele Themenbereiche praktisch und theoretisch gelernt. Wenn du dir Pflanzen aus der Gärtnerei holst ist es leider oftmals wie hier unten aufgeführt:

    - Du weißt nicht von welcher Mutterpflanze der Steckling oder woher das Saatgut kommt. Also weißt du auch nicht ob dein Wesen auch wirklich stark und robust ist.

    - Du weißt nicht was das Wesen erlebt hat und wie es großgeworden ist (Lichteinflüsse, Fürsorge, Aufmerksamkeit, etc.)

    - Du bringst eventuell Schädlinge, wie Trauermücken, Thripse oder Spinnenmilben mit nachhause.

    - Villeicht bringst du schädliche Bakterien oder Pilze in deine Wohnung (Z.B Dadurch das in der Erde kein Rindenhummus oder Kokossubstrat vorhanden ist)

    - Vielleicht wurden die Wesen mit gentechnisch verändertem Saatgut gezogen,

    - Es ist halt auch Massenhaltung, die nicht gut für die Umwelt oder Wesen selbst ist.

    - Sie wurden künstlich gezogen und vielleicht auch überzüchtet, sodass sie unter Sonnenlichteinstrahlung nicht wachsen wollen. Man darf nicht vergessen, dass sie unter genauer Kontrolle der Lampen kaum Stress ausgesetzt sind und sie deswegen erstmal ans Sonnenlicht gewöhnt werden müssen.

    - Du weißt auch nicht mit welchen Elementaren Bedingungen sie versorgt wurden (Mineralaufbau durch Nahrungsangebot, PH und Ec Wert des Wassers oder Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation)

    - Dann musst du dich natürlich über chemische oder Synthetische Dünger oder Pflanzenschutzmittel informieren.

    - Vielleicht habe ich noch den einen oder anderen Punkt vergessen. Dann bitte ich vielmals um Verzeihung dafür.

    Im Grundsätzlichen kann man sagen, (Pflanzen und Pilze, die immer in Symbiose leben) sind lebende Wesen, die essen, trinken, atmen, kommunizieren, verstehen, mitfühlen und sehr Aufmerksam sind.

    Wenn man sich die Aufgabe vornimmt, diese Wesen groß zuziehen, sollte man alles vorbereitet haben, sich viel informieren und all diese Punkte ernst nehmen und richtig umsetzen, da man ansonsten große Probleme bekommen kann oder sehr stark enttäuscht wird.

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