spilosoma urticae???

    Kann dieses Weibchen sicher bestimmt werden? Mõchte nicht schon wieder Zeit und Mühe investieren und bekomme am Ende doch nur wieder lubricipeda heraus.

    Kann man das Tier eindeutig bestimmen?

    Gefunden in Österreich/ umg. Salzburg 04.06.23 leg.F. Grünwald

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    Hi Andreas,

    habe letzte Woche auch ein Weibchen mit diesen äußeren Merkmalen gefangen. Ich halte es für S. lubricipedum. Trotzdem versuchen wir ein Zuchtexperiment, um gestreifte und stark gepunktete Falter rauszubringen.

    Mal sehen, ob‘s klappt.

    Urticae müsste viel schmälere Vorderflügel haben.

    Grüße

    Otmar

    Hallo Andreas,

    also leider sind die Fotos nicht ganz optimal, aber es könnte sich schon um urticae handeln. Die extrem weiß bestäubten Fühler und das sehr schmale Sitzverhalten würden dafür sprechen. Bei lubricipeda sind die Fühler nur leicht bestäubt (wenn überhaupt) und die Falter sitzen viel bulliger, breiter da. Aber ist natürlich eine wirklich schwer zu unterscheidende Art.

    Otmar hat schon Recht was die Flügelbreite/form betrifft, aber das variiert auch bei beiden Arten sehr - wenn Du ein Vergleichstier von lubricipeda zuhause hast, würde ich da mal die Flügel vergleichen.

    Hoffe ich konnte Dir ein paar Tipps geben.

    Rainer

    Das tote Tier hat einen sehr seltsamen Flügelschnitt und hat auf der Unterseite der Hinterflügel einen schwachen,aber deutlich sichtbaren Mittelpunkt (k.o-Kriterium für urticae???). Weiße Fühler hin oder her.

    Ändert das o.g. etwas an der Einschätzung?

    Hallo Andreas,

    also aus meiner Sicht ist es lubricipeda. Bei urticae fehlen IMMER die beiden Punkte auf der Vorderflügeloberseite zur Wurzel.

    Der leicht dunkle Mittelfleck (wie von Dir angesprochen) kann bei urticae in seltenen Fällen vorkommen, ist also KEIN 100% Merkmal.

    Aber bei urticae kommen NIEMALS zwei Wurzelflecke vor. Ich habe nochmal in meiner Literatur nachgesehen und ein zweiter Wurzelfleck wird überall als ausgeschlossen beschrieben.

    Hoffe das hilft weiter

    Rainer

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke das lubricipeda/urticae Thema ist noch nicht abgeschlossen. Es kursieren eine Reihe angeblich sicherer Merkmale, die offenbar zumindest deutschlandweit nicht standhalten. Ich hab urticae noch nie selbst gesehen, daher bin ich nicht qualifiziert dazu etwas zu sagen. Der Flügelschnitt spricht m.E. gegen urticae, die Fühler dafür. Ich finde allein deswegen würde eine Zucht in solchen Fällen immer lohnen. Nach gegenwärtigem Stand plädiere ich dafür, dass das Genital die einzig sichere Bestimmungsmethode ist, bevor sich äußere Merkmale als sicher erweisen.

    Grüße Dennis

    • Offizieller Beitrag

    Wie gesagt mir fehlt die Expertise und ich will gar nicht dafür oder dagegen argumentieren. Ich rufe nur zur Vorsicht auf sich zu schnell mit Merkmalen zufriedenzugeben welche möglicherweise nicht abgesichert sind. Vieles deutet darauf hin, dass beide Arten extrem variabel sind und in einigen Habitaten Merkmale ineinander übergehen. Insofern wäre es kein Fehler mehr Daten dazu zu sammeln.

    Grüße Dennis

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    Ein Trugschlussargument, dass nur urticae „weiße Fühler mit schwarzer Spitze“ besitzt; ich hatte schon viele lubricipedum-Weibchen, die dieses Merkmal genauso aufwiesen, da sie ganz frisch waren. Auch bei den gezüchteten Tieren kommt dieses Merkmal sehr ausgeprägt zur Geltung.

    Eindeutige Hinweise auf lubricipedum sind:

    - breiter angelegte Flügel bei lubricipedum (auf Bildern gut zu sehen!) statt sehr schmal verlaufende Flügel (urticae)

    - gelb-graue Bestäubung der Voderflügel, ein Merkmal, das bei frischen Exemplare oft gut heraustritt

    - Rainer: vgl. Hinweise auf Wurzelfleck

    Zwei Möglichkeiten für eine sichere Einordnung:

    - Genitalisieren oder Barcoding (Kanada)

    - Züchten und alle erhaltenen Exemplare nebeneinanderstecken (auch im Vergleich mit urticae)

    Viel Spaß weiterhin mit diesem Thema

    Otmar

    Hallo Andreas,

    ich hab mal mein ganze Bestimmungsliteratur durchgesehen, aber leider dahingehend auch nichts gefunden.

    Möglichkeit: Schreib doch mal Erwin Rennwald vom Lepiforum an, evtl. kann der weiterhelfen. Wenn er selbst nichts hat, hat er vielleicht einen Kontakt.

    Oder: Michi (Sphingidae77), der hat doch gute Kontakte zum Naturhistorischen Museum in London. Ich denke die müssten sowas sicher haben.

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