Antheraea Polyphemus Krankheit

    Hallo,

    ..habe heute morgen bei meinen Antheraea Polyphemus Raupen zwei auf den Boden liegend und sich krümmend gefunden. Dazu dunkle Flüssigkeit auf einem Eichenblatt. Raupen befinden sich draußen im Aerarium. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Idee, worum es sich handelt?

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    Hallo Jörg,

    es gibt natürlich bei Raupen ebensoviele Krankheiten oder noch mehr wie bei uns Menschen. Da eine Diagnose zu stellen ist schwierig bis unmöglich.

    Aber, der größte Feind aller Insekten ist die Schädlingsbekämpfung durch uns.

    Biologisch durch z.B. Bacillus thuringiensis oder z.B. chemische Spritzmittel (Karate Zeon/Trebon ....).

    Viele Nachbarn bekämfen z.Z. den Buchsbaumzünsler , Bauern den Rapsglanzkäfer u.a.

    Die Mittel werden gesprüht und vom Wind oft sehr weit vertragen.

    Machen kann man dagegen NICHTS.

    Möglichst Futter dort holen, wo keine Landwirtschaft betrieben wird und auf böse Nachbarn achten.

    Habe in den letzten Jahren viele Zuchten, fast immer mehrere Arten gleichzeitig, verloren.

    Manfred

    Moin,

    ich schreibe, weil sonst niemand eine Alternative zu obiger Einschätzung anbietet, was mir komisch vorkommt, bei der Anzahl renommierter Züchter in diesem Forum. Und weil ich vermeiden möchte, dass die restlichen Raupen dieser Aufzucht auch noch denselben Weg gehen, wie die ersten beiden.

    Obiges Krankheitsbild zeigt für mein Verständnis einen Prädatorangriff und nichts bezüglich Pestizid. Es besteht natürlich immer eine Rest-Chance auf Pestizid, das kann ich nicht abstreiten, aber meine Erfahrung sagt was anderes.

    Eine weitere Alternative wäre eine Virusinfektion. Das Wetter ist perfekt für Pilze und Virosen. Aber dann kannst die Zucht eh einpacken.


    Typisch für einen Prädator ist:

    1. die an sich gesunde Zucht und das plötzliche Auftreten, bei täglich 1-3 Einzeltieren, niemals am gesamten Bestand, egal wie groß der ist
    2. die sich am Boden krümmenden und drehenden Tiere mit Körperflüssigkeit an der Epidermis
    3. keine Anzeichen von Durchfall etc., an den geschädigten und den gesunden Tieren
    4. Schwarze Flüssigkeit auf Blättern etc
    5. Große, unübersichtliche Zuchtbehälter

    Meist sitzt irgendwo im Zuchtkäfig eine Spinne, Raubwanze, Florfliegenlarve, Schwebfliegenlarve etc. Diese Prädatoren sind an sich oft noch zu klein, um eine Raupe in dieser Größe zu überwinden, aber wahrscheinlich treibt sie der Hunger dazu. Irgendwann mit dem Raupenfutter eingeschleppt und im Zuchtgefäß häuslich nieder gelassen, bekommen sie irgendwann genug Hunger, um selbst große Raupen zu attackieren. Oftmals auch in der Häutungsruhe, da sie da wehrloser sind. Die Raupen wehren sich nach ihren Möglichkeiten und lassen sich irgendwann fallen. Allerdings erwirken die Bisse/Stiche der Pradatoren und das dabei übertragene Sekret eine teilweise Auflösung der betroffenen Zellen. Das wird sich bei den betroffenen Raupen wohl wie "Feuer" anfühlen. Die Raupe sondert eigenes Sekret ab, mit der sie die betroffenen Stellen einschmiert und windet sich darin. Geschädigte Raupen gehen in der Regel ein. Nur selten gelingt es mir durch ein Wasserbad solche Tiere wieder ans Futter zu bringen. Aber sie schließen die Entwicklung zur Puppe nur sehr selten erfolgreich ab.

    Ich würde empfehlen, das eingestellte Futter genauestens, Blatt für Blatt, Ast für Ast, auf eingeschleppte Tiere abzusuchen. Auch das gesamte Interieur. Systematisch und keine Kleinigkeit übersehen oder auslassen. Oder gleich das gesamte Futter austauschen.

    Eine Taschenlampe kann dabei auch unter Tags gute Dienste leisten. Wenn man nichts findet, sollte man die gesamten Käfigoberflächen absaugen. Vor allem Spalten, Nischen, etc. Es gilt jede noch so kleine Versteckmöglichkeit zu untersuchen/zu säubern.

    Ich habe selbst schon mal ein großes Zucht-Terra 3 Tage lang nach meinem Untermieter abgesucht und täglich verendete Raupen vorgefunden, bis ich den Gast endlich gefunden und nach draussen befördert hatte. Danach keine toten Raupen mehr.

    Ich hab auch mal eine kleine Spinne beobachten können, die sich an eine frisch gehäutete L5 Langia-Raupe heran gemacht hat. Diese Raupe ist damals für "einen guten Zweck" gestorben, denn ich konnte es kaum glauben, was die Spinne da zustande brachte. Das damals entstandene Krankheitsbild gleicht obigem aufs Haar.

    Auch Flor- und Marienkäferlarven sind nicht zu unterschätzen. Deren Beute geht innerhalb weniger Tage in die Dutzende Raupen, je nach Alter der Larve.

    Hab dieses Jahr eine Marienkäferlarve beobachtet, die im Zuchtkäfig eine große L4 von Cerura vinula zerlegte. Die Raupe hatte keine Chance.

    Es wäre interessant später zu erfahren, ob ich richtig gelegen bin, oder ich mich doch geirrt habe mit meiner Einschätzung. Das kann jederzeit sein :winking_face:

    Ich wünsch dir Erfolg und gute Augen.

    Gruß

    Rudi

    Hatte heute morgen das nächste Opfer, 2 gesunde raupen jetzt noch. Futterpflanzen untersucht, spinnennetzähnliche Gebilde unter 3,4 Blätter gefunden. Dazu grünliche , kleine larve und eine hellbraune, kleine Spinne. Die 2 gesunden haben jetzt neues Futter und neues aerarium.

    wenn noch andere kleine Lebewesen an der Eiche waren, scheidet "Insektizid" und Prädatoren (fressen zuerst kleinere Beute) aus. Zudem "lösen" sich deine Raupen langsam auf.

    Würde auf eine stark ansteckende Krankheit (ich nenne es "Raupenpest") hindeuten.

    Wird vermutlich über Blattwerk oder dort lebende Tiere eingeschleppt.

    Gehe davon aus, dass ALLE sterben. Alles gut desinfizieren und tote Tiere im Hausmüll (Abtransport) entsorgen.

    Diese Krankheit (-en) kommen bei Kunstfutterzuchten kaum vor.

    Trifft uns alle hin und wieder, aber wir bekommen auch Corona, Grippe .....

    Evtl. mal eine andre Familie züchten, damit zeitlich Abstand zu den Keimen gewonnen wird.

    Trifft meist nur eine Familie oder sogar nur Gattung.

    Nicht aufgeben,

    Manfred

    ..habe heute morgen bei meinen Antheraea Polyphemus Raupen zwei auf den Boden liegend und sich krümmend gefunden.

    eine letzte Frage, da ich vielleicht diese Aussage falsch interpretiert hatte.

    1. Liegen deine Raupen am Boden und krümmen und drehen sich, wie vor Schmerzen?
    2. Oder liegen sie bewegungslos und den Rücken gekrümmt am Boden?


    Bei 1: Prädator

    Bei 2: Virus/Bakterium/Pestizid

  • AD

    Hallo Rudi....

    ...war bis gestern im Urlaub, meine insgesamt 4 Arten von Raupen ( Antheraeas, Ligusterschwärmer, Abendpfauenauge, Schwalbenschwanz) und Puppen des brahmae hearsey waren aber versorgt von Schwägerin.

    Eine letzte kleine war auch verstorben, eine grosse hat sich in Blättern Kokon gebaut oder aber Parasiten haben sich was gebaut aus ihr. Sieht mir so hell aus.

    Was denkst du?

  • AD

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