6. Januar 2010 um 11:52 - Beitrag: Tötungsmittel, Thema: Sammlung, Präparation
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Hallo Ralf,
wie Claude oben schrieb, reichen -2 bis -3°C nicht aus. Wir reden hier von Temperaturen, auf Tiefkühlschrank-Niveau (-10 bis -18 °C)
Muss jetzt doch Tabaksaft o.ä. spritzen.
Das ist (oder war zumindest früher) ein verbreitetes Tötungsmittel. Jedoch haben wir darüber hier noch gar nicht gesprochen.
Stellst Du Deinen Tabaksaft selbst her oder kaufst Du ihn im Entomologischen Fachhandel??
Cheers
Joachim
Hallo Ralf,
warum spritzt du nicht einfach Salmiakgeist (Ammoniaklösung)? Das wirkt augenblicklich und ist leicht zu bekommen.
Grüße
Heinz
@ Heinz: Im Handbuch der Schmetterlingszucht von Ekkehard Friedrich habe ich gelesen, daß Tiere, die mit Tabaksaft getötet wurden später weniger von Sammlungsschädlingen befallen werden. Keine Ahnung ob es stimmt.
Ich selber habe mal Pfeifentabak ausgekocht und dann damit einen Birkenspanner gespritzt, aber der hat es überlebt. Er war nur leicht gelähmt und hat mit den Flügeln weiter geschlagen, so daß ich ihn mit Salmiakgeist spritzen mußte. Seitdem habe ich es nie wieder probiert. Aber falls jemand damit Erfahrung hat, besonders bezüglich der Sammlungsschädlinge, wäre ich auch sehr interessiert!
@ Heinz
Apotheke am Feiertag zu - sauber gespannter Falter erwacht zu neuem Leben - schnelle Lösung bevorzugt ![]()
Tabaksaft . ein paar alte selbstgedrehte Stummel (in den gerauchten hat sich schon Nikotin angereichert vermute ich) gut befeuchten und ein paar Tropfen der dunkelbraunen Brühe injizieren - nach ca. 5-6 Minuten war das Tier völlig reglos/tot - möglicherweise weil das Tier doch durch die Kälte vorgeschädigt war.
Gruß
Ralf
Tabaksaft
Ein alter Sammler, (Georg Flauger aus Teublitz, manche kennen ihn vielleicht noch) hat mir vor über 30 Jahren die beste Tötungsmethode für Widderchen erklärt. Zigarettenkippen, nicht den Filter!!, auskochen, eindicken bis der Saft richtig dick ist, darin Insektennadeln eintauchen und trocknen lassen. Beim nächsten Fang eines Widderchens dieses einfach nadeln und fertig. Funktioniert wirklich, innerhalb kürzester Zeit ist der Falter tot. Gegen Zyankali zeigen sich Zygaenidae erstaunlich widerstandsfähig !
Vom Einfrieren als Tötungsmethode bin ich wieder abgekommen. Nach meiner Meinung dauert die Totenstarre länger als beim Zyankaliglas.
Ich habe in meinem Froster (ca. 40 m³) unter -20°. Wenn ich nun "kältegetötete" Falter rausnehme, egal ob nach einem Tag oder nach 4 Wochen, muß ich sie Stunden liegen lassen, bevor ich sie nadeln kann. Tiefgefrorene Falter kann ich nach 10 Min. bei Zimmertemperatur präparieren!!!
Für größere Falter, ab ca. P. plantaginis. bevorzuge ich die Spritze mit Salmikgeist. Viele mir bekannte Sammler nehmen ihre Beute nach Betäubung aus dem Z.glas und spritzen Salmiak. Sie sind der Überzeugung das Salmiak die Schädlinge dauerhaft abhält.
Grüße
Dietmar
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Hallo allerseits,
Dietmar - vielen Dank für diesen sehr interessanten Hinweis.
Vor allem in der älteren Literatur wird häufig darauf hingewiesen, dass Nikotin ein gutes Tötungsmittel - hauptsächlich für Zygaeniden - ist. Zur Herstellung entsprechender Lösungen ist jedoch meist nur sehr wenig zu finden. Oft steht nur etwas von "Tabaksaft" oder "Tabaksud". Ansonsten gehen die Meinungen auseinander: auskochen, kalt auslaugen, eindicken ... Jemanden, der selbst eine Nikotin-Lösung hergestellt und damit persönliche Erfahrungen gemacht hat, habe ich bisher noch nicht gesprochen. Selbst Altmeister Clas Naumann hat mir nur gesagt, dass er noch alte Restbestände verwendet.
Die Nikotinlösungen, die man im Entomologischen Fachhandel angeboten bekommt (oder bekam) waren entsprechende Feinchemikalien.
Auch über das richtige Mischungsverhältnis für die bisweilen empfohlene Nikotin-Ammoniaklösung konnte ich bisher keine Angaben finden.
Deshalb - vielen Dank für die Information von Dietmar.
Übrigens - könnte sich Nikotin evtl. auch für den Sammlungsschutz eignen.
Die Idee geht auf den Hymenopterologen Paul Blüthgen zurück, der seine umfangreiche Sammlung vor Schadfraß schützte, indem er jeweils einen abgerauchten Zigarrenstumpen mit einer Nadel in die Ecke seiner Kästen gesteckt hat. Experimente zur Zuverlässigkeit dieses Verfahrens stehen zwar noch aus aber nach Angaben der ehemaligen Hymenopteren-Kustodin des Museums für Tierkunde Dresden (heute Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden), wo sich ein großer Teil der Blüthgen-Sammlung befindet, wurden in den Kästen nie Anzeichen eines Schädlingsbefalls festgestellt.
Alles Gute
Joachim
Also ich hab mal ordentlich Pfeifentabak ausgekocht, eingedickt und wollte dann damit einen Birkenspanner erledigen. Erst habe ichs mit einer Nadel versucht, keine Wirkung. Dann habe ich den Tabaksaft gespritzt, aber das konnte das Tier nur leicht lähmen, er konnte immer noch mit den Flügeln schlagen.
Aber, da ich immer noch Tabaksaft habe, werde ich mal Salmiak und Tabaksud mischen, dann habe ich ja vielleicht doppelten Sammlungsschutz!
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