Krankheit bei S.pyri

    Nachdem meine S-pyri-Zuchten in den vergangenen Jahren nie besonders erfolgreich verliefen, glaubte ich diesmal, den Bogen raus zu haben. Ich hatte die Tiere mit Fraxinus bis zur L3(/L4) aufgezogen und sie dann auf Birne oder Zwetschke ausgebunden.
    Das klappte mit der ersten Hälfte meiner Tiere ganz gut. Leider hat sich der Rest in den letzten beiden Tagen größtenteils eine Krankheit eingefangen, die mit dem Auftreten eines kleinen, schärzlichen Flecks in vorderen Segmentbereich beginnt. Die Tiere werden dann insgesammt dunkel-bräunlich und gehen ein. Schleimiger Kot oder ähnliches war zunächst nicht feststellbar. Jetzt, wo die ersten Tiere über Nacht verendet sind, sind auf dem Saugpapier einige Flecken erkennbar.
    Ich hielt die Tiere in Schachteln, ca. 20 x 30 x 10cm, wobei die Deckfläche vollständig aus Gaze bestand.
    Jetzt werde ich alle noch optisch einwandfreien Tiere einzeln halten.
    Was kann ich sonst noch tun?
    Wer kennt die Ursache? Was lief falsch ?

    Ich versuche mal, ein Bild mit zwei verschiedenen Stadien beizufügen.

    Siegfried

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    Das ist mir dieses Mal glücklicherweise erspart geblieben. Ich glaube, einer der Gründe ist, dass sich die Raupen, wenn unglücklich, gegenseitig die Warzen anknabbern. Für L3, wie auf Deinem Foto sollte der Platz aber eigentlich ausreichen... Bei mir trat das Problem meist erst im L4 oder L5 auf.

    Bin mal auf die Diskussion gespannt.

    Das kommt bei S. pyri leider nicht so selten vor. Schon wenn man sie kontinuierlich auf einer Pflanze hält - bestens bewährt hat sich dabei vielfach die Esche - kann es vorkommen, daß die großen Blätter etwas zu schnell austrocknen, und schon ist ein allgemeiner Wassermangel die Folge, bei dem die Raupen sich (wenn sie nicht schon eher krank werden) u.a. gegenseitig anknabbern. Gewagt sind außerdem Futterpflanzenwechsel. Den Übergang von Esche auf eine Obstbaumart dürften sie ziemlich schlecht vertragen. Andererseits hat sich bei manchen Populationen gezeigt, daß sie zu saftiges Futter auch nicht so gut zu vertragen scheinen; man kann es ihnen zuweilen schwer recht tun. Ich hatte es diesmal - von unserer Diskussion im Forum angeregt - auch mit der rotblühenden Roßkastanie (Paviahybrid) probiert; anfangs gediehen sie wunderbar, aber später wurden die auf Esche dreimal so schnell groß, während die auf dem Alternativfutter häufig genau die illustrierten Symptome aufwiesen...

    Aber Einige schaffen es bestimmt, was auch wieder typisch ist.

    Viel Erfolg noch,

    Danke für die Hinweise!
    Die Erkrankung trat bei allen Tieren in dem Stadium auf, in dem ich sie noch auf Esche hielt. Meine haben diese Jahr den Übergang auf Apfel, Birne und Zwetschke problemlos verkraftet. Letztes Jahr ist meine optisch gesunde L2/L3 lieber verhungert, als auf Birne auch nur zu knabbern. Ich alter Literatur fand ich übrigens den Hinweis, sich bei Nachtzuchten nach der Futterpflanze Parentalgeneration zu erkundigen und möglichst nicht zu wechseln.

    Siegfried

    Hallo Zusammen,

    ich bin momentan noch in Deutschland und zuechte gerade auch einige S. pyri. Meine wachsen momentan problemlos und sind gerade am Uebergang von L3 zu L4. Die Raupen fressen bei mir problemlos an Kirsche, von der ich ein paar Zweige in eine Vase gestellt habe. Diese steht einfach ohne Raupenkasten an einem Nordfenster auf dem Fussboden mit ein paar Zeitungen drunter.
    Die Elterntiere meiner Raupen waren Wildfaenge aus Armenien (2500m hoehe).

    Viele Gruesse


    Thomas Ihle

    Hallo miteinander.

    Eine kurze Frage sei bitte erlaubt: ihr sprecht bei dem Futter für pyri immer wieder von "Esche". Meint ihr damit Fraxinus oder Sorbus aucuparia.

    Schönen Gruss,
    Rudi

    Also ich würde Fraxinus meinen.

    Bei mir gab es übrigens, bisher zumindest, entgegen dem von Bostjan Gesagten keine Probleme beim Wechsel von Esche auf Obstbäume (bei mir Kirsche). Die Raupen sind mittlerweile im L5 und wachsen munter ohne Anzeichen von Unverträglichkeiten.

    Abraten würde ich von Birke. Habe mehrere Ansätze auf unterschiedlichen Pflanzen gezogen und von denen auf Birke hat sich Anfang der Woche die letzte ins L3 gehäutet (!!!), während die auf Esche/Kirsche angezogenen teilweise im fortgeschrittenen L5 sind. Kleine Nachlässigkeiten beim Futterwechsel des Birken-Ansatzes räume ich ein, aber ich denke auch ohne diese wären sie nicht so schnell so groß geworden.

    Grüße,

    Markus

    Hallo,

    Fraxinus excelsior bzw. minor, den Baum aus der Ölbaumgewächsfamilie (wie Liguster, Flieder, Steinlinde, Ölbaum, Jasmin, Forsythie...); die "Eberesche" heißt nur so und ist ein Rosengewächs, also mit Obstbäumen verwandt. Beides kann natürlich bei S. pyri als Futter verwendet werden.
    Die Esche mag ich bei S. pyri besonders, weil die Raupen sich daran (meistens) hervorragend und sehr schnell entwickeln; trotzdem kann man (v.a. bei Welkwerden des Laubes) einzelne Erkrankungen kaum verhindern - es scheint im übrigen auch so zu sein, daß bei mehreren Raupen die jeweils kleineren, falls sie mit größeren in Kontakt kommen, diesen Infektionen unterliegen. Seltsamerweise aber wachsen Raupen von S. pyri am besten und sind die Ausfälle am geringsten, wenn man sie mit welchen von Sphinx ligustri zusammen hält.

    Schönen Gruß,

    Hallo alle zusammen,

    ich ziehe im moment auch 23 Stück pyri auf Nussbaum und muss sagen das der Nussbaum bis jetzt als Futterpflanze am besten geeignet war für die pyri Zucht! Ich hatte keinen einzigen Ausfall (bis jetzt) nur interessant ist, dass die Raupen in extremen unterschieden zu den Häutungsstadien stehen, während einige sich beginnen zu verpuppen sind andere erst in L3, sind aber alle aus dem selben Gelege. Wichtig bei Nuss ist die Blätter alle 1 - 2 Tage zu wechseln da die Blätter schnell vertrocknen auch wenn sie im Wasser eingefrischt sind!
    Ich hatte auch einmal das Problem mit den braunen bis schwarzen Flecken im forderen Segment der Raupe wobei ich dachte die Raupe sei krank geworden auf Grund der vertrockneten Mahlzeit.
    Auf alle Fälle wer wieder mal pyri Raupen ziehen will sollte Nuss probieren.

    Schönes Wochenende wünscht euch allen Florian

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