Hallo zusammen, bekomme noch diese Woche Eier von Antheraea yamamai.

    So, meine Frage:
    Kann ich die Raupen auch früher schlüpfen lassen, um im Jahr öfters neue Generationen zu erzeugen oder müssen die Raupen mit Minustemperaturen in Kontakt kommen?
    Oder können sie dann gar nicht schlüpfen, wenn sie nicht mit Minustemperaturen in Kontakt gekommen sind?

    Hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen. :hilfe:

    mfg
    chris :freude:

  • ANZEIGE

    Hallo, da die Raupen an Eiche fressen, ist es ratsam sie kühl ( ca 5-8 Grad) zu überwintern. Am besten du wartest ab bis die Eichen im Frühling treiben. Dann kannst Du die Eier an Zimmertemperatur gewöhnen. Sie knappern am Anfang an den aufgehenden Blättern herum. Man kann auch Eicheln sammeln und sie austreiben lassen, bis genügend Futter zur Verfügung steht. Viel Spaß bei der Zucht.

    Ich dachte dieses Forum ist nunmal da, um Fragen zu klären. Du hast sicherlich auch mal klein angefangen und dich befragt. :böse:

    Ich möchte mir nunmal viele Informationen besorgen und wem ich nerve, der soll mich hald nicht beachten.

    chis :traurig:

    Hallo Rudi, ich denke, dass Deine Beiträge hier fehl am Platze sind.
    Wenn jemand Fragen zu einen bestimmten Thema hat, dann beantwortest Du sie oder lässt es eben bleiben.
    Jeder hat mal klein angefangen und nicht jeder ist ein erfahrener Rentner wie Du.

    Schönen Abend noch
    Mario

    An Tannert Rudi : DEINE Beiträge sind hier Fehl am Platz und nicht erwünscht !!!
    Die Beiträge von Naturschützer jedoch, tragen hier zur gegenseitigen Diskussion bei !

    Es handelt sich hier um einen 16-jährigen Naturbegeisterten, der einfach bei seiner Zucht nichts falsch machen möchte.
    Das ist sehr lobenswert und hat nichts mit "nerven" zu tun.

    Erspare uns allen demnächst solche Kommentare, Rudi Tannert !

    Gruß,

    Flo

    Lieber Christian,
    das mit dem Eicheln sammeln stimmt tatsächlich, dürfte für deine Zwecke allerdings schon zu spät sein.

    Besser ist es, du schneidest ein paar Eichezweige, steckst sie ins Wasser und stellst sie warm und hell. Du wirst staunen, wie rasch du frisches Futter zur Verfügung hast. Das Wasser alle paar Tage wechseln, die Schnitte an den Zweigen dabei immer "auffrischen" durch erneutes, ziemlich schräges Anschneiden.

    Ein Tipp für die Zukunft:
    Wir alle, die wir gerne züchten, können es kaum erwarten, bis im Frühjahr frisches Futter zur Verfügung steht. So sammle ich alljährlich im Herbst einige kräftige, gesunde Eicheln und stecke diese in ein entsprechend längliches Gefäß, gefüllt mit Walderde, die ich dem Boden rund um die Muttereiche entnehme (keine gekaufte, überdüngte Blumenerde). Den Topf stelle ich in die Nähe der Heizung auf's Fensterbrett. Immer leicht feucht halten und schon im Dezember habe ich wunderschöne, frische Eichentriebe. Und wenn ich einmal diese Triebe nicht brauche, weil ich eben keine entsprechenden Räupchen habe, ist ja auch nichts verloren.

    Viel Vergnügen und Erfolg an unserem schönen Hobby, und lass' dich nur ja nicht einschüchtern. Besser einmal öfter gefragt als zu wenig. Allesamt, auch die sog. "Alten Hasen", sind oft froh, über Tipps und Erfahrungen anderer.

    Beste Grüße

    Heinz

  • ANZEIGE

    Hallo zusammen,

    ich hatte im letzten Jahr im Januar Eier von Antheraea yamamai und diese leider nicht gleich so kalt gestellt, wie es notwendig wäre. Die Raupen sind geschlüpft, kein Problem! Ich hatte vorher Eicheln gesammelt und Zweige ins Wasser gestellt. Hat am Anfang auch ganz gut funktioniert, wenn man bedenkt, dass je Zweig und Trieb nur 1-2 ca. 2 cm große Blätter austreiben (zu mehr reicht es im Wasserglas nicht). Und auch die Zweige brauchen 4 Wochen zum Austreiben!
    Nach 14 Tagen waren es nur noch 4 Raupen übrig, der Rest war verhungert. Selbst ständig nachgesammelte Zweige von Eichen konnten nich helfen. Und die 4 Raupen waren im April so groß, dass ich das Futter nicht mehr bei brachte. 1 Raupe hat überlebte und hat die Verpuppung gerade noch geschafft. Anfang Mai trieben dann die ersten Eichen richtig aus...
    Man darf nicht vergessen, dass nachzuchten aus Südeuropa dort keine Probleme wegen der wintergrünen Eichenarten haben, bei uns zu früh geschlüpfte Raupen in nahezu allen Fällen das puppenstadium nicht erreichen. Nahe Deggendorf soll es eine ausgewilderte Population geben, die offenbar einen bestimmten Zyklus hat und die Eier dort auch stärkeren Frost überstehen.

    Gruß
    Johannes

    Nirgends, wo A. yamamai vorkommt, gibt es wintergrüne Eichen;
    dort, wo es welche gibt, kann wiederum A. yamamai aus klimatischen Gründen nicht leben.
    "Südeuropa" ist nicht gleich Mittelmeerraum; in südlich der Alpen gelegenen Gebieten
    sind die Winter gewöhnlich um einiges kälter als die der ozeanisch geprägten nördlich davon,
    haben aber auch etwas wärmere Sommer, kurzum größere Unterschiede.
    Die heute in Europa vorkommende Population von A. yamamai stammt aus dem Hochgebirge Mitteljapans
    und benötigt kein mildes Klima; sie kann auch nicht mehr als 1 Generation pro Jahr bilden
    (wie alle Arten, die als Eier überwintern) - eben weil die Raupen frisches, saftiges Laub benötigen,
    wie es nur beim Austrieb vorliegt.
    Die junge Raupe ist (draußen) entsprechend hungerfest und frosthart, schlüpft aber in der Natur immer rechtzeitig.

    Bei der Zucht können zwei Regeln helfen:

    1.) Die Eier gg. Winterende eher kälter stellen (Temperatur leicht senken),
    wenn man sie geschlossen hält - und erst dann erhöhen, wenn die frischen Triebe sprießen,

    oder

    2.) hell an der Fensterbank draußen (Nordseite) überwintern lassen, damit die Tage "gezählt"
    und die steigende Tageslänge "gemessen" werden - auch dann schlüpfen sie rechtzeitig.

    (3.) Nach frühem Schlupf kann man, wie in zahlreichen Beiträgen des Forums diskutiert,
    zu vielen anderen alternativen Futterquellen greifen.)

    A. yamamai wird zur Seidengewinnung in vielen Teilen der Welt bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Verwilderte Vorkommen liegen im Balkangebiet, Niederösterreich und Nordostitalien. Dass allerdings die Winter in den südlich der Alpen gelegenen Gebieten (Mittelmeerraum) kälter sein sollen, als die nördlich davon (Mitteleuropa), halte ich für ein Gerücht. Das atlantische Klima (Golfstrom) macht sich in Frankreich, England und auch bei uns derzeit mit milden Wintern bemerkbar. Unsere früher normalen, langen Winter mit starken und oft späten Frösten (kontinentale Kaltluft aus dem Osten) überleben aber die Eier nicht (sonst hätten wir den Falter schon überall)!

    Buchen- oder Rotbuchen- (Fagus silvatica) zweige helfen auch nicht weiter, da nur, wie bei Eiche, sehr kleine Blätter austreiben. Ich wüsste nicht, welche alternative Futterquelle im Moment sonst in Frage kommt (außer immergrüne Eichen)!
    Am Nordfenster, was Bostjan vorschlägt, war es bei mir in den letzten Tagen schon um die 10 Grad, was den Schlupf mit Sicherheit induziert hätte und man dann ohne Futter dasteht. Und bis zum Austrieb der Eichen oder Buchen ist es noch lange.

    Hat schon mal jemand Eichenblätter im Sommer eingefroren und diese bei Bedarf aufgetaut und verfüttert?


    Grüsse
    Johannes

  • ANZEIGE

    Lieber Johannes,

    das Einfrieren dürfte bei Eichen wirklich sehr problematisch sein - aber mit Birken (und Weiden: Salix babylonica) kannst Du die Zeit gut überbrücken; ein sehr bewährtes Ersatzfutter ist außerdem Weißdorn - darauf wird Deine Zucht bestimmt ein Erfolg!

    Nun ja, die wärmer werdenden Winter heben in letzter Zeit gewiß überall etwas den Schnitt - aber mildere Winter sind in Westeuropa (also in etwa nördlich der Alpen und westlich der Oder) eher eine alte Erscheinung; zwar gab es durchaus auch kältere Perioden, in denen etwa die Themse regelmäßig zufror (um 1850 - da war es im Osten eben noch viel kälter), aber an den Westküsten war das Überleben (sub)mediterranen Wuchses (Pinien und manche Palmenarten halten es in vielen westlichen Gebieten aus) seit langem bekannt... und die europäischen Waldgebiete sind - bis auf manche Gegenden in Ostbayern und Sachsen - eben eher ein Übergang denn wirklich kontinental geprägt.

    Bei Arten mit kontinentalem Ursprung, wie A. yamamai, stört der kalte Winter wirklich nicht im geringsten; bis -40*C besteht für die Eier keinerlei Gefahr; kritischer wird es, wenn der Sommer sich, wie zuweilen (und eigentlich sehr oft nördlich der Alpen) temperaturmäßig gar nicht wesentlich vom Winter abhebt, bzw. wenn die Schwankungen nicht wirklich jahreszeitlich gebunden sind - deshalb besteht fast keine Gefahr, daß eine nordamerikanische Art in Europa fußfaßt (außer auf dem Balkan), während es umgekehrt fast immer passiert.

    Ein schönes ozeanisches Beispiel ist Irland - Sommer und Winter unterscheiden sich hauptsächlich anhand der Tageslänge, ansonsten sind Schwankungen minimal... Schwer vorstellbar, daß man A. yamamai in Irland auswildern könnte, dort behaupten sich eher Arten, die über mehrjährige Latenzfähigkeiten verfügen.

    Nun werden Funde aus Deutschland bekannt - und zwar exakt aus den kontinentalsten Gegenden.
    "Südlich der Alpen" liegt zwar auch das Mittelmeer - aber mediterranes Klima fängt erst wirlich an der Küste an und nicht gar schon in den Alpentälern - Trachicarpuspalmen und Lorbeer kann man in Ljubljana oder Wien nicht draußen halten, ebenso nicht in Zagreb oder Belgrad, Budapest, Sarajevo, Sofia oder Bukarest -- sehr wohl dagegen in Düsseldorf, Köln, Freiburg... und dann wieder in Dalmatien.

    Auch am Wörthersee wachsen keine Palmen (außer eingetopft) - im Gegensatz zum Gardasee, der eben weit im Westen liegt und von den Alpen nach Norden, und vor allem nach Osten hin gegen kalte Luft abgeschirmt ist... In Irland aber gedeihen weit mehr Palmenarten als an der nördlichen Adria (schluchz), wo die Berge im Norden nicht hoch genug sind, die aus Pannonien einströmende Kaltluft abzuschirmen... Und der Alpenkamm, der das Gebiet nach Westen abschirmt, bewirkt, daß sowohl Hitze- als auch Frostwellen etwa in Klagenfurt oder Celje im Schnitt bis zu zweieinhalb Tage länger dauern als z.B. in Frankfurt am Main, ein vielleicht ausschlaggebender kleiner Unterschied...

    Nun gibt es natürlich durchaus nicht nur klimatische Bedingungen - und die Temperaturunterschiede sind sicherlich nur einer der Faktoren; ein natürliches Vordringen nach Nordwesten war bei A. yamamai gewiß auch durch die Felsenregion und den Nadelwaldgürtel der Alpen blockiert, und das pannonische Gebiet ist vielfach Steppe.
    Gibt es eigentlich mittlerweile Funde im Wienerwald?

    Viele Grüße

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!