Des Züchters Freud ....

    .... des Ästheten Leid!

    Wie sieht ein richtiger Junigarten aus :question_mark::exclamation_mark::question_mark:

    So im Südwesten:

    und dies sitzt z.B. drin:

    Syssphinx gomezi

    Citheronia azteca

    Syssphinx colla


    So geht's in Richtung Süden weiter:


    damit es zum Nordosten passt:

    nämlich für die hier:

    Antheraea montezuma

    Copaxa cydippe

    Mexicantha garciorum (das erste Foto einer L3 Raupe!)


    Und nicht einmal drin herrscht Ordnung:


    ... aber wenigstens sind die Aprikosen bald reif ---- mmmmmh! :applaus::applaus::applaus:


    Aber beklage ich mich :question_mark: Genauso wollt' ich's doch ..... :winken:

    Gruss

    Bernhard

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    Wow einfach nur wow :blink: , ich als Anfänger kann bis jetzt von sowas nur träumen.
    Also wenn das mal nicht ein anständiger Garten ist.
    Wo kaufst du all die Einbindesäcke und Raupenkästen und was mich noch interessiert, wie sind die für den Garten geeignet?

    Großes Lob für den tollen Garten und einen schönen Abend,
    Tillmann

    Danke Tillmann!

    Wie du dir vorstellen kannst, steckt enorm viel Arbeit dahinter. Und ich hab' in meinem früheren Leben ja auch mal Landschaftsgärtner mit Spezialgebiet Naturgarten gelernt ...

    Die Beutel und Käfige bietet Marc Fischer in Holland an. Mittlerweile setze ich sie das dritte Jahr ein und bemerke noch keine Verschleisserscheinungen. Die haben sich auf alle Fälle bewährt. Bloss bei den Beuteln gibt es Abstriche. Verzichte auf solche mit den gut gemeinten Sichtfenstern! Der Kunststoff ist nicht lichtecht! Nach einem Sommer zerbröseln die, was gleichbedeutend ist mit Beutel wegschmeissen. Gleiches gilt für die Schnur zum Zubinden! Habe diese Mängel mal mitgeteilt. Jetzt gibt es Beutel ohne diese Fenster.
    Apropos Beutel. Bin nicht mehr ganz sicher, ob ich die auch bei Marc Fischer gekauft hatte. Vielleicht auch vom anderen Marc, dem in der Schweiz, alias Papa Papillon - musst du googeln.

    Gruss

    Bernhard

    Nabend Bernhard,

    es sieht sehr sehr schön dort bei Dir aus!

    Kannst Du vielleicht etwas dazu schreiben wie Du mit den Pflanzen ,auf denen Du die Raupen ziehst, umgehst?
    Lässt Du die einmal kahl fressen und dann wieder austreiben?

    Auf welchen Pflanzen ziehst DU derzeit? Denn bei den selten Arten welche Du pflegst wirst Du ja auch nicht ohne weiteres an jede Futterpflanze kommen?`

    Gruß

    Patrick

    Hallo Patrick und natürlich alle anderen Interessierten

    Es gibt in paar Hauptfutterpflanzen. Und die sind weit weniger spektakulär als ihre Liebhaber. Das wären Eichen (Q.turneri + Q.ilex), Gleditsie, Liquidamber, Kiefer, Pflaume, Avocado und Bambus. Die habe ich alle als Zwergformen in Töpfen. Buche, Weide, Liguster und Faulbaum sind ebenfalls sehr beliebte Futterpflanzen, doch die stehen nebst in meinem Garten auch noch überall in der Umgebung frei rum.

    Die getopften Pflanzen sind wichtig, weil ich sie dem Wetter entsprechend auch unterstellen kann, wenn's nötig ist. Lange kalte Regenperioden mögen meine meist tropischen Arten nicht, während tiefere Nacht Temperaturen (5 - 10°C) problemlos ertragen werden. Auch kann ich so besser den Ansprüchen der Art Rechnung tragen. Manche kommen aus dem Gebirge und ertragen die oft 50°C auf dem Sitzplatz vorne nicht. Die bringe ich dann auf die Nordost Seite, wo das Klima viel besser für sie ist.
    Die kleinen Bäumchen haben auch noch den Vorteil, dass sie komplett in die grossen Käfige gestellt werden können. Zurzeit halte ich mehrere Dutzend Arten gleichzeitig. Das würde ich nie schaffen, wenn ich jeden Tag jeden Behälter zweimal reinigen müsste! Und wenn du gaaaaanz viiiiiiiel Zeit reingesteckt hast, dann bekommen sie ihre Infektion ..... Murphy!
    Auf der lebenden Pflanze hingegen haben die Tiere ihren Freiraum und die Ruhe, die sie brauchen - und ich die Musse, ihnen einfach nur zusehen zu können :smiling_face:
    Die anspruchsloseren Arten , d.h. die die ein bisschen Gedränge eher ertragen, kommen in Beutel. Dort sind sie der Witterung viel mehr ausgesetzt und weil der Kot nicht ganz wegkann, ist es oft etwas unhygienischer als in den Aerarien. Aber für beiden Methoden gilt: Massenzuchten sind praktisch unmöglich - es sei denn, du beschränkst dich auf nur zwei, drei Arten und verteilst diese entsprechend. Zwei, drei Dutzend Tiere pro Art sind für mich okay. Das reicht für gute Fotos und meist auch für genug Puppen, damit eine Nachzucht gelingt. Wenn DIE nicht dafür reichen, dann nützt es auch nichts, noch mehr davon zu haben.

    Wichtig bei den getopften Pflanzen ist, dass sie nicht ständig runtergefressen sind. Zwischendurch sollten sie genug Blattwerk aufbauen können, um die Wurzeln ausreichend mit Energie versorgen und sich selbst auf den Winter vorbereiten zu können. Dabei gilt, Pflanzen, die von April bis Juni abgefressen werden treiben problemlos nochmals aus und können im Juli nochmals verwendet werden. Danach aber in Ruhe lassen, damit sie im September noch etwas Kraft tanken können. Nicht zu vergessen ist, dass vor allem bei den kleineren Gehölzen ja auch der Stamm assimiliert und daher auch völlig kahl gefressene Pflanzen schnell wieder austreiben. Oft ist dies sogar von Vorteil, damit die Äste nicht immer weiter nach aussen wachsen, sondern das Ganze schön kompakt und mit viel Laub bleibt. Auf dem einen Bild Richtung Süden seht ihr ein gutes Beispiel dafür. Da steht eine Gleditsie im Topf. Jeder, der die Bäume im Freiland kennt, weiss, wie weit auseinander das Laub normalerweise steht. Und wenn ihr die hier anseht, dann könnt ihr euch vorstellen, wie hoch ein freistehender Baum sein müsste, um dieses Futter bieten zu können. Meine vier Bäumchen sind gerade mal 140cm hoch.

    Düngen ist noch eine wichtige Frage! Während Raupen dran sitzen, dünge ich eigentlich nie. Aber dazwischen ist's nötig. Vor allem im Spätwinter, wenn die Knospen zu treiben beginnen, gebe ich langwirkende Hornspäne. Die geben den Stickstoff nur ganz langsam ab und die Pflanze nimmt immer genau soviel auf wie sie gerade braucht. Dann im Frühling wenn schon viel Laub da ist gebe ich noch zusätzlich biologischen Gehölzedünger - wegen den anderen Spurenelementen, die halt auch benötigt werden. Tja und dann heisst's Beobachten! Solange die Blätter/Nadeln eine gute Dichte, Farbe und Grösse zeigen, braucht's keinen weiteren Dünger. Wenn die Blätter aber wieder gelblicher, kleiner und weniger dicht wachsen, ist's wieder Zeit.
    Faustregel: Lieber ein bisschen weniger als auf der Packung steht, dafür noch einmal nach zwei, drei Wochen. So tragen auch die Fressgäste keinen Schaden davon.
    Frischeingekaufte Pflanzen werden erst einmal probeverfüttert. Im Moment sind das einige Liquidamber und ein Lindenbäumchen (für die Caio bestimmt). Da müssen ein paar wenige Raupen herhalten und probieren. Wenn sie nach einigen Tagen keine Störungen zeigen, kann ich die Pflanze verwenden. Bei Überdüngung fallen sie aber meist schon nach wenigen Stunden tot vom Stängel! Nach zwei, drei Wochen im Regen draussen, ist der Nähstoffgehalt aber meist auf ein erträgliches Mass gesunken, sodass ich einen nächsten Versuch wagen kann.

    Vorsicht aber mit den Pflanzen aus Holland eingekauft!!! Die sind zwar alle schön billig und sehen noch besser aus, da steckt aber sehr viel systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel im Boden drin! Und zwar über Jahre!!! Unbedingt darauf achten, dass die Bäumchen beim eigenen Baumschulisten gezogen wurden, bei dem man nachfragen kann, was alles drin ist und wann zum letzten Mal gedüngt wurde. Oder - so mache ich es - explizit gute Pflanzen bestellen in der Grossgärtnerei. Das dauert zwar ein paar Wochen, aber dafür hast du dann auch gleich vertrauenswürdiges Futter schon im Anschaffungsjahr. Die Holländer müssen umgetopft und dabei ihrer ganzen Erde entledigt werden (Brause). Und selbst dann braucht es mindestens ein Jahr, bis das ganze Gift aus Stamm und Blättern abgebaut ist. Am besten also gleich raus in den Garten pflanzen und ein Jahr lang vergessen, im kommenden Jahr die Probefütterung, dann sieht man's.

    So, nun habe ich etwas erzählt von meiner Erfahrung mit den ganzen Topfzuchten. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass das alles ja nicht nur auf meinem Mist gewachsen ist, sondern auch ich davon profitieren durfte, dass andere vor mir schon viele Fehler gemacht und mich entsprechend davor gewarnt hatten. Allen voran möchte ich hier unserem Actias Mitglied Heiner Brockhoff danken! Die Umsetzung seiner wertvollen Tipps sieht man auf meinen Bildern.

    Danke Heiner! :thumbs_up:

    Und Gruss an alle

    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    als langjähriger Züchter und Sammler von Käfern
    und Schmetterlingen, die ich bereits mit 14 Jahren zusammen mit meinem
    Zwillingsbruder begonnen habe, damals allerdings zunächst nur
    einheimische Arten aller Art, jetzt aber fast ausschließlich exotische
    Arten, kann ich Dir nur meinen vollen Respekt zollen für die Darstellung
    Deiner Haltungsareale. Denn ich weiß, was es bedeutet, für eine
    reichliche Anzahl von verschiedenen Species immer frisches Futter zu
    besorgen, wenn nicht ausreichend getopfte Pflanzen zur Verfügung stehen.
    Du hast das Problem recht gut gelöst. Mein Intersesse wurde unter
    anderem auch durch Deinen Beitrag dadurch geweckt, da ich selbst bei mir
    ähnliche wenn nicht gar gleiche Verhältnisse bzw. Haltungsbedingungen
    erkennen kann. Ich habe ebenfalls eine Reihe von Futterpflanzen rund um
    mein Haus im Garten gepflanzt als auch reichlich getopfte Futterpflanzen in meinem Wintergarten von ca. 45
    m², der gleichzeitig als Schmetterlingshaus
    herhalten muß. Sehr interessant und aufschlußreich finde ich auch Deine
    Bemerkungen zur Düngung der Futterpflanzen. Du nimmst ausschließlich "
    Biodünger", was ich nur befürworten kann. Aber meine Frage wäre dennoch
    an Dich oder die Entomologen-Biologen oder-Gärtner, wie sieht es
    eigentlich aus mit allerdings nur äußerst kleinen Mengen! von Kunstdüngerbeigaben, ich betone nochmals also z.B. nur einige Kunstdüngerkügelchen (z.B. lediglich 10-15 Kügelchen,
    die sich ja auch nur sehr langsam auflösen sollen, damit sie recht
    lange als Düngung dienen), die der Pflanze zwar zum Wachstum verhelfen
    könnten, aber darüber hinaus keinen Schaden an den Raupen anrichten
    dürfen. Meine Erfahrung hat gezeigt, daß abgefressene Futterpflanzen mit noch
    einigen erhaltenen Blättern bei nur äußerst geringer Kunstdüngung wieder
    wesentlich schneller heranwachsen als die ungedüngten oder nur mit
    Biosubstrat gedüngten Pflanzen. Ich könnte mir zwar vorstellen, daß die verschiedenen Species
    auch unterschiedlich auf die Quantität der Beigaben reagieren könnten. Ich bin aber kein Botaniker oder erfahrener Gärtner, so daß es für alle
    Züchter vielleicht interessant wäre zu wissen, wo evtl. dann
    die unbedenkliche Grenze zwischen Nutzen und Schaden für alle Species
    läge
    (nur einige oder gar keine Düngerkörner?). Sicher erwarte ich jetzt
    Antworten wie "Es wäre besser, keinen Kunstdünger, sondern nur Biodünger
    zu benutzen usw. um auf der sicheren Seite zu sein". Aber dennoch ist
    mein Wissensdurst so groß zu erfahren ob und in wieweit ein geringer
    Kunstdünger möglich sein könnte. Welche Schadstoffe entstehen in der Futterpflanze, die für die Larven gefährlichwürden? Es sind die entomologischen
    Gärtnermeister gefragt. Auf alle Fälle und sicherheitshalber werde ich
    weiterhin vorerst nur Biodünger einsetzen.
    Danke für die Antworten un Gruß an alle
    Dieter ("Heune")

    Lieber Dieter

    Ich denke mal, dass es von der Chemie her auf das gleiche rauskommt, ob du nun Bio- oder Kunstdünger nimmst. Ist ja alles N,K,S oder Mg usw. Für mich ist entscheidend, dass sich der von mir verwendete Biodünger einfach viel langsamer auflöst als die Produkte, die die Pflanzen möglichst schnell hochpushen sollen. Deshalb auch die Hornspäne. Im Spätwinter verabreicht, halten sie bis zum Herbst und versorgen die Pflanzen mit dem nötigen Stickstoff in genau den Mengen, die die Pflanze aufnehmen kann. Das sieht man ihr auch an, wenn sie vernünftig kurze und verholzte triebe macht anstelle der langen, grünen, die voller Wasser sind.
    Und dann eben beobachten. Ich schmeisse nicht einfach viel von den anderen Stoffen hin, sondern gebe erst dann etwas, wenn ich mit der Blattqualität nicht zufrieden bin. Das ist aber gar nicht so wenig wie du sagst. Eine Handvoll pro Topf (50 - 60cm) ist es schon. Auch wenn gerade Raupen dran fressen, habe ich noch nie Probleme damit gehabt.
    Wenn ein Strauch abgefressen ist, dann bekommt er schon etwas mehr, als wenn Raupen dran sitzen.
    Habe doch erzählt, dass ich vor kurzem eine kleine Linde, sowie einige kleine Liquidamber gekauft habe. Das war vor ca. zwei Wochen. Die Sträucher sahen alle supertoll aus, so richtig buschig, sauber und viel Futter hergebend. Ich hatte in der Gärtnerei nach dem Produzenten gefragt - alles aus der Schweiz und Deutschland, wo die systemischen Mittel ja auch verboten sein sollen. Wunderbar, also auf den Wagen damit und zur Kasse! Noch gleichentags bestimmte ich ein paar Caio und Citheronia Raupen den Versuch zu machen. Nach nur einer Stunde waren schon alle tot - ohne auch nur an den Blätter geknabbert zu haben! AHA!!! Da scheint es dermassen viel Stickstoff in den Blättern zu haben, dass er sogar über die Ausdünstung der Blätter Schaden anrichteten.

    Seither stehen die Pflanzen draussen und bekommen nichts anderes als Wasser und viel Sonne. Vor drei Tagen erkor ich wieder eine Caio für die Linde und etliche Paradirphias für den Liquidamber - die Citheronias sind mir zu schade ... Auch heute noch leben alle und der Kot sieht völlig normal aus.
    Es geht also recht schnell, bis hohe Düngergaben auf ein für Raupen erträgliches Mass abgebaut wurden. Dadurch vermute ich mal, kann es nicht viel Schaden anrichten, wenn man runtergefressene Pflanzen stärker aufdüngt. Bis die wieder im Einsatz stehen, ist das alles in Biomasse verwandelt oder sonst wie verschwunden.
    Die Avocados im Schulzimmer bekommen z.B. bei jedem vierten Giessen ihren Flüssigdüngerschuss. Ganz egal ob gerade Copaxas drauf sitzen oder nicht. Und da ist bis jetzt noch keine einzige Zucht schief gelaufen! Im Gegenteil, wenn die Avocados mal mehrere Wochen keinen Dünger bekommen, werden sofort die Blätter kleiner, gelber und weniger resistent gegen Blattläuse.

    Wichtig ist vielleicht noch, dass Raupen von Anfang an, mit gedüngten Blättern gefüttert werden müssen und nicht ganz plötzlich damit fertig werden müssen. Da habe ich auch schon üble Erfahrungen gemacht. Also entweder oder aber nicht abwechseln.

    Heiner und Rudi. Ihr seid auch Fachleute auf beiden Gebieten. Was meint ihr dazu?

    Gruss


    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    darf man fragen, wie viele Stunden Du ca. je Tag für die Pflege benötigst? Wenn ich Deine Aufzuchtdosen-Menge sehe, wird mir ganz anders, da bei mir schon 6 verschiedene Arten genug Zeit 'auffressen'.

    Gruß

    Hallo Stefan

    Dadurch dass ich so viele Tiere draussen auf der lebenden Pflanze halte, brauche ich pro Tag ca. 2 - 3 Stunden zum Füttern und Reinigen. Die verteilen sich jedoch auf den frühen Morgen und den späten Nachmittag/Abend. Bei Actias schreiben und e-Mails beantworten braucht ähnlich viel Zeit ... :winking_face:
    Aber ich hab's ja selbst angezettelt :blink:

    (boah... endlich mal kurz gefasst :grinsen: )


    Gruss

    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    also zunächst muss ich mal sagen, dass ich von Deinem Bericht absolut begeistert bin! Eine derart professionalisierte Zuchtmethodik findet man wahrscheinlich nicht oft!
    Leider fehlt mir persönlich Platz und Zeit, sonst würde ich jetzt sofort zum Gärtner fahren, getopftes Futter besorgen, mir ein paar Riesen-Aerarien zulegen und versuchen, es Dir gleich zu tun! :grinning_squinting_face:

    Mir wurde nach Deinen Bildern und Ausführungen so einiges klar, was Deinen qualitativen und quantitativen Zuchterfolg anbelangt. Und daher sage ich jetzt erst mal Danke für Deine Offenheit, von der man viel über das Züchten sensibler Arten lernen kann. Super!

    Und irgendwie habe ich ein deja-vue Erlebnis: Wieder mal ein Gärtner! Irgendwie scheint Euer grüner Daumen tatsächlich mitentscheidend für den Zuchterfolg zu sein, ob das jetzt Heiner, Rudi oder Dich anbelangt. Das stützt, ebenso wie Deine Schilderungen, meine Überzeugung, dass Futter und luftige Haltung die entscheidendsten Erfolgsfaktoren für die Zucht sind.

    Was den Einfluss von Dünger anbelangt, so glaube ich allerdings, dass bei richtiger (auch mineralischer) Düngung die Tiere keinen Schaden nehmen. Allerdings muss dazu die Düngelösung entsprechend verdünnt und keinesfalls über das angegebene Maß hinaus konzentriert sein. Flüssigdünger ist in diesem Zusammenhang deutlich besser zu dosieren als das Granulat. Letzteres löst sich bei Wassergabe entsprechend der Wassermenge mehr oder weniger konzentriert auf, es kommt eher zu Konzentrationsspitzen, als bei Flüssigdünger. Auch bei den Depotpräparaten hat man wenig Überblick über die freigesetzten Mengen. Meine Philosophie ist daher, bei starker Wüchsigkeit der Pflanzen auch intensiver (aber eben nicht über das empfohlene Maß hinaus) zu düngen und es gar nicht erst zum Vergilben oder Verkümmern der Blätter kommen zu lassen. Allerdings kann ich weit nicht so viel Erfahrung damit aufweisen, wie vielleicht Heiner.

    Dass in Deinem Beispiel zu viel Dünge-Stickstoff über das Ausgasen zum Absterben der Raupen führte, kann ich allerdings nicht glauben. Unsere Luft besteht zum Großteil aus Stickstoff - warum also soll das zum Tode der Raupen führen? Vielmehr denke ich, dass die Tiere über Kontaktgifte oder andere Spritzmittel (Fungizide?) vergiftet wurden, als sie über das Futter liefen. In jedem Falle gebe ich Dir aber recht, dass man mit frisch aus der Bauschule gekauften Pflanzen extrem vorsichtig sein muss und sie am besten erst mit frischem Laubaustrieb verwenden sollte.

    Abschließend möchte ich noch einen Wunsch zu Deinem Bericht nebst Bildern äußern:

    Mehr davon!!!!!! :thumbs_up:

    LG, Andreas

    Bin immer auf der Suche nach Automeris-Arten und nehme gerne neben Eiern auch kleinere Stückzahlen von Kokons ab.
    Ebenso suche ich stets interessante leere Kokons aller möglicher Arten.

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    Zitat Andreas: "Dass in Deinem Beispiel zu viel Dünge-Stickstoff über das Ausgasen zum Absterben der Raupen führte, kann ich allerdings nicht glauben. Unsere Luft besteht zum Großteil aus Stickstoff - warum also soll das zum Tode der Raupen führen? Vielmehr denke ich, dass die Tiere über Kontaktgifte oder andere Spritzmittel (Fungizide?) vergiftet wurden, als sie über das Futter liefen."

    Hallo Andreas

    Das glaube ich eben doch, denn erstens Kontaktgifte machen beim Liquidamber oder bei der Linde überhaupt keinen Sinn, denn keiner sprüht diese Laubgehölze und zweitens wären die ja jetzt nicht einfach weg. Was ich aber nicht erwähnt hatte ist, dass diese Probefütterungen in Dosen mit geschlossenem Deckel durchgeführt werden, damit ich eben genau diesen Effekt prüfen kann. Du hast recht, unsere Luft besteht ja aus ungefähr 70 % Stickstoff und das macht uns nichts. Aber Salpeter und Ammoniak bestehen ebenfalls grösstenteils aus Stickstoff - bade mal da drin oder inhaliere ... Und genau diese Salpeter und Ammoniak-Geschichte läuft beim Düngen ab. Überschüssiger Stickstoff wird im Boden über das Wasser als Salpeter und über die Luft als Ammoniak ausgeschieden.
    Wäre möglich, dass die Raupen frei fressend nicht eingegangen wären, aber so mitten drin in einem Ammoniak ausatmenden Strauch zu stecken, war mir doch zu risikobehaftet. Deshalb warte ich jeweils lieber, bis das ganze Zeug "verraucht" ist.

    Gruss

    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    Wäre möglich, dass die Raupen frei fressend nicht eingegangen wären

    da gebe ich dir unbedingt Recht - aber an die Stickstoff-These kann ich auch nicht so recht glauben.
    Ich denke eher, dass duch den hohen Stickstoffgehalt der ideale Nährboden für eine
    rasche Ausbreitung von Schimmelpilzen bereitet wurde.
    Die Sporen sind eh immer in der Luft enthalten und das abgeschlossene Behältnis in
    Verbindung mit ausreichen Feuchtigkeit und Temperatur führt innnerhalb kurzer Zeit
    zu einer rasanten Ausbreitung.
    Nicht immer kommen die kleine Raupen mit solchen Bedingungen klar und infizieren sich
    in sehr kurzer Zeit.

    LG Frank

    Hallo Frank,

    aber Tod durch Infektion schon nach einer Stunde? Gegen diesen Keim wäre ja Anthrax noch harmlos! :grinning_squinting_face:

    O.k., das mit den geschlossenen Dosen leuchtet mir ein, aber wird denn aufgenommener Düngerstickstoff tatsächlich als Ammoniak über die Blätter abgeatmet?
    Klar, wenn in den Dosen selbst Kunstdünger gewesen wäre, dann würde ich mich selbst auch nicht reinlegen wollen ...

    Wie dem auch sei, das Fazit bleibt: Vorsicht mit Grünfutter aus dem konventionellen Pflanzenbau ...

    LG, Andreas

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    Hallo Andreas,

    Gegen diesen Keim wäre ja Anthrax noch harmlos! :grinning_squinting_face:

    da hast du natürlich Recht - hab ich wohl völlig überlesen.

    Ach nicht ausser Acht lassen sollte man die aus vielen Plastik-Materialien durch Diffusion austretenden "Weichmacher".

    Das mit dem Pilz wäre mir auch zu schnell gegangen Frank.

    Wollte mich eben dazu äussern, doch Andreas war schneller. Wenn die Sporen schuld wären, dann wäre es ja nicht nach zwei Wochen gut, denn der Versuch wird ja identisch wiederholt und Probleme gibt es nur bei frisch (und stark!) gedüngten Pflanzen. Und ja Andreas, so habe ich das mal gelernt. Überschüssiger Stickstoff aus Düngern geht als Ammoniak in die Luft - oder eben gelöst im Wasser als Salpeter ins Grundwasser. Man rieche die Gülle und weiss, da muss was Wahres dran sein.


    Aber jetzt erstmal eine Gute Nacht. Muss Kräfte sammeln für die morgige Füttertour.

    Gruss an alle :winken:

    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    o.k., da zitiere ich einfach mal "Loddar": "Again what learned"!

    Man sehe es mir nach, hab mich beruflich dann eben doch nur mit den Humaniden beschäftigt :grinning_squinting_face:

    LG und guads Nächdle

    Bin immer auf der Suche nach Automeris-Arten und nehme gerne neben Eiern auch kleinere Stückzahlen von Kokons ab.
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