Massensterben

  • Moin Nicole,

    anbei drei Fotos. Zwei Fotos zeigen Verhältnisse bei der Seidenraupenzucht (Samia ricini) in Mitteljava, wie sie auch in anderen Ländern in Ostasien praktiziert wird. Das wäre dann eine Massenzucht für die Seidengewinnung. Gefüttert wird mehrmals täglich; das Futter wird abgespühlt und feucht oben aufgelegt. Täglich wird gesäubert. Die Flechtkörbe sind mit Papier ausgelegt. Als Futterpflanze werden die relativ grossen Blätter des Ricinus-Baumes verwendet. Bild 3 (Skizze) zeigt eine Methode, die in Indien praktiziert wird. Das Futter wird gebündelt und über eine Holzstange gehangen. Neue Futterbündel werden dann zwischen die alten fast verbrauchten gehangen, damit die Raupen überkriechen können. Diese Methode hat den Vorteil, dass Kot nach unten wegfällt und das Futter sauber bleibt. Das ist auch eine Methode für die kommerzielle Seidenzucht (S. ricini). Bei 300 Eier / Eiräupchen bietet sich Methode Bild 3 an, da sie weniger Arbeit macht. Du müsstest dann das Ganze in eine hohe IKEA-Box hängen. Diese mit Haushaltspapier auslegen und nicht oder nur lose abdecken. Solange das Futter gut und reichlich ist, werden keine Raupen weglaufen. Das nur mal so als Vorschlag. Habe ich noch nicht ausprobiert, da wir selten mit mehr als 30 Raupen pro Art arbeiten.

    Du könntest Deine Räupchen dann besser splitten und die ersten ca. 25 separat in eine Box geben und die anderen wie unten versorgen.

    Grüsse von der Norseeküste Ulrich

  • https://insektenlifestyle.com
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  • Hallo Ulrich,

    Hallo Nicole,

    habe in Thailand auch die kommerzielle Züchtung von Bombyx mori gesehen; Futter liegt auf einem Gitter und massig Raupen.

    Aber dabei nicht vergessen: Optimale Witterungsverhältnisse; Original-Futter frisch vom Baum; es gibt keine Raupenbehälter; etc.

    Ein Haltung im Winter mit Ersatz-Futterpflanzen ist hiermit nicht zu vergleichen.

    Züchte jetzt auch schon 50 Jahre und halte mich wirklich nicht für den besten Züchter (da gibt es viel kompetentere Kollegen /-inne); habe auch viel Lehrgeld bezahlt, aber das Hauptproblem schein mir hier die hohe Anzahl von Raupen.

    Hatte vor 2 Jahren ca. 150 Raupen von Samia cynthia (F0 aus Norditalien => meine erste Nachzucht) im Sommer und Götterbaum in meiner Gegend ohne Ende. Es war eine Rennerei die Tiere satt zu bekommen und ihnen noch Platz zu lassen; eine solche Zucht im Winter mit Liguster etc. (aufgetaut!) wäre für mich undenkbar.

    Interessant war, dass bei der zweiten Nachzucht (nächster Frühsommer) die Raupen auch gut geschlüpft (sehr hoher Anteil befruchteter Eier) sind und auch gut ans Futter (Götterbaum) gegangen sind, hatte ca. 50 Raupen; sind auch relativ gut gewachsen; ab L 2 bis L4 sind jedoch alle Raupen sukzessive eingegangen. Keine Ahnung warum; hab es gemacht wie zuvor.

    Kurz gesagt, auch scheinbare "Einsteigerarten" können völlig ausfallen und bei angeblich schwierige Arten klappt es.

    Bei allem guten Ratschlägen muss man / frau eigene Erfahrungen sammeln und ein "Gefühl" bekommen.


    Aber ich achte immer darauf , dass die Klimaverhältnisse passen (im Winter ohne Wintergarten / Gewächshaus etc. oft schwierig) und das ein gesundes Verhältnis zwischen Anzahl der Raupen / Menge Futterpflanze und Platz gegeben ist.


    Und nicht entmutigen lassen.


    Beste Grüße


    Armin

  • Hallo Armin,

    die eri-Zucht (Samia ricini) auf Gitter habe ich in Indonesien nicht beobachtet. Die Gitter / Gestelle sind pflegeintensiv. Für die mori-Zucht ist das aber in SE Asien normal, die Raupen auf einem Gitter zu züchten. Die mori-Raupen sind auch noch etwas träger als die ricini-Raupen.

    Grüsse von der Nordseeküste

    Ulrich

  • Hallo Nicole,

    je nach Feuchtigkeit des Futters / Vorlieben der jeweiligen Art (eher trocken / eher hohe Luftfeuchtigkeit) nehme ich ggf. Gardinenstoff (günstige Meterware); scheide diese passend zu; lege sie über den Zuchtbehälter und fixiere es mit Gummis.

    Teilweise habe ich auch bei größeren Plastik-Behältern in den Deckel (bei weicherem Plastik) mit eine Messer / gute Gartenschere ein Loch geschnitten und die Gardine aufgeklebt.

    => vor Verwendung länger Aushärten lassen damit die Lösungsmittel auch sicher verdunstet sind.

    Habe eine ganze Kollektion unterschiedlicher Größe vor allem auch der Lüftungslöcher. Wie schon gesagt, je nach den Ansprüchen der Art angemessen. Ab einer gewissen Größe der Raupen stelle ich diese Boxen hochkant und stelle die Zweige rein, sodass der Kot runterfällt (auf Zewa oder so) um den Kontakt der Raupen mit dem Kot zu verhindern.

    Mein Weg; es auch andere.

    Grüße Armin

  • Hallo, suparmani

    Da stimme ich dir 100% zu !!!

    Sehr beeindruckend, dass du schon 50 Jahre Raupen ziehst ! Finde ich sehr cool (meinen Respekt)

    Kommt vlt ein bisschen spät die Nachricht :p

    Und im Ländlichen kommt der Virus wirklich eher vor glaube ich.

    Auch wieder ein guter Tipp den Liguster doch aus Wohngebieten im Städtlichen zu sammeln.

    Habe auch ein paar kleine Stecklinge genommen, weil ich viel Platz im Indoor Bereich habe. Ausreichen wird das wohl leider nie :D

    Ja bei uns ist das Leitungswasser noch mit Rückständen befleckt. Ich bin so ein kleiner Perfektionist und will immer das beste für die kleinen Räupchen 8)

    Die Samia Wallacai und Atlasfalter hatte ich mal eine lange zeit großgezogen. Doch bei den Antherina Suraka ist es mir dann leider passiert.

    Alle Raupen starben an dem Virus und der entwickelte sich blitzschnell.

    Kann auch sein, dass er mit dem Liguster mitgeliefert wurde. Der Züchter versicherte mir, dass bei ihm alles gut sei.

    Naja... Ich stelle auch mal ein paar Fotos von meinen vorbereiteten Stationen rein, da ich jetzt auch wieder ein paar Samia Ricini und ein paar Actias Dubernardi aufnehme ;)

    Die Sphingidae werden auch so aufgezogen. Sie setze ich aber einzeln.

    Nebenbei: Super Interessanter Kommentar hier oben !!! Daumen hoch

    Naja alles gute weiterhin !!!!:thumbup:


    Und an caligo58 <<<

    Das selbe Problem hatte ich mit den mittleren Weinschwärmern (Deilephila elpenor)

    Da hatte ich auch 110 Raupen. Ab dem L4 Stadium war es kein Spaß mehr sondern nur noch Sport...

    Und Sport ist Mord =O





    Zu Den Bildern:


    Die Gläser (Bild 1,2,3) nutze ich für L1-L4 Stadien (650g Gläser). In alle kommen 3 Raupen. Das Tuch dient als Deckel (wie bei Bild 3) und wird mit (100% Kautschuk)- Gummis zugebunden (6cm Durchmesser). Es ist eigentlich nur ein zerschnittenes Trockentuch :p Da ist er wieder der Perfektionist :D

    Man sieht leider noch nichts in dem Glas ;) Die Steinwollwürfel sind gerade auf dem Weg zu mir. Dann wird 1. Steinwollwürfel auf den Boden gestellt, feucht gemacht und dann stecke ich die Stiele

    hinein (so 7-9 Schöne Großblättrige, je nach dem wie es halt gut passt, sodass die Raupen genug Platz aber auch Futter und Ausweichmöglichkeit haben.) Ich denke man kann auch Sand gut als Bodengrund nehmen. Es wird natürlich alles frisch und leicht feucht gehalten. Auf den Gläsern habe ich die kleinen Namenschildchen angebracht ;) Bild 1. zeigt die Behältnisse für Actias Dubernardi. Bild 2 zeigt die Gläser für Samia Ricini. Sind natürlich noch nicht alle ;) Ein kleiner Tipp meiner Seits: Es ist nicht schwer, an Gläser zu kommen. Ich habe einfach im Bioladen und Unverpacktladen gefragt, ob sie Gläser für mich sammeln können und ob ich sie abkaufen kann. Da haben die Verkäuferinnen mir gesagt, dass sie sowieso viele wegwerfen. Nun kann ich sie mir immer mal wieder kostenlos abholen ;)

    Die Gläser auf Bild 4 muss ich zugeben Kaufe ich mir extra (2,5L). Ich tue dort 3 Steinwollwürfel hinein und steche l genug Löcher in den Aludeckel. Dort kommen nun große Ligusterzweige und die L4-L6 Raupen rein. Alles steht in meinem Pflanzengarten bei 25-27°c Raum- Temperatur und guter Luft durch viele Zimmerpflanzen und ständiger Durchlüftung. ( Da helfen die Lampen im Raum :D )

    Danach dürfen sie im Zimmer frei herumfliegen und sich paaren. Im Sommer werde ich sie dann auch in die Freiheit endlassen :)

    Seit Jahren ziehe ich so und ich liebe es, dass die Falter soviel an Euphorie und Glück und Liebe zurück geben.


    Naja ich dachte, dass ich da mal meine Idee zeige ;) Wenn ich die Falter und Raupen habe, mache ich natürlich auch nochmal ein paar Fotos.

    Hoffe, dass die Tipps ein bisschen weitergeholfen haben.


    Freundliche Grüße !!!


    René

  • Moin René,

    sehr schön Deine Foto-Doku. Mir sind solche Gläser auch aus Indonesien von professionellen Züchtern bekannt. Lange Regale mit endlosen Reihen Gläser mit jeweils nur einer einzigen Raupe drin (meist grössere und teure Tagfalter). Aber da "lohnt" sich die Anstrengung auch und man hat bei Personalkosten von 4-5€ täglich garantiert einen fleissigen Gehilfen zur Hand. Gut zu sehen, dass es auch so in Deutschland funktioniert! So erhältst Du bei Bedarf auch ein optimales Mikroklima in Deinen Gläsern. Aber der Aufwand ist doch enorm. Vorteil, die Tiere können sich bei Erkrankung kaum von Glas zu Glas anstecken.

    Viel Erfolg weiterhin!

    Ulrich

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