Der Botanische Garten braucht Hilfe

  • Liebe Schmetterlingsbegeisterte,

    der Botanische Garten in Leipzig besitzt auch ein Schmetterlingshaus. Betrieben wird dies vom Förderverein. Bedingt durch die Schließung in der Pandemie (so war der Garten zum Beispiel konstant von November an bis Mitte Mai geschlossen) und dem Ausfall vieler Veranstaltungen, die sonst den Garten finanzieren, sind sie finanziell am Ende ihrer Reserven. Doch die Schmetterlinge sind das, was die Besucher und Schulklassen in den Garten zieht. Hier finden Bildungsprojekte statt und da der Botanische Garten auch darauf angewiesen ist Puppen zu kaufen, steht dem Schmetterlingshaus ohne Hilfe das Aus bevor.


    Solltet ihr eine kleine Spende tätigen wollen, oder eventuell Puppen für den Botanischen Garten haben, so findet ihr hier alles an Informationen:Lasst die Schmetterlinge fliegen


    Liebe Grüße,

    Franzi

  • http://www.silkmoths.eu
    AD
  • Lasst Schmetterlinge fliegen, das klingt gut, aberdie Wirklichkeit in derartigen "Schauanlagen" sieht doch

    völlig anderst aus. Puppen werden im Ausland gekauft, im Schauraum schlüpfen lassen und dann dürfen

    sie fliegen, bis sie - tot - sind.

    Da keine oder nicht ausreichend Nachzuchten gemacht werden, ist dies ein reines zur Schau stellen von

    Faltern zum Geldverdienen.

    Ohne Corona ist dies eine Geldmaschine.

    Dies hat mit unserem Hobby, Artenschutz, Naturschutz, Tierschutz ... nichts zu tun.

    Warum sollte dieses GEWERBE unterstützt werden ?


    Manfred

  • Ich halte Vorträge bei Jugendgruppen, mache Ausstellungen und habe in Kürze sogar eine Vernissage im

    Luftmuseum Amberg, welche auch "Schutzgedanken" einbringt - natürlich alles ehrenamtlich..

    Dort wo NICHT gezüchtet wird und dort wo man Eintritt zahlen muß, lockt man keinen Nachwuchs an.

    Elefanten, Tiger, Löwen ... hat man aus den Zirkuszelten verbannt. Die neuen Zirkuszelte heißen jetzt

    Schmetterlingshäuser.

    Nur über persönliche Ansprache kann man echtes Interesse wecken, nicht durch Flugschauen von Exoten,

    die letztlich sinnlos verenden.

  • Hallo,


    sorry Manfred aber bleib mal ein bisschen auf dem Teppich...

    Manches was du sagst, mag auf die "größeren" Schmetterlingspark-Ketten zutreffen. Was aber dennoch nicht bedeutet, dass solche Einrichtungen auf eine besondere Zielgruppe - kleinere Kinder im prägenden Alter, nicht dennoch eine u.U. lang anhaltende Faszination ausüben können, welche viele Jahre später Früchte treiben kann. Ich weiß wovon ich spreche, meine Passion z.Bsp. wurde mit 5 oder 6 in einem solchen Haus geweckt, welchem ich heute vllt. ebenfalls eher negativ gegenüber stehen würde. Aber damals als Knirps fand ich - natürlich! - das bunte Flattervieh in der Luft, saugend an den Futterschalen, ein paar Raupen an den Musa-Stauden sowie kleine "Schlangen" an den eigens eingestellten Zitrus-Pötten; zusammen mit der schwül-warmen, tropischen Umgebung sehr faszinierend! Ich bezweifle, dass eine im Vergleich dazu trockene "Vernisage" in diesem Alter bei mir ein ähnliches Interesse hätte wecken können. ;)


    Aber wie auch immer, die Menschen haben unterschiedliche Interessen, was natürlich auch altersabhängig ist, daher ist es natürlich auch nur logisch, auf möglichst großer Breite mit möglichst diversen Methoden zu versuchen, Begeisterung hervorzurufen. Ich schätze den Teil dieser Arbeit, welchen speziell du dazu leistest!
    Ich möchte aber auch den kleinen Beitrag von Schmetterlingshäusern dazu nicht gänzlich missachten. Viele solcher Parks bieten ebenfalls gute Führungen an, haben interaktive Schautafeln, ein kleiner Teil der entstehenden Nachzucht wird entweder vor Ort an der Flora im Flugraum belassen oder in extra Schauterrarien überführt (um die z.T. kostspielige Bepflanzung nicht zu sehr zu schädigen). Die Häuser sind damit natürlich nicht autark, sondern auf ständige Belieferung von Butterflyfarms in Übersee angewiesen - das sehe ich auch kritisch. Der finanzielle Gedanke dahinter ist ebenfalls ein guter Punkt. ABER von "Gelddruckmaschine" zu sprechen geht mir dann doch zu weit an der Realität vorbei! Klar, Ausnahmen gibts immer - ich war mal vor einigen Jahren durch Zufall zwecks Kinderbetreuung in einem Negativbeispiel für solch ein Haus, auf dem Gelände eines bekannten deutschen Erdbeeranbau-Monopolisten; eine karge kleine Halle, lieblos und möglichst sparsam eingerichtet und gleichzeitig vollautomatisch, mit Zahlautomat + Drehkreuz, dort hat keiner mehr nach dem rechten geschaut, das war nur zum Leute durchschieben. Aber das war eine große Ausnahme. Auf der anderen Seite habe ich als Schüler auch mal hier in der Nähe in Jonsdorf einen Monat als Schülerpraktikant in dem dortigen Schmetterlingshaus gearbeitet. Der Besitzer ist mit Herzblut dabei, lebt dort seine Passion aus und kümmert sich gefühlt 18h am Tag um seine Anlage + Besucher. Von "Gelddruckmaschinen-Stimmung" war dort nichts zu spüren, eher Existenzsorgen während der Wintermonate mit weniger Besuchern bei gesteigerten Fixkosten (Heizen + Beleuchtung).


    Wie auch immer, die Situation in Leipzig ist gänzlich anders gelagert.
    Hier wird jeden Sommer eines der existierenden Tropenhäuser leicht als Flughalle modifiziert. Die Modalitäten bleiben dennoch für alle der Gewächshäuser gleich, ob mit oder ohne Schmetterlinge - die Außenanlagen des botanischen Gartens, welche sicher 80% der ganzen Einrichtung ausmachen; sind wie bei den meisten Bot. Gärten, für alle komplett KOSTENLOS. Die kostenintensiven Gewächshäuser (Wartung/ Reparatur, Bewässerung, Steuerungselektronik, u.v.a. Heizkosten) verlangen ein (völlig gerechtfertigtes) schmales Eintrittsgeld - ob jetzt mit oder ohne Schmetterlinge. Kinder bis 6 (also eine wesentliche Zielgruppe) übrigens auch kostenlos. Eine Menge Leipziger haben ohnehin Jahreskarten für den gesamten Bot.Garten.


    Zudem gibt es sehr regelmäßig kostenlose Führungen, z.T. speziell für kleinere Kinder, Kindergartengruppen, Grundschul- und Schulklassen. Die Ablagen werden auf extra eingestellten, großen ContainerPflanzen (Citrus sp., Fabaceae, Annonaceae) kultiviert und zur Anschauung großgezüchtet. Dazu jede Menge Infotafeln und Begleitmaterial.


    Also alles in allem - klar kann man immer noch viel daran kritisieren, muss auch nicht alles gut heißen; aber Bot. Gärten sind nunmal IMMER Zuschussgeschäft und auf Spenden angewiesen, die wenigsten können kostendeckend arbeiten und mit Sicherheit kein einziger profitorientiert. Es gibt sicherlich verwerflicheres, als dafür zur Steigerung der Anziehungskraft für die Bürger, über den Sommer ein Schmetterlingshaus einzurichten.


    Viele Grüße,

    Lucas

  • Manfred,

    Hierzu muss man sagen, dass der botanische Garten unter anderem auch mit dem BUND Leipzig zusammenarbeitet und sich hierbei durchaus auch für den Artenschutz mit einsetzt. Auch werden die Tiere im Bereich des Möglichen selbst heran gezogen und es wird durchaus auch gerne ein regionaler Züchter beim Kauf der Puppen unterstützt und nicht nach "Hauptsache billig" im Ausland eingekauft. Jedoch sind auch vor Ort die Futterpflanzen eben begrenzt und nicht jede Art kann selbst gezüchtet werden, gerade auch, weil der Botanische Garten Leipzig keine riesige Mitarbeiterzahl dahinter stehen hat.


    Die Tiere werden hier nicht zur Geldmacherei groß ausgeschlachtet, dafür ist das Schmetterlingshaus auch einfach ein eher zu kleines im Vergleich zu den vielen, die es europaweit doch so gibt, doch auch ein botanischer Garten muss einen Weg zur Finanzierung finden. Auch wird eine Nachzucht im Bereich des Möglichen umgesetzt, aber ist eben auch nicht immer zu händeln. Doch auch hier muss jeder für sich entscheiden, wo die ethische Grenze für einen selbst liegt. Der eine tötet die Tiere direkt nach dem Schlupf für seine Sammlung, für einen top Erhaltungszustand und findet das ok und erhält so auch keine Nachzucht. Ein anderer lässt das Tier seinen natürlichen Lebenslauf nehmen und ermöglicht anderen den Kontakt, um aufzuklären, zu bilden und Interesse zu wecken. Ich möchte mir dabei nicht anmaßen zu entscheiden, welcher Weg sowohl ethisch korrekter ist, als auch sinnvoller für den Artenschutz.


    Was ich jedoch bei meiner eigenen Arbeit als Grundschullehrerin jeden Tag auf ein Neues sehe, wie prägend so ein Besuch im Botanischen Garten, in einem Schmetterlingshaus oder generell die Begegnung mit den Tieren und auch Pflanzen für die Kinder sind. So schön auch eine Ausstellung oder ein Vortrag sein kann, eigene Erfahrungen sorgen für ein deutlich tieferes Verständnis und Interesse, gerade bei dem Nachwuchs. Es ist sehr löblich, was du selbst alles an Dingen ehrenamtlich auf die Beine stellst und ich ziehe davor auch meinen Hut, ebenso deiner generellen Erfahrung, doch auch in anderen Themen hast du da bereits Verurteilungen von anderen Herangehensweisen gezeigt, zu dem ich nur sagen kann, dass es in vielen Dingen im Leben nicht immer nur den einen richtigen Weg zum Ziel gibt.


    Dieses Thema ist letztlich nur ein kleiner Aufruf. Niemand wird zu einer Spende gezwungen und jeder ist alt genug, um für sich zu entscheiden, ob das mit den eigenen Prinzipien vereinbar ist und man unterstützen möchte, oder nicht. Ich für meinen Teil unterstütze den Botanischen Garten gerne, da ich froh bin, so einen Bildungsort für meine Schulklassen zu besitzen und blicke auf eine tolle bisherige Zusammenarbeit zurück, die über die Schmetterlinge weit hinaus geht.

  • Hallo ihr Lieben,


    zum Thema Schmetterlingshäuser allgemein- bitte verzeiht wenn ich hier Off- Topic bin, aber ich denke es passt.


    ich dachte irgendwie, das solche Schmetterlingshäuser dazu dienen, Arten zu rerhalten und Bildungshintergrund zu schaffen, z.B. Westfalenpark Dortmund, Schmetterlingshaus. Hier sollen einheimische Falter nachgezüchtet und ausgewildert werden. Leider ist die Schmetterlingszucht eine skrupellose Industrie geworden wie es mir scheint. Falter werden sinnlos und unverantwortlich überzüchtet und Kokons teuer verkauft. Vorher werden sie wohl in Afrika z.B. gesammelt und die Sammler bekommen 10 Cent pro Kokon (Angeblich, diese Info kann ich nicht bestätigen, da Hörensagen und daher mit Vorsicht und Bedacht geäussert).


    Aber ist das tatsächlich so? Ist die kommerzielle Falterzucht skrupellos?


    Ist es falsch mit Faltern und Käfern Geld zu verdienen und Freude zu schenken? Ich denke nicht, wenn es sich um verantwortungsvolle, Überzüchtung vermeidende, liebevolle Zucht, Import/Export und Weiterverkauf handelt. Die meisten finanzieren sich mit gelegentlichen Verkäufen ihr Hobby. Mache ich auch. Das ist vollkommen legitim, genauso wie der Handel mit Insekten/Faltern/Tieren. Diese Handelszweige wird es auch weiterhin geben. Ohne diese Schmetterlingshäuser und Zoos, Botanische Gärten wüssten heute viele Menschen nichteinmal das es so erstaunliche und schöne Wesen und Pflanzen direkt vor unserer Nase gibt, weil sie nicht darauf achten würden. Die Jugend sitzt heute zum Grossen Teil nur vor dem PC (Ausnahmen gibt es da immer).


    Ich denke, für Nicht-Züchter oder Nicht-Sammler von Faltern ist ein Schmetterlingshaus aufregend und spannend, Ich kann nur sagen, das eigene Erlebnis der Zucht zu Hause, die Freude beim Schlupf und die Liebe für die Tiere ist da nicht durch ein Besuch im Etablissement zu toppen.



    Allerdings würden ohne interessierte Leute, Hobbyzüchter, Händler u Häuser unser Hobby aussterben, weil man nicht mehr über alle legal zu erwerbenden Arten verfügen könnte. Denke ich jedenfalls.


    Zum Thema Interesse der Leute:


    Ich habe neulich ein Pärchen Tagpfauenaugen bei uns im Park freigelassen. Das sahen einige Leute, obwohl ich das nicht beabsichtigt hatte. Es kamen also Leute auf mich zu und sahen zu, wie ich die Falter fliegen liess. Dieser Ausdruck in Ihren Augen, das Lächeln, die Freude und das OHHHH!!!!AHHHH!!! Als die Tiere davon flogen war einfach ein toller Moment.


    Ich musste dann noch viele Fragen beantworten und Fotos zeigen, ich hab den Leuten dann Futterpflanzen für meine Saturniiden gezeigt viel erklärt und viel Spass gehabt.


    Man braucht also kein Schmetterlingshaus um Menschen für die Natur, die Falter und die Insekten und Tiere zu begeistern, trotzdem gehen die Leute hin....


    Eines noch:


    Warum züchten wir?


    Doch auch um die Schönheit der Tiere zu geniessen, um einmal hautnah dabei zu sein bei der Verwandlung von Raupe zu Falter, aber auch um sie nachher zu präparieren, sie auszuwildern und zu schützen oder nicht? Selbst wenn man nicht präpariert oder sie zu Studienzwecken züchtet es bleibt immer dabei: Sie schlüpfen-sie fliegen-sie sterben bei uns und in der Natur. Ob es nun zu unserem persönlichen Vergügen, für den guten Zweck zum Erhalt oder die Forschung oder für Einkommen ist, es bleibt immer dasselbe: Sie schlüpfen-sie fliegen-sie sterben.


    Und wenn sie leben dann leben sie, erfüllen ihren Daseinsweck - Fortpflanzung - und dann gehen sie von dieser Welt. Es kommt nur darauf an, wie angenehm wir ihr kurzes, buntes Leben gestalten. Ich tue das mit viel Liebe und Respekt für die Tiere, nach den mir besten Möglichkeiten, nach dem mir zur Verfügung stehenedem Wissen und meinem Gewissen.

    Jeden Tag lernt man durch Beobachtung und Erfahrungsaustausch mit anderen dazu, um alles noch besser zu machen, nicht für grosse Schlupfraten sondern aus Liebe zum Tier.


    In diesem Sinne euch allen weiterhin Freude und Glück mit diesem schönen Hobby!


    Eure Motte Carmen

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