Ausgestorben: Diskussionsthread

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  • Hallo zusammen,

    ich mache jetzt dann mal hier ein Platz für Diskussionen rund um das Thema der ausgestorbenen Arten in Deutschland auf. Es kamen jetzt ein paar Antworten auf das Hauptthema und ich würde das gerne frei von anderen Beiträgen halten, weil ich denke dass es dann dort sehr unübersichtlich wird. Natürlich möchte ich Diskussionen aber nicht unterbinden daher ich würde ich darum bitten diese hier zu führen. Das ist jetzt eventuell etwas zerhackstückelt aufgrund dessen wie das zusammenfügen von Beiträgen funktioniert, aber ich gebe mein Bestes das etwas aufzuräumen.


    Grüße Dennis

  • Im Nordosten in der Biebrza Niederung verbreitet und auch aktuell nicht selten.

    Ein befreundeter polnischer Kollege hat die dort jedes Jahr.

    Danke Andreas für die Ergänzung. Ich hab jetzt auch von anderen noch mehr Informationen über die Bestandsituation in Polen bekommen und das entsprechend im Beitrag hinzugefügt. Ich will zwar die Bestandssituation jeder Art in anderen Ländern nicht zu sehr ausweiten, aber hier und da erweitert es das Bild etwas und hilft die Situation in Deutschland zu verstehen.

    rimicola sollte es bei uns in Österreich noch geben. [...] Catax habe ich mittlerweile regelmäßig an zwei Standorten.

    Soweit ich weiß sind die Vorkommen von rimicola in Österreich aber ja leider auch nur noch der verinselte Rest des ehemaligen Verbreitungsgebietes (?). Das ist halt leider das bittere daran, weil natürlich gibt es diese Arten alle noch. Keine der Arten die ich in meiner Mini-Abhandlung behandle und die in Deutschland ausgestorben sind, sind dadurch komplett ausgestorben (mit Ausnahme einer Unterart, das kommt in Kürze). Die meisten Arten sind auch nicht unebdingt über ihr komplettes Verbreitungsgebiet gefährdet. Aber verglichen mit dem Stand vor etwa einem Jahrhundert haben viele Arten unheimlich an Fläche verloren. Das ist das eigentlich dramatische, denn wir sehen diese Arealverkleinerungen weiterhin auch bei Arten die heute noch als verbreitet gelten. Natürlich sind diese Arten unter Umständen lokal noch in guten Populationen vorhanden, wir haben aber am Beispiel von Colias myrmidone gesehen wie anfällig solche kleinen Populationen sind und wie schnell das ganze kippen kann.

    Bin froh, dass ich in Österreich bin!

    Das glaube ich dir. Ich hoffe, dass andere Länder aus den Entwicklungen in Deutschland (und auch anderen Ländern die hohe Verluste der Biodiversität zu verzeichnen haben wie Groß-Britannien) lernen können. Gerade die osteuropäischen Länder werden vor schwierige Entscheidungen gestellt werden. Während sich die ländlichen Regionen dort zum Wohl der Menschen weiter entwickeln, aber dadurch auch große Umbrüche in der Landnutzung anstehen. Dort wird es massive Interessenskonflikte zwischen dem Schutz der Natur und dem Infrastrukturausbau sowie landwirtschaftlicher Intensivierung geben. Ich hoffe aber und bin zuversichtlich, dass durch das gesteigerte Bewusstsein für das Thema sich vieles zum Guten wenden wird.


    Grüße Dennis

  • zu Colias myrmidone:

    Ich kenne zwei Populationen in Großraum Bialystok. Eine pfeift so ziemlich auf dem letzten Loch,die andere ist stabiler. Beide werden durch lokale Entomologen durch regelmäßige Eizuchten und wiederaussetzen der Tiere unterstützt. Interessanterweise treten die Weibchen dort zu 50% in der weißen f.Alba auf.

  • Leider hat man auch hier nicht gelernt. Auch bei uns wird leider in letzter Zeit immer mehr zerstört. Wiesen werden 5-6 mal gemäht, Grünflächen versiegelt, und selbst vor Schutzgebieten macht man nicht halt. So wurde das letzte mir bekannte Biotop von festiva verkauft und jetzt schottermäßig ausgebeutet. Obwohl es in einem Schutzgebiet liegt. Wenn ich die Behörden darauf anspreche, haben die einen keine Ahnung und den anderen ist es egal.

    ...

    Trotzdem finde ich immer wieder Plätze, wo ich die eine oder andere interessante Art entdecken kann.

    Sulphurago ist in meinem Biotop ein Massentier ... Soweit man das heute überhaupt noch sagen kann ...

  • Hallo Dennis,


    Du hast geschrieben: Lamellocossus (oder Acossus) terebra kommt heute in Europa noch in den Pyrenäen, Alpen, Apeninnen und in Nord- und Osteuropa vor.


    Glaube das kann man so nicht ganz sagen. Laut Lepiforum wurden in Österreich, in der Steiermark und im Burgenland in den Jahren 2018, 2019 und 2020 Funde (mit Fotos) dokumentiert.

    Das sind Bereiche die meines Wissens nach, nicht zu den Alpen, bzw. Osteuropa zählen.


    LG

    Rainer

  • Glaube das kann man so nicht ganz sagen. Laut Lepiforum wurden in Österreich, in der Steiermark und im Burgenland in den Jahren 2018, 2019 und 2020 Funde (mit Fotos) dokumentiert.

    Da hast du wohl Recht. Wo die Alpen anfangen und aufhören ist zwar nun irgendwo fließend und Graz liegt immerhin noch an einem Randgebirge der Alpen, das Burgenland ist aber wohl definitiv weder in den Alpen noch in Osteuropa. Ich hab's korrigiert. Ihr müsst euch allerdings darauf einstellen, dass solche Fehler noch öfter auftauchen. Ich umreiße das Verbreitungsgebiet meistens nur für den Kontext und suche nicht den ganzen Tag nach allen Fundmeldungen die ich finden kann. Außerdem kann eine grobe Beschreibung des Verbreitungsgebietes natürlich nicht auf alle Ausreißer eingehen. Falls sowas nochmal auffällt natürlich trotzdem gerne bescheid sagen.


    Grüße Dennis

  • zu Macaria carbonaria:


    Auch in den Alpen ist die Bestandssituation mancherorts leider nicht viel besser. An einigen Stellen, z. B. im Salzburger Lungau, am Loser in der Steiermark, etc., wo diese Art bis vor ca. 10 Jahren noch recht häufig angetroffen werden konnte, haben die Bestände dramatisch abgenommen. Interessant dabei ist, dass sich die Biotope dort augenscheinlich nicht verändert haben, aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus würde ich sagen, dass dort alles noch genau so ist, wie vor 10 Jahren, und dennoch verzeichnet diese Art dort einen starken Rückgang.


    Grüße - Thomas

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  • Hm, interessant. Danke für die Ergänzung und den Erfahrungsbericht. Du kannst aber nicht sagen, wie die Bestände von Arctostaphylos sich da entwickelt haben? Die von dir genannten Regionen sind wahrscheinlich an der Untergrenze der Höhenverbreitung von M. carbonaria in den Alpen oder von welchen Höhenlagen reden wir da so?


    Grüße Dennis

  • Hallo Dennis,


    die Bestände von Arctostaphylos sind in den angesprochenen Gebieten meiner Meinung nach konstant geblieben, die Bärentraube ist speziell am Loser noch wirklich gut vertreten. Mir wäre nicht aufgefallen, dass sie weniger geworden oder gar verschwunden wäre. Gleiches gilt für den Lungau.


    Und es betrifft nicht nur die Untergrenze der Höhenverbreitung, wir reden hier von Höhenlagen zwischen ca. 1700m (Loser) und ca. 2000m (Lungau).


    Grüße Thomas

  • Hallo Dennis,

    ich finde deine Beiträge äußerst interessant! Da fange ich selber schon wieder an zu planen und Biotope zu suchen ... Ich könnte mir aber auch vorstellen, diese Tiere auf einer Plattform zu präsentieren wie man vor Jahren bei der Artenbeschreibung anfing. Dann könnte man auf jedes Tier einfach zugreifen und sich mit der Thematik auseinandersetzen. Sollte man in ein paar Monaten mal nachschlagen wollen wird man wohl viele Seiten durchblättern müssen ...

    Chapot vor dieser Arbeit!

    Gruß Leo

  • die Bestände von Arctostaphylos sind in den angesprochenen Gebieten meiner Meinung nach konstant geblieben, die Bärentraube ist speziell am Loser noch wirklich gut vertreten. Mir wäre nicht aufgefallen, dass sie weniger geworden oder gar verschwunden wäre. Gleiches gilt für den Lungau.

    Tja, das ist in der Tat dann misteriös was da los ist. Hätte jetzt am ehesten sowas wie fehlenden Kälteschutz durch fehlende Schneedecke für die Arctostaphylos-Pflanzen vermutet. Frosttrocknis ist ja bei vielen solcher arkto-alpinen Pflanzen ein Problem. Aber wenn du sagst die Bestände sind noch gut und es ist auch in höheren Lagen ein Rückgang zu verzeichnen, kann das ja wohl nicht der Fall sein.


    Grüße Dennis

  • ich finde deine Beiträge äußerst interessant! Da fange ich selber schon wieder an zu planen und Biotope zu suchen ... Ich könnte mir aber auch vorstellen, diese Tiere auf einer Plattform zu präsentieren wie man vor Jahren bei der Artenbeschreibung anfing. Dann könnte man auf jedes Tier einfach zugreifen und sich mit der Thematik auseinandersetzen. Sollte man in ein paar Monaten mal nachschlagen wollen wird man wohl viele Seiten durchblättern müssen ...

    Chapot vor dieser Arbeit!

    Danke dir! Freut mich, dass es so viel Input und Aufmerksamkeit gibt und dass es für einige interessant ist. Das ist ehrlich gesagt mehr als ich es erwartet hätte. Ich war erst unsicher, ob das nicht viel zu viel ist und ich das Forum eher langweile...


    Es wäre durchaus machbar das in die Artseiten zu integrieren, damit sehe ich allerdings das Problem, dass es glaube ich zu kaum einer der Arten Fotos auf Actias gibt und das dann nicht so sehr mit dem Format übereinstimmt. Zu deiner Sorge viele Seiten durchblättern zu müssen habe ich schon auf Hinweis von Toni ein Inhaltsverzeichnis im Einführungsbeitrag erstellt (hier). Die Arten sind verlinkt und sollten einen per Klick zum entsprechenden Beitrag bringen. Ich werde das kontinuierlich updaten. Falls der ganze Thread irgendwann in dem Forum verschüttet geht, kann man vielleicht bei den Artseiten eine Ecke dafür einrichten, wo er besser auffindbar ist. Ich hoffe das ist eine gute Kompromisslösung, sodass auch in Zukunft der Zugang dazu einigermaßen einfach ist.


    Grüße Dennis

  • Das ist ehrlich gesagt mehr als ich es erwartet hätte. Ich war erst unsicher, ob das nicht viel zu viel ist und ich das Forum eher langweile...

    Lieber Dennis,


    ich bin der Meinung, das diese Arbeit eine der interessantesten seit langer Zeit ist. Von wegen Langeweile - nicht für mich, ich persönlich freue mich täglich über einen neuen Beitrag und warte schon darauf.

    Ich finde es auch ehrlich sehr schade, dass das mit den Artenbeschreibungen ziemlich eingeschlafen ist, denn dazu hätte ich noch eine Idee gehabt. Aber offensichtlich ist dafür im Moment einfach keine Zeit, oder es gibt zu wenige Mitwirkende.

    Na egal, auf jeden Fall ist Deine Idee mit den ausgestorbenen oder verschollenen Arten super - danke Dir dafür!!!


    Liebe Grüße


    Rainer

  • Hallo Rainer,

    danke wie gesagt das freut mich wirklich!


    Bei den Artseiten scheitert es sowohl an wenig Zeit als auch an den fehlenden Mitwirkenden. Das heißt es scheitert vor allem an meiner fehlenden Zeit, weil ich momentan der einzige Mitwirkende zu sein scheine. Da ja offenbar durchaus ein großes Interesse daran besteht werde ich sehen, ob ich über den Winter noch ein paar Seiten hinzufügen kann. Wie schon öfters gesagt, wenn sich jemand berufen fühlt mitzuhelfen gerne bei mir melden. Außerdem auch die Ermunterung an alle weiter fleißig Informationen über alle Arten zu veröffentlichen und/oder Zuchtberichte zu schreiben, denn die Artseiten lohnen sich mehr, je mehr es auf Actias zu einer Art gibt.


    Grüße Dennis

  • Ich werde mir nochmal Gedanken machen wie es am besten ist und eventuell nochmal eure Meinungen einholen. Ich fand es irgendwie schöner das ganze als in sich geschlossenes Thema zu haben, weil ich gerade auch die Zusammenhänge zwischen einzelnen Arten und wiederkehrende Muster betonen wollte. Ich denke dieser Blick auf das ganze Bild geht verloren, wenn man alles in einzelne Beiträge zerhackt. Über das Inhaltsverzeichnis sollte man zumindest schnellen Zugriff auf jede Art haben, wenn einen eine spezielle interessiert. Für jetzt bleibt es erstmal so. Für eine permanente Lösung kann man gerne nochmal andere Optionen diskutieren.


    Grüße Dennis

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  • Hallo Dennis,

    bei mir in Österreich fliegt er wirklich noch ganz gut. Und das in verschiedenen Biotopen. Hatte ihn schon mal mitten in Linz, ansonsten fliegt er noch in meinem Biotop am Neusiedlersee und auch im trockenen Weinbaugebiet im Norden von Niederösterreich. Habe ihn sogar schon mal gezüchtet ...

    LG Leo


    [Anmerkung der Moderation: In Bezug auf diesen Beitrag zu Stegania dilectaria]

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