Futterpflanzen Labkrautschwärmer

    Für Hyles gallii wird als Raupenfutterpflanze von Koch, Forster, Baden-Württemberger Bände Labkraut und Weidenröschen angegeben. Spuler nennt dazu noch die Zypressenwolfsmilch und erwähnt auch Fuchsien. Letztere kann ich durch Versuch bestätigen.

    Nun teilt mir ein junger Kollege, Stefan Poß, mit, er hat es mangels Labkraut mit Erdbeerblättern versucht, sie seien angenommen worden.

    Kann jemand Fuchsie und Erdbeere bestätigen oder andere Raupenfutterpflanzen nennen ?

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    Fuchsie kann ich bestätigen. Im Raupenkalender von Paul Blasche ist auch noch Springkraut (Impatiens noli-tangere /Balsamine) angegeben. Wurde von mir aber nicht getestet.

    Gruß Eberhard

    Hallo,
    ich habe schon einmal eine Raupe(L3) an Salix alba (Silberweide)
    und eine(L5) an Lythrum salicaria (Blutweiderich) gefunden.

    Tschau Heiner

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

    Eigentlich ist es frustrierend und ein Hammer wenn man von ganz jungen Kollegen auf die Futterpflanzenfrage gestoßen werden muß. Ich sehe darin, wie eingefahren man sich doch in unserem Metier bewegt. Ich werde mich bessern.

    Hallo Ebi, Springkraut werde ich testen.

    Hallo Heiner, ich habe eine Weidenart, welche ich noch nicht näher beschreiben kann, kommt aber sicher noch, hieran wird nun auch gefressen.

    Was aber seit heute vormittag ganz gerne genommen wird ist L. ovalifolium. Ich habe zwei fast erwachsene Raupen ohne Labkraut in eine Schachtel mit Rosen, Phelodendron, Erdbeere, L. ovalifolium und die vorgenannte Weide gesetzt. Bisher wird zwar an den Weiden "genagt" (vorsichtig), durch die anderen Pflanzen getrampelt, der Liguster aber regelrecht überfallen. Vielleicht was neues ?

    Servus Rudi.

    Das mit dem Liguster ist interessant. Bisher hatte ich die gallii immer auf Weidenröschen, aber die Rehe in meiner Umgebung finden Weidenröschen ebenso schmackhaft wie die gallii-Raupen. Da wäre Liguster ab L4 eine echte Alternative.
    Hast du auch schon Ligustrum vulgare getestet, oder nur L. ovalifolium?

    Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) und Kleines Springkraut (Impatiens parviflora) hatte ich in L5 immer mal wieder angeboten und wurde auch gefressen, aber eher unwillig und nur wenn kaum noch Weidenröschen als Futter vorhanden war. Proserpinus proserpina verhielt sich ähnlich.
    In der Not frisst der Teufel halt auch Fliegen. :winking_face:

    Servus.
    Rudi

    Servus Rudi,

    Heiners Aussage mit Blutweiderich (Lythrum salicaria) kann ich bestätigen. Mein kleiner Schatz füttert seine 2 Raupen gerade damit.


    Grüße
    Annett

    ... super Tip: Mangels Weidenröschen in meinem Garten (und Labkraut ist ja nicht sooo ergiebig) habe ich es jetzt auch mit Ligustrum ovalifolium probiert - wird von L3/L4-Raupen sofort angenommen!

    Hat schon mal jemand Parthenocissus quinquefolia ("Wilder Wein" bzw. "Selbstkletternde Jungfernrebe") für H. gallii ausprobiert?

    Gruß

    Klaus

    Was mir dazu durch den Kopf geht: Diese Hyles- und verwandte Arten leben ja an niederen und meist kleinen Pflanzen und müssen öfter mal in größeren Raupenstadien auf Futtersuche gehen. Ich habe schon oft Weinschwärmer-Raupen und neulich auch eine fast erwachsene Nachtkerzenschwärmerraupe am Boden sitzend fernab jeder "primären" Futterpflanze gesehen. Kann doch sein, dass diese Polyphagie eine Anpassungsmasche ist, mit denen sie eine länger Suchperiode nach der richtigen Futterpflanze überbrücken können. Daraus würde ich aber nicht schließen wollen, dass man ganze Zuchten damit erfolgreich durchführen kann.
    Die Raupen sitzen oft auch an anderen Pflanzen und fressen von dort aus an den richtigen Futterpflanzen.
    Und Liguster ist schon wirklich interessant.

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    Hallo Sven,
    ich ziehe jetzt die kleinsten Raupen mit L. vulgare und L. ovalifolium weiter, wir werden sehen.
    Die großen Raupen haben in dieser Nacht ovalifolium zuerst gefressen und dann erst das Labkraut.

    Und Vitis oder Parthenocissus (quinquefolia wie tricuspidata) ergeben sogar grössere Puppen als sonst! Zudem ist dieses Futter weniger wässerig als die Kräuter.
    Die Raupen werden allerdings nicht so variabel wie die auf E.angustifolium. sondern meist nur schwarz.



    Dieses Tier macht zum ersten Mal Bekannschaft mit E.dodonei. Ist halt schöner es darauf zu fotografieren als auf den geschnittenen Weinblättern...


    Gruss

    Bernhard

    Meine 30 Raupen kommen in L5 und habe gerade die letzten Blätter von Epilobium angustifolia aus meinem Garten gefressen.
    Da ich viele dichte Stauden vom Grossen Wiesenknopf habe die noch frisch aussehen bis weit in den Winter hinein
    habe ich den hungernden Raupen ein wenig Blätter Sanguisorba officinalis hinein gelegt und siehe da es scheint den
    Viechern sehr zu schmecken.
    Wie sie sich jetzt daran entwickeln gilt noch abzuwarten!

    André

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