25. Juni 2009 um 21:15 - Beitrag: Eichenprozessionsspinner - eine Plage?, Thema: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Was ist hiervon zu halten? Stimmt der Bericht mit Expertenbeobachtungen (aus unseren Reihen) überein?
Was ist hiervon zu halten? Stimmt der Bericht mit Expertenbeobachtungen (aus unseren Reihen) überein?
Hallo!
Also bei mir zuhause in Oberösterreich habe ich in meinem Leben noch nie auch nur ein Exemplar (Raupe; Puppe; Falter) zu Gesicht bekommen.
Und von dem Bericht halte ich nicht recht viel, denn MAN SOLLTE DER NATUR FREIEN LAUF LASSEN
Wer stimmt mir zu?
Mit freundlichsten Grüßen, Lukas Hackl (mondvogel99)
Hallo,
naja wenn du jemals intensiveren Kontakt mit den Brennhaaren haben solltest, dann wirst du sicher anders drüber denken. So spaßig ist das nicht. Und in allen Ortschaften und in Menschennähe sollte man schon eine Bekämpfungsmaßnahme durchführen, denn manche Menschen reagieren nunmal nicht nur mit Juckreiz und einfachen Ausschlag...
Schöne Grüße
Thomas K.
Moin,
das Thema ist ein zweischneidiges Schwert. Bezogen auf den Bericht muss ich es wissen, da Moers gerade mal 5 km entfernt ist und ich die Räupchen jedes Jahr irgendwo sehen kann..., nicht nur in der näheren Umgebung. Man muss dazu wissen, dass die Art bis in die 1980er rein (wenn ich es richtig im Kopf habe) hier nicht mehr gemeldet wurde (letzte Nachweise vor 1950). Irgendwann in den ausklingenden 1980ern wurde sie wieder gemeldet und nahmen erstmal nur sehr langsam zu und haben auch erstmal nur sehr langsam neue Bereiche erobert. Seit etwa fünf Jahren kann man beo´bachten, dass sie fast explosionsartig immer wieder irgendwo auftauchen.
Alles in allem wird das "Problem" ein bisschen arg hochstilisiert. Klar, das Nesselgift der Raupenhaare ist nicht ohne und hält sich auch noch lange, nachdem der "Verursacher" der Haut schon lange nicht mehr unter den lebenden weilt (wenigstens ein paar Jahre), so dass man noch lange Spaß daran haben kann. "Unfälle" sind mir aber nur bekannt geworden, wenn jemand, z.B. Mitarbeiter des Grünflächenamtes, bei Arbeiten an Bäumen mitten ins Nest gegriffen hat. Dann war der Arbeitsausfall aber gleich zwei, drei Wochen. Die Nester sind ein problem, aber nur da, wo sie den unmittelbaren Siedlungsbereich tangieren und auch dort nur da, wo sie sehr offensichtlich angebracht sind, ein Kontakt mit diesen Nestern durch interessierte Menschen, vorallem Kinder, sehr wahrscheinlich ist. In Parks, an Schulen und Kindergärten und ähnlichem sollten sie schon entfernt werden und genau das wird auch gemacht. Ich möchte aber nicht sagen, wieviele Nester ich auf meinen Touren in den Wäldern sehe, die kein Schwein interessieren, weil Otto-Normalverbraucher eh auf den Wegen bleibt. Und wer nicht auf den Wegen bleibt, der kennt das Spielchen in der Regel und wird sich hüten das Nest anzugrabbeln.
Im Prinzip muss man sagen: alles halb so wild, solange man das Nest nicht angrabbelt.
Viele Grüße
klaas
Wespennester werden zu Recht ebenfalls entfernt, wenn sie menschliche Anwesenheit gefährden. Allergische Reaktionen und anaphylaktische Schocks werden aber auch beim Genuss von Erdbeeren und Erdnüssen beobachtet. Journalistische Ungenauigkeit, die nicht trennt zwischen Allergie und der Hautreaktion bei Kontakt mit den Haaren (ersteres betrifft nur Allergiker, letzteres jeden, der mit den Brennhaaren Kontakt hat). Egal.
Jetzt also nach Schweine- und Vogelgrippe und Tschernobyl die nächste Katastrophe? Wenn man die Journaille beim Wort nimmt, offenbar schon. Wird die Art wirklich häufiger? Zeugen gesucht!
ZitatWird die Art wirklich häufiger?
Bezogen auf den Niederrhein ein eindeutiges "Ja!".
Gruß
Klaas
Bei mir (auch Niederrhein) kann ich eine Vermehrung ebenfalls bestätigen.
Es gibt Gebiete, da ist nicht eine Eiche betroffen - und wiederum andere Abschnitte, wo an jedem Baum ein Nest hängt.
Ich habe am Wochenden gezielt nach den Nestern gesucht, weil ich unbedingt mal eine Raupe sehen wollte. Eine hat mir den Gefallen getan und aus einem Loch heraus geguckt.
Bislang habe ich von den Brennhaaren noch nichts bemerkt, obwohl ich nur ca.50 cm von den Nestern entfernt war. Entweder nur Glück oder die Haare fliegen gar nicht so durch die Gegend wie überall geschrieben wird.
Hallo,
im LKR Schwäbisch Hall wimmelte es letztes Jahr nur so von den Spinnern,
aber dieses Jahr habe ich erst ein Nest gefunden...also nicht besonders viel,
aber trotzdem ist da nicht so einfach zu sagen das dass nicht so gefährlich sei.
Gruß Max
In Südspanien gibt es den Kiefernprozessionsspinner recht häufig. Habe noch nie von Problemen gehört. Allerdings habe ich auch nicht gefragt, und die Spanier habens nicht so mit ins Grüne gehen.
Probleme sollen zwar durch den Flug der Haare auftreten, aber ich gehe mal davon aus, dass dieser Umstand eher der seltene Fall ist. Zum einen hängen die Haare fest versponnen im Nest, respektive die Larvenhäute auch innerhalb dieses Nestes, zum anderen müßte man statistisch ausrechnen, wie hoch die Haardichte in der Luft sein muss, damit man nur eines einatmet. Ich denke, dass diese Fälle, wo Probleme auftreten durch Einatmen der Haare, hochgradig selten sind.
Probleme wird es in Spanien deshalb nicht geben, weil der Spanier die Probleme kennt und sich hüten wird ins Nest reinzugrabbeln (ich übertrage hier einfach mal Erfahrungen aus Frankreich, wo mir generell davon abgeraten wurde haarige Raupen anzufassen, weil es schlecht für die Gesundheit ist!!!!). Bei uns sind die Probleme unter der Bevölkerung eher nicht bekannt. Wer ein Nest sieht und es nicht weiß, grabbelt da möglicherweise dran rum. Des weiteren muss man schon sehen, dass in Spanien deutlich weniger Alleebäume stehen und diese sicherlich einer geringeren "Pflege" unterliegen als bei uns in Deutschland. Hinzu kommt obiger Punkt, dass der Spanier um die Problematik weiß. Und last but not least muss man sehen, dass die Unfälle in Deutschland wohl nur wenig mehr sind als in Spanien, hier aber von den Medien und Behörden, weil bisher unbekannt, arg hochstilisiert werden.
Und, wie gesagt, die Spanier gehen nicht so oft ins Grüne!
Vorstellbar ist ein Flug von Raupenhaaren, wenn man das Nest zerstört und die Haare und Raupenhäute so mobilsiert.
Hallo zusammen,
also ist der Haarflug durch die Luft nur ein Irrglaube??
Ich weiß, dass eine Kollegin vor 2-3 Jahren erzählte, dass Schulausflüge ihrer Kinder abgesagt wurden (Radtouren und Picknick im Wald - Nähe von Eichen) eben aus dieser Angst heraus, diese Raupenhaare könnten durch die Luft fliegen.
Gut zu wissen .... wieder was dazu gelernt.
Also als Jugendlicher habe ich mal Eichenprozessionsspinner gezüchtet, eben weil sie nicht so häufig sind/waren. Der Hammer war, dass ein Kumpel so ein Nest fand und voller Stolz über seinen Fund mit den Händen zu uns trug (er ist ein rotharriger, hellhäutiger Typ - also eigentlich hautempfindlich). Erst dachten wir, dass er nun jämmerlich leiden muss. Ihm ist absolut nix passiert! Langsam ...
Mit äusserster Vorsicht haben wir die Weiterzuchten durchgeführt. Die Falter sind auch gut geschlüpft. Das Säubern der Verpuppungsbehälter wurde für mich zum Debakel. Ich bekam überall fette rote entzündete Quasteln. Die Behandlung der Quasteln wurde mit einer zinkoxidhaltigen Lösung vorgenommen. Also rote Flecken mit weißer Tinktur übermalt (bitte mal bildlich vorstellen). ... und sowas als Pupertierender in der Schule. Naja, habe ich für mein Hobby auf mich genommen (ohne Narben).
Die Härchen können abbrechen und sind ein wirksamer Schutz. Sie brechen aber nicht einfach so und fliegen durch den Wind. Wenn die Raupen sich verpuppen, brechen die Haare und werden bei Bau des Kokons eingearbeitet. Dann könnten sie theoretisch auch durch die Luft schwirren. Also Abstand zu halten ist tatsächlich eine sichere Empfehlung, vor allem wenn man Verantwortung für Kinder trägt.
... noch zum Artikel. Giftig werden die Raupen nur zu blöden Reportern. Ansonsten ist der Biss ungefährlich! 
Das wars schon
Grüsse Gödi
Moin Alexandra,
natürlich können die Haare durch die Luft fliegen, aber man muss schon daran arbeiten, wie Soil ja schon schrieb. Oder du bist bei starkem Wind im Wald und direkt neben dem Nest? Man sollte Kinder nicht für so unendlich doof halten. Da geht man mit den Kindern an die Eichen, zeigt denen das Nest aus nächster Nähe (50 cm) und erklärt denen, dass sie dreimal hinschauen sollen, bevor sie einen der bäume begrabbeln und möglicherweise in ein Nest rein langen. Dann erklärt man denen, welche Problematik darin verborgen steckt und schon passiert da gar nichts mehr. Mit meiner Kindergruppe vor 15 Jahren hat das auch gefunzt, ohne Probleme. Ich hatte immer nur dreckige oder klatschnasse, aber glückliche Kinder.
Viele Grüße
Klaas
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