Brahmaea hearseyi - Brahmaeidae

    Hallo an alle Interessierten,

    hier mein kleiner Aufzuchtbericht von Brahmaea hearseyi.
    Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser tollen Art liegt in den feuchten Bergwäldern Chinas.

    Im Herbst 2009 erhielt ich über Actias 10 Brahmaea hearseyi Eier.

    Bedingt durch den ursprünglichen Lebensraum benötigen die Eier und Raupen relativ viel Feuchtigkeit zum erfolgreichen Aufwachsen.
    Dem entsprechend lagerte ich die Eier in einem kleinen Plastikbehälter auf angefeuchteten Küchenpapier. Die Aufzucht erfolgte in der Wohnung unter gängigen Raumtemperaturen.

    Nach 4 Tagen schlüpften die bizarren Raupen:

    Als Futter nahm ich Liguster(Ligustrum vulgare und Ligustrum ovalifolium ) der bei mir im Garten wächst.
    Die Raupen nahmen es bereitwillig an. Jeden 2. Tag gab es eine lauwarmen Dusche aus der Sprühflasche.
    Kondenzwasserbildung an den Behälterwänden stellte kein Problem dar, im Gegenteil, die Raupen machten sich darüber her.
    So wuchsen die Raupen in einem enormen Tempo heran. Nach etwas mehr als 4 Wochen waren die Raupen ausgewachsen.
    Mit zunehmender Zuchtdauer veränderte sich auch das Verhalten der Raupen:
    In den ersten 2 Wochen zeigten diese beim Futterwechsel und kleinsten Berührungen starke Abwehrreaktionen(hin und her Schlagen mit dem Kopfbereich),
    danach hatten sich die kleinen Monster wohl an an die Prozeduren gewöhnt und ließen alles in Ruhe über sich ergehen(Futterwechsel/Berühren...)

    Der Futterverbrauch war enorm, ab L4 gab es jeden Tag frische Ligusterzweige.
    Mit der letzten Häutung verlieren diese tollen Raupen ihre bizarren Auswüchse.
    Meine Tiere hatten kurz vor der Verpuppung eine Länge zwischen 12 und 15,5 cm.
    Mit dem orangverfärben der Raupe(leider kein Foto gemacht) kündigt sich die Verpuppungsbereitschaft an.
    3 große Plastikkisten mit feuchter Gartenerde wurden für die 10 Raupen bereitgestellt.
    Die Raupen wanderten stunden lang in den Kisten umher, bevor sich sich dann in die Erde eingruben.
    Nach 2 Wochen kontrollierte ich dann das Ergebnis: alle 10 Raupen verpuppten sich erfolgreich:-)

    Die Puppen sind mit rund 5,5 cm Länge recht groß.

    Am 27.12.2009 gegen 6 Uhr war es dann soweit: die ersten Falter schlüpften(Freitag, 01.01.2010 der letzte Falter)

    Da die Falter nur verkrüppelte Mundwerkzeuge besitzen ist die Lebenserwartung auf knapp 2 Wochen begrenzt.
    Die Flügelspannweite der Tiere beträgt zwischen 13,5 und 14,5 cm.

    Wunderschöne Tiere....leider wird es zu keiner Nachzucht kommen da alle 10 geschlüpften Falter Weibchen sind.
    Was solls, werde ich mich weiter an meinen Mädels erfreuen, die alle 10 friedlich mein Arbeitszimmer bevölkern und verzweifelt auf die Männer warten:-)

    Tolle Tiere, einfache Aufzucht, was will man mehr?

    Gruß Klaus

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    Sind es denn im allgemeinen immer mehr :female: als :male: ? oder hast du einfach nur gigantisches Pech gehabt? Für mich klingt vom 10 Faltern null männchen nach sehr großem Pech :verwirrt:
    Aber ansonsten ein wunderschöner Zuchtbericht :daumenja: :daumenja: :daumenja:

    hi, danke für die positve bewertung.... :smiling_face: ..denke das ich einfach pech habe...wie die geschlechterverhältnisse bei dieser art sind? keine ahnung....falter sitzen seit tagen an ihren ruheplätzen und rühren sich nicht..... gruß klaus

    Auch wenn du theoretisch beide Geschlechter in Zucht hast, kann das alles daneben gehen. Ich hatte solches Pech: Die Zucht verlief beinahe ohne Verluste, beim Schlupf allerdings hatten die Halunken sich so untereinander abgesprochen, dass das erste Weibchen am Todestag des letzten Männchens schlüpfte (oder war es umgekehrt?). :wut:

    Hallo Paul,
    wie hast du die Puppen "gehalten"?
    Und hier noch die "fehlenden" Bilder von einer B. hearsey Raupen mit der
    typischen Verpuppungsfärbung:


    (ca. 14cm lang)


    (Ich züchte auch welche)

    Max

    Da ich die Falter im Rahmen eines Forschungsprojektes gehalten habe, hab ich die Tiere an der Uni in klimaschränke bei konstant 27°C auf einer Lage angefeuchtetem Zellstoff gehalten. In der Puppe keine Ausfälle jedoch davor is einer etwas mutiert :bibber:


    Gruß

    Paul

    Bei wieviel Grad hast du sie gehalten? 25 Tage Entwicklungsdauer hört sich nach >26°C an. Da würde mich mal interessieren, wie groß die Raupen waren? Ich schätze, nicht so groß, wie die von kemi...?

    Grüße, Saturn

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    Servus,

    ja das ist mir duchaus bewusst. Genau das war das Thema meiner Arbeit, in der ich zwei zuchtansätze b. hearseyi bei einmal 27 und einmal 17 Grad ex ovo aufgezogen habe und nun die resultate vergleiche (ich spreche von nun, weil die 17 Grad tiere sich erst letzte Woche verpuppt haben :kissing_face:

    Gruß

    Paul

    Hallo zusammen,
    im Juni/juli 2008 führte ich unter geschützten Freilandbedingungen eine Zucht von B.hearseyi durch.
    Hierzu einige Angaben :hinweis:
    Futterpflanze:Fraxinus excelsior (Gemeine Esche) Oleaceae-Ölbaumgewächse.(ab L3 gewässert)
    Temperatur:Maximum 36°C,Minimum 14°C.
    rel.Luftfeuchtigkeit:Max. 98% Min. 30% .
    Schlupf der L1,8.6.08
    Erste L5 verpuppungsbereit,22.7.08
    Gewicht:
    schwerstes :male: Raupe 13,3gr./Puppe 11,8gr.
    schwerstes :female: Raupe 14,7gr./Puppe 13,3gr.
    Die Puppen wurden weiterhin unter gesch.Freilandbed.im Puppenkasten,über Wasser(Luftfeucht.70%-98%)
    gelagert und gingen alle,sehr wahrscheinlich wegen der hohen Nachtabsenkung,in Diapause.
    Den Herbst,Winter und Frühjahr verbrachten sie im Puppenkasten im Keller.(Temp.11°-14°C)
    Ende April 2009 stellte ich sie wieder unter die gleichen gesch.Freilandbedingungen.
    Der Schlupf erfolgte einwandfrei,aber sehr unregelmäßig,im Juni,Juli,August 2009 .
    Gruß Heiner

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

    ..mir ist leider ein Fehler beim Zuchtbericht unterlaufen: Brahmaea hearseyi Falter haben funktionierende Mundwerkzeuge(zumindestens meine Tiere)....einen relativ kleinen Rüssel(zur Körpergröße) aber dieser reichte zur Flussigkeitaufnahme. Ich fütterte ein Wasser-Honig -Gemisch, welches die Tiere gut annahmen. Gruß Klaus

    Guten Abend zusammen!
    Von einer Insektenbörse habe ich im Nov. 09 7 L2 von Br. hears. mitgebracht. Aufgrund von wohl zu trockener Haltung kam es bei den Häutungen immer zu Ausfäälen, so dass sich letztendlich nur 2 Raupen verpuppen konnten. Diese liegen jetzt bei Zimmertemperatur seit Mitte Dez. 09 auf Moos, werden täglich gesprüht, aber es tut sich nix!
    Mache ich etwas falsch?
    Danke schon mal für die Antwort! Hans

    Servus,

    bei mir haben die Puppen bei konstant 27°C ca. 6 Wochen gebraucht. das wäre von Mitte dezember bis Ende Januar. Da du aber wahrscheinlich keine 27 Grad bei dir im Zimmer haben wirst :grinsen: Ist die Dauer deiner Puppenzeit durchaus Normal :thumbs_up:

    Gruß

    Paul

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