11. September 2010 um 18:28 - Beitrag: Plädoyer für Buddleja, Thema: Pflanzen (Botanik)
Ein Neophyt bleibt ein Eindringling. Ich will nichts zu seiner Verbreitung beitragen.
Nun hat mir ein aufmerksamer Leser, ein Bauer aus der Ostschweiz, geschrieben.
Und ich denke, dass seine Gedanken durchaus diskussionswürdig sind. Lest seine Meinung und schreibt, wie ihr darüber denkt.
Mit grossem Interesse haben wir Ihren Artikel gelesen. Ohne zu kritisieren zu wollen ist für mein Gefühl Ihr Artikel bzw. Fürsprache für die Schmetterlinge etwas einseitig geraten. Es gibt nämlich nicht nur Schmetterlinge!
Wir lassen auf unserem Hof all jene Kräuter, Blumen, Bäume und Sträucher gewähren, wenn sie uns nicht einschränken. Da gedeihen alle Weidenarten, Bärenklau (nicht beliebt), Haselnuss, grosse Brenessel, die Samensammlung der Pro Natura, beide Holunderarten, Schwarz- und Weissdorn, beide Lindenarten, Eberesche und andere - und auch der von Ihnen geschmähte Sommerflieder. Sie bezeichnen diesen Strauch als eine "Beiz". Er sei zu nichts nutze.
Ich gebe Ihnen in diesem Sinne recht, als es kein Wirt ist. Wenn ich aber jetzt in die Natur schaue, stelle ich fest, dass praktisch keine Blumen auf den Wiesen blühen, obwohl wir unseren Pächter angewiesen haben, die Blütezeit vorbeigehen zu lassen, damit die Blumen nicht nur blühen sondern auch versamen können. Irgendwann muss er ja auch mähen. Wenn ich aber den Sommerflieder betrachte, so kreisen da unzählige Insekten (u.a. auch Bienen, viele Arten Schmetterlinge, Falter und Schwärmer, die sogar auf dem "berüchtigten Bärenklau", dessen Blüten vor der Versamung dann abgeschnitten werden, Station machen) und decken ihren Bedarf an Nahrung.
Ich meine, man kann ja nicht nur die Eiablage vornehmen (lassen) und dann einen Schlussstrich ziehen. Unsere Freude an den flatternden Gästen ist ja nicht nur die Raupe und Puppe sondern auch der Farbtupfer in Garten und Wiesen. Admirale, Distelfalter, Füchse, Tagpfauenauge usw. sind ja das PRODUKT unserer vielseitigen Bepflanzung. Auch wenn es nur ein Kohlweissling oder Zitronenfalter ist. Und so einseitig wollen wir die Sache nicht angehen. Auch unsere Bienen haben das Bedürfnis des Sammelns. Das sehe ich ganzheitlich, nicht nur bezogen auf Schmetterlinge und Falter. Glück für die Bienen (und deren Halter) ist in diesen Jahreszeiten höchstens noch die Waldtracht. Wo gibt es dann noch Blumengärten, in denen es oft viele hybride Pflanzen gibt?
Dies als Ergänzung zu Ihrer etwas diskriminierenden Einstufung des Sommerflieders. Ich freue mich dennoch über die Farbenpracht unserer Sträuches und dessen wundersamen Geruchs. Und auch an den vielen "Gästen" an dessen Blüten.
Mit freundlichen Grüssen
Otto Erne
....dann müßte man den Sommerflieder schützen, damit die Distelfalterraupen noch was zum Fressen haben, falls Disteln einmal von aggressiven Neophyten verdrägt werden sollten sollten! 