finde weder Raupen noch Eier! bin frustriert

    hallo euch allen, seid gegrüsst!

    nachdem ich mich wieder in die Natur gewagt habe(joggen) dachte ich mir ich könnte doch wieder mal Raupen suchen. Als ich damit anfing, wusste ich wieder wieso ich damals aufgehört habe. Sehr selten fand ich mal eine Eulenart, wenn überhaupt. Ich habe diverse Brenesseln durchgesehen, nach frischen Frassspuren gesucht. Habe viele Blätter umgedreht in der Hoffnung Eier zu finden. Habe Bläulinge beobachtet ob sie denn Eier legen oder Nektar schlürfen. War immer letzteres der Fall. Bin anderen Schmetterlingen nachgestalkt quer feldein ob sie denn Eier legen. Alle haben sie mich nur an der Nase herumgeführt:(

    warum klappt das nie? was mache ich falsch? ich liebe es wenn ich eine Raupe finde, schnell nach Hause zu kommen und zu recherchieren. Es ist immer aufregend dann zu sehen, was aus der Raupe wird. Bis jetzt war mein schönster Schmetterling ein Kohlweissling-nix mit Schwalbenschwanz, kl. Fuchs, grünes Blatt, usw..natürlich könnte ich aus der Börse bestellen aber selber finden ist spannender

    vllt kann mir einer Sagen wo mein Fehler liegt?

    danke

    lG

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    Liebe Mischa,

    mir ging es Jahrzehnte genauso. Bis ich dahinter kam: Um eine Raupe zu finden, muss man selbst zur Raupe werden! Wo würde ich selber gern in die Brennnessel beißen? Wo finde ich optimalen Schutz vor Raupenfliege oder Raupensammler? Was wäre eine geile Stelle zur Verpuppung? Da sind auch meine Kumpels, die echten Raupen! :winking_face:

    Im Ernst: Ich glaube Geduld und beharrliches Suchen ist wichtig. Meine besten Raupenfunde waren allerdings immer Zufallsfunde. Und ich habe letztes Wochenende intensiv gesucht, alles was ich fand waren Raupen vom Kreuzflügler (Alsophila aceraria), immerhin.

    Auch bringt Erfahrung bald ein Raupenauge. Über Expertengeheimtipps würde ich mich allerdings auch freuen.

    lg
    Michael

    Viele tolle Funde sind zufällig, das geht auch mir so.

    Allgemein ist es besser, wenn man weiß, wonach man sucht, als einfach mal loszuziehen und alle Raupen zu suchen. Da findet man dann eher eine paar Blattwespenlarven als Schmetterlingsraupen.

    Je mehr von diesen Frangen Du beantworten kannst, desto größer die Chancen.

    Lebt die Art, die ich suchen möchte in der Gegend, in der ich suche möchte/kann? Und ist sie häufig?

    Ist überhaupt die richtige Zeit für Raupen dieser Art? Das variiert natürlich immer ein wenig, die Natur ist nicht jedes Jahr gleich schnell.

    Welche Futterpflanze(n) hat diese Art? Lohnt sich immer zu überprüfen, manchmal ist der Name des Falter irreführend (z.B. Labkrautschwärmer, die Art bevorzugt Weidenröschen), manchmal fressen sie eine ganze Reihe von Pflanzen, und man würde nur an ein oder zwei von diesen suchen.

    Wie sieht (zur Zeit der Suche) die Futterpflanze aus? Auch wichtig, man muss teilweise die Pflanzen identifizieren, ohne dass sie blühen (Extremfall: Apatura Raupen im Winter suchen, da haben die Bäume nicht mal Blätter)

    Sind bestimmte Standorte der Pflanze bei der Eiablage bevorzugt? Z. B. Sonnig vs. schattig.

    Gibt es typische Fraßspuren, Gespinste, ...? Gespinste an Brennnesseln sind ein heißer Tipp für Aglais io und uritcae.

    Kennst Du das Aussehen aller verschiedenen Raupenstadien? Das kann sich mitunter stark ändern.

    Hast Du viel Geduld? Die gewünschten Raupen das erste Mal zu finden ist immer am schwersten, dann wird es aber meist leichter.

    Hallo,

    nun mal ein paar Beispiele, die eigentlich, vorausgesetzt die Art kommt dort vor, immer rel. leicht als Raupe zu finden sind:

    Auf sonnigen Magerrasen zur Zeit Raupen von Z. purpuralis (Thymianwidderchen) auf Thymianpolstern und von Z. viciae, Z.transalpina, Z.filipendulae, Z. lonicera und Z. loti an Horn-bzw. Hufeisenklee. Die Raupen sitzen leicht sichtbar auf oder an den Futterpflanzen, nur in den heißen Mittagsstunden verkriechen sich die Raupen meist!

    In sonnigen, lichten (Berg)Wäldern mit roter Heckenkirsche im Unterwuchs im Juni/Juli an sonnig stehenden Pflanzen dieses Strauchs Raupen vom Hummelschwärmer H.fuciformis an der Blattunterseite sitztend. (Oder auch Eier, ebenfalls an der Blattunterseite). Und im Winter an dieser Pflanze, allerdings an den schattigen Standorten Raupen vom kleinen Eisvogel in seinen Überwinterungsgespinsten.

    In Waldschneisen bzw. Waldwegen mit Schilf oder harten Gräsern am Wegesrand bei bewölktem Himmel oder Regen bzw. im Schatten Raupen der Grasglucke von jetzt bis anfang-mitte Juni.

    An schattig bis halbschattig stehenden Weiden den ganzen Sommer über ab jetzt Raupen sämtlicher Zahnspinner wie C. vinula, C.erminea, F.furcula und bifida, N.dromedarius und ziczac, Erpelschwänze usw. Ebenfalls Schwärmer (Abendpfauenauge und Pappelschwärmer). Also an Weiden ist eigentlich immer was zu finden!

    In Mooren bzw. Heidegebieten im Frühling (März April) überwinterte (sich sonnende) Jungraupen vom Eichenspinner L. quercus.

    Von Brennessel-Tieren (Pfauenauge, K. Fuchs, Landkärtchen)brauchen wir ja zur Zeit eh nicht reden, die gibt`s an vielen Brennesselstandorten.

    So, das sind jetzt mal ein paar Beispiele, die aus eigener Erfahrung eigentlich selden erfolglos verlaufen! Also: Augen auf beim .... Raupensuchen.

    Grüße

    Hans

    Ich wollte mal fragen (da es ja viele verschiedene Weidenarten gibt) welche Weidenart die Schwärmer oder Cerura vinula bevorzugen bzw. am häufigsten drauf sitzen. Ich selbst habe eine Salix caprea worauf aber immer nur Schlehenspinner oder Pappel-Zahnspinner draufsitzen.

    Gruss Dominik

    Hi,

    Nach meiner Erfahrung bevorzugen die meisten Tiere Populus tremula (Zitterpappel, Espe) und Salix caprea

    Zumindest habe ich an diesen Pflanzen bisher die größte Artenvielfalt beobachten können.

    Arten auf Saalweide(die ich bisher gefunden habe): Smerinthus ocellata, Dasychira pudibunda, Aglia tau, Colocasia coryli, Phalera bucephala, Nymphalis antiopa, Nymphalis polychloros, Orthosia cerasi, Cerura vinula, viele andere unbestimmte Arten

    Meine bisherigen Funde auf Zitterpappel: Laothe populi, Cerura vinula, Pterostoma palpina, Notodonta ziczac, Orthosia cerasi, usw... außerdem noch andere unbestimmte Arten.


    Ich finde z.B die Raupen von Hyles euphorbiae, Deilephila elpenor oder Mimas tiliae auch nie selten. Hyles euphorbiae und Deilephila elpenor sogar jedes Jahr häufig!

    mfg, mondvogel99

    Hallo,
    Wo findest du die Mimas tiliae? Sind die Falter auch an vereinzelten Linden an Waldrändern?
    Sind die Raupen an Stockausschlägen oder in den Baumwipfeln? Oder findest du sie auf dem Weg zur Verpuppung? Dasselbe würde mich für Lathoe popui, Smerinthus ocellata und Cerura vinula interessieren.

    Hallo,

    So, Mimas tiliae habe ich noch nie als Falter gefunden. 1 mal habe ich eine Jungraupe in etwa 2m höhe gefunden aber die Verpuppungsbereiten (verfärbten Raupen) finde ich des öfteren rund um Lindenbäume (bis jetzt immer nur am späten Nachmittag wenn die Sonne schon nicht mehr zu sehen ist.

    Doch vor wenigen Tagen hatte ich einen Freilandanflug!

    Laothe populi: ich habe an ziemlich kleinen Pflanzen der Zitterpappel bereits 2 Eiraupen und 1 Ei gefunden, an einer etwa 1,5m hohen Zitterpappel fand ich vor 2 Jahren 2 halberwachsene Raupen. Zur Zeit habe ich etwa 30 Puppen in Zucht, diese habe ich von einem Weibchen vom Licht. Die Falter kommen generell nicht so selten zum Licht. Letztes Jahr hatte ich mit diesem Weibchen 6 Falter an der Lampe.

    Smerinthus ocellata: vor 4 Jahren fand ich eine erwachsene Raupe, im Jahr darauf lief eine verpuppungsreife Raupe über di Straße und ich bekam von einem Schüler meines Vaters (BU-Lehrer) ein frisch geschlüpftes Weibchen und in der Nacht darauf flog ein wildes Weibchen an (war im September). Leider verlief die Zucht nicht besonders gut und die restlichen Falter wurden freigelassen. 2009 fand ich 2 Eier und 2 Jungraupen. Eine der Raupen schaffte die Häutung zu L4 leider nicht. Die Falter wurden im Frühjahr 2010 ebenfalls freigelassen. Alle noch fressenden Tiere wurden auf Saalweiden gefunden, die nicht höher als 2,5-3m waren!

    Mal schauen was dieses Jahr so bringt :grinning_squinting_face:


    und nun zu Cerura vinula: bis 2009 fand ich jedes Jahr im Mai massenhaft eier dieser Art. Letztes Jahr leider nur eines (es war noch kurz vor der 3-Wöchigen Schlechtwetterperiode, die es schaffte, das gerade mal 1 (!) Nest des Trauermantels den Weg zum Falter in freier Natur schaffte)
    doch so ich habe am Samstag 2 Paare balzen gesehen und 2 einzelne Falter. Also mit mindestens 6 gesichteten Faltern denke ich, dass es heuer wider Nester geben wird :smiling_face:

    Ich kann nur hoffen, dass dieses Jahr wieder mehr C. vinula als letztes Jahr zu finden sind!

    mfg, mondvogel99

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    hallo,

    danke euch, ich sehe da sind hilfreiche Antworten eingegangen. Ich werde sie mir morgen nochmals in Ruhe durchlesen. Jetzt ist es recht spät, aber ich wollte mich jetzt schon bedanken. Nicht daß ihr denkt, ich schaue nicht mehr auf meinen Beitrag.

    lG

    hallo da bin ich wieder,

    danke nochmals.

    moe also nehmen wir mal an Bläuling.
    Also sie lebt in der Gegend wo ich suche, z.b. Kleewiese. Häufig ist sie wohl auch.
    Die richtige Zeit ist schon, laut lepiforum. Schmetterlinge gibt es im Mai, dann werden sie doch Eier legen.
    Futterpflanze wäre Klee.
    Eiablage Standort, das interessiert mich jetzt sehr. Wo genau soll ich denn z.b. gucken beim Bläuling? Ich schaue immer unter die oberen Blätter und die Stengel. Wie ist es mit Brennesselraupen, wo legen die ihre Eier gerne ab? Grosse Pflanzen oder kleine? sonnig, schattig, stengel oder Blatt, untere Blätter oder eher oben....das weiss ich alles nicht. Eigentlich stehen genau diese Informationen nicht in Foren , oder ich finde sie nicht. Bevorzugte Eiablagestellen.
    Frassspuren= ich sehe meistens unter den Blättern nach, die am Blattrand angeknabbert worden sind, oder ein Loch haben.
    Da die Raupen grün sind, kann man sie kaum sehen, ausserdem sehe ich vor lauter grün kaum mehr was. Mein Auge findet keinen Kontrast, überall Blätter, Stengel, soviel grün. Auch wenn ich extra ordentlich suche, wird mein Auge müde. Versteht ihr was ich meine? wenn es denn eine schwarze Raupe wäre würde man sie sicher bald finden. Aber so...

    ausserdem sehen mich die Leute immer so komisch an, ich beeile mich stets. Also da ist schon dieser Druck da. Die denken sicher ich wäre ein Freak, vllt. bin ich es ja auch..

    HansHelf das sind tolle Infos, vielen Dank! sowas findet man selten! Die Weiden muss ich demnächst mal gut durchforsten, cool wenn man da soviel findet. Jetzt muss ich nur schauen wie eine Weide aussieht:)

    Brennesseln sehe ich mir schon seit Wochen an, ich weiss nicht ist es normal...auf den Blattunterseiten machen Blattläuse eine Megaparty. Da ist was los unter jedem Blatt, die ganze Sippe ist eingeladen. Darunter auch so ein Raupenähnliches irgendwas dass die Blattläuse in sich reinzieht....total total ekliggggg wie ein Egel.

    Jakob vielen dank, dann habe ich heute umsonst grosse Brennesseln durchgesehen. Wieder eine wertvolle Info!dankesehr
    mondvogel99 echt interessant, ich muss nur lernen die Bäume auseinanderzuhalten. Aber wie findest du denn die Raupen? ich komme kaum an die Blätter ran, kann also nur begrenzt suchen.

    eigentlich haben es mir die Eier besonders angetan. Das finde ich viel spannender als schon "fertige" Raupen zu finden. Habe nur einmal Eier gefunden und mich dolle gefreut. Bis die Brut geschlüpft ist, das waren so vieleee schwarzee Tierchen die wie Zecken aussahen. Man das war ein Schreck und eine schlimme Überraschung.

    vielen dank euch allen

    liebe Grüsse

    Hallo,
    Das (die vielen kleinen Tiere die wie Zecken aussahen) könnten Marienkäferlarven gewesen sein. Der Wurm der Blattläuse frisst warscheinlich eine Florfliegenlarve.
    Zur Eiablage:
    - Landkärtchenraupen sind an feuchten Stellen
    - Tagpfauenaugenraupe in voller Sonne
    - Raupe vom Kleinen Fuchs am Waldrand
    Wo die Raupen sind, da sind ja auch die Eier. Die Angaben sind nur ungefähr, also wo ich sie meistens finde. Ich würde trotzdem überall suchen. Durch die Gespinste sind die Raupen eigentlich ziemlich auffällig.

    Botanische Literatur ist sehr empfehlenswert, denn manche Futterpflanzen kann man nicht unbedingt auf Anhib bestimmen (Besonders bei Bläulingen und Widderchen). Es gibt auch einen Schmetterlingsführer der sowohl Schmetterlinge als auch Raupen und Futterpflanzenbestimmung ermöglicht.

    Hallo Mischa, als allererstes:

    Raupen sind meistens eher an kleinen, kümmerlichen Pflanzen als an den großen und gesunden Exemplaren. Das trifft besonders auf Brennesselraupen zu.

    Vermutlich hat der Jakob da andere Beobachtungen gemacht als ich, ich kann nur sagen: Letzteres trifft auf meine Funde definitiv nicht zu. Ich habe Brennnesselraupen bisher eigentlich immer an "normal" gewachsenen Pflanzen gefunden.

    Tipps zum Finden von Brennneselraupen (inkl. Bildern) findest Du übrigens hier:
    -> Tagpfauenauge
    -> Kleiner Fuchs

    Zum Bläuling: Nach Bläulingsraupen hab ich noch nicht absichtlich gesucht, vorgestern ist mir allerdings eine zufällig ins Auge gesprungen, war einfach in einer Wiese an einem Kiesweiher an Klee. Und es ist ja schon so, dass sie sich die Natur was gedacht, als sie die ganzen Raupen grün "angestrichen" hat. Damit ein Fressfeind sie eben nicht so leicht findet. Das LEPIFORUM kennst Du schon, das ist oft hilfreich, wenn man mal ein Bild von einer Raupe in natürlicher Umgebung sehen möchte. Vielleicht kann Dir jemand anders da heiße Tipps geben. Ich werd mich wohl dieses Jahr auch auf Lycaeniden-Jagd begeben, es gibt ein Habitat bei mir, da wimmelt es zur richtigen Zeit nur so von Bläulingen. Vielleicht weiß ich ja dann auch mehr.

    Dass man beim Suchen müde wird ist sicher richtig, aber je öfter man sucht, desto schneller findet man auch was Dein Auge wird einfach geschulter, siehe meine Bläulingsraupe: Ich lag ne Stunde am See und hab überhaupt nicht gesucht, aber ich musste bloß einmal in die Richtung von der Raupe kucken, um sie zu sehen. Der Jakob sucht (genau wie ich) auch nicht unbedingt nach was bestimmtem, sondern einfach nach allem. Ich denke, das klappt umso besser je mehr Übung man hat. Und je öfter Du draußen bist, desto mehr Zufallsfunde machst Du auch, von denen Du wieder etwas lernen kannst.

    Wichtiger Hinweis auch vom Jakob: Botanische Kenntnisse bzw Literatur. Kann ich nur bestätigen, über (Futter-)Pflanzen kann man nie genug wissen, da muss ich auch noch üben :winking_face:

    Hallo Mischa,

    ich habe auch noch einen Tip: Falterweibchen haben beim Eiablageflug meist ein auffallendes Verhalten (Hauhechel-Bläulings-Weibchen Polyommatus icarus haben praktischerweise eine andersfarbene Flügeloberseite - braun - wie die Männchen. Du kannst dann also schnell erkennen ob Du es tatsächlich mit einem Weibchen zu tun hast) - ich zitiere (wen weiß ich nicht genau - hab mir das vor Jahren mal aufgeschrieben):

    "Wenn ein Falter im Flatterflug niedrig über die Vegetation fliegt, hin und wieder darin verschwindet um nach kurzem Verweilen wieder in selber Manier um Pflanzen zu flattern als würde er irgend etwas suchen, sich dabei nicht um Blüten kümmert (Bläulinge allerdings legen die Eier glaube ich auch gerne an/in Blüten ab) und auch vom Beobachter wenig Notiz nimmt, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit ein Weibchen bei der Eiablage. Wenn man sich diesem Falter nun ganz vorsichtig nähert und genau verfolgt wo er sich hinsetzt, läßt sich die Eiablage beobachten. Nachdem sich das Weibchen am auserwählten Platz niedergelassen hat, macht es oft kleine, ruckartige Schritte bzw. ändert seine Position, indem es sich auf seinem Sitzplatz um sich selbst dreht; dabei krümmt es seinen Hinterleib nach unten und tastet mit dessen Spitze nach einer geeigneten Stelle um dort sogleich ein Ei abzusetzen. Hat man dieses Verhalten beobachtet und sich genau den Ort gemerkt an dem das Weibchen sein Hinterleibsende kurz angedrückt hat bevor es weiter geflogen ist, ist die Suche nach dem Ei sicher erfolgreich."

    Wenn Du dennoch das Ei nicht findest, kannst Du auch den betreffenden Pflanzenzweig mitnehmen und daheim in einer enghalsigen Vase auf ein weißes Blatt Papier stellen - wenn das Räupchen geschlüpft ist wirst Du die Hinterlassenschaften als Hiweis auf die Raupe auf dem Papier sehen (sind allerdings erstmal sehr winzig - genau schauen).

    Liebe Grüße, Sascha

    PS: Hopfen-Klee (Günther's Site - Photos of European Plants - Medicago lupulina) ist glaube ich eine beliebte Ablagepflanze - daran habe ich mal ein Weibchen Eier ablegen gesehen (wächst diese Pflanze da wo Du die Falter beobachtest?)

    Hallo,

    Jakob: Ja, das mache ich auch. Aber nicht nur mit Futterpflanzen. Auch mit guten Nektarpflanzen. In meinen Töpfen habe ich gerade Nachtkerzen (Oenothera), Lichtnelken (Silene), gekaufter Ziertabak und Phlox.

    Mein Ziel damit ist es, Schwärmerweibchen anzulocken, da zum Licht hauptsächlich männliche Individuen kommen.

    mfg, mondvogel99

    Hallo,
    Ich auch!
    Hast du schon Erfahrung damit? Ich bin erst beim Pflanzen anpflanzen.
    Ich pflanze schon Nicotiana x sanderae, Saponaria officinalis, Mirabilis jalapa (Hoffentlich M. jalapa x longifolia). Auf einer unserer Pferdeweiden wachsen vereinzelte Kuckukslichtnelken zwischen massig Roten Lichtnelken, da es so wenige sind möchte ich sie erst in der Natur ausprobieren und danach ggf. welche ausstechen und vermehren.
    Ich wüsste ja gerne ob die Rote Lichtnelke auch funktioniert. Warscheinlich aber nicht (Wikipedia: "Ihre Befruchtung erfolgt ausschließlich über Insektenbestäubung. Dabei wird die Art überwiegend von Tagfaltern bestäubt."

    Eine Gärtnerei in meiner Nähe bietet eine Lonicera "Little Honey" an, die schon im Mai blühen soll. Im Internet steht aber Juli-August.
    Welche Sorte blüht zur idealen Zeit?

    Hallo Mischa,

    mir ist beim Durchlesen der Beiträge in diesem Thema etwas aufgefallen. Du schreibst:

    ...ausserdem sehen mich die Leute immer so komisch an, ich beeile mich stets. Also da ist schon dieser Druck da. ...


    Vielleicht liegt dort der Hund begraben und das könnte somit ein Grund dafür sein, warum Du trotz intensiver Suche noch keinen Erfolg hattest: Du bist einfach nicht weit genug draußen in der Natur. Denn dort, wo ich meine Raupen finde, gibt es in der Regel keine Leute mehr oder höchstens nur noch vereinzelt welche, die einen komisch ansehen könnten. Außerdem ist Eile bei der Raupensuche oder Druck nicht besonders hilfreich. Um die Tiere zu finden braucht man nämlich viel Zeit und Muße. Auch wenn man in Ortschaften oder an Siedlungsrändern viele Schmetterlinge beobachten kann ist es so, daß die Falter ihre Eier bevorzugt weiter außerhalb der Siedelungsgebiete ablegen. Geeignete Ablageorte sind von verschiedenen Mitgliedern ja schon genannt worden. Aber gute Biotope und große Bestände der Fraßpflanze heißen noch lange nicht, daß ein Falter da war, der hier seine Eier abgelegt hat. Also weitersuchen - an einer anderen Stelle.

    Raupen nach Indizien suchen: Es ist meist effektiver nach Zeichen zu schauen, die auf die Anwesenheit einer Raupe hindeuten. Zum Beispiel Raupenkot auf dem Weg oder Zweige mit abgefressenen Blättern sieht man leichter als die Raupen, die versteckt im Blattwerk sitzen. Sind die Spuren noch frisch, wird man an der entsprechenden Stelle mit großer Wahrscheinlichkeit auch fündig. Darum immer mit offenen Augen durch die Natur gehen (auch wenn man nicht speziell etwas sucht).

    In diesem Sinne: Viel Glück - TOX 2001

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    Moin,

    ich erlaube mir mal an dieser Stelle den Lepi-Freunden ein wenig den Kopf zu waschen. Der Grund ist ausgesprochen simpel. Im Verein die Lepi-Freunde haben genau die gleichen "Probleme", wie ich sie heir immer wieder erlebe und Umdenken scheint tatsächlich recht schwer zu sein, denn trotz ordentlicher Kopfwäsche habe ich noch nicht vernommen, dass die Kollegen beginnen was zu ändern. Meine Kritik setzt bei der Sammelmethodik an. Der Lepidopterologe verläßt sich dabei weitestgehend auf drei Methoden. Die eine ist es mit einem Kescher bewaffnet durch Feld, Wald und Flur zu gehen und zu fangen, was er sieht und was im zusagt. Die zweite Methode ist das Leuchten, wo man "stur" neben dem Leuchtturm der Falter harrt, die da angeflogen kommen. Die dritte Methode ist das Ködern, wo man schön viele Bäume mit 'nem Köder anpinselt und dann diese Stellen immer wieder abschreitet und die angelockten Falter, die man im Taschenlampenschein sieht, absammelt. Damit hat es sich weitestgehend erschöpft. Natürlich wird noch gezüchtet, aber abgesehen von etlichen Arten, bei denen man weiß, wie man sie findet, beschränkt sich die Aufzucht meist darauf, dass Raupen oder ähnliches, die zufällig gefunden wurden, aufgezogen werden.

    Ich kann das Verhalten durchaus nachvollziehen. Die drei genannten Methoden sind die effektivsten, was die Menge der ausbeute betrifft und die einzelnen Arten, die so gefunden werden, werden auch am ehesten eben so gefunden. Ich habe aber verschiedene Dinge in meiner Käfersammelei erlebt, die vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregen sollten oder könnten. Ich kann, aus eigener Erfahrung, Sammelmethoden aus der Coleopterologie problemlos auf die Lepidopterologie übertragen. Zum einen läuft der Coleopterologe mit 'nem Klopfschirm durch die Gegend und klopft Gebüsche, Bäume und krautige Pflanzen ab. Dabei fallen mir im Laufe der Saison auch immer wieder Raupen auf den Klopfschirm. Die meisten sind sicherlich banane, denn wen interessiert z.B. schon die Raupe von Operophthera brumata oder Erannis defoliaria!? Aber zuweilen sind auch welche dabei, die das Lepi-Herz erfreuen und mit denen ich dann die Kollegen schon glücklich machen kann.

    Die andere methode ist die Auszucht von Holz, die allerdings nur was für den Mikrolepidopterologen ist. Auf diese Art und Weise habe ich bei Auszucht aus Weißdorn (Crataegus) ein Exemplar eines Kleinschmetterlings (fragt mich nicht nach dem Namen, denn die Namen der Micros sind dann doch Schall und Rauch für mich) ausgezüchtet, um das sich die Kollegen im übertragenen Sinne geschlagen haben, weil es der erste Nachweis für die Region nach weit über 50 Jahren war.

    Ihr solltet Euch mal zusammen mit Käferfreunden ins Gelände begeben und die unterschiedlichen Methoden, die diese anwenden, ansehen. So manch eine ist möglicherweise auch was für den Schmetterlingsmenschen, der auf diese Art und Weise zuweilen Arten nachweisen kann, die er sonst wohl nicht zu Gesicht bekäme.

    Viele Grüße

    Klaas

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