5. Juli 2012 um 16:56 - Beitrag: Mähwahn in Deutschland, Thema: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Hallo allerseits,
zum Artikel von Bahmann über den Rückgang in Südamerika fällt mir ein daß das was ich bei uns vor 45 Jahren an Schmetterlingen sah jetzt bei weitem nicht mehr da ist. Wenn ich dann bedenke das die "Alten" damals sagten daß es früher viel mehr gab, so meine ich daß sowohl von Arten- wie Induvidienzahl seit 50 Jahren keine 20% vorhanden sind.
Durch die Aktivität des Menschen wie Ackerbau, Beweidung und Rodungen, dadurch stellenweise Versteppungen ist die Artenvielfalt gegenüber der früheren vollen Bewaldung stark gestiegen. Viele Tierarten aller Ordnungen sind eingewandert. ZB. der Apollofalter wäre ohne den Holzverbrauch des Menschen an vielen Stellen im Flachland schon vor mehreren tausend Jahren wegen Verbuschung der Flugstellen verschwunden. Und der Mensch ist es leider auch der durch seine nun Übertriebene Aktivität die vielzahl zerstört, weil durch den Maschineneinsatz das so leicht und mühelos geworden ist.
Was leicht geändert werden könnte, aber sehr schwer beizubringen ist, ist das unnötige Mähen. Mähen ist wichtig um die Verbuschung zu verhindern, aber das Mähgut muß abtrasportiert werden, sonst erstickt die Vielfalt und der Boden wird zu stark gedüngt. Straßenränder müssen max 1m breit gemäht werden, dort ist auch das Mulchen akzeptabel, aber das bis zum Waldrand auszuüben selbst wenn dieser 50m weg ist lässt keinen Platz mehr für Natur. Nicht alles was grün ist ist Natur. Die Landwirtschaft hat Überproduktion, spritzt alles nieder und die Grassilagen, die wegen des hohen Eiweißgehaltes viel zu früh gemacht werden müssen sind zweifelsohne schlimm, aber daß jeder Wegrand, Überfahrtsweg, Bachlauf usw. von den Bauern abgemäht und liegengelassen wird ist eine Katastrophe. Es ist sehr schwer den Leuten beizubringen sie sollen es entweder sein lassen oder ein mal sehr spät Mähen und das Mähgut abtransportieren. Bachläufe gar nicht mähen geht, denn wenn gemäht und alles liegengelassen wird verstopft der Graben viel eher. Gräben sind im Winter wichtige Verstecke für Hase und Rebhuhn.
Vielleicht hat jemand von Euch mehr Erfolg als ich.
Gute Zeit wünscht Elmar
