Totenkopfschwärmer Acherontia atropos oder andere Raupen - Maisblätter als Futter?

  • Liebe, erfahrene Züchter,


    ich würde gerne die Raupe des Totenkopfschwärmers züchten. Da ich ganzjährig Zugang zu frischen Maisblättern als Futterquelle besitze, wollte ich mich erkundigen, ob die Raupe die Blätter überhaupt isst?! Hat Jemand damit bereits Erfahrungen gemacht?


    Und gibt es andere Schwärmerraupen, die gerne am Maisblatt knabbern?


    Vielen Dank,


    Lukas

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  • Hallo Josef.



    Ich habe im Augenblick ziemlich viele Raupen von Acherontia atropos von L1 bis L3 und habe mal deine Info zu deiner laufenden Zucht auf Prunus laurocerasus testen wollen, ob das bei mir auch klappt. Wäre ja super, da dieses Futter übern Winter in großer Menge verfügbar wäre und auch ne gute Masse hätte.
    Leider aber vom Ergebnis her negativ.
    Ich habe die Sorten "Caucasica", "Etna", "Herbergii" und "Rotundifolia" getestet. Sowohl alte als auch junge Blätter, aber keine Chance, dass meine Raupen das Futter annehmen.
    Bei den L1 hatte ich nach 3 Hungertagen Totalausfall (knapp 30 L1) und bei L2 und L3 hab ich den Versuch nach den drei Tagen abgebrochen und die Mehrheit der Raupen wieder gut am Fressen auf Ligustrum ovalifolium.


    Könntest du mal ein paar Bilder posten, damit man sehen kann, wie du die Tiere hältst und vllt hast du ja ein paar Tips zusätzlich, wie man die Raupen an Kirschlorbeer als Futter bringt?


    Und die Sache mit dem Mais würde mich noch brennend interessieren :winking_face:


    Schöne Grüße
    Rudi

  • hallo und Servus
    Habe von 12 Eiern nur 5 Raupen bekommen.
    nachdem ich Ovavolium kleingehackt habe und den laucerasus mit Ligustersaft besprüht habe fingen die raupen an zu fressen.
    habe nur 2 Durchgebracht die ich als puppe jetzt habe.
    Ich habe keine Fotos gemacht nachdem Löwenzahn genauso als Futter Funktionierte.
    ich dachte Kirschlorbeere sei nix besonderes nachdem sie Polyphag sind aber beide Puppen sind riesig.

  • Moin.


    ok, dann werde ich das mal mit L4 oder L5 Raupen austesten.


    Nachdem du ovalifolium zum Kleinhacken hattest, versteh ich nicht ganz warum du nicht grundsätzlich drauf gezüchtet hast. Ab welchem Stadium hast du die Raupen dann auf laurocerasus umgefüttert?


    Und was is nu mit deiner Aussage zum Mais als Futter für atropos?
    Hast du das selbst getestet?


    Gruß
    Rudi

  • Hallo
    Habe verschiedene sachen probiert Simon JHH184 machte es mit Löwenzahn.
    Ich konnte es nicht mit liguster machen weil der Strauch von der Nachbarin das nicht hergab an Futtermenge.
    Bei uns hier in Traunstein behält auch der ovavolium nicht seine Blätter kann das Bildlich dokumentieren.
    Ich brauchte also einen ersatz und ich hab es dann so probiert.
    Nachdem mir gesagt wurde es geht bei den oleanderschwärmer mit beschiss wenn man Liguster mit Oleander besprüht so hab ich es halt mit den totenkopf von anfang an Probiert und ich hab 2 Grosse Puppen aber halt 3 Ausfälle.

  • ok, klar.


    Und die L1 hatten kein Problem damit, die harten Kirschlorbeerblätter anzufressen? Wow! Es wäre eben einfacher zu wissen wann es funktioniert, ohne lang wieder die Gesundheit der Raupen aufs Spiel setzen zu müssen.
    So müsste es mit meinen L3 atropos locker gehen.


    Und was ist mit dem Mais als mögliche Futterpflanze?


    Servus
    Rudi

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  • Also ich weiß ja nicht, wie Ihr das seht. Aber wenn ein paar Raupen mal probeweise an einer Futterpflanze nagen, dann heißt das für mich nicht, dass die Art die Futterpflanze frisst, im Sinne von, man kann sie damit züchten. Wie viele Raupen haben bei mir eine Zeit lang mal eine bestimmte Pflanze akzeptiert und sind dann eingegangen. Das nützt doch nichts. Also ich würde von Kirschlorbeer als Futterpflanze für A. atropos nur sprechen, wenn sie von Anfang an auch akzeptiert würde, oder ab einem bestimmten Larvalstadium bis zur Puppe erfolgreich verfüttert werden könnte.


    Rudi, falls Du noch Raupen abgeben kannst, hätte ich Interesse, ich füttere die kleinen auch mit Liguster. :smiling_face:

    • Official Post

    Hi,

    Quote


    Also ich würde von Kirschlorbeer als Futterpflanze für A. atropos nur sprechen, wenn sie von Anfang an auch akzeptiert würde, oder ab einem bestimmten Larvalstadium bis zur Puppe erfolgreich verfüttert werden könnte


    Genau das hat Josef doch berichtet?! Verstehe nicht wo das Problem ist, nach seinen Aussagen haben die Raupen nach der Sud-Behandlung erfolgreich an Prunus laurocerasus gefressen, auch schon ab L1 wie ich das verstanden habe. Die 3 Ausfälle können sonstwie erklärbar sein und sind kein sicheres Zeichen für eine Nichteignung, wohl aber sind 2 Tiere nach seiner Aussage groß geworden und das muss man nunmal als positive Überraschung vermerken und gegf. selbst ausprobieren oder nachprüfen.
    Was nützt da die Wortklauberei Futterpflanze ja oder nein; wenn sie dran groß werden ist die Frage ja irrelevant bzw. eigtl. beantwortet.


    Josef, mich würde noch interessieren ob du die Ovalifolium-Behandlung die ganze Fraßzeit über bis L5 aufrecht erhalten hast oder ob die Raupen das laurocerasus Futter irgendwann auch "pur" aktzeptiert haben?


    Ciao,
    Lucas

  • Hallo Lucas,


    für Dich als Zucht Profi mag das Wortklauberei sein, für andere kann es den Verlust der ganzen Zucht bedeuten. Josef schrieb am 15.11.2015: "Habe eine Zucht auf Kirschlorbeere. ( Prunus laucerasus )". Wenn das da so steht, geht jeder davon aus, dass Kirschlorbeere funktioniert. Nur auf Nachfrage von Rudi, kam dann die Erklärung. Ich möchte im Bezug auf solche Meldungen sensibilisieren.


    Als ich mein Buch über die Futterpflanzen von Saturniiden schrieb, kam die selbe Problematik auf. Über 10 Jahre habe ich alle Züchter weltweit aufgefordert und gebeten, mir Futterpflanzenmeldungen zuzusenden. Es waren am Ende viele tausende Meldungen, dazu kam die Recherche in allen erdenklichen Medien. Nach der Publikation kam Kritik auf. Es gab eine Reihe von Entomologen, die der Meinung war, dass ich nur die Futterpflanzen hätte aufnehmen dürfen, für deren erfolgreiche Anwendung ich einen Nachweis hätte. Stellte sich mir die Frage, was eine erfolgreiche Anwendung ist und was ein Nachweis. Natürlich hatte ich alle Unterstützer darum gebeten, nur die Futterpflanzen zu melden, an denen sich die Art auch erfolgreich züchten lässt. Einen endgültigen Nachweis konnten die meisten nicht erbringen.


    Deshalb finde ich das Thema des Besprühens des Ersatzfutters sehr spannend. Ich habe damit leider keine Erfolge gehabt bei Saturniiden. Deshalb würde mich die Methode in allen Einzelheiten sehr interessieren. Wie gewinnt man denn den Saft? Wird das Futter mit Wasser versetzt, oder abgekocht? Wird es auf die Ersatzpflanze gepinselt und wenn gesprüht, womit? Wie schafft man das bei A. atropos, die Unmengen verzehren dauerhaft, oder wird das nur in L1 gemacht und die Raupen fressen dann unbesprühtes Futter weiter? Wie viel Liguster braucht man für eine bestimmte Menge Sud? Wäre es nicht besser, die L1 Raupen wegen der zu erwartenden Verluste erst mit Liguster anzufüttern und erst ab L2/L3 das umfüttern mit besprühten Futter zu versuchen.

  • Moin.

    Hallo Lucas,


    für Dich als Zucht Profi mag das Wortklauberei sein, für andere kann es den Verlust der ganzen Zucht bedeuten. Josef schrieb am 15.11.2015: "Habe eine Zucht auf Kirschlorbeere. ( Prunus laucerasus )". Wenn das da so steht, geht jeder davon aus, dass Kirschlorbeere funktioniert. Nur auf Nachfrage von Rudi, kam dann die Erklärung. Ich möchte im Bezug auf solche Meldungen sensibilisieren.


    Ich sehe das genauso wie du, Frank.
    Eben darum fragte ich nach.
    Nur weil mal ein paar Raupen an einer Pflanze fressen, bedeutet das nicht, dass man sich da immer drauf verlassen kann, dass die Raupen ein solches Futter auch weiterhin zuverlässig annehmen werden.
    Das muss man mehrmals austesten um konkret zu werden.
    Und so wie es oben formuliert war, war es so zu lesen, dass die Raupen problemlos an Kirschlorbeer gehen würden....


    ....was ja ne super Sache wäre, bei diesen Fressmaschinen. Und ich möchte die Richtigkeit der Aussage von Josef auch gar nicht in Frage stellen, aber sie gehört auf ihre Nachhaltigkeit geprüft.


    Ich hatte mal in einem Frühjahr eine Megazucht von atropos auf Pfaffenhütchen, weil mein Liguster total am Ende war.
    Ich hatte selten gesündere und größere Raupen.
    Aber das gelang mir bisher nur ein mal. Alle weiteren Test verliefen in Richtung Totalausfall.....soviel zur pauschalen Aussage ".....ich hab ne Zucht auf Kirschlorbeer". Und das dann mit zwei erfolgten Verpuppungen.
    Bei meinen Pfaffenhütchenfressern spreche ich von gut 100 Tieren und selbst das war dann nicht mehr reproduzierbar, bis jetzt..... :sensationell:


    Nichts desto trotz finde ich solche Hinweise, wie den von Josef auf Kirschlorbeer absolut wichtig, denn nur so kommt man weiter, bzw. beschreitet man neue Wege.
    Aber zu solchen Meldungen gehört meiner Meinung auch die zusätzlichen Hintergrund-Infos, wie denn bei der Verabreichung des Futters im Detail vorgegangen wurde.


    Auch aus diesem Grund möchte ich nun zum erneuten Male bei Josef anfragen, wie er zu seiner Aussage betreffend des Mais als mögliche Futterpflanze von atropos kommt?
    Eine solche Aussage, ohne jegliche Erklärung dazu, ob er das gelesen hat und dann bitte möglichst mit Quellenangabe, oder ob seine Aussage auf persönlichen Erfahrungen basiert, ist für mich auschlaggebend für die Wertigkeit der Aussage.
    So wie es jetzt dasteht, dass Mais keine Futterpflanze für atropos ist, ist es genauso viel wert, als wenn ich unseren lieben Bayerischen Ministerpräsidenten dazu gefragt hätte. :grinning_squinting_face:


    Also, bitte solche Aussagen mit Infos untermauern, sonst sind sie nix wert in meinen Augen. Und nicht nur in den meinigen, denke ich....
    Und bitte nichts für Ungut, wenn ich solche Meldungen zu Beginn in Frage stelle. Zuviel steht geschrieben, im Netz oder Literatur, das nicht stimmt, grad die Schmetterlingszucht betreffend.


    Ich werde auf alle Fälle bei der jetzigen atropos Zucht die Kirschlorbeervariante testen. Mal sehen, obs bei mir auch klappt.
    Frank, leider sind nicht mehr genug Raupen bei mir vor Ort, um welche abzugeben. Gestern war ne größere Menge abgeholt worden, zum Glück.... :face_with_rolling_eyes:


    In diesem Sinne, noch schönes Wochenende! :winken:


    Rudi

  • Hallo und Servus
    Das stimmt was gesagt wurde mit dem nochmaligen test.
    Ich werde nochmals im nächsten Jahr probieren.
    Also auf Mais hatte ich es auch schon probiert aber das ging komplett schief noch dazu sind es so viele Maissorten.
    Ich habe jedes Jahr 100 erte Windenschwärmer bei mir vorm haus auf Ackerwinde.
    Und da habe ich auch schon den test mit ansprühen des Mais mit Ackerwinde probiert und dann auch mit den Totenkopf ebenso.
    Keiner der beiden Raupen Windenschwärmer oder Totenkopf nahmen das Futter an.
    Die Totenkopf Eier waren aus einer Zucht mit 4 verschiedenen Bloodlines wie geschrieben wurde.
    Ich kann wenn gewünscht euch die 2 Grossen puppen per Foto zeigen.
    Ich hoffe sie Schlüpfen auch und gehen nicht in der Puppe kaputt aber bis jetzt bewegen sie sich sehr wild.
    Wenn die anfangen sich zu bewegen dann gehts im puppenkasten bei den Automeris und den paphia auch rund.
    Die gonimbrasia zambesina die ich aufs neue zugesandt bekam hören dann gar nicht mehr auf.
    Die brauchen dann am längsten bis sie sich wieder beruhigen.

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  • Viele historische Berichte beschreiben Funde der bei uns ja nicht heimischen Totenkopfschwärmer entweder seltener als Raupe an Kartoffelpflanzen, häufiger wird jedoch erwähnt, dass bei der Ernte der Kartoffeln im Herbst immer wieder Puppen gefunden werden.
    Dass die Raupen selten gefunden werden, liegt daran, dass sie sich tagsüber perfekt verstecken und erst Nachts auf der Pflanze fressen. Also ja, die Raupen fressen Kartoffeln.
    Neben Kartoffel auch andere Nachtschattengewächse, ebenso Flieder, dann soll auch noch Buddleya als Futterpflanze in Frage kommen.
    Die am einfachsten zu beschaffende Futterpflanze ist aber sicher Liguster.
    Das mit dem Mais, naja, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, Gräser als Nahrungspflanze bei A.atropos? Da bin ich mal auf harte Beweise gespannt.
    Jedenfalls läßt sich A.atropos bestens auf Kufu ziehen.
    Dazu kann ich folgenden Link wärmstens empfehlen:
    Zucht vom Totenkopfschwärmer auf Kunstfutter
    Gruß
    Arnd

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