Video-Tutorials zur Eier-/ Raupensuche

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    Heute gibt's mal eine kleine Besonderheit im Reich der Schmetterlinge...Falter ohne Flügel - aber dafür mit großen Säcken...lasst euch überraschen 😉

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    Aktuell (Mitte / Ende Mai) lassen sich die Raupen des Kreuzdorn-Zipfelfalters in trockenen und heißen Gebieten auffinden. Die Tierchen sind jedoch extrem gut getarnt und die Suche ist beschwerlich - dennoch möchte ich euch die Art einmal näher als Raupe vorstellen:


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    Wer sich die Suche bei Tageslicht jedoch nicht zutraut, dem empfehle ich definitiv die Suche mit UV-Licht. Denn: die Raupen fluoreszieren im Dunkeln unter UV-Licht extrem gut (vergleichbar mit dem Pflaumen-Zipfelfalter, den ich euch ebenfalls schon als Video unter UV-Licht vorgestellt habe). Nähere Details findet ihr auch in meiner Publikation zu dem Thema:
    https://www.researchgate.net/publication/395994604_Raupensuche_mit_UV-Licht_Eine_effektive_Nachweismethode_fur_Zipfelfalter

    Hallo Toni, nach deinem Beitrag musste ich sofort an unsere zerfressene Traubenkirsche denken, hab diese mit UV-Licht abgesucht und wurde sofort fündig. Sollte S. pruni sein.

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    Hehe sehr cool!

    Bei S. pruni wäre ich mir jedoch nicht so sicher - dafür hat die Larve im Bild zu stark abgesetzte Segmente/Dornen. Ein Bild bei Tageslicht wäre hilfreich - aber denke eher etwas Richtung Blattwespe oder so :smiling_face:

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    Bei dem Nachtkerzenschwärmer handelt es sich um eine europaweit geschützte Art, die u.a. auch für Bauvorhaben kartiert werden muss.
    Standardmäßig werden die Raupen (und auch Eier) jetzt Anfang Juni bis Juli tagsüber kartiert. Die Methode funktioniert ganz gut - erfordert jedoch etwas Erfahrung und ein gutes Auge.
    Eine Alternative Methode ist die Suche mit UV-Licht. Wie schon in einigen anderen Videos und Publikationen gezeigt, fluoreszieren viele Schmetterlinge als Raupe - so auch der Nachtkerzenschwärmer. Wie ich euch in dem Video vorstellen möchte, können die Raupen mit UV-Licht effizient gefunden werden.

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    Im Mai und Juni sind die Falter der Pflaumen-Zipfelfalter aktiv und auf der Suche nach den geeigneten Eiablageplätzen. In dem recht kurzen Video konnte ich ein Weibchen dabei filmen, wie es zwei Eier auf einer kleinen Schlehe abgelegt hat. Spannenderweise nehmen die Eier vieler Arten einige Zeit nach der Ablage beim Aushärten eine andere Farbe an als kurz nach der Eiablage. Wer die Eier des Pflaumen-Zipfelfalters schon einmal im Winter gesucht und vllt. sogar gefunden hat, weiß, dass es sich hierbei um weiß-bräunliche Eier handelt. Kurz nach der Eiablage strahlen die Eier jedoch für kurze Zeit in einem künstlich-violetten Farbton - absolut faszinierend!

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    Im Mai und Juni fliegen die ersten Falter des Braunwurz-Mönchs und legen ihre Eier in die Blütenknospen der Braunwurz-Pflanzen. Die markanten weißen, runden Eier kann man derzeit gut nachweisen.
    Da jedoch mehrere Schmetterlinge und auch mehrere Mönche (Cucullia spp.) an Braunwurz fressen, sollte ein Ei noch nicht als sicherer Nachweis für die Art angesehen, sondern möglichst noch einmal zur Raupenzeit überprüft werden.

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    Der Wachtelweizen-Scheckenfalter fliegt ab Mai bevorzugt in der Umgebung lichter Wälder und frisst dort als Raupe an dem namensgebenden Wachtelweizen. Jedoch auch an anderen Pflanzen - wie ich euch in dem Video einmal kurz zeigen möchte. Nachdem die Jungraupen bis in den Herbst noch gesellig zusammen leben, vereinzeln sie sich nach der Überwinterung und können dann im Frühjahr als erwachsene Raupen in der Nähe der Futterpflanzen angetroffen werden...

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    Braunwurzmönch: Kommt darauf an wo Du Dich befindest. Hier oben im Norden hat man verbasci immer an Königskerze, scrophulariae immer an Braunwurt und sehr spät (ab Mitte Juli und auf Sandböden) lychnitis an mehliger Königskerze. Es gibt hier von allen Pflanzen reichlich, und ich habe bei diesen drei Arten noch keine Fremdgänger (oder Fremdfresser) erlebt. Weiter südlich ändert es sich dann, vor allem weil dann noch ein paar weitere Arten an beiden Pflanzen auftauchen.

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    Der Blasenstrauch-Bläuling ist eine teils streng geschützte Art, deren Raupen sich in den Schoten des Blasenstrauchs in trockenwarmen Strauchgesellschaften entwickeln. Sie ist überwiegend mediterran verbreitet, kommt jedoch auch bis in die Schweizer Alpenregion vor und kann hier als Falter im Frühjahr/Frühsommer beobachtet werden. Dass die Raupen relativ leicht nachgewiesen werden können, möchte ich euch im folgenden Video einmal zeigen...

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    Hallo Toni,

    wie immer ein tolles Video von Dir. Eine kleine Anmerkung dazu: Wenn sich in einer Schote eines Blasenstrauchs eine Raupe befindet, muss das nicht unbedingt die eines Blasenstrauch-Bläulings sein. Es könnte sich auch um die Raupe eines Großen Wanderbläulings (Lampides boeticus) handeln.

    Viele Grüße
    Georg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Georg,

    sehr guter Hinweis. Das könnte ich hier tatsächlich nicht sicher ausschließen. Zumindest waren die Sträucher mitten im Iolas Fluggebiet - aber dort kann man auch boeticus nicht ausschließen...
    Die Raupen waren jedenfalls teils ziemlich groß. Boeticus würde ich evtl. etwas kleiner einschätzen, aber auch da fehlt mir leider die Erfahrung. Wäre interessant, ob sich die beiden Arten irgendwie unterscheiden lassen?

    Liebe Grüße,
    Toni

    PS.: Habe den Hinweis jetzt zumindest mal im Text mit aufgenommen - danke!

    Hallo Toni,

    ich habe schon mal in Marokko an Blasensträuchern nach Raupen gesucht. Ich fand ein paar Raupen, die ziemlich groß waren (größer als beispielsweise icarus-Raupen) und dachte, es sei Iolana debilitata (die Schwesternart von iolas). Es waren jedoch "nur" Raupen von boeticus.

    Viele Grüße und bitte mach weiter mit Deinen Videos!
    Georg

    • Offizieller Beitrag

    Es waren jedoch "nur" Raupen von boeticus.

    Interessant. Boeticus wiederum kenne ich gar nicht... Hätte sie jetzt eher kleiner erwartet, aber dann wären sie hier im Video natürlich durchaus auch gut möglich. Danke für den Input :thumbs_up:


    Hast Du Erfahrung in welcher Höhe die Eier abgelegt werden?

    Ilia kann etwa ab vllt 1,5m gefunden werden. Über 2-3m fehlt mir die Erfahrung, da man hier selten ran kommt - aber ich gehe davon aus, dass ilia deutlich häufiger in den Kronen lebt als zB iris. Also nach oben ist da vermutlich keine Grenze.


    LG, Toni

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    • Offizieller Beitrag

    Wege- und Straßenböschungen werden regelmäßig insbesondere zur Verkehrssicherung gemäht. Dies ist verständlich und in vielen Fällen sinnvoll. Dennoch kann man leider immer wieder beobachten, wie Wegränder schlicht "aus Prinzip" gemäht werden - weil es theoretisch an der Zeit ist, auf dem Plan steht oder Leute beschäftigt werden müssen. Dabei findet leider häufig kein Vernünftiges Maß statt und die Flächen werden gemäht, ohne dass überhaupt eine wirkliche Sinnhaftigkeit vorliegt. Die Konsequenzen wiederum können für die Pflanzen- und Tierwelt jedoch verheerend sein. In dem Beispiel zeige ich euch einen Wegrand, der durch etwa 20cm hohe und lückige Pflanzen bewachsen war. Gerade diese offenen Böschungsbereiche werden häufig durch Insekten frequentiert. Sie dienen der Vernetzung, als Korridore, weisen häufig auch zahlreiche Blüten auf und es sind Futterpflanzen für diverse Arten zu finden. So u.a. dem geschützten Braunwurz-Mönch, den ich euch vor ein paar Tagen schon genau von dieser Stelle vorgestellt habe.
    Nun wurden die kaum vorhandenen Pflanzen noch einmal bis auf den Boden hin gemulcht. Überleben konnte hier nichts. Die Braunwurzpflanzen sind alle klein geschnitten, die Raupen tot, Blüten vernichtet. Dies ist leider kein Einzelfall sondern gängige Praxis.
    Daher: Wegeböschungen können bei gezielter und achtsamer Pflege eine große Vielfalt aufweisen und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten darstellen. Aber es sollte nicht einfach nach Kalender bewirtschaftet werden, sondern nach Augenmaß und mit bedacht. Eine Mahd, die Menschen nicht sonderlich nützt, schadet dafür immer den hier lebenden Tieren...

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