Beeinflussung des Größenwachstums durch gezielte Selektion bei Deilephila elpenor

    Hallo

    hmm ich hab mich schlecht ausgedrückt. Die Flügelspannweite wäre für die Arbeit ansich sehr interessant. Das Trockengewicht wäre das Kriterium für den Nährstoffgehalt bei Nutzung als Nahrungsquelle. Da gehen natürlich auch Raupen.

    warum? Man kann doch auch Raupen essen- Als0o vielleicht nicht notwendigerweise dieser Art, aber grundsätzlich. Als Schmetterlingszüchter wissen wir, dass Raupen wahnsinnig schnell wachsen. Ihr Gewicht nimmt rapide zu, der Nettoertrag aus eingesetztem Futter und daraus entstandenem Protein ist viel höher als vergleichsweise bei Kühen oder Schweinen. Deshalb würden sich Insekten als Proteinlieferanten sehr gut eignen. Man müsste das Ganze halt etwas schmackhafter gestalten :smiling_face:

    Dann muß man halt das Trockengewicht der Raupe bestimmen. Nur wann ist sie maximal fett? als Präpuppe vielleicht. Exakt vergleichbar was das Trockengewicht und damit die Menge an Protein angeht ist nur der frisch geschlüpfte Falter nach Absonderung des Mykoniums oder die Puppe. Bei einer Raupe weiß man nie ob sie nochmal Flüssigkeit ausscheidet oder noch fressen würde usw. Und hier gehts doch ums Vergleichen. Und die Flügelspannweite ist ein gängiges Mittel um die Größe von Faltern zu vergleichen. Hier gehts ums Größenwachstum. Wie groß die Tiere werden. Steht schon in der Überschrift. Es geht nicht darum wie fett die Tiere werden oder wieviel Wasser sie einlagern. Die Größe von Faltern mißt man am einfachsten über die Flügelspannweite. Oder nicht?

    VG

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    Ich finde es bedenklich, dass jede Darlegung von Fakten heute schon als Klugscheißen gilt

    Ich auch. Das ist hier aber nicht geschehen. Wie bereits erwähnt fand ich deine grundsätzliche Infragestellung der Diskussionswürdigkeit dieses Threads, frei nach dem Motto „ist doch eh klar, was gibt’s da zu diskutieren“, unangebracht.

    Sehr ungewöhnliche Einstellung für einen Biologiestudenten.

    Zum Thema Größe: fettere Raupe heißt nicht unbedingt größere Flügelspannweite. Teilweise korreliert die Körpergröße, bzw. -Masse nicht mit dieser.

    Die Publikation von Heimo Harbich würde ich übrigens gerne mal lesen - hat diese jemand als pdf vorliegen und kann sie verlinken?

    Das Prinzip: kühlere Temperatur - größeres Insekt, aber nach längerer Entwicklungszeit kennen übrigens Käferzüchter auch sehr gut.

    • Offizieller Beitrag

    Das ist hier aber nicht geschehen

    Du hast das Wort Klugscheißerei benutzt. Hast du oder hast du nicht? Also.

    deine grundsätzliche Infragestellung der Diskussionswürdigkeit dieses Threads

    Das hab ich so nirgendwo gesagt und auch nicht gemeint. Wie bei jedem mal wo ich aus dem Kontext gerissen wurde gerne nochmal der Kontext: Deine Aussage war " ich kann nicht fassen dass darauf noch keiner reagiert hat", meine Reaktion war "ich weiß auch nicht was man darauf kommentieren sollte außer gut gelungen". Ich hab nirgendwo die Diskussionswürdigkeit in Abrede gestellt und diese mit einer abschließenden Frage sogar eher initiieren wollen. Wenn man denn eine Diskussion führen würde. Der einzige inhaltliche Beitrag zu meiner Aussage kam von Robert selbst. Mir ging's mehr drum, dass ich nicht verstanden habe was genau an der Sache so überraschend ist.

    Sehr ungewöhnliche Einstellung für einen Biologiestudenten

    Ah, wir werden jetzt schon persönlich. Das ging aber schnell. Feiner Diskussionsschachzug.

    Ich weiß nicht wieso man sich von meiner fehlenden übersprudelnden Begeisterung für dieses Ergebnis so persönlich angegriffen fühlen muss.

    schade, daß zur Zeit fast jedes, auch gute Themen, zerlegt und abgewertet werden.

    Habe mich früher und bis heute mit einem Exmoderator angelegt, da er die Beudeutung

    des Wortes Moderator mit Machthaber verwechselt.

    Bedenkt doch, es ist für die meisten von uns die "schönste Sache derWelt", wir wollen damit kein Geld

    verdienen und es ist nicht unser Beruf.

    • Offizieller Beitrag

    Warum denken denn hier bei großen Raupen alle direkt an Essen :grinning_face_with_smiling_eyes:

    .....naja....." du bist so süss und fett Raupe ich könnte dich fressen" denke ich manchmal auch....ich züchte halt kleine dicke Tiere :grinning_squinting_face:

    Ich finde das Experiment spannend. Ich selbst arbeite gerade an einem ähnlichen Experiment mit Samia ricini. Allerdings hatte ich da bisher nur 50% Erfolge mit grossen Tieren. Bei ricini ist das ja so eine Sache....das Genmaterial ist vielleicht oder sogar wahrscheinlich nicht geeignet da es soweit ich weis ausser cynthia keine echten F0 Samia gibt. Bitte korrigiert mich wenn ich mich täusche. Natürlich, so denke ich macht so ein Projekt auch mehr Sinn mit Freiland F0 Material auch um die Auswirkungen der "Domestikation" zu beobachten. Ich habe mit Samia cynthia experimentiert. F0 ( so stand es im Angebot) Die ersten Nachkommen waren jedoch klein und kränklich. Totalausfall. Das hat mich überrascht. Ich war davon ausgegangen das ich da super Exemplare hinbekommen hätte. Dasselbe mit Attacus Atlas. Kleinere Nachkommen trotz F0 Eltern. Lediglich ein Weibchen mit 26.3cm Spannweite hatte ich zu verzeichnen. Ich bin kein Wissenschaftler aber sehr an Genetik interessiert. Insbesondere bestimmte Merkmale zu züchten interessiert mich ( Farbe, Grösse).

    Ich bin sehr dankbar für die Erkenntnisse aus diesem Experiment.

    Eite Carmen

    Habe durch Corona meine Reisetätigkeit nach Afrika u.a. erheblich einschränken müssen.

    Durch Zufall kam ich gleich zu Beginn der Coronazeit an ein Weibchen von Lasiocampa quercus und habe

    beschlossen möglichst alle beschriebenen Formen und Subspecies zu züchten oder zumindest Falter

    zu besorgen.

    Glücklicherweise schüpfte als 2tes Tier ein Gynander (ex Russia - Bild in Policeman).

    Ein guter Freund und für mich der beste Lasiocampidae-Kenner weltweit, Vadim Zolotuhin, wollte mich

    dabei unterstützen. Leider verstarb er plötzlich und unerwartet.

    Zur Zeit habe ich 15 Fundorte in Zucht und erheblich Faltermaterial zusammengetragen.

    Da die Art sehr variabel in Färbung und Zeichnung ist, Männchen mit und ohne "Duftschuppen"

    vorkommen und die Entwickling ein- oder mehrjährig ist, bieten sich noch viele Möglichkeiten

    für Beobachtungen und Forschung zu Hause.

    Das macht alles viel Arbeit, schafft aber Freude und Zufriedenheit.

    Alle die mich bisher unterstützt haben, danke ich hiermit und bin über jedes neue Zuchtmaterial begeistert.

    Besonders würde ich mich über Eier aus südlichen Gefielden und England/Irland freuen.

    Ich habe mit Samia cynthia experimentiert. F0 ( so stand es im Angebot) Die ersten Nachkommen waren jedoch klein und kränklich. Totalausfall. Das hat mich überrascht. Ich war davon ausgegangen das ich da super Exemplare hinbekommen hätte. Dasselbe mit Attacus Atlas. Kleinere Nachkommen trotz F0 Eltern.

    Das Angebot mag durchaus von der Genqualität F0 gewesen sein. Aber in aller Regel stammen die F0-Eier alle von ein und demselben weiblichen Tier. Wenn man dann eine F1-Nachzucht anstrebt erlebt man genau den Effekt, den Du oben so gut beschrieben hast. Bei einer "F1"-Nachzucht aus einem Eier-Mix von mehreren weiblichen Tieren, die nicht miteinander "verwandt" sind, sieht die Sache jedoch ganz anders aus. In diesem Fall ist eine"F1-Nachzucht" qualitätiv gesehen weiterhin "F0". Der Idealfall für einen stabilen Zuchtstamm ist das Sammeln einer genügend großen Anzahl von Freilandemplaren (i.d.R. Raupen) an den verschiedensten Stellen oder man verpaart jedes weibliche Tier aus der eigenen Zucht konsequent durch Freilandanflug. Für die Nachzucht hält man sich aus jeder Paarung ein paar Eier zurück und lässt die gepaarten Tiere am zweiten Tag nach der 1. Ablage dann wieder fliegen. Aus der Anzahl der genetisch isolierten Eiablagen ergibt sich der sog. Diversifikationgrad für die Nachzucht. Je höher dieser ist, desto geringer ist dann die Wahrscheinlichkeit von Inzuchtsymptomen (Krankheiten, kleinere Tiere, niedrige Befruchtungsrate, ...) bei den Folgegenerationen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich finde die Diskussionskultur hier nimmt langsam eine gar nicht gute Richtung an. Ich weiß nicht was erwartet wird wie eine Diskussion aussieht. Das jeder derselben Meinung ist oder besser der eigenen Meinung? Das man nicht sagen darf was man denkt? Ich habe niemanden persönlich angegriffen, ich war nicht unfreundlich (jedenfalls nicht in meinem Verständnis) und ich habe nur gesagt was ich über das Experiment denke. Daraufhin gab es einfach nur seitenweise rumgeheule inklusive persönlicher Angriffe auf mich, dass ich das Thema schlecht machen würde, was nicht meine Absicht war. Es gab fast keine bis gar keine inhaltliche Diskussion, wie gesagt außer den Beitrag von Robert, der sehr gute Punkte angebracht hat. Man geht dann am besten erstmal direkt in unnötige Konfrontation über. Da muss sich auch jeder mal an die eigene Nase fassen und überlegen, ob seine eigene Interaktion in Diskussionen so das Wahre ist. Da braucht man sich auch nicht zu beschweren, dass das Thema "zerredet" wird wenn man selber dazu beiträgt.

    wir wollen damit kein Geld verdienen und es ist nicht unser Beruf.

    Dann benehmt euch auch so und seit euch der Grenzen bewusst.

    Man muss nicht alles in Zuckerwatte packen. Ich sagte es ist ein gutes Experiment, aber es hat seine Grenzen. Jeder hier geht einfach mehr oder weniger davon aus, dass wir in dem Experiment einen genetischen Effekt sehen, was nicht notwendigerweise gesagt ist. Die Stichprobenzahl der ersten Generation ist sehr klein. Es ist nicht besonders günstig so dermaßen unterschiedliche Stichprobengrößen zu vergleichen. Außerdem sind nur die jeweils erste und die 4 Generation verglichen worden. Ob also ein klarer Trend besteht kann man zumindest aus den präsentierten Daten gar nicht ablesen. Ich hab die Rohdaten nicht. Ich hab mal versucht eine Stichprobe mit ähnlichen Mittelwerten zu erzeugen und es sieht für mich schon so aus, als wäre der Unterschied zumindest statistisch signifikant, was durchaus plausibel ist. Das ist aber auch nicht vom mal eben draufschauen auf den Unterschied gesagt. Die Differenz im Gewicht ist nicht besonders hoch, aber die Standartabweichung ist es ebenfalls nicht. Normalerweise macht man bei sowas wenigstens mal einen t-Test. Ansonsten kann man auch einfach die größte Puppe zeigen und neben die kleinste legen und sagen "schau mal!" (ich unterstelle das nicht! Das dient zur Illustration). Also dass hier ein Größenzuwachs stattgefunden hat ist denke ich sicher, aber ob das genetische Faktoren oder Umweltfaktoren waren ist meines Erachtens wenigstens nicht eindeutig zuzuordnen. Ob man in nur 4 Generationen einen so starken genetischen Efekt sieht finde ich fraglich, da diese in der Regel sehr graduell verlaufen. Wie gesagt andererseits ist es eben nicht überraschend, dass die Tiere nach mehreren Zuchtgenerationen größer werden als Freilandtiere, besonders in Kombination mit Selektion. Das ist eben was man erwarten würde, ob durch genetische Faktoren oder Umweltfaktoren. Ich denke das ist common sense genug, damit man dafür weder die neueste Forschung zitieren muss, noch als Besserwisser gelten muss. Es wundert sich doch auch keiner mehr, dass ich weißblühende Erbsen bekommen kann obwohl ich zweit rotblütige gekreuzt habe. Daher kann man das auch in dem Fall einfach mal annehmen und ich weiß ja, dass das hier kein wissenschaftlich akkurates Experiment sein sollte. Nur sollte man es dann halt auch nicht als solches behandeln.

    Grüße Dennis

    denke ich kenne meine Grenzen -

    will nicht Diplombiologe, Dr. rer. nat. oder dergl. werden - die meisten von uns nicht.

    Dies ist, dachte ich, auch ein Forum auch für Anfänger, Einsteiger und Leuten die Versuche nur aus Spaß

    an der Sache machen.

    Akurate wissenschaftlich Experimente erfordern sicher mehr - aber "hier" glaube ich, dass es reicht,

    wenn es jemanden Freude macht.

    Das Experiment zeigt das man durch Selektion größere Tiere erzielen kann. Welche Faktoren verantwortlich sind bleibt aber offen. Handelt es sich nur darum das größere Tiere schon größere Eier legen? Sind die optimalen Zuchtbedingungen der Grund ? Gibtes eine Gen Veränderung ? Das letztere ist ziemlich sicher auszuschließen, die Variabilität ist vermutlich der Grund und die optimalen Zuchtbedingungen über mehrere Generationen. Eine genetische Veränderung wäre nur zu erzielen wenn keine Einkreuzung durch freiland Individuen erfolgen würde und durch ausreichend vielen Indiviuen Inzucht sich vermeiden lies. Zu Vermutung ist das bei dem Experiment andere Faktoren zum größerem Wachstum geführt haben. Bei Käfern sind die größten Exemplare oft Individuen die eine längere Larven dauer hatten, die z. B.erst nach zwei Jahren sich Verpuppt haben. Bei Schmetterlingen spielt das Mikroklima eine Rolle, der Tag Nacht Rythmus dabei gibt es noch viele offene Fragen.

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    Heute ist der bisher größte Falter (female) aus der "selektiven Nachzucht (4. Gen.) von Deilephila elpenor" geschlüpft.

    Ich hoffe, dass heute Nacht eine Paarung mit diesem Exemplar zustande kommt.

    Über die Vorderflügellänge von 36 mm würde sich eine hochgerechnete Spannweite von ca. 82 mm ergeben (das bisher größte Exemplar in meiner Sammlung hat eine Spannweite von 75 mm bei einer Vfl. von 33 mm)

    Hallo zuammen,
    die selektive Nachzucht von D. elpenor macht weiterhin sehr viel Spaß.
    Mittlerweile konnten die größten L5-Raupen die 11g-Marke knacken,
    und sind damit bis ca. 40% schwerer als Freilandfunde.
    Hier liegt dann aber auch die Obergrenze, was bei dieser Gattung möglich ist.
    Die Raupen sind damit massereicher als die von S. ligustri.
    Leider ist D. elpenor in unserer Gegend seit letztem Jahr verschwunden, so dass ich auf meinen eigenen Zuchttamm angewiesen bin.
    Mal sehen, wie lange das ohne frisches Genmaterial so weiter geführt werden kann.

    Hallo


    Toll dass du da immernoch dran bist. Gibt es bei den Faltern dann auch Unterschiede? Am spannendsten wäre nstürlich Flügelspannweite. Aber Körpergrösse und Gewicht gehören ja auch dazu.


    VG Chris

    Hallo zusammen,
    die Verpuppung meiner größten Raupe hat einwandfrei geklappt.
    Die Proportionen sehen ganz normal aus, wie bei einem "normal großen"
    Exemplar. Bin schon auf den Falter gespannt, wenn der im nächsten
    Jahr schlüpft (so hoffe ich).

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