26. Juni 2026 um 20:54 - Beitrag: Klimaänderung und Tagfalter, Thema: Schmetterlinge allgemein
Hallo,
in den letzten Jahren konnte ich interessante Beobachtungen machen. In meiner Heimat, dem Mühlviertel, machten die Temperaturen natürlich auch nicht halt, und so konnten sich Arten hier ansiedeln, die es früher nur selten oder sporadisch gab. Das Mühlviertel liegt zwischen der Donau und dem Böhmerwald und und besteht hauptsächlich aus Granit.
Da ich mich mit vielen Kollegen austausche, kann ich das Bild der "Neuankömmlinge" besser einschätzen.
Seit einigen Jahren ist z.B. der Segelfalter (podalirius) ein fester Bestandteil unserer Schmetterlingsfauna. Ihn kann ich mittlerweile jedes Jahr finden und konnte sogar schon Eier im tiefsten Hinterland entdecken.
Schon im vorigen Jahr konnte ein Kollege einige Neptis rivularis bei ihm entdecken. Sie kamen wie einige andere Arten auch aus dem Niederösterreichischen Waldviertel zu uns.
Die Überraschung heuer war der Baumweißling (Aporia crataegi). Die wurden vom nördlichen Hochmoor an der tschechischen Grenze bis zum Stadtrand von Linz gesehen und dokumentiert.
Durch die vielen Hügel und Täler ist industrielle Landwirtschaft nicht so leicht möglich. Viele der Kleinen Landwirtschaften haben aufgehört und schwer zu bewirtschaftende Gebiete sind öfters noch in natürlichem Zustand.
Aber auch mein Sehnsuchtsfalter, der Große Eisvogel (Limenitis populi) kommt noch immer weit verstreut aber selten vor. Leider kann ich ihn aber nur mit viiiiel Glück sehen. Eigentlich nur, wenn er mich finden will. So hatte ich vor kurzem das Glück ihn flüchtig zu sehen. Wenn ich meine Fundorte mit jenen meiner Bekannten addiere, ergibt sich ein Raster über einen großen Teil des Unteren Mühlviertels.
Ich hoffe mit meinen Zeilen so manchen zu einem Ausflug in die Natur animiert zu haben.
LG Leo