Totenkopfschwärmer in der Wohnung halten

    Dies würde auch die Beobachtung erklären warum keine oder zumindest kaum gefunden werden, da sie nach dieser Überlegung nur ihre Gene nach Norden schicken statt selbst zu Fliegen.

    Der Ansatz hat was Reizvolles! Wenigstens was die einwandernden Falter betrifft. Bei der Rückwanderung finden sich jedoch jedes Jahr auch zahlreiche Männchen in den Netzen der Ornithologen auf den typischen Vogelzugpässen. Unseren Männern reicht es scheinbar nicht, nur die Gene nach Süden zu schicken.

    Doch auch mit diesem Ansatz ist noch nicht mal ANSATZWEISE geklärt, weshalb auch die nichtwandernden Weibchen keine Eier produzierten, obwohl sie wochenlang gefüttert und zig-fach mit Männchen verpaart wurden. Habe das zuvor nur beiläufig erwähnt und daher nun nochmals explizit: Für jedes der vorgenannten wilden Weibchen wurden Männchen herbeigeschafft. So fanden immer zahlreiche Paarungen statt. Egal ob die Tiere nun beim Fang noch jungfräulich waren oder nicht. Meiner Erfahrung nach beginnen die Weibchen sowieso nicht mit der Eiablage, bevor sie nicht mehrmals begattet wurden.

    Ja Lucas, bei der Lang-kurztag Diskussion geht es eigentlich um die Haltung der Raupen. Heimo Harbich hatte darüber Ende der 70-er Jahre einen ausführlichen Bericht in der Entomologischen Zeitschrift publiziert, als aus Gran Canaria endlich Zuchmaterial in grösserer Menge zu haben war und man mit den Tieren geduldig arbeiten konnte, ohne sich gleich jeden Falter für die Sammlung sichern zu wollen. Meiner Meinung nach liegt in diesem Bericht der Urspung der heutigen "Gewissheit". Doch wie ich schon beschrieben habe, mich kümmerte die Lichtdauer nie und habe noch immer fruchtbare Falter aus den Zuchten erhalten.

    Gruss

    Bernhard

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    Servus Bernhard.

    Da sich die Arbeiten von Harbich vordergründig mit Acherontia atropos beschäftigen, gehe ich davon aus, dass deine persönlichen Meinungen, angelehnt an das Ursprungsthema, auch ausschließlich für atropos gelten.

    Oder auch für die "restlichen" Wander- und Tropenspecis, wie nerii, convolvuli, alecto etc.? :question_mark:

    Servus.

    Rudi

    Also ich habe mal atropos im Jahre 1995 gezüchtet, ich habe sie an gelben Schwämmchen, mit Honigwasser getränkt, saugen lassen. Ich hatte nie ein Problem, dass sie das nicht taten. Was ich jetzt hier lese, deutet auf ein Problem der Nahrungsaufnahme hin.

    Die Tiere haben damals, das Futter ohne Probleme angenommen. Nur in Einzelfällen, musste man mal den Rüssel ausrollen, um sie zu überzeugen, dass da etwas leckeres ist.

    Man musste sie nicht aktiv füttern!

    Aber es scheint mir, da hat sich doch etwas geändert!

    Eine nicht zu Ignorierende Nachricht...

    Viele liebe Grüße
    Franz

    Oder auch für die "restlichen" Wander- und Tropenspecis, wie nerii, convolvuli, alecto etc.?

    Richtig vermutet Rudi!

    Meine Aussagen beziehen sich ausschliesslich auf atropos. Mit den genannten anderen Arten habe ich zwar gewisse Erfahrungen sammeln können, jedoch jeweils artspezifisch andere. Hierfür müsste ein anderes Thema gestartet werden.

    Gruss

    Bernhard

    Die Weibchen kommen also ans Licht. Das ist eine geschlechtsspezifische Eigenschaft. Die Falter orientieren sich am Mondlicht, indem sie immer in einem bestimmten Winkel dazu fliegen. Auch bei der Wanderung werden sich die Falter vermutlich u.a. so orientieren, und zwar auch die Weibchen. Also eine gewissermaßen erworbene Eigenschaft fürs Wandern. Das erklärt, warum Weibchen am Licht gefunden wurden, aber nicht, warum fast NUR Weibchen angeflogen kamen. Vielleicht flogen wirklich nur Weibchen.
    Oder handelte es sich um Zwitter? :nixweiss:

    Hallo
    sven: Der Zusammenhang ist interessant, allerdings kommen bei nicht wandernden Arten beide Geschlechter ans Licht. Insofern ist der Ansatz interresant, müsste aber weiter untersucht werden.
    Zwitter sind auszuscließen, da sie normal nicht vorkommen und nur durch Entwicklungsfehler vereinzelt entstehen. Außerdem. Wenn zwitter bei A.atropos so häufig währen gäbe es sie in Mengen auf Börsen angeboten und dass hätten hir schon einige bemerkt.
    Gruß Christoph

    Der Inhalt dieses Beitrages wurde von Claude Sinner gelöscht.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Claude,

    was Sven da schreibt ist eigentlich richtig, zumindest werden das die meisten irgendwann unter "offizielle Erklärung" abgespeichert haben( ich auch).
    Der Mond wandert zwar jede Nacht, jedoch schrieb Sven ja nicht, dass der bestimmte Winkel immer gleich bleibt. Er verändert sich eben gleichmäßig, genauso wie sich auch der Stand des Mondes am Himmel für uns gleichmäßig verändert.
    Als Beweis oder zumindest Hinweis auf die Richtigkeit der Mond-theorie:
    Hast du schon mal die Ergebnisse eines Lichtfanges während Vollmond und bedecktem Himmel oder Neumond verglichen?
    Wenn ja hast du sicherlich bemerkt, dass man bei Vollmond kaum eine Chance hat, einen ordentlich Fang zu machen, wohingegen bei Neumond oder bedecktem Himmel die Leuchttücher nur so schwirren...
    Oder ein anderer Hinweis: die Insekten fliegen in der Nähe einer Lampe nicht umsonst in Kreisbahnen um die Lichtquelle, sie fliegen in dem bestimmten Winkel, weil sie fälschlicherweise annehmen, die stärkste Lichtquelle der Nacht ist der Mond - was ja ohne die menschlichen Erfindungen auch so wäre. Sie nehmen also die Lampe als "Mond" war und beginnen im bestimmten Winkel auf ihn zu zufliegen. Irgendwann krachen sie dagegen - das würde auch beim Mond passieren wenn er nicht sehr, sehr viel weiter weg wäre...

    MFG,
    Lucas

    Der Inhalt dieses Beitrages wurde von Claude Sinner gelöscht.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Claude,

    da du ja anscheindend nicht so zu überzeugen bist, möchte ich dir einfach mal die Gegenfrage stellen: Wie orientieren sich Falter den auf ihren Wanderungen und wieso kommen sie überghaupt in Kreisbahnen ans Licht geflogen?
    Da du ja alle bisherigen Argumente abstreitest musst du ja eigenltich eine eigene explizite Meinung daszu haben - denn "NÖ" sagen kann jeder...

    Im übrigen: so unwahrscheinlich es klingt, so abwegig ist es nicht, dass die Tiere sich den Winkel aussrechnen können - natürlich rechnen sie nicht wirklich wie menschen, sie wissen es einfach - die Mondbahn ist schließlich absolut regelmäßig und periodisch.
    Und das auch Tiere wissenschafliche meisterleistungen verbringen ist nicht unbekannt, Frösche zum Beispiel wandern mehre Kilometer von ihrem Geburtsteich und merken sich diesen Weg unfehlbar...

    MFG,
    Lucas

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    Hallo zusammen,

    Wenn es jetzt darum geht A. atropos, in der Wohnung, mit Licht anzulocken, so möchte ich auch noch etwas beitragen.
    Also dann hier noch etwas zum besseren Verständnis.

    Zunächst möchte ich auf die äußere Flugbahn eingehen.
    Der Falter navigiert, indem er mit bestimmten Ommatidien, eine Lichtquelle so fixiert das er im rechten Winkel zu den Strahlen flieg.
    Im hellroten Abschnitt der Flugbahn orientiert sich der Falter nach einer fernen Lichtquelle mit parallelen Strahlen und im rosa Abschnitt gerät der Falter unter den Einfluss der Lichtquelle ( Lampe ) wenn er seinen Navigationskurs beibehält umkreist er diese.

    Nun zur inneren Flugbahn.
    Hier fixiert der Falter mit anderen Ommatidien des linken Komplexauges die Lichtquelle so, dass ein Winkel von 80°
    zu den Strahlen eingestellt wird. So hat der Falter im ersten Abschnitt der Flugbahn, einen exakten Geradeausflug unter dem Einfluss des Mondlichtes.
    Im 2. Abschnitt der Flugbahn nähert sich, der unter den Einfluss der Lampe geratene Falter in einer Spirallinie.

    Wenn der Falter nun so fliegen würde, dass die Lichtquelle im hinteren Teil des Auges fixiert wird so würde er sich von einer künstlichen Lichtquelle entfernen.


    So, jetzt hab ich noch ein Bild von einem Farbschlag einer A. atropos Raupe.

    So etwas soll es zwar häufiger geben, aber wir hatten solch eine Raupe noch nie.

    Das ganze würde ich mal kommentieren mit : " NÖ "

    Der Mond wandert in jeder Nacht, würden sich die armen Tierchen für die ganze Wanderung daran orientieren dann würden diese unheimlich viele Kurven auf ihrem Wanderweg zurücklegen und die benötigte Energie vervielfachen.

    Lasse mich aber gerne eines besseren belehren, oder erwünsche noch zusätzlich mir gesicherte Arbeiten zu nennen in denen die Mondwinkeltheorie erforscht wurde, und bitte keinen Verweis an M. Koch's Buch mit der Begründung, das steht da, das ist so..., das ganze erscheint mir seit jeher recht seltsam.

    Es ist nur eine Annahme, dass sich die Tiere am Mond orientieren. Das ist grundsätzlich so. Solange es keine biochemischen oder sonstige Untersuchungen dazu gibt, bleibt die Beobachtung, dass Nachtfalter ans Licht fliegen. Und zwar nicht irgendwie, sondern spiralförmig darauf zu, haben also nicht grundsätzlich das Bestreben, in die Lichtquelle hineinzufliegen, sonst täten sie es vermutlich auf dem direkten Wege. Wenn der Falter seine Flugbahn bespielsweise so wählt, dass sie in einem 30° Winkel zu den Strahlen der einer Lampe steht, dann fliegt er in einer Spirale auf das Licht zu. Das läßt die Vermutung zu, dass ohne die artifizielle Lichtquelle ein anderes Licht beim Flug der Tiere eine Rolle spielt. Und da der Mond in der Nacht, sofern er denn scheint, die größte Lichtquelle ist, erscheint die Annahme, dass er bei der Orientierung maßgeblich ist, legitim, da offenbar keine vitalen Interessen (essen, trinken, fernsehen) verfolgt werden, wenn ein Falter zum Licht fliegt. Orientiert sich der Falter am Mond und richtet seine Fugbahn so aus, wie oben beschrieben, dann wird er eine annähernd gerade Linie fliegen, da aufgrund der großen Entfernung bei gleich bleibendem Winkel eine riesige Kreisbahn zustandekommt, deren Krümmung nicht ins Gewicht fällt.
    Um auf Deine Einwände weiter einzugehen, fällt mir folgendes ein:
    1. Alle Nachtfalter haben bestimmte begrenzte Flugstunden, in denen sich die Position des Mondes nur gering ändert.
    2. Es ist nicht gesagt, dass der Mond (wenn überhaupt) die einzige Orientierungshilfe der Falter ist. In der aktuellen "Nature" steht ein Artikel über die Orientierung von Wandervögeln. Es ist bekannt, dass sie sich offenbar am Magnetfeld der Erde orientieren. Man hat da jetzt herausgefunden, dass sie diese Orientierung am Stand der Sonne bei Sonnenuntergang eichen und damit die Abweichung des magnetischen Nordpols vom geographischen kompensieren, und dass sie spezielle nachtaktive Sehzapfen auf der Retina besitzen. Wer hat sich bislang um die Erforschung der Wanderfalter gekümmert?

    Und ist es nicht so, dass generell sehr viel häufiger Männchen ans Licht kommen? Warum bei den Totenköpfen jetzt auch die Weibchen? Ich sehe einen Zusammenhang dieser Verhaltensänderung mit der Wandertätigkeit.

    Hallo
    Ich hab eine Frage zu den A atropos Weibchen die Bernhard gefangen hat. In welchem Zustand waren die Tiere denn? Eher frisch oder schon stark abgeflogen. Und hatten die Tiere voll entwickelte Eierstöcke ohne Eier oder nur unvollständige bzw fehlende Eierstöcke? Es wäre doch auch denkbar, daß die Tiere zum Zeitpunkt des Fanges bereits völlig ausgelegt waren und keine Eier mehr produzieren konnten. Dazu müßte man allerdings auch wissen ob A atropos Weibchen unbegrenzt Eier legen können oder ob sie sozusagen in die Wechseljahre kommen. Ist der Vorrat an Keimzellen verbraucht kanns auch keine Eier mehr geben -vorrausgesetzt der keimzellvorrat ist begrenzt und wird nicht laufend durch Teilung nachproduziert. Viele Falter versterben ja bevor sie den gesamten Eivorrat ablegen konnten, bei einer langlebigen Art wie a atropos muß das aber nicht auch so sein.


    Zu D. nerii kann ich auch noch bischen Senf abgeben. Ich hab die Art vor paar Jahren aus Eiern gezogen. Die Raupen hielt ich im Sommer unter Langtagbedingungen. Trotzdem hatte ich nach 2 oder 3 Wochen Eier am Oleander. Weil ich dachte die wären eh unbefruchtet (hab auch nie eine Paarung beobachten können) hab ich mich nicht weiter drum gekümmert. Das Resultat war, daß ich hier dann Raupen verschenkt habe, weil mein Oleander nicht gereicht hätte. Wer mag kann sich ja die Mühe machen und die Anzeige raussuchen. War im Oktober 06

    VG Chris

    Hallo Chris

    Die Weibchen waren in verschiedenem Zustand. Drei waren einfliegende Tiere aus Nordafrika - im April auf Corfu und in Brindisi gefangen. Es wäre relativ sinnlos nach Norden zu fliegen, wenn man schon alle Eier abgelegt hat. Ausserdem ist es meine Erfahrung, dass Weibchen sterben wenn sie abgelegt haben und nicht noch ein paar Wochen leben, in denen sie mehrmals kopulieren ... Die anderen Weibchen waren Sommertiere in der Schweiz, Südfrankreich und Spanien aufgewachsener Raupen. Die machten alle einen sehr frischen Eindruck, weshalb ich erst recht noch Männchen dazu setzte. Jedes dieser Weibchen - ob vom Frühling oder Sommer - war beim Tod jedoch vollkommen leer. Also keine Eierstöcke vorhanden - einfach voll von Nichts, bloss das ausgeprägte Spermapaket.

    Gruss

    Bernhard

    Ich habe bereits die dritte Generation von Totenkopfschwärmern. Allerdings bin ich unzufrieden mit der Schlupfquote. Etwa ein Drittel der Falter schlüpft nicht oder schlecht aus der Puppe. Welche Erde sollte ich anbieten. Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit sein? Welche Tipps könnt ihr mir hierzu geben?

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