Image der Schmetterlingszüchter

    Hallo zusammen,

    wie wir (alle) aus eigenen Erfahrungen wissen, ist die Lobby der Entomologen ehr schlecht als recht, wir werden kriminalisiert und der Artenrückgang wird häugig gerade den Menschen in die Schuhe geschoben, die sich um die Falter wirklich kümmern.

    Sachkundenachweis für Insekten?

    Heute gibt es für viele Bereich die Möglichkeit, einen Sachkundenachweis mit anschließender IHK-Prüfung abzulegen (Arzneimittel, Pflanzenschutz, Aquaristik,Terrarisitk u..m.)

    Frage mich, ob ein Sachkundenachweis dem Image der Schmetterlingszüchter nicht gut tun würde?

    Was denkt Ihr darüber?

    Es wird sicherlich möglich sein, so etwas auf die Beine zu stellen.

    Andreas

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    But what about all those collectors that catch hundreds of butterflies and kill them to sell them, are put them in their own collection. I personally think that's one of the reasons of global loss of butterflies. I got of course a small really unprofessional collection myself. But it only contains a few butterflies that I bred myself....

    Hallo Andreas,

    der Vorschlag, die Qualität von Schmetterlingszüchtern zu fördern, indem man ein "Qalitätssiegel", einen "Qualitätsnachweis" oder ein "Scahkundenachweis" einführt, ist ausgesprochen deutsch.

    Ich arbeite in einem Berufszweig, indem sehr auf "Qualität" geachtet wird. Das heißt, Qualität ist wichtig, ja sogar notwendig und gab es bisher ja scheinbar noch nicht. Daher muss man die erstmal nachweisen. Dafür braucht der Deutsche einen Schein, kein Schein ohne Prüfung, keine Prüfung ohne Kurs, keinen Kurs ohne Zeit und Geld. So wird jetzt viel Zeit und Geld investiert, um Scheine zu erlangen ("Qualitätsnachweise", "Sachkundenachweise", "Fachkundenachweise", "Fortbildungsnachweise", "Zusatzqualifikationen", "zusätzliche Weiterbildungen", "Spezialisierungen" und "Subspezialisierungen" - kein Witz, alles echt!). Es gibt eigene Insitutionen, staatliche, standesrechtlich organisierte, Abrechnungs-Zusammenschlüsse und sogar private Firmen, die verpflichtendes "Qualitätsmanagement" verlangen. So weit, so gut (?). Wer nicht teilnimmt und entsprechende Scheine und Qualitätsmangementsnachweise nicht vorweisen kann, muss finanzielle Einbußen hinnehmen oder bekommt Tätigkeitsverbot. Auch kein Witz.

    Wollen wir das wirklich ? Brauchen wir wirkliche jemanden, der für uns festlegt, was man zur Schmetterlingszucht wissen muss, der einen kostenpflichtigen Kurs vorscheibt und eine zweifelhaft Prüfung abverlangt ? Und soll jedem ohne Schein das Züchten von Schmetterlingen verboten werden ?

    Ich finde es toll, wenn man Wissen und Erfahrungen austauscht. Man kann sich ja auch mal treffen, um ein Wochenende zusammen über's Hobby zu reden. Aber sobald ein "öffentliches Zertifikat" erteilt wird, hört der Spass für mich auf. Einen Schein braucht wirklich keiner.

    Schönen Hobby-Gruß

    Hallo
    Da ich ja seit langem Aquarien und Terrarien habe, hatte ich mir auch mal überlegt den Sachkundenachweis zu machen. Ich hatte dann von einem Bekanten die Unterlagen (von vor 2000) bekommen (Ordner mit Prüfungsfragen usw.) und dann darauf verzichtet. Zum einen waren Teile der Haltungsbedingungen einfach falsch und der Rest in jededem vernünftigen Fachbuch nachzulesen. Und dieser Spaß hätte ca.300€ gekostet.
    Den einzigen Vorteil den ich sehe währe die Absicherung eines Standartwissens bei erhrenamtlichen Kartierunen, die dadurch weniger anzweifelbar werden.
    An sonsten ist die deutsche Staatsform eh schon die "Bürokratur" und noch weiter muss man den Moloch nun wirklich nicht füttern.
    Gruß Christoph

    Hallo,
    @ Merlin. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Dennoch:

    1.)Manchmal schmunzele ich, manchmal schwellen meine Halsvenen immer noch an. Auch mich betraf es vor langer Zeit. Obwohl langjähriger Abteilungsleiter, wollte man mich zu einer derartigen Prüfung nicht zulassen, "da ja die Nachweise fehlten". Selbst schreiben, da neuer Chef ? Ging dann aber.
    Ich kann mir auch heute noch das wohl dämliche Gesicht an der anderen Telefonseite vorstellen, als es zur Terminabsprache mit 2 Prüfern kam, und ich sagte: "Prima, der eine hat bei mir gelernt (war mittlerweile natürlich aufgestiegen),der andere ist mein Chef." Man schaffte es auf die Schnelle noch einen anderen Prüfer herbeizuzaubern. Hää ?! Auch ein guter Bekannter.
    Wir hatten dann ein nettes Gespräch. Die 300 Märker damals mußte ich als Wichtigstes natürlich berappen.
    2.) Früher holte ich mir für einen symbolischen Betrag den Jahresfischereischein, später brauchte man dazu eine zeit- u. kostenaufwendige Zertifikation,worauf ich verzichtete. Wie angenehm ist es doch im Ausland, wenn man sich dann einfach nur eine Lizenz (oder auch keine fürs Meer) besorgt.

    Vielleicht sollte man ja alles europaweit regeln. Offensichtlich gibt es nicht nur Rinderwahnsinn.

    3.)@ Henri: Offensichtlich haben die Medien bei dir schon Effekt gezeigt. Die bösen Sammler auf der einen Seite, die guten Züchter auf der anderen, aber das Material dafür kommt auch irgendwo her und geht auch irgendwo hin.
    Ich bin seit Jahrzehnten im Sommer wochenlang unterwegs und besuche sicherlich gute Gegenden. Bisher habe ich nur ganz selten entomologisch Tätige getroffen und insgesamt nur 2 Massenfänger,Vater und Sohn. Als diese sich unbeobachtet wähnten, fingen sie (in den Französischen Alpen) alle
    Exemplare P.sacerdus(phoebus) weg, obwohl sie vorher sagten,daß es uninteressant für sie und genug in der Sammlung sei. Wohl ein Relikt aus unserer Menschengeschichte als Sammler und Jäger. Ein Trost: Ich besuchte die Stelle nach einigen Jahre wieder. Wunderschöner,reichlicher Sacerdusflug.

    Sicherlich ist es möglich, daß Sammler die Schmetterlingszahl deutlich reduzieren können oder gar ausrotten können, ist aber eher eine große Ausnahme. Die Anzahl der Schmetterlingssammler ist wirklich gering. Es sähe sicherlich ganz anders aus, wenn es sich zum Volkssport ausweiten sollte.

    Beste Grüße
    Hans

    @ Andreas
    Dazu fällt mir eigentlich nur eines ein: so ein Schmarrrrrn !!!
    Sollen wir uns zu den von der Obrigkeit auferlegten täglichen Quälereien auch noch freiwillig welche auferlegen? Wie unselbständig sollen wir eigentlich noch werden? Früher z.B. war eine Geburt ein natürlicher Vorgang, heutzutage ist es eine schwere Krankheit, die nur unter entsprechender psychologischer Betreuung von Mutter und Vater und intensiver ärztlicher Aufsicht gerade noch so zu überleben ist! Wann kommt der Befähigungsnachweis, sich selbständig ernähren zu können, eigenständig die Toilette zu besuchen, wann wird unser Sexualleben reglementiert (vielleicht sogar mit Prüfung?!)?
    Mit nachdenklichen Grüssen, Hans Erdmann

    Hallo,
    ich persönlich finde eine Sammlung nur dann richtig sinnvoll, wenn die Funddaten genauestens aufgeschrieben werden. Aber gilt das nicht auch für Zuchten? Schließlich ist es der Natur egal ob das entnommene Tier noch lebt oder nicht. Natürlich kann sich der Phänotyp bei der Zucht verändern, weshalb eine "Lebend-Sammlung" keinen Sinn machen würde.
    Schmetterlingssammler sollten dennoch als Schmetterlingsfreunde und nicht als Schmetterlingsvernichter dargestellt werden, auch wenn es schwarze Schafe gibt, aber die gibt es in jedem Fachgebiet. Man könnte das Image der Schmetterlingsfreunde in der öffentlichkeit durch sachkundige, Laiengerechte Artikel in den Regionalteilen von Zeitungen aufpolieren, nur dazu muss man jemanden finden, der seine Zucht dafür zur Verfügung stellt. Wenn es einen Sachkundenachweis gäbe, und niemand davon wüsste, würde er unser Image nicht verbessern.

    Hallo Andreas,

    auch ich glaube nicht, daß ein Sachkundenachweis etwas bringt.

    Ich kann mich erinnern, als ich mit 10 Jahren damit anfing waren die Leute noch aufgeschlossen und interssiert für das Thema Sammeln und wünschten einem ein "Waidmannsheil". Heute hat sich das Blatt gewendet - man wird von fast jedem beschimpft und verantwortlich gemacht für den Artenrückgang, den eigentlich andere (Landwirte, Flurbereiniger und grüne Besserwisser, die aus Unkenntnis die Natur mit ihren Maßnahmen eher zerstören als retten) zu verantworten haben.

    Auch mit einem Schein in der Tasche wird man angefeindet werden, denn an der Haltung der Leute ändert sich dadurch nichts. Es würde nur wieder mehr Bürokratie auf uns zukommen - natürlich verbunden mit neuen Kosten.

    Als ein Ausweg für die "Lobby der Entomologen" sehe ich eigentlich nur Lobbyarbeit - vor allem in den Medien. Das ist aber ein schwieriges Unterfangen, denn in den Medien sitzen ja auch die Menschen, die gegenüber den Sammlern kritisch eingestellt oder voreingenommen sind und großen Einfluß auf die Bevölkerung haben. Hier müssen die Entomologen ansetzen durch Überzeugungsarbeit und Einfluß auf die Personalpolitik, was aber sehr lange dauern kann und viel Energie kostet.

    Viele Grüße - TG

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