2 Sphingidae Zentralafrika

  • Moin,

    ich will jetzt nicht das Bestimmungsforum mit meinem Krempel überstrapazieren, aber die beiden Schwärmer würden mich doch sehr interessieren (ggf. Nachzucht). Insbesondere der Hippotion (???), der merkwürdig bleich, leicht sandfarben aussieht.

    Beide Exemplare aus der Republik Tschad; N´Djamena, Nähe Chari-Fluss, LF am 12.-14.02.2021

    Wäre schön, wenn sich die beiden bestimmen lassen. Ich bin leider nicht gerade der Experte für Sphinxe…?(


    LG

    Andreas


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  • Lieber Michi,

    vielen Dank für Deine kompetenten Antworten!


    Nach kurzer Recherche fand ich im Internet (http://www.zobodat.at) eine ausführliche Abhandlung zu Hippotion psammochroma verfasst von U. Eitschberger und G. Müller.

    Zur Verbreitung der Species wird auch der Tschad genannt. Wörtlich heißt es dort:


    „Das Material der coll. SMCRO beherbergt ein † aus dem Tschad (der Fundort „Fat Lamy“ ist leider nicht auf der Landkarte in Google Earth zu lokalisieren) und ein ‡ aus Nord-Kamerun.“


    Der Fundort lautet sicherlich nicht auf „Fat Lamy“ sondern muss Fort Lamy bzw. abgekürzt Ft. Lamy lauten. Dies war offiziell bis 1973 der Name der Hauptstadt des Tchad, die danach in N´Djamena umbenannt wurde. Das ist exakt der Fundort meines Exemplars.


    Dank Dir also für beide Exemplare eine sichere Bestimmung! :daumenja:


    Hinweise zur Futterpflanze gibt es anscheinend noch nicht. Ich werde es mal mit diversen Ranken und krautigem Zeug das hier am Fluss wächst probieren.

    LG

    Andreas

  • Jau, da hast Du recht, das könnte schwierig werden...;)

    Von dem Hippotion habe ich noch 3 M und 1 W im Flugkäfig, die waren allerdings schon beim Abgreifen ziemlich zerfleddert. (Die Geckos sind da wohl drüber hergefallen)

    Daher hatte ich keine Abbildung eingestellt. Der Pseudoclanis ist bislang ein Einzelstück, aber der ist mir ohnehin nicht interessant genug (aus Platzmangel) für eine NZ.

    Meine LF-Anlagen betreibe ich jeden Abend, von daher bin ich eigentlich immer optimistisch, dass auch bei selteneren Arten der Nachschub nicht ausbleibt...

    LG

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    die Pseudoclanis sollten vielleicht mit Ficus sp. zu füttern sein. Zumindest gibt es dazu einen Hinweis.


    Die asiatischen Hippotion sp. sind in der Wahl ihrer Raupenfutterpflanzen vielfach nicht sonderlich spezialisiert, sondern nehmen viele unterschiedlichsten Futterpflanzen an.

    Von der am weitesten verbreiteten Hippotion celerio kennt man das ja auch so.


    Auch von den afrikanischen Hippotion sp. ist bekannt, dass sie oftmals Pflanzen unterschiedlichster Familien und Gattungen als Raupenfutter akzeptieren. Natürlich kann man das nicht zwingend 1:1 auf jede Specis übertragen, aber einen Versuch ist es bei Hippotion immer wert. Und wenn sie sich so verhalten wie die Asiaten, sollte es auch klappen.


    Pflanzen wie Rumex, Vitis, Parthenocissus, Epilobium, Fuchsia, Aracheae, Plantago, Lactuca sp. und noch einige mehr sollten eine Aufzucht auch in den Wintermonaten gut möglich machen. Try and error ist da angesagt.


    Viel Glück

    Rudi

  • Hallo Andreas,

    der Arunda molitor wäre schon eine sehr interressante Art. Sollte doch noch ein :female: am licht erscheinen

    ist die Futterpflanze laut Internet Ficus gnaphalocarpa ( Fam.Moraceae, Maulbeergewächse).

    Es sind auch keine Bilder der Raupe im inet zu finden. Bei den Hippotion psammocrona würde ich als Eiablage-

    pflanze was in Richtung Vitaceae (Weinrebengewächse) und Araceae (Aronstabgewächse) versuchen. :dafür:


    Weiterhin viel Erfolg !


    Grüße

    Heiner

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

  • Hi Rudi,

    danke für die Hinweise. Ich muss die Zucht vor Ort durchführen.
    Hier gibt es keine Wintermonate, momentan ist Trockenzeit, aber dank der Flussnähe trotzdem alles schön grün.

    Momentan habe ich 15 Hippotion eson Raupen, die kurz vor der Verpuppung stehen. Da hatte ich auch rumprobiert und bin bei einer bislang nicht identifizierbaren

    Ranke gelandet, die unmittelbar vor meiner Haustür wächst. Die meisten Pflanzen die mir aus Europa geläufig sind, lassen sich hier nicht finden. Es gibt hier keine Ziergärten o.ä.

    Von daher in der Tat "try and error"

    LG

    Andreas

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  • Hallo Heiner,


    auch Dir vielen Dank für die Hinweise, vor allem zu dem A. molitor. Ich muss gestehen, da hatte ich zu wenig recherchiert.

    Momentan habe ich 8 Zuchten am Laufen und meine Kapazitäten sind eigentlich erschöpft. (Zum Teil habe ich ganze Büsche ausgegraben und eingetopft, mein Gästezimmer sieht aus wie ein botanischer Garten...)

    Ich versuche mich daher auf die Species zu konzentrieren, über die es bislang wenig Informationen gibt.

    LG

    Andreas

  • Zitat; Momentan habe ich 15 Hippotion eson Raupen, die kurz vor der Verpuppung stehen. Da hatte ich auch rumprobiert und bin bei einer bislang nicht identifizierbaren

    Ranke gelandet, die unmittelbar vor meiner Haustür wächst.


    Ich habe einmal eine Eiablage von H.eson aus Togo und die Zucht verlief dann in Europa problemlos an Wein ist aber schon ein Weilchen her.


    Viel Glück André

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